Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Mein Leserbrief

Ferdi, Monday, 10.01.2005, 15:41 (vor 7695 Tagen)

Hallo guten Tag zusammen!

Ich habe heute morgen folgenden Leserbrief an den General-Anzeiger in Bonn geschickt, nachdem auch heute wieder über den Gesetzentwurf berichtet wurde:

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Sehr geehrte Redaktion!

Mir fällt auf, dass bisher nichts anderes besser geeignet ist, in der breiten Öffentlichkeit die rechtliche Benachteiligung von Männern sehr deutlich und unüberhörbar zur Sprache zu bringen, als das Thema Vaterschaftstests. Ministerin Zypries hat die Brisanz des Themas unterschätzt, sie glaubte offensichtlich, dass sie das Vorhaben genau so problemlos durchbekommt wie seinerzeit Bergmann das Gewaltschutzgesetz. Beeindruckend ist die Resonanz in den Medien. Kaum ein Sender, kaum eine Zeitung, die in den letzten Wochen nicht darüber berichtet hat. Dass Zypries nun versucht, den Geist, den sie aus der Flasche rausgelassen hat, wieder "einzusammeln", zeigt sich darin, dass sie die verzweifelte Frage stellt, warum die Männer den Frauen so massiv misstrauen. Die sehr frauenfreundliche und männerfeindliche Gesetzgebung, durchgesetzt von feministisch angehauchten Politikerinnen der sogenannten "68er Generation", hat Männer weitgehend entrechtet. Auch ein Grund, warum wir heute so wenig Nachwuchs in Deutschland haben. Den Männern sind Beziehungen mit Frauen und Nachwuchs zeugen einfach zu gefährlich geworden.

Genau in diese Atmosphäre des Misstrauens stösst nun Ministerin Zypries mit ihrem Gesetzentwurf. Sie schiebt Gründe des Datenschutzes vor, Gründe, die die wahren Absichten verschleiern sollen. Da ist die Rede von "informeller Selbstbestimmung" des Kindes und - man höre und staune - der Frau! Dabei weiss jeder, auch ohne Fachmann auf dem Gebiet der Genforschung zu sein, dass für eine Vaterschaftsbestimmung das genetische Material der Mutter überhaupt nicht nötig ist. Die informelle Selbstbestimmung eines Kindes wird merkwürdigerweise nicht mehr ernst genommen, wenn es zum Beispiel um Abtreibung geht. Sie wird auch nicht ernst genommen, wenn im Zuge einer Fahndung plötzlich mehrere tausend Männer (aber seltenst Frauen) zu einem Massengentest aufgefordert werden. Angeblich freiwillig, aber wer sich weigert kann zwangsweise vorgeführt werden. Informelle Selbstbestimmung über seine eigenen Gendaten? Gut, hier geht es um Aufklärung einer Straftat, aber geht es bei der genetischen Vaterschaftsbestimmung nicht auch um die Aufklärung einer Straftat? Meines Wissens ist Kindesunterschiebung eine Personenstandsfälschung und damit eine Form des Betruges. Durch das Verbot der Vaterschaftstests wird also die Aufklärung eines Betrugsdeliktes verhindert. Strafvereitelung im Amt, Frau Zypries?

Da wird als weiterer Grund ins Feld geführt, dass der Familienfrieden nachhaltig gestört würde. Dieser Gedankengang ist in diesem Zusammenhang total abwegig. Kein Mann, der von der Herkunft seines Nachwuchses fest überzeugt ist, denkt an die Durchführung eines Vaterschaftstests. Das dürfte schon mal die absolute Mehrheit aller intakten Familien sein. Ein Mann wird vielmehr nur dann einen Test, der ja auch teuer ist, in Erwägung ziehen, wenn er Zweifel an seiner Vaterschaft hat. Die können durch seine Partnerin genährt werden, wenn diese aushäusige Sexualkontakte hatte und der Mann das irgendwie mitbekommen oder gesteckt bekommen hat. Die können auch durch das Kind selbst entstanden sein, weil zum Beispiel wichtige Merkmale wie Haar- Haut- oder Augenfarbe erheblich abweichen. Was auch immer diese Zweifel ausgelöst haben mag, allein deren Vorhandensein stört den "Familienfrieden" auch ohne Test schon mal erheblich.

Wenn ein Mann in einer solchen Situation einen geheimen Test machen lässt und dieser Test ergibt, dass er zu fast 100 % der Vater ist, dann beseitigt das die Zweifel und festigt die Beziehung mit seiner Partnerin. Hier kann man also nicht von einer Gefährdung des Familienfriedens sprechen, hier liegt eher eine Festigung desselben vor. Aber auch die Unterhaltsfrage spielt eine erhebliche Rolle. Warum soll ein Mann Unterhalt für ein Kind zahlen, das er nicht gezeugt hat? Hauptsache, die Frau hat einen Zahlemann und ist aus dem Schneider. Zu jedem Kind gehört ein männlicher Erzeuger. Dann muss die Frau diesen nennen und sich wegen Unterhalt an diesen wenden.

Das Testverbot ist also eine weiterer Schritt zur Entrechtung der Männer. Dabei liesse sich befürchteter Missbrauch leicht verhindern, indem die Testlabors strengsten Überprüfungen unterzogen werden und über jeden durchgeführten Test akribisch Rechenschaft ablegen müssten. Ausserdem wären sie zu verpflichten, die gewonnenen Daten und das Genmaterial nach erfolgter Vaterschaftsfeststellung unter Aufsicht zu vernichten. Missbräuche wären mit abschreckend drakonischen Strafen zu belegen. Hier wäre das Strafrecht wirklich mal hilfreich. Letztendlich habe ich den Verdacht, dass das Ganze nur dazu dient, dem Staat Unterhaltskosten für Kinder zu ersparen, deren Väter nicht bekannt sind und diese Kosten Männern aufzudrücken, die mit dem Kind nichts zu tun haben. Wieder mal eine einfache Lösung nach dem Verfahren "Den letzten beissen die Hunde". Das sind in unserem Land fast ausnahmslos die Männer.

Mit freundlichen Grüssen

(Mein Name und Adresse)

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Gruss,
Ferdi


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