Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Und nochmal Gentests, weil es alle angeht!

Garfield, Tuesday, 21.12.2004, 14:11 (vor 7716 Tagen) @ Lecithin

Als Antwort auf: Re: Und nochmal Gentests, weil es alle angeht! von Lecithin am 21. Dezember 2004 11:37:56:

Hallo Lecithin!

Das ist mir zu theoretisch. In der Praxis ist es leider so, daß die Möglichkeiten des Durchschnittsmenschen, der auch über keine größeren finanziellen Mittel verfügt, sehr begrenzt sind.

Zwar ist es so, daß es sehr viele Durchschnittsmenschen gibt, die zusammen theoretisch sehr viel bewirken könnten. Praktisch werden die aber durch gezielte Fehlinformation verdummt und durch Quertreiber (wie z.B. Feministinnen) von den wirklichen Problemen abgelenkt.

In den USA konnte man das jetzt wieder sehr schön beobachten. Da hat es die Regierung durch Lügen und Fehlinformationen geschafft, tatsächlich viele Menschen vom Sinn des Krieges gegen den Irak zu überzeugen. Als dann klar wurde, daß dieser Krieg sich nicht so einfach wieder beenden läßt und daß nun weiterhin immer wieder Särge mit toten GI's nach Hause kommen, änderten manche US-Bürger zwar ihre Meinung wieder, aber da war es schon zu spät. Der Schaden war bereits zum Nutzen einiger weniger Geschäftemacher angerichtet, und es gab kaum noch eine Möglichkeit, da einfach wieder herauszukommen.

Was kann nun ein Durchschnittsamerikaner gegen diesen Wahnsinn tun? Allein kann er gar nichts tun. Er muß Menschen finden, die mit ihm zusammen arbeiten, und das allein wird ihn schon sehr in Anspruch nehmen, so daß das eigentliche Ziel zumindest zeitweilig in den Hintergrund rücken wird.

Dann kommt noch dazu, daß Menschen ja ganz individuelle Interessen und Ziele haben. Selbst wenn man nun für irgendeine gute Sache genügend Leute gefunden hat, die bereit sind, daran mitzuarbeiten, haben die dann auch nicht alle dieselben Vorstellungen. Man hat dann also immer auch noch gut damit zu tun, alle unter einen Hut zu bringen und die Aktivitäten auf den richtigen Punkt zu fokussieren.

Wer sich in einer Machtposition befindet und/oder große finanzielle Mittel zur Verfügung hat, hat es da schon viel leichter. Der kann sich nämlich Mitstreiter kaufen, die dann willig seine Vorgaben umsetzen. Er muß keine Überzeugungsarbeit leisten und sich nicht darum kümmern, daß niemand quer schießt. Er braucht einfach nur anweisen, und schon werden seine Weisungen ausgeführt. Und wenn jemand mal nicht macht, was er will, dann wird der eben gefeuert oder bekommt kein Schmiergeld mehr, und er wird durch jemand anderen ersetzt.

Ja, und so kommt es, daß meist vorrangig die Wünsche derjenigen umgesetzt werden, die bereits über Reichtum und Macht verfügen. Die werden also noch reicher und noch mächtiger. Das muß zwangsläufig zu Lasten derer gehen, die nicht reich und mächtig sind. Das geht so lange gut, wie man diesem Hauptteil der Bevölkerung noch genug zum Leben läßt. Nimmt man ihnen zuviel weg, wird irgendwann der Leidensdruck so groß, daß sie sich gezwungenermaßen doch weitgehend einig werden und dann zur Tat schreiten. Und dann ist es enorm schwer, sie aufzuhalten.

In Deutschland geht es aber offensichtlich immer noch vielen Menschen zu gut. Und so ist es eben sehr schwer, irgendwelche Mißstände wirklich zu ändern.

Freundliche Grüße
von Garfield


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