An den Zentralrat der Muslime
Friedwilli, Thursday, 18.11.2004, 21:48 (vor 7748 Tagen)
Friedwilli
Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD)
Indestr. 93
52249 Eschweiler
Donnerstag 18.11.2004
Sehr geehrte Damen und Herren,
heute hatte ich ein langes und gutes Telefongespräch mit einen Ihrer Mitarbeiter, dessen Name mir leider
entfallen ist. Wir sprachen über Feminismus in diesem Land und über die Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Schon lange beobachte ich und viele Mitstreiter die Auswüchse die diese Bewegung mit sich bringt.
Die Erfolge des Feminismus beruhen fast ohne Ausnahme auf Manipulation und Zensur, Hand in Hand mit
den TV Medien. Auch wenn über den Islam berichtet oder diskutiert wird, steht die Diskriminierung der
Frauen immer im Vordergrund. Ich kann mir bis heute leider kein Urteil erlauben, ob islamische Frauen
gezwungen werden Dinge zu tun oder zu lassen, oder ob Sie dies aus Überzeugung und freiem Willen tun.
Ich muß aber davon ausgehen, daß auf die gleiche Weise manipuliert wird, wie dies in allen Geschlechter-
fragen üblich ist, um Frauen als Opfer, bzw. Männer als Täter zu darzustellen. Eine TV Diskusion die einige
Tage zurückliegt und sich wieder mit der Gefahr beschäftigte die von dem Islam ausgeht, brachte mich auf
die Idee, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen. Vieles was ich Ihnen sagen möchte, haben Sie vermutlich schon
selbst festgestellt, aber vielleicht könnte ich helfen, die eine oder andere Lücke zu schließen, um erfolgreich
gegen diese Manipulanten vorzugehen. Sie haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber den deutschen
Männern, die diese fatale Entwicklung stoppen wollen, denn immer wieder haben Sie Gelegenheit in Diskusions-
runden Stellung zu nehmen, denn man kann es sich nicht erlauben Sie auszugrenzen.
Nach vielen hundert Telefonaten und etlichen Briefwechseln kann ich heute behaupten, daß diese Manipulanten
der Argumentation echter Kritiker hoffnungslos ausgeliefert sind und diese aus gutem Grund nicht an diesen
Diskusionen teilhaben lassen. Kein Thema ist so gut geeignet, Zensur und Manipulation deutlich zu machen,
wie die Geschlechterdebatte und an einem Beispiel will ich dies belegen.
Es dürfte wohl keine noch so vermeintliche Benachteiligung von Frauen geben, die in den letzten 30 Jahren
nicht ausgiebig diskutiert wurde und immer wurde die Gleichheit von Frauen und Männern betont.
Warum besteht dann weiterhin eine Männerwehrpflicht als Zwangsdienst in diesem Land? Über diese kann
man denken wie man will, aber die Tatsache daß dieser Zwangsdienst niemals Thema einer öffentlichen
Diskusion in den TV Medien war, ist doch sehr verwunderlich. Stellt man deutschen Politikern diese Frage,
stellt man schnell die Hiflosigkeit dieser Damen und Herren fest. Aber Vorsicht, die Frage muß sehr genau
formuliert sein, denn Politiker und Medien verstehen auf einmal sehr schwer den Hintergrund dieser Frage und
verweisen auf Diskusionen um die Wehrpflicht, oder auf die Initiative der Grünen, die für die Abschaffung plädiert.
Alle möglichen Gründe werden dort angeführt, aber niemals wird erwähnt, daß durch die Wehrpflicht Männer
gegenüber Frauen benachteiligt werden.
So muß also gefragt werden, ob jemals ein Politiker die Wehrpflicht unter dem Aspekt der Geschlechter-
gerechtigkeit kritisierte hat und wenn ja, wann und wo dies in den TV Medien geschah. Die Grünen köderten
junge Männer gar mit dem Versprechen, sie sind für die Abschaffung der Wehrpflicht, vermieden es aber
peinlichst, die Benachteiligung junger Männer öffentlich anzusprechen, für mich ein typischer Wahlbetrug.
Es gibt zig Beispiele dieser Art und eines möchte ich noch anführen. Es ist das übelste von allen die ich kenne,
es ist die einseitige Zuweisung der Gewalt an das männliche Geschlecht.
Eine Gesellschaft die Gewalt bekämpfen will, beachtet Ursache und Wirkung. Der frühkindlichen Entwicklung
kommt hier eine besondere Bedeutung zu. In keiner Talk Show der Fernsehsender wurde dieses Thema
angesprochen, ich erinnere zb. an viele dieser Sendungen nach der Bluttat in Erfurt. Ganz bewußt wird
die Mutter/Kind Beziehung aus diesen Diskusionen rausgehalten, um die feministische Behauptung, alle
Gewalt sei durch das patriachale System bedingt, nicht lächerlich zu machen. Ich spreche hier vor allem
mangelnde Zuneigung, Geborgenheit und fehlendes Vertrauen auf der einen Seite, sowie auch Grenzen
setzen ohne zu verletzen, auf der anderen Seite an.
Ich könnte noch viele Themen anführen durch die Männer benachteiligt und betrogen werden, sei es die
Tatsache, daß Männern nach einer Scheidung meistens jedes Mitspracherecht bei der Erziehung
der Kinder genommen wird, oder das Vorhaben der Justizministerin, anonyme Gentests künftig zu verbieten
um einem Mann den Nachweis zu erschweren, daß er nicht wie von der Mutter behauptet, der leibliche
Vater ist. Es sind weniger die merkwürdigen Vorstellungen von Gleichberechtigung, sondern die Methode
mit der diese Dinge durchgesetzt werden. Solch schwerwiegende Eingriffe in die Grundrechte von Männern
sind nicht demokratisch legitimiert, wenn die breite Öffentlichkeit darüber nicht angemessen aufgeklärt wird.
Es geht bei all dem auch nicht nur um irgendwelche Männerrechte, sondern auch um die Zerstörung von
Kultur und Familie. Möglicherweise tun Sie sich schwer, diesen Manipulanten entgegenzutreten, denn vor
allem aus deren Reihen, wird ja gleichzeitig eine bessere Integrationspolitik gefordert.
Mit diesem Fax erhalten Sie auch meinen Schriftverkehr mit dem WDR zu diesen Themen. Auch diese
Schreiben könnten noch besser, bzw zwingender formuliert sein, zeigen aber schon sehr deutlich die
Hilflosigkeit der Manipulanten. Würden diese sich trauen, auch Ihnen derart dumm zu antworten, ich glaube
kaum, denn Sie müßten befürchten, irgendwann damit konfrontiert zu werden.
Sollten Sie Interesse an solchen Aktionen haben, dann stehe ich Ihnen gern zur Verfügung und Sie sollten
Kontakt mit mir aufnehmen. Ich kenne viele Männer, die diese Dinge besser auf den Punkt bringen können
als ich und bestimmt auch bereit sind mitzuhelfen.
Mit freundlichen Grüßen
Friedwilli
Re: An den Zentralrat der Muslime
Martin, Thursday, 18.11.2004, 23:13 (vor 7747 Tagen) @ Friedwilli
Als Antwort auf: An den Zentralrat der Muslime von Friedwilli am 18. November 2004 19:48:58:
Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD)
Indestr. 93
52249 Eschweiler
Donnerstag 18.11.2004
Sehr geehrte Damen und Herren,
heute hatte ich ein langes und gutes Telefongespräch mit einen Ihrer Mitarbeiter, dessen Name mir leider entfallen ist.
Verzeihlich. Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd Al Gossarah kann sich nicht jeder merken...
Sie haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber den deutschen Männern, die diese fatale Entwicklung stoppen wollen, denn immer wieder haben Sie Gelegenheit in Diskusionsrunden Stellung zu nehmen, denn man kann es sich nicht erlauben Sie auszugrenzen.
Sehr wahr, genau so wie bei Diskussionen um Bioethik und Gentherapie etc. immer irgend welche Kirchenleute mit in der Runde sitzen, die das Thema für sich vereinnahmt haben, und echten Experten gleich gesetzt werden. Genau so gut könnte auch die freiwillige Feuerwehr oder der Fußballverein da mitreden. Die Kirchen haben bei Sachpolitik raus gehalten zu werden. Auch das ist Religionsfreiheit.
Aber Gutmensch zu sein erleichtert schon viel hier zu Lande.
Nach vielen hundert Telefonaten und etlichen Briefwechseln kann ich heute behaupten, daß diese Manipulanten der Argumentation echter Kritiker hoffnungslos ausgeliefert sind und diese aus gutem Grund nicht an diesen
Diskusionen teilhaben lassen.
So ist es. Da sieht man mal wieder, was alle diese Briefe nützen. Die Meinungsbildung läuft über die großen Medien ab.
Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Nick, Thursday, 18.11.2004, 23:54 (vor 7747 Tagen) @ Martin
Als Antwort auf: Re: An den Zentralrat der Muslime von Martin am 18. November 2004 21:13:12:
"Sehr wahr, genau so wie bei Diskussionen um Bioethik und Gentherapie etc. immer irgend welche Kirchenleute mit in der Runde sitzen, die das Thema für sich vereinnahmt haben, und echten Experten gleich gesetzt werden. Genau so gut könnte auch die freiwillige Feuerwehr oder der Fußballverein da mitreden. Die Kirchen haben bei Sachpolitik raus gehalten zu werden. Auch das ist Religionsfreiheit."
Sehr wahr, genau so wie bei Diskussionen um Frauenrechte und Gewaltschutz etc. immer irgend welche Männerechtler mit in der Runde sitzen, die das Thema für sich vereinnahmt haben, und echten Expertinnen gleich gesetzt werden. Genau so gut könnte auch die freiwillige Feuerwehr oder der Fußballverein da mitreden. Männer haben bei Frauenpolitik raus gehalten zu werden. Auch das ist Gleichberechtigung.
Hört sich gut an, oder? Das ist genau so tolerant wie dein undurchdachter Haßausbruch.
Die Kirchen vertreten in Diskussionen um Bioethik[/u] die ethische Position, menschliches Leben sei unantastbar, z.B. müsse Klonen von Menschen verboten sein und bleiben. Biogenetiker könnten so etwas heute durchaus tun. Wenn du nur die Wisenschaftler - als "Experten" - akzeptieren wolltest, weil sie die entsprechende Technik beherrschen, dann lebtest du ganz schnell in einer Welt, in der alles, was machbar ist, auch gemacht wird. Und zwar auch mit dir. Natürlich würde dich keiner fragen. Warum auch? Du bist ja kein Experte.
Noch was: "Toleranz" heißt für dich, daß dir nicht genehme Positionen "raus gehalten zu werden haben"? Was ist denn dann Intoleranz?
Haß und Fanatismus trüben empfindlich das Denkvermögen. Das beobachtet man leider immer wieder.
Nick
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Eugen Prinz, Friday, 19.11.2004, 02:12 (vor 7747 Tagen) @ Nick
Als Antwort auf: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Nick am 18. November 2004 21:54:54:
Hallo Martin,
Nick verwechselt Expertentum mit Parteiinteressen. Man kann Experte ohne Parteiinteresse sein - das wird zumeist sogar gefordert - und man kann Lobbyist ohne Sachverstand sein; dazu muss man nur irgendwelche partikularen Interessen haben.
Wenn die Kirche von "Bioethik" spricht, (so Nick), dann meint sie natürlich kirchliche Bioethik, und natürlich setzt sie ihre Sichtweise, wie wir schon in dem bemerkenswerten Papier von Josef card. Ratzinger lesen konnten, absolut. Aber das ist ja nichts besonders, das tun sie ja alle, das ist verständlich.
Aber da klingt die Forderung nach Toleranz natürlich sehr suspekt. Wer soll da wen tolerieren? Welche Legitimation hat jemand, der sein Ansprüche und Maßstäbe so absolut setzt, außer der, die er sich selbst zuspricht?
fragt
Eugen
Eugen wiedermal...
Nick, Friday, 19.11.2004, 04:17 (vor 7747 Tagen) @ Eugen Prinz
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Eugen Prinz am 19. November 2004 00:12:21:
"Nick verwechselt Expertentum mit Parteiinteressen."
Parteiinteressen haben in der Frage der Bioethik die beteiligten Wissenschaftler. Es verwechselt Expertentum mit Parteiinteresse allein derjenige, der das "übersieht". Also du! Warum übersiehst du es?
"Man kann Experte ohne Parteiinteresse sein - das wird zumeist sogar gefordert - und man kann Lobbyist ohne Sachverstand sein; dazu muss man nur irgendwelche partikularen Interessen haben."
Wenn man nach einem "Experten ohne Parteiinteresse" sucht, dann kommt man natürlich garantiert und automatisch auf Eugen Prinz (72,3%)... oder bist du nicht doch eher jener "Lobbyist ohne Sachverstand", der lediglich seine partikularen Interessen vertritt? Ein Bürger des Landes bist du aber in jedem Fall. Und deshalb darf deine Meinung sowenig unterdrückt werden, wie irgendeine sonst. Ob sie allerdings viel wert ist oder bloß schwachsinnig, das entscheidet sich dann in der Debatte und hängt von deinen Argumenten ab. Bei Stalin und bei Mao war das alles zwar anders geregelt. In der Bundesrepublik Deutschland verhält es sich aber so, wie ich es gerade beschrieben habe - und nicht so, wie du dir das denkst.
"Wenn die Kirche von "Bioethik" spricht, (so Nick), dann meint sie natürlich kirchliche Bioethik, und natürlich setzt sie ihre Sichtweise, wie wir schon in dem bemerkenswerten Papier von Josef card. Ratzinger lesen konnten, absolut. Aber das ist ja nichts besonders, das tun sie ja alle, das ist verständlich."
Natürlich vertritt Ratzinger als Kurienkardinal katholische Positionen. Ja, was denn sonst? Erwartest du etwa, daß er besser deine Positionen (72,3%) vertreten sollte? In dem Papier kann man indes ausdrücklich nachlesen, daß und warum Ratzinger die Positionen der katholischen Kirche nicht absolut setzt. Das wäre auch völlig unsinnig. Es ist übrigens unklug von dir, explizite Tatsachenbehauptungen aufzustellen, deren Unwahrheit jeder leicht nachprüfen kann.
Die Grundlage jeder Ethik hingegen ist notwendigerweise objektiv absolut, und zwar deshalb, weil es sonst eben keine ethische Grundlage wäre. Das ist nun keine Meinung von mir, sondern eine logisch-philosophische Tatsache. Wer auch immer eine ethische Position begründen will (und das darf natürlich jeder, nicht nur die Kirche, schon garnicht deshalb, weil sie sich das etwa unerlaubt anmaßen würde), der muß zunächst nachweisen, inwieweit die vertretene Position auf absoluten Werten gründet. Tut er das nicht, oder kann er es nicht, dann bewegt er sich automatisch außerhalb des ethischen Diskurses. Daß du dieses philosophische Grundaxiom garantiert wieder nicht begreifen kannst, vermag ich nicht zu ändern, weil das ja an dir liegt. Ich schreibe es trotzdem, für die Mitlesenden.
"Aber da klingt die Forderung nach Toleranz natürlich sehr suspekt. Wer soll da wen tolerieren? Welche Legitimation hat jemand, der sein Ansprüche und Maßstäbe so absolut setzt, außer der, die er sich selbst zuspricht?"
Welche "Legitimation" hättest du selbst denn, gemäß deinem eigenen Kriterium? Was forderst du hier eigentlich? Das Wort "Toleranz" aus deinem Mund kann wahrlich nur als Drohung aufgefaßt werden. Du hattest hier ja früher schon verschiedentlich dargelegt, daß du darunter das Herausdrängen unliebsamer Positionen verstehst, so ähnlich wie Martin heute Abend. Daß dir das nie gelungen ist, ist nicht dein Verdienst, wie jeder selbst verfolgen konnte.
Nun ist dir schon allein die "Forderung nach Toleranz suspekt". Diese Forderung indes kann nie suspekt sein - außer eben für einen Totalitaristen. Dein entlarvender Satz ist deshalb einfach unsäglich! Er disqualifiziert dich als ernstzunehmenden "Partner" bei was auch immer. Genau aus diesem Grund habe ich mit dir nicht das geringste zu schaffen, und werde es auch niemals haben.
Dir ist nicht zu trauen! Warum? Du schreibst, wie du denkst. Und du wirst handeln, wie du schreibst: intolerant, heimtückisch und dabei chronisch impotent, die eigene Position argumentativ begründen zu können. Hilflose "Haltungsnoten" und "Stimmungsmache" sind notorisch dein Metier: nichts für mich, tut mir leid.
Tolerieren kann ich dich trotzdem. Nur zu tun haben will ich eben mit dir nichts. So wenig, wie du z.B. mit der Kirche.
Siehst du, und genau darin sollte eben kein Problem liegen. Du hast trotzdem eins. Warum?
In Wahrheit ist es so, daß du selbst ununterbrochen all das tust, was du dauernd "der Kirche" unterstellst, ohne es jemals belegen zu können.
Hast du dich denn eigentlich nicht schon genug blamiert, sag mal?
Re: Eugen wiedermal... und natürlich Nick, das Gespenst
Eugen Prinz, Friday, 19.11.2004, 12:30 (vor 7747 Tagen) @ Nick
Als Antwort auf: Eugen wiedermal... von Nick am 19. November 2004 02:17:06:
Na, Nick, hast du dich ausgekotzt? Oder war es mal wieder "die virtuelle Figur Nick" die du gerne vorschiebst, wenn du argumentativ am Boden liegst?
fragt Eugen
Re: Eugen wiedermal... und natürlich Nick, das Gespenst
Jolanda, Friday, 19.11.2004, 13:04 (vor 7747 Tagen) @ Eugen Prinz
Als Antwort auf: Re: Eugen wiedermal... und natürlich Nick, das Gespenst von Eugen Prinz am 19. November 2004 10:30:45:
Na, Nick, hast du dich ausgekotzt? Oder war es mal wieder "die virtuelle Figur Nick" die du gerne vorschiebst, wenn du argumentativ am Boden liegst?
fragt Eugen
Hi Eugen
Darf ich dich fragen, wo Nick argumentativ am Boden liegt, das würde mich nun echt interessieren. Und wie kommst du denn darauf, dass nicht du der bist, der argumentativ am Boden liegt?!
Deine subjektive Sichtweise sei dir unbenommen und auch deine wirklich manifestierte Ablehnung gegenüber der Kirche ebenso, wird schon seine Gründe haben, dass du dich hier immer so ereiferst.
Nur macht es hier nicht den Eindruck, dass Nick die Argumente ausgegangen sind. Diese Unterstellung trifft auf dich mindesten genauso zu, schon mal darüber nachgedacht?!
Gruss
Jolanda
Re: Eugen wiedermal... und natürlich Nick, das Gespenst
Rüdiger, Saturday, 20.11.2004, 00:21 (vor 7746 Tagen) @ Jolanda
Als Antwort auf: Re: Eugen wiedermal... und natürlich Nick, das Gespenst von Jolanda am 19. November 2004 11:04:06:
Deine subjektive Sichtweise sei dir unbenommen und auch deine wirklich manifestierte Ablehnung gegenüber der Kirche ebenso, wird schon seine Gründe haben, dass du dich hier immer so ereiferst.
Also WER sich hier ereifert, das ist doch sehr die Frage ... 
Gruß, Rüdiger
Re: Eugen wiedermal... und natürlich Nick, das Gespenst
Jolanda, Saturday, 20.11.2004, 04:23 (vor 7746 Tagen) @ Rüdiger
Als Antwort auf: Re: Eugen wiedermal... und natürlich Nick, das Gespenst von Rüdiger am 19. November 2004 22:21:05:
Lieber Rüdiger
Lächelt...na dann frag doch mal 
Ich fühle mich nicht angesprochen und wer von den anderen das tut, nun ja, mal der und mal der.
Aber weisst du Rüdiger, dass ist wohl eine Sache des persönlichen Empfindens und wohl auch der persönlichen Einstellung. Mir fällt einfach auf, dass es vielen Ungläubigen schwer fällt, beim Thema Kirche sachlich zu bleiben.
Obwohl hier im Forum einige schreiben, die sich auch als ungläubig bezeichnen, aber trotzdem nicht alles einfach so pauschal ablehnen, sondern sehr gute Beiträge beisteuern zu dem Thema.
Gruss
Jolanda
Re: das Gespenst Gott und die Verdienste der Christen
Max, Saturday, 20.11.2004, 10:36 (vor 7746 Tagen) @ Jolanda
Als Antwort auf: Re: Eugen wiedermal... und natürlich Nick, das Gespenst von Jolanda am 20. November 2004 02:23:15:
Hallo zusammen,
in einer Zeit, in der es en vogue geworden ist, kleingeistige, egoistische Partikularinteressen durchzusetzen und in der noch nicht einmal mehr wahrgenommen wird, daß, auf´s Ganze gesehen, sowohl "Männer"- als auch "Frauen"interessen nichts anderes als eben solche sind - in einer solchen Zeit steht der Christ gar nicht so schlecht da. Zwar mag man, wie ich, nicht recht daran glauben, daß wir Gottes Geschöpfe sein sollen, - dennoch kommt man aber nicht umhin, anzuerkennen, daß diejenigen, die das tun, auch den Mann als göttliches Geschöpf erkennen müssen und daß sich ihnen allein von daher schon jegliche Verachtung dem Manne gegenüber verbietet.
Es ist meine Überzeugung, daß Mann und Frau füreinander da sind und daß die Gegensätzlichkeit der Geschlechter aus genau diesem Grunde existiert. Männer und Frauen gegeneinander auszuspielen zu versuchen, kann eigentlich nur ein völlig gottloser Versuch von Gottlosen sein. Einem Christen wird ein derartig saudummer Fehler nie passieren.
Daß es in der Kirche, wie in jeder großen Organisation, Christliche und weniger christliche gibt, steht auf einem anderen Blatt und ist in diesem Zusammenhang auch unerheblich. Die Behauptung der Kirche, daß wir alle Gottes Geschöpfe seien, die steht auch so und die wird, solange es eine Kirche gibt, den sinnvollen Rahmen abgeben, innerhalb dem sich auch Christenmenschen über Geschlechterthemen streiten.
Noch nicht einmal die unsägliche Bischöfin Käßmann kann ihre strunzdämlichen Feminismen unter´s Volk streuen, ohne sich nächtens im stillen Kämmerlein fragen zu müssen, ob sie sich nicht an einem göttlichen Geschöpf versündigt hat. Nun gut, solche Gewissensbisse wird wohl die "feministische Theologie" ein wenig lindern...
"Feministische Theologie" ist übrigens etwas, das ich zuvorderst den Protestanten anlaste und das ich - sobald ich mich in den Kopf eines richtigen Klerikalen hineindenke, in den eines Römisch-Katholischen und da wiederum vorzugsweise in denjenigen eines römischen Römisch-Katholischen - einwandfrei als bauernschlauen Versuch zur Aushebelung ewiger Gesetze erkenne, als bauernschlaue Gottlosigkeit sozusagen.
Tatsache ist jedenfalls, daß die wenigste Männerverachtung von der Katholischen Kirche kommt und die meiste von irgendwelchen Gottlosen. Das sollte einem schon zu denken geben, und zwar bevor man sich erdreistet, Kirchenvertreter aus der öffentlichen Diskussion ausschliessen zu wollen und ihnen obendrein noch fehlende Expertise zu unterstellen.
Um es bildlich auszudrücken: Die ideologisch verblendeten "Experten", die sich landauf landab in allen möglichen Fernsehsendungen im Glanze ihrer progressiven Erkenntnisse spiegeln, können den Affen, den sie dabei erblicken, gar nicht mehr als solchen identifizieren, so sehr haben sie sich erstens an dieses Bild von sich schon gewöhnt und so sehr halten sie zweitens das Wort des Affen für Gesetz.
Jahrzehnte gottloser Gesellschaftspolitik haben uns im wesentlichen nichts anderes als Entfremdung voneinander gebracht, Hader, Zwietracht und Mißtrauen gesät, seelische Verelendung verursacht und - ein Ende des Risses ist nicht in Sicht. Es wird eben nicht der gottlose Ideologe sein, dem wir am Ende unseres Lebens für so viel Glück werden danken müssen. Vielmehr wird es so sein, daß wir den ehrlich bemühten Christenmenschen werden um Vergebung dafür bitten müssen, daß wir ihn in all´unserem irdischen Elend auch noch dämlich verlacht haben.
Ich halte es, wenn auch nur mangels wirklich gangbarer Alternativen (die ich zwar sähe, für die die Masse in der Demokratie aber, weitgefasst, zu blöde ist) für äußerst angezeigt, Kirchenvertretern und den Standpunkten aus der christlichen Lehre einen viel größeren Raum in der öffentlichen Diskussion einzuräumen. Sicherlich wäre das ein Weg, langsam mal wieder zur Besinnung zu kommen.
Friede sei mit uns - Max
(Monerl! Sakra, wo hast´n mei AK 47 scho wieder versteckt?)
Re: das Gespenst Gott und die Verdienste der Christen
Jolanda, Saturday, 20.11.2004, 17:37 (vor 7746 Tagen) @ Max
Als Antwort auf: Re: das Gespenst Gott und die Verdienste der Christen von Max am 20. November 2004 08:36:48:
Lieber Max
Darf ich einfach einmal meinen "virtuellen" Hut vor dir ziehen.
Ich bewundere deine Fähigkeit immer wieder alles zu hinterfragen und auch deinen Blick für das Wesentliche finde ich sehr beeindruckend.
Du hast eine klare Sprache, einen wachen Verstand ....und...vor allem...ein gutes Herz 
Musste einfach mal gesagt werden von mir.
Lieber Gruss
Jolanda
Re: das Gespenst Gott und die Verdienste der Christen
Max, Saturday, 20.11.2004, 22:18 (vor 7745 Tagen) @ Jolanda
Als Antwort auf: Re: das Gespenst Gott und die Verdienste der Christen von Jolanda am 20. November 2004 15:37:07:
Lieber Max
Darf ich einfach einmal meinen "virtuellen" Hut vor dir ziehen.
Ich bewundere deine Fähigkeit immer wieder alles zu hinterfragen und auch deinen Blick für das Wesentliche finde ich sehr beeindruckend.
Du hast eine klare Sprache, einen wachen Verstand ....und...vor allem...ein gutes Herz
Musste einfach mal gesagt werden von mir.
Lieber Gruss
Jolanda
____________________________________________
Na, das freut mich aber 
Lieber Gruss zurück - Max
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Sven75, Friday, 19.11.2004, 09:17 (vor 7747 Tagen) @ Eugen Prinz
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Eugen Prinz am 19. November 2004 00:12:21:
Hallo Eugen,
Wenn die Kirche von "Bioethik" spricht, (so Nick), dann meint sie natürlich kirchliche Bioethik, und natürlich setzt sie ihre Sichtweise, wie wir schon in dem bemerkenswerten Papier von Josef card. Ratzinger lesen konnten, absolut. Aber das ist ja nichts besonders, das tun sie ja alle, das ist verständlich.
So ganz einfach kann man Nicks Argumentation denke ich nicht wegbügeln.
In einer Diskussion um Bioethik gibt es natürlich jene, die die Wissenschaft beherrschen, und solche, welche etwas zur Ethik sagen. Das ist auch zwingend notwendig weil sonst wirklich alles gemacht wird, was machbar ist. Nun schreibt prinzipiell natürlich keiner vor, dass der Vertreter der Ethik notwendigerweise die Kirche sein muß. Die Frage ist nur: Wer sonst?
Ethische Werte haben in unserer Gesellschaft gravierend an Wert verloren, es scheint alles gerechtfertigt, solange das Ergebnis stimmt und man erfolgreich ist. Daraus könnte man schlussfolgern, dass jede Art genetischer Veränderung zulässig sei, solange damit ein Nutzen erzielt werden kann. Die Einzigen, die da meiner Meinung nach noch Felsen in die wogende See setzen, sind in der Tat die Religionen. Inwieweit diese religiösen Anschauungen nun richtig oder falsch sein mögen, sei dahingestellt. Aber ich persönlich möchte keine Welt erleben, die keine Ethik mehr kennt. Die Ethik ist Teil dessen, was uns zum Menschen, zum sozialen Wesen macht - nicht die Wissenschaft.
Und nein, ich bin kein Katholik, ich bin Attheist. Ich glaube weder an Gott noch laufe ich mit allem konform, was die Kirchen an Werten festsetzen. So ist die Ehe für mich blosse Makulatur. Aber aufgrund der Religionen findet überhaupt eine Diskussion über Ethik statt. Oder glaubt irgendwer, in der Diskussion über Bioethik würde man einen Philosophie-Professor als Gegenpart zulassen, der mit Plato und Aristoteles argumentiert?
Gruss,
Sven
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Eugen Prinz, Friday, 19.11.2004, 12:28 (vor 7747 Tagen) @ Sven75
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Sven75 am 19. November 2004 07:17:12:
Hallo Sven,
So ganz einfach kann man Nicks Argumentation denke ich nicht wegbügeln.
Nick argumentiert ja nicht, er verkündet... seitenlang... Dagegen kann man nicht argumentieren, da darf man nur verzückt lauschen 
Aber im Ernst: Ich teile völlig deine Auffassung, dass es einer ethisch begründeten Kontrolle darüber bedarf, was gemacht werden darf.
Dass die Kirche sich in eine diesbezügliche Diskussion mit ihren Vorstellungen von Ethik einbringt, ist - wie ich schon schrieb - verständlich, und natürlich legitim.
Aber ich persönlich möchte keine Welt erleben, die keine Ethik mehr kennt. Die Ethik ist Teil dessen, was uns zum Menschen, zum sozialen Wesen macht - nicht die Wissenschaft.
Zustimmung, aber man sollte nicht Ethik und Religion verwechseln oder gleichsetzen. Die Kirche hat ein Interesse an dieser Gleichsetzung. Das berührt ihr "Kerngeschäft".
Zum Beispiel: Wenn wir unsere Kinder nicht in den Religionsunterricht schicken wollen, dann müssen sie in den Ethikunterricht. Und dort werden sie schon mal von Religionslehrern unterrichtet, weil ja sonst niemand da ist, der als kompetent angesehen wird. Offenbar hält man den Physiklehrer oder die Geschichtslehrerin nicht für kompetent. Ich habe mir auch mal das Lehrbuch angesehen. Dieser feine Duft nach Weihrauch ts, ts, ts...
Wir sind noch immer zu leicht bereit, die diversen Geschäfte von Ethik und Ritus an die vermeintlichen Profis ab- oder zurückzugeben. Beinharte Ketzer bestellen sich an ihrem Ende einen Pfarrer, weil sie nicht wissen, wie sie sonst unter die Erde kommen sollen. Man feiert ein pervertiertes, total kommerzialisiertes, sinnentleertes Weihnachtsfest, weil man neue Formen erst erfinden oder alte wiederentdecken müsste.
Die Position der Kirche ist mir deswegen suspekt, weil sie sich absolut setzt, weil sie sich in letzter Instanz immer auf Gott beruft, wie es in Ratzingers posting hier zu lesen war. Das ist das Problem. Wenn sich heute Einer für Gentechnik stark macht, dann kann man ihn wenigsten prinzipiell noch zur Rechenschaft ziehen, wenn die Sache daneben ging. Wie soll das bei Positionen funktionieren, die sich auf Gott berufen?
Wer soll die Diskussion um die Ethik führen?
Das müssen alle tun. Ich bin sehr dagegen, das den vermeintlichen Experten aus Industrie, Kirche, Politik, Feminismus usw. zu überlassen. Warum nicht eine große, langfristige Informationskampagne und am Schluss eine Volksabstimmung?
Aber am Schluss sitzen wieder genau diese berufsmäßigen "Experten" in den Anhörungen... und wir stehen draußen, und dürfen uns nachher über die Gesetze ärgern, wie es uns auch bei allen anderen "ethischen" Fragen geht, sei es Gewaltschutz, Sorgerecht, Wehrpflicht oder was auch immer.
Einen freundlichen Gruß von
Eugen
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Jolanda, Friday, 19.11.2004, 13:18 (vor 7747 Tagen) @ Eugen Prinz
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Eugen Prinz am 19. November 2004 10:28:46:
Zum Beispiel: Wenn wir unsere Kinder nicht in den Religionsunterricht schicken wollen, dann müssen sie in den Ethikunterricht. Und dort werden sie schon mal von Religionslehrern unterrichtet, weil ja sonst niemand da ist, der als kompetent angesehen wird.
--- Müssen das die Kinder in Deutschland tun, echt? Hier muss keiner in den Ethikunterricht, der nicht in den Religonsunterricht geht!
Wir sind noch immer zu leicht bereit, die diversen Geschäfte von Ethik und Ritus an die vermeintlichen Profis ab- oder zurückzugeben. Beinharte Ketzer bestellen sich an ihrem Ende einen Pfarrer, weil sie nicht wissen, wie sie sonst unter die Erde kommen sollen. Man feiert ein pervertiertes, total kommerzialisiertes, sinnentleertes Weihnachtsfest, weil man neue Formen erst erfinden oder alte wiederentdecken müsste.
--- Das Weihnachten pervertiert, hat wohl mit allem möglichen zu tun, aber bestimmt nicht mit der Kirche mein lieber Eugen. Die Perversion von Weihnachten liegt wohl eher in der Gesellschaft und im gewinnbringenden Denken oder, was schiebst du der Kirche hier wieder in die Schuhe, bzw. was wirfst du ihr denn konkret vor, was du anderen nicht vorwirst?
Die Position der Kirche ist mir deswegen suspekt, weil sie sich absolut setzt, weil sie sich in letzter Instanz immer auf Gott beruft, wie es in Ratzingers posting hier zu lesen war. Das ist das Problem.
--- Oh Eugen, du wirfst der Kirche vor, dass sie sich immer auf Gott beruft, das ist nicht dein Ernst oder...doch es ist dein Ernst...also wenn das dein Problem ist, dann ist mir klar, warum du wenn es um die Kirche geht, einfach nicht mehr in der Lage bist klar zu denken und sachlich zu argumentieren.
Wenn sich heute Einer für Gentechnik stark macht, dann kann man ihn wenigsten prinzipiell noch zur Rechenschaft ziehen, wenn die Sache daneben ging. Wie soll das bei Positionen funktionieren, die sich auf Gott berufen?
--- Man oh man Eugen, echt nun. Man kann sich prinzipiell noch wehren, gegen die Wissenschaft, na klar, sicher, die Wissenschaft tut nur, was ethisch korrekt ist und wenn wir intervenieren, dann hören die sofort damit auf, klar. Pullshit würde ich sagen, die Wissenschaft kann ja Gott sei Dank in jedem Land arbeiten, dann geht man eben in ein Land, wo die Gesetze noch nicht so streng sind oder man tut es einfach heimlich. Findest du eine künstliche Gebärmutter ethisch, Menschen klonen, findest du das ethisch?
Es wird aber getan und es wird auch nie aufhören, egal ob wir einverstanden sind oder nicht. Hier machst du dir aber kräftig etwas vor, wenn du nun behauptest, wir könnten das gross beeinflussen. Wir können dagegen schimpfen, genauso wie du gegen die Kirche schimpfst, nur verändern werden wir hier nichts können, das zu glauben erscheint mir in höchstem Masse naiv.
Es ist schon ein einfaches Bild, dass du dir hier erschaffen hast, alle Schuld der Kirche, du hast deinen Sündenbock und verzeih, deine Argumentation ist schwach und die Begründungen sehr gewagt.
Böse, wer hier behaupten würde, dir sind die Argumente ausgegangen.
Gruss
Jolanda
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Eugen Prinz, Friday, 19.11.2004, 14:02 (vor 7747 Tagen) @ Jolanda
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Jolanda am 19. November 2004 11:18:06:
>Zum Beispiel: Wenn wir unsere Kinder nicht in den Religionsunterricht schicken wollen, dann müssen sie in den Ethikunterricht. Und dort werden sie schon mal von Religionslehrern unterrichtet, weil ja sonst niemand da ist, der als kompetent angesehen wird.
--- Müssen das die Kinder in Deutschland tun, echt? Hier muss keiner in den Ethikunterricht, der nicht in den Religonsunterricht geht!
Schön, dass sie das bei euch nicht müssen. Hier müssen sie es.
>Wir sind noch immer zu leicht bereit, die diversen Geschäfte von Ethik und Ritus an die vermeintlichen Profis ab- oder zurückzugeben. Beinharte Ketzer bestellen sich an ihrem Ende einen Pfarrer, weil sie nicht wissen, wie sie sonst unter die Erde kommen sollen. Man feiert ein pervertiertes, total kommerzialisiertes, sinnentleertes Weihnachtsfest, weil man neue Formen erst erfinden oder alte wiederentdecken müsste.
--- Das Weihnachten pervertiert, hat wohl mit allem möglichen zu tun, aber bestimmt nicht mit der Kirche mein lieber Eugen. Die Perversion von Weihnachten liegt wohl eher in der Gesellschaft und im gewinnbringenden Denken oder, was schiebst du der Kirche hier wieder in die Schuhe, bzw. was wirfst du ihr denn konkret vor, was du anderen nicht vorwirst?
Da haben wir ein typisches Beispiel für deinen höchst unerfreulichen Argumentationsstil. Ich schreibe über die Leute, die "die diversen Geschäfte von Ethik und Ritus an die vermeintlichen Profis ab- oder zurückzugeben". Du schreibst: "was schiebst du der Kirche hier wieder in die Schuhe." Nichts schiebe ich, aber du schiebst es so hin.
>Die Position der Kirche ist mir deswegen suspekt, weil sie sich absolut setzt, weil sie sich in letzter Instanz immer auf Gott beruft, wie es in Ratzingers posting hier zu lesen war. Das ist das Problem.
--- Oh Eugen, du wirfst der Kirche vor, dass sie sich immer auf Gott beruft, das ist nicht dein Ernst oder...doch es ist dein Ernst...also wenn das dein Problem ist, dann ist mir klar, warum du wenn es um die Kirche geht, einfach nicht mehr in der Lage bist klar zu denken und sachlich zu argumentieren.
Das ist wieder so ein Beispiel für deinen höchst unerfreulichen Argumentationsstil. Ich werfe der Kirche das nicht vor, wie du mir vorwirfst. Ich habe die Positionen der Kirche sogar ausdrücklich als verständlich und legitim bezeichnet. Offensichtlich bist du es, die nicht mehr klar denken kann, wenn über die Kirche diskutiert wird.
Wenn sich heute Einer für Gentechnik stark macht, dann kann man ihn wenigsten prinzipiell noch zur Rechenschaft ziehen, wenn die Sache daneben ging. Wie soll das bei Positionen funktionieren, die sich auf Gott berufen?
--- Man oh man Eugen, echt nun. Man kann sich prinzipiell noch wehren, gegen die Wissenschaft, na klar, sicher, die Wissenschaft tut nur, was ethisch korrekt ist und wenn wir intervenieren, dann hören die sofort damit auf, klar. Pullshit würde ich sagen, die Wissenschaft kann ja Gott sei Dank in jedem Land arbeiten, dann geht man eben in ein Land, wo die Gesetze noch nicht so streng sind oder man tut es einfach heimlich. Findest du eine künstliche Gebärmutter ethisch, Menschen klonen, findest du das ethisch?
Und da haben wir noch so ein Beispiel für deinen höchst unerfreulichen Argumentationsstil. Ausdrücklich habe ich am Schluss geschrieben, dass ich die Diskussion nicht den Experten überlassen möchte. Aber schon bin ich Einer, der die Wissenschft in Schutz nimmt und womöglich eine künstliche Gebärmutter ethisch findet. Wo hast du das bei mir gelesen?
Es ist schon ein einfaches Bild, dass du dir hier erschaffen hast, alle Schuld der Kirche, du hast deinen Sündenbock und verzeih, deine Argumentation ist schwach und die Begründungen sehr gewagt.
Und das ist noch ein - hoffentlich letztes - Beispiel für deinen höchst unerfreulichen Argumentationsstil. Ich habe nirgends von Schuld gesprochen. Ich möchte lediglich den Einfluss von Interessengruppen, wozu ich auch die Kirche zähle, in Grenzen gehalten sehen. Ich bin gegen Definitionshoheiten und Meinungsmonopole, beim Feminismus wie bei der Kirche.
Das ist mein gutes Recht.
Eugen
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Jolanda, Friday, 19.11.2004, 15:02 (vor 7747 Tagen) @ Eugen Prinz
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Eugen Prinz am 19. November 2004 12:02:51:
Nun ja Eugen, da dein Diskussionstil immer durch Unerfreulichkeit glänzt, sollten wir beide uns eigentlich blendend verstehen, warum tun wir das denn nicht 
Gruss
Jolanda
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Sven75, Friday, 19.11.2004, 19:39 (vor 7747 Tagen) @ Eugen Prinz
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Eugen Prinz am 19. November 2004 10:28:46:
Hallo Eugen,
Zum Beispiel: Wenn wir unsere Kinder nicht in den Religionsunterricht schicken wollen, dann müssen sie in den Ethikunterricht. Und dort werden sie schon mal von Religionslehrern unterrichtet, weil ja sonst niemand da ist, der als kompetent angesehen wird. Offenbar hält man den Physiklehrer oder die Geschichtslehrerin nicht für kompetent. Ich habe mir auch mal das Lehrbuch angesehen. Dieser feine Duft nach Weihrauch ts, ts, ts...
Das kann man den Kirchen aber nicht ankreiden. Ethik ist sicherlich davon entfernt, mit Religion gleichgesetzt werden zu können. Dennoch aber haben die Religionen einen großen Teil zur Ethik beigetragen. Am Kompetentesten dafür wäre wohl ohnehin ein Philosophie-Lehrer. Doch was machen, wenn der nicht verfügbar ist? Dann greift man auf die Religionslehrer zurück, weil die im Gegensatz zum Geschichts- und Physiklehrer in ihrem Studium Ethik zumindest zum Inhalt gehabt haben - im Bereich der Religionsethik nämlich.
Wir sind noch immer zu leicht bereit, die diversen Geschäfte von Ethik und Ritus an die vermeintlichen Profis ab- oder zurückzugeben. Beinharte Ketzer bestellen sich an ihrem Ende einen Pfarrer, weil sie nicht wissen, wie sie sonst unter die Erde kommen sollen. Man feiert ein pervertiertes, total kommerzialisiertes, sinnentleertes Weihnachtsfest, weil man neue Formen erst erfinden oder alte wiederentdecken müsste.
Das kann ich nur voll und ganz unterschreiben. Das Problem ist in der Tat, das sich unsere gesamte geistliche Identität auf den christlichen Glauben bezieht, unabhängig davon ob man glaubt oder nicht. Selbst ich als Attheist begehe Feiertage, die mir normalerweise - wäre ich konsequent - gar nichts bedeuten sollten. Da es mittlerweile aber weniger christliche als vielmehr gesellschaftliche Feiertage sind, werden sie von jedem gefeiert. Selbst die Werte, denen ich folge, basieren - ungeachtet der Tatsache, dass ich sie mir prinzipiell selbst ausgesucht habe - so oder so auch auf christlichen Werten. Und das ist denke ich ein großes Problem: Sich in einer Gesellschaft befinden, die vermeintlich den Glauben an Gott verdrängt oder abgelegt hat, die historischen Begleiterscheinungen aber nachwievor zelebriert.
Die Position der Kirche ist mir deswegen suspekt, weil sie sich absolut setzt, weil sie sich in letzter Instanz immer auf Gott beruft, wie es in Ratzingers posting hier zu lesen war. Das ist das Problem. Wenn sich heute Einer für Gentechnik stark macht, dann kann man ihn wenigsten prinzipiell noch zur Rechenschaft ziehen, wenn die Sache daneben ging. Wie soll das bei Positionen funktionieren, die sich auf Gott berufen?
Sicher, wir wissen das aus der Historie: Wenn man Entscheidungen bzw. Taten mit Gott legitimiert, hat man wenig zu befürchten, denn wer wagte es wohl, Gott anzuzweifeln? Allerdings ist es auch völlig klar, dass sich die Kirche auf Gott beruft. Schließlich ist dieser das Zentrum ihrer gesamten jahrhundertelangen Tätigkeit. Meine Argumentation in dem Fall ist jedoch relativ simpel: Da ich nicht an einen Gott glaube, führe ich die Argumentation auf denjenigen zurück, der sie getätigt hat. Sollte sich die religiöse Ethik dereinst als fehlerhaft herausstellen, ist dieser Fehler folglich auf den zurückzuführen, der diese Meinung so geäußert hat.
Wer soll die Diskussion um die Ethik führen?
Das müssen alle tun. Ich bin sehr dagegen, das den vermeintlichen Experten aus Industrie, Kirche, Politik, Feminismus usw. zu überlassen. Warum nicht eine große, langfristige Informationskampagne und am Schluss eine Volksabstimmung?
Ich weiss nicht, ob es sinnvoll ist, über Ethik "abzustimmen". Die Anzahl der Minderheiten, die dabei übergangen würde, wäre wohl nicht zu zählen. Im übrigen stellt sich auch die Frage, woher das Volk ursprünglich denn ihre Ethik hatte. Und da kann es durchaus passieren - wie ich schon oben schrieb - das ein vermeintlicher Attheist seine Werte ursprünglich ebenfalls aus der christlichen Erziehung hatte.
Die Diskussion um Ethik sollten meiner Meinung nach diejenigen führen, die an der heute bekannten Ethik beteiligt sind. Und das sind eben nicht nur die Kirchen, sondern auch Philisophen aus dem Altertum und moderne Vertreter wie Kant und Schopenhauer. Selbst im Bereich der Kirche ist zu bemerken, dass alle Religionen da sehr unterschiedliche Meinungen haben. Dass andere Religionen nicht zum Zuge kommen, mag man noch aufgrund der Verteilung der Mehrheiten verstehen. Warum aber keine Philosophen hinzugezogen werden, ist nur dadurch zu erklären, dass man annimmt, es interessiere niemanden, was diese zu sagen hätten. Es wäre vielleicht zu klären, was "das Volk" unter Ethik versteht - ich befürchte aber, die meisten verstehen darunter in der Tat nur die religiöse Ethik.
Aber am Schluss sitzen wieder genau diese berufsmäßigen "Experten" in den Anhörungen... und wir stehen draußen, und dürfen uns nachher über die Gesetze ärgern, wie es uns auch bei allen anderen "ethischen" Fragen geht, sei es Gewaltschutz, Sorgerecht, Wehrpflicht oder was auch immer.
Das ist richtig, allerdings eher ein politisches Thema darüber, ob in Deutschland ein Referendum zulässig sein soll oder nicht. Die Gründe dafür, warum dies nicht so ist, liegen in der Zeit um 1945 bzw. in unserem "alten" Grundgesetz und deren Vätern. Aber gerade uns Männern sollte da doch bewußt werden, wie zwingend eine Thematisierung der Ethik nötig wäre. Wenn heutzutage die Frage gestellt wird, ob es ethisch korrekt sei, nur Männer zum Wehrdienst zwangszuverpflichten, woran sollen sich die Bürger ausrichten, um diese Frage zu lösen?
Die Kirchen geben ihnen da keine Antwort und die restlichen Vertreter der Ethik hat man vergessen.
Gruß,
Sven
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Andreas, Friday, 19.11.2004, 13:08 (vor 7747 Tagen) @ Sven75
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Sven75 am 19. November 2004 07:17:12:
Und nein, ich bin kein Katholik, ich bin Attheist. Ich glaube weder an Gott noch laufe ich mit allem konform, was die Kirchen an Werten festsetzen. So ist die Ehe für mich blosse Makulatur. Aber aufgrund der Religionen findet überhaupt eine Diskussion über Ethik statt. Oder glaubt irgendwer, in der Diskussion über Bioethik würde man einen Philosophie-Professor als Gegenpart zulassen, der mit Plato und Aristoteles argumentiert?
Hierzu eine kleine Anekdote: während meines Studiums habe ich aus bloßer Neugierde eine Bioehtik-Vorlesung bei einer Biologin gehört, die Mitglied im Nationalen Ethikrat ist. Besonders erheiternd war ihre Meinung über die Kirchenvertreter im Ethikrat. Die scheinen ihre Interessen vor allem durch besonders aggressives Auftreten und lautstarkes Herumgeschreie durchsetzen zu wollen. Da muß wohl auch einer gewesen sein, der dauernd mit der Faust auf den Tisch schlug.
So richtig überzeugend ist das ja nicht...
Gruß
Andreas
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Jolanda, Friday, 19.11.2004, 13:21 (vor 7747 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Andreas am 19. November 2004 11:08:38:
Lieber Andreas
Es ist eine Leichtigkeit für jedes Vorurteil tausend Schubladen zu finden, die man ganz schnell öffnen kann, es findet sich immer etwas, dass jemand gesagt oder berichtet hat und womit man jedes Klischee untermauern kann.
Auch das ist interessant oder?!
Herzlicher Gruss
Jolanda
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Nick, Friday, 19.11.2004, 18:07 (vor 7747 Tagen) @ Jolanda
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Jolanda am 19. November 2004 11:21:47:
Lieber Andreas
Es ist eine Leichtigkeit für jedes Vorurteil tausend Schubladen zu finden, die man ganz schnell öffnen kann, es findet sich immer etwas, dass jemand gesagt oder berichtet hat und womit man jedes Klischee untermauern kann.
Auch das ist interessant oder?!
Herzlicher Gruss
Jolanda
Ja, es ist schäbige Stimmungsmache, ganz ordinärer, schändlicher Tratsch halt. Um so bedenklicher, wenn sowas vom Boardmaster selbst ausgeht.
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Andreas, Friday, 19.11.2004, 18:49 (vor 7747 Tagen) @ Nick
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Nick am 19. November 2004 16:07:07:
Ja, es ist schäbige Stimmungsmache, ganz ordinärer, schändlicher Tratsch halt. Um so bedenklicher, wenn sowas vom Boardmaster selbst ausgeht.
Hinter meinem Text steht ein Smiley, der eigentlich darauf hindeuten sollte, daß der Beitrag eher scherzhaft gemeint war und mit einem Augenzwinkern zu sehen ist. Einigen scheint das entgangen zu sein. Es gibt wohl offensichtlich Leute, die in ihrer eigenen griesgrämigen Ideologie und ihrem Fanatismus schon so gefangen sind, daß sie alles als Totalangriff auf ihre eigene Persönlichkeit und ihr Weltbild betrachten. Die Sache ist für mich beendet.
Gruß
Andreas
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Nick, Friday, 19.11.2004, 19:06 (vor 7747 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Andreas am 19. November 2004 16:49:03:
Hinter meinem Text steht ein Smiley, der eigentlich darauf hindeuten sollte, daß der Beitrag eher scherzhaft gemeint war und mit einem Augenzwinkern zu sehen ist. Einigen scheint das entgangen zu sein. Es gibt wohl offensichtlich Leute, die in ihrer eigenen griesgrämigen Ideologie und ihrem Fanatismus schon so gefangen sind, daß sie alles als Totalangriff auf ihre eigene Persönlichkeit und ihr Weltbild betrachten. Die Sache ist für mich beendet.
Alle Tratschbacken setzen hinter den Klatsch, den sie in die Runde werfen ein "Smiley". Das gehört einfach dazu 
(beachte den Smiley)
Nick
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Sven75, Friday, 19.11.2004, 19:53 (vor 7747 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Andreas am 19. November 2004 11:08:38:
Hallo Andreas,
Hierzu eine kleine Anekdote: während meines Studiums habe ich aus bloßer Neugierde eine Bioehtik-Vorlesung bei einer Biologin gehört, die Mitglied im Nationalen Ethikrat ist. Besonders erheiternd war ihre Meinung über die Kirchenvertreter im Ethikrat. Die scheinen ihre Interessen vor allem durch besonders aggressives Auftreten und lautstarkes Herumgeschreie durchsetzen zu wollen. Da muß wohl auch einer gewesen sein, der dauernd mit der Faust auf den Tisch schlug.
So richtig überzeugend ist das ja nicht...![]()
Ungeachtet der offensichtlichen Ironie in deinem Beispiel lässt dieses natürlich keine Schlüsse zu. Auf der einen Seite wissen wir, dass man mit Zurückhaltung keine Durchsetzung der angestrebten Ziele erreicht, auf der anderen Seite macht man sich natürlich schnell lächerlich, wenn man zu fanatisch seinem Wege folgt. Man müsste schon bei diesen Sitzungen dabei sein, um zu entscheiden, wie fanatisch diese Kirchenvertreter dort agieren. Möglicherweise sehen sie dort auch ihre Felle wegschwimmen.
Dessen ungeachtet muss man natürlich differenzieren. Ich habe schon viele religiöse Vertreter kennengelernt, die mich fanatisch von ihrer Religion überzeugen wollten, argumentativ oft aber eher wenig zu bieten hatten. Für diese Leute habe ich natürlich auch keinen Respekt. Ich habe aber sehr viel öfter Pastoren kennengelernt, die Andersgläubige akzeptiert haben und die Diskussion eher auf ihre Arbeit gelegt haben - und die besteht aus meiner Einschätzung oftmals zum großen Teil daraus, anderen Menschen zu helfen.
Fanatismus findet man im übrigen nicht nur in Religionen. Sie haben in diesem Bereich eine äußerst unrühmliche Geschichte, aber gerade Deutschland hatte vor ca. 60 Jahren ein mindest ebenso unrühmliches Beispiel dafür. Man findet diesen oft bei jedem, der sich für eine Sache zu sehr begeistert und darüber die Ratio vergisst. Kann man das alleine den Kirchen anlasten? Ich denke nein.
Ich sehe das so: Fanatisten kann ich an jeder Ecke treffen in den unterschiedlichsten Facetten. Aber Menschen, die sich WIRKLICH um das Wohl und Wehe anderer sorgen, nach denen muss ich wirklich suchen. Ich finde sie zum Teil in Krankenhäusern, zum großen Teil aber gerade bei den Kirchen. Nicht auf hoher Ebene, sondern auf den kleinsten Ebenen, in den kleinen Gemeinden, den Kirchenkreisen. Natürlich handeln diese so, weil es ihnen ihr Glaube vorschreibt. Aber wenn die einzigen in diesem Lande, die sich um andere sorgen, jene sind, die sich aufgrund eines Glaubens dazu verpflichtet fühlen, wenn es eine Religion braucht, um sich dazu verpflichtet zu fühlen, anderen zu helfen, dann wird das große Dilemma unserer Gesellschaft offensichtlich.
Und dann sollten wir uns in der Tat fragen, warum es in unserer Gesellschaft keine anderen Werte gibt, die uns zu solchem Handeln anleiten. Möglicherweise sind die Kirchen nicht diejenigen, die die Definitionshoheit über die Ethik für sich beanspruchen, sondern nur der letzte Rest an Ethik, der diesem Volke geblieben ist. Dann sollten wir uns in der Tat fragen, was an Ethik uns wohl verbleibt, wenn dereinst auch die Kirchen nicht mehr existieren. Was bleibt dann übrig von der Menschlichkeit?
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Nick, Saturday, 20.11.2004, 02:24 (vor 7746 Tagen) @ Sven75
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Sven75 am 19. November 2004 17:53:11:
Lieber Sven!
"Aber wenn die einzigen in diesem Lande, die sich um andere sorgen, jene sind, die sich aufgrund eines Glaubens dazu verpflichtet fühlen, wenn es eine Religion braucht, um sich dazu verpflichtet zu fühlen, anderen zu helfen, dann wird das große Dilemma unserer Gesellschaft offensichtlich."
Das sehe ich genauso. Dir fällt es wenigstens noch auf. Andere freuen sich schon darauf und rechnen rum, ob es nicht vielleicht bald endlich soweit ist. Aber ob sie noch Grund haben werden zur Freude, wenn es dann wirklich soweit ist?
Ich kenne auch sehr viele von diesen Menschen an der Basis, in den Gemeinden und Arbeitskreisen, die ganz still und leise ein Segen sind für viele Menschen, ohne je ein großes Geschiß darum zu machen. Heute war der Gedenktag der Heiligen Elisabeth, traditionell der "Tag der Caritas". Da waren sie mal wieder alle versammelt: so viele großartige, grundglückliche Menschen! Die Vorstellung, daß ausgerechnet die etwa in "Panik" wären, weil ihnen irgendwelche "Fälle davonschwimmen" würden oder dergleichen, ist wirklich nur zum Lachen - aber hier eigentlich nicht mehr wichtig.
"Und dann sollten wir uns in der Tat fragen, warum es in unserer Gesellschaft keine anderen Werte gibt, die uns zu solchem Handeln anleiten. Möglicherweise sind die Kirchen nicht diejenigen, die die Definitionshoheit über die Ethik für sich beanspruchen, sondern nur der letzte Rest an Ethik, der diesem Volke geblieben ist."
So ist es wohl. Möglicherweise verhält es sich ja gar nicht so, daß die Christen furchtbar erpicht wären auf die Definitions- oder sonstige "Hoheit", sondern die Gesellschaft im Grunde ganz schön froh sein sollte, daß es die Christen überhaupt noch gibt? Wir Christen leben in der bewußten Gegenwart einer Ewigkeit, die uns viel realer ist, als die Welt "hier unten": letztere bedeutet uns nun mal nicht "ALLES"... aber gerade das setzt uns frei, selbstloser zu handeln. Das muß zwar nicht zwangsläufig so sein, natürlich, ist es aber doch öfter, als manche denken. Wir sind nicht bessere Menschen als andere, aber wir bemühen uns wenigstens darum, auch dann, wenn der Erfolg dabei eher mäßig ist.
"Dann sollten wir uns in der Tat fragen, was an Ethik uns wohl verbleibt, wenn dereinst auch die Kirchen nicht mehr existieren. Was bleibt dann übrig von der Menschlichkeit?"
Ja, was wird dann wohl übrig bleiben? Man muß eigentlich kein Prophet sein, sich das auszumalen, weil sich das ja bereits abzeichnet, was dann kommt: die restlose Zersplitterung in eine Wolke aus arroganten Ego-Partikeln ohne inneren Zusammenhalt, die ziellos dahintreiben und im Krieg jeder gegen jeden übereinander herfallen, bis irgendein "Großer Vorsitzender" (diesmal wohl eher, wegen der geistigen Dekadenz in Europa, irgendein Großmufti oder Kalif) die Sache unter seine Knute nimmt. Heutzutage allerdings unter völlig veränderten "macht-technologischen" Bedingungen, als sie einem Stalin oder Hitler zur Verfügung standen. Immer mehr Leute wollen es ja so haben und engagieren sich sehr dafür - vielleicht wird es wirklich dazu kommen? Im Prinzip ist die Sache schon kaputt zu kriegen...
Ratzinger spricht sehr treffend vom "pathologischen Selbsthaß" des säkularen Europa. Man findet das inzwischen wirklich an jeder Ecke, nicht mehr nur in den Medien, sondern bereits tief in den Seelen vieler Menschen. Ich halte es für eine kollektive Gemüts- und Geistesstörung, die möglicherweise nicht mehr heilbar ist. Die Freude am Wahnsinn ist erkennbar einfach zu groß geworden. Vielleicht geht es nun in diese Richtung immer weiter? Was hülfe es denn auch, mit Irren darüber diskutieren zu wollen, daß sie den Verstand verloren haben. Sie bräuchten ihn ja, damit sie das begreifen könnten.
Was das Ganze nun mit dem Foren-Thema zu tun hat? In meinen Augen so ungefähr alles...
Aber man muß das nicht immer weiter vertiefen, das ist schon wahr.
Gruß an Dich
vom Nick
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Jolanda, Saturday, 20.11.2004, 04:14 (vor 7746 Tagen) @ Sven75
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Sven75 am 19. November 2004 17:53:11:
Lieber Sven
Sehr guter Beitrag, wirklich 
Lieber Gruss
Jolanda
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Nick, Sunday, 21.11.2004, 03:17 (vor 7745 Tagen) @ Sven75
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Sven75 am 19. November 2004 17:53:11:
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Martin, Friday, 19.11.2004, 14:43 (vor 7747 Tagen) @ Nick
Als Antwort auf: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Nick am 18. November 2004 21:54:54:
Nick,
dein Vergleich hinkt total, aber das weißt du ja selber. Die Grundlage aller Religionsgemeinschaften ist der - angebliche - Glaube an irgend eine übernatürliche und daher nicht weiter erklärungs- und erforschungsbedürftige Macht, die alles beherrscht und von der alles ausgeht. Das kann man unterstützen oder eben nicht. Aber von diesen Grundlagen leiten Kirchenvertreter den Anspruch ab, überall (bei anderen brisanten Theman nämlich auch) mitreden zu müssen. Dürfen sie natürlich, denn wir haben Meinungsfreiheit. Aber sie müssen nicht bei allen öffentlichen Veranstaltungen dazu dabei sein, sondern sie sollten auf ihre Fachgebiete beschränkt werden. Sonst könnten sie nämlich auch bei Diskussionen über den Schuldenstand von Borussia Dortmund oder die Abschaffung der Eigenheimzulage etc. mit am Tisch sitzen. Bei der öffentlichen Meinungsfindung zu aktuellen Sachthemen, die mit höheren Mächten wenig zu tun haben - und das sind die meisten - haben die Kirchen heraus gehalten zu werden, wenn sie sich nicht selber raus halten. Die geben eh zu allem ihren Senf dazu und müssten schon von daher überall dabei sein. Die "ethische" Position, sofern notwendig - Nachteile der Biotechnologie können rein sachlicher Natur sein, können auch von Wissenschaftlern, Bürgerrechtlern, Politikern etc. vertreten werden, dazu braucht man keine Kirchen. Und wenn, dann müssten wegen der Religionsfreiheit sowieso alle Kirchen paritätisch vertreten sein.
Bei dem Mitgliederschwund werden die Kirchen einfach viel zu sehr in den Blickpunkt gezerrt.
Außerdem werden Menschen immer machen, was technisch möglich ist. Das ist ein menschliches Artmerkmal. Eine weltweite Ächtung wird nie durchsetzbar sein.
Martin
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Nick, Friday, 19.11.2004, 16:27 (vor 7747 Tagen) @ Martin
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Martin am 19. November 2004 12:43:52:
Hi Martin,
"Dein Vergleich hinkt total, aber das weißt du ja selber."
Diese Behauptung sagt nichts Inhaltliches aus, außer daß du eben "meinst", der Vergleich hinke. Inwiefern tut er das? Hinsichtlich der totalitären Anmaßung, und darauf zielt er ab, ist er erkennbar analog: eine unliebsame Position "gehört draußen gehalten". Nun wiederholst du dies sogar noch einmal ausdrücklich!
"Die Grundlage aller Religionsgemeinschaften ist der - angebliche - Glaube an irgend eine übernatürliche und daher nicht weiter erklärungs- und erforschungsbedürftige Macht, die alles beherrscht und von der alles ausgeht. Das kann man unterstützen oder eben nicht."
Richtig. Das kann man unterstützen oder nicht. Bloß ist das eben nicht die Frage, um die es geht.
"Aber von diesen Grundlagen leiten Kirchenvertreter den Anspruch ab, überall (bei anderen brisanten Theman nämlich auch) mitreden zu müssen."
Das ist unsäglich, Martin! Den Anspruch, mitreden zu 'dürfen', muß niemand irgendwoher 'ableiten', denn er steht so im Grundgesetz drin. Es schließt sich selbst vom Mitreden nur derjenige aus, der diese elementare Grundlage unserer Freiheit in Frage stellt. Und das tust du.
"Dürfen sie natürlich, denn wir haben Meinungsfreiheit."
"Dürfen" sie nun? Oder "dürfen" sie nicht? Du versuchst nämlich im folgenden darzulegen, inwiefern wir eben doch keine Meinungsfreiheit haben:
"Aber sie müssen nicht bei allen öffentlichen Veranstaltungen dazu dabei sein, sondern sie sollten auf ihre Fachgebiete beschränkt werden."
Damit lieferst du den präzisen Beweis dafür, warum mein Vergleich eben nicht hinkt, sondern im Gegenteil haargenau das erfaßt hat, was deine Intention ist: wer seine Meinung sagen will, der soll auf "sein Fachgebiet beschränkt werden" - wobei du selbst, analog zu den Feministinnen in meinem Beispiel, höchstselbst festlegen möchtest, was dieses "Fachgebiet" zu sein habe ("höhere Macht").
"Bei der öffentlichen Meinungsfindung zu aktuellen Sachthemen, die mit höheren Mächten wenig zu tun haben - und das sind die meisten - haben die Kirchen heraus gehalten zu werden, wenn sie sich nicht selber raus halten."
Das ist antidemokratisch bis auf die Knochen - primitivstes Gulag-Denken in Reinklutur!
"Die geben eh zu allem ihren Senf dazu und müssten schon von daher überall dabei sein."
"Öffentliche Meinungsfindung" geschieht in der Demokratie dadurch, daß argumentiert wird, und nicht dadurch, daß der unbequeme "Senf" eliminiert wird. Grauenhafte Ideen, die du hier ganz "unschuldig" darlegst!
"Die "ethische" Position, sofern notwendig - Nachteile der Biotechnologie können rein sachlicher Natur sein, können auch von Wissenschaftlern, Bürgerrechtlern, Politikern etc. vertreten werden, dazu braucht man keine Kirchen."
Du hast dich nie im Leben jemals mit Ethik beschäftigt, Martin. Keine einzige Zeile hast du darüber gelesen, sonst wäre eine solche Unwissenheit nicht möglich. Ethische Fragen sind nicht "sachlicher", sondern prinzipieller Natur und leiten sich vom Naturrecht ab. Sie sind nicht "vielleicht irgendwie" nötig, sondern sie sind die elementarste Grundlage jeder menschlichen Gesellschaft. Du aber legst hier dar, inwiefern man diese Fragen am besten überhaupt nicht diskutieren sollte, sondern nur "die Nachteile"... Von was eigentlich? Für wen? Nach welchen Kriterien? Nur eines weißt du ganz sicher: daß man dabei niemanden "brauchen kann", der nicht deine und Eugens (grauenhaften!) Positionen teilt.
"Und wenn, dann müssten wegen der Religionsfreiheit sowieso alle Kirchen paritätisch vertreten sein."
Es gibt in der öffentlichen Debatte überhaupt keine "Paritäten", sondern jeder legt seine Auffassungen frei und ungehindert dar, wo und wann immer er will. Sogar du, obwohl du von Tuten und Blasen keine Ahnung hast. Die Argumente allein entscheiden dann. Oder eben die Gewalt und der administrative Zwang: Stalinismus eben.
"Bei dem Mitgliederschwund werden die Kirchen einfach viel zu sehr in den Blickpunkt gezerrt."
Vielleicht sollte ich darauf hinweisen, daß über 2/3 der deutschen Bevölkerung Mitglied in einer Kirche sind? Als "Machtausübung" äußert sich das aber garnicht, wie jeder weiß, der in diesem Land lebt. Ein solcher Vorwurf ist deshalb demagogische Hysterie. Aber wenn du (du!) es zu einer Machtfrage - statt einer des Geistes und der Wahrheit - machen wolltest, dann hättest du allenfalls eine "bolschewistische Mehrheit" - das waren auch nur ein paar hundert Leute, die sich in ihrem ZK zur "Mehrheit" erklärt haben und es dann in bekannt beglückender Weise dem russischen Volk beigebracht haben, was das heißt, bis sie in Schimpf und Schande kläglich windselnd in sich zusammengesunken sind.
"Außerdem werden Menschen immer machen, was technisch möglich ist. Das ist ein menschliches Artmerkmal. Eine weltweite Ächtung wird nie durchsetzbar sein."
Und das ist haargenau das, was dabei am Ende rauskommt, wenn Ethik in die Hände von "Wissenschaftlern, Bürgerrechtlern, Politikern etc." gelegt wird: die totale Kapitulation, die ethische Bankrotterklärung, die reiste Hölle! Man wird dann auch mit dir machen, was machbar ist. Und wird auch dich nicht fragen, wie du das findest, Martin.
Die Kirchen sind und bleiben nun mal der "Fels in der Brandung", wie Sven sagte. Das kann und muß man einfach anerkennen, auch wenn man nicht an Gott glaubt. Es hat damit nämlich in der Tat nichts zu tun.
Es bleibt dabei: Haß und Fanatismus machen dich stockblind. Trotzdem darfst du natürlich gerne mit Eugen der Meinung sein, das ich argumentativ am Boden liege. Schließlich herrscht Meinungsfreiheit.
Nick
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Martin, Friday, 19.11.2004, 18:11 (vor 7747 Tagen) @ Nick
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Nick am 19. November 2004 14:27:26:
O Nick,
dein Beitrag ist ein Musterbeispiel für selektive Wahrnehmung, übrigens eine der Grundsäulen des Radikalfeminismusses.
Ich habe klar und deutlich gemacht, dass jeder, natürlich auch jeder Kirchenvertreter, zu allem seine Meinung bilden und sie vor möglichst breitem Publikum vertreten darf.
Ich habe mich nur dagegen gewandt, dass in öffentlichen Diskussionen zu ganz bestimmten Themen reflexartig Kirchenvertreter als Sachverständige zugezogen werden, die sie als solche nunmal nicht sind. Sie sitzen da ganz bewusst nicht als interessierte Laien, die ja auch mitdiskutieren dürfen und müssen, sondern als Fachleute. Es ist nunmal verständlicher Weise so, dass in solchen Gesprächsrunden im Fernsehen oder wo auch immer Personen mit einem Bezug zum Thema vorgeladen werden, da sonst die Quote, sprich das Publikum, nicht erreicht werden kann. Zu einer Gesprächsrunde über die Steuerreform wäre sicher nie Heinz Sielmann, zu einer über die EU-Erweiterung sicher nie Rudi Völler eingeladen worden, obwohl die möglicher Weise auch klar begründete Positionen dazu haben.
Es gibt klare sachliche Punkte sowohl für als auch gegen die Anwendung z. B. der diversen Biotechnologien, beide Standpunkte werden von gegnerischen kompetenten und fachkundigen "Wissenschaftlern und Bürgerrechtlern" (so war's gemeint) vertreten.
Ich habe auch Meinungsfreiheit. Aber keine Zeitung, kein Sender ist verpflichtet, mich zu bringen!
Martin
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Nick, Friday, 19.11.2004, 18:42 (vor 7747 Tagen) @ Martin
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Martin am 19. November 2004 16:11:56:
Hi Martin,
"Ich habe mich nur dagegen gewandt, dass in öffentlichen Diskussionen zu ganz bestimmten Themen reflexartig Kirchenvertreter als Sachverständige zugezogen werden, die sie als solche nunmal nicht sind. Sie sitzen da ganz bewusst nicht als interessierte Laien, die ja auch mitdiskutieren dürfen und müssen, sondern als Fachleute."
Kirchenvertreter sind sehr wohl Sachverständige. Um in ethischen Fragen kompetent mitreden zu können, bedarf es u.a. eines profunden Wissens, einer entsprechenden Ausbildung und langer Erfahrung. Das ist nämlich kein Geschwafel, das man mal so eben aus dem hohlen Bauch heraus erledigen kann.
Viele Mitglieder in Ethikräten etc. verfügen über diese Qualifikation nicht, sitzen aber dennoch "per Quote" drin. Entsprechend fallen dann auch oft deren Statements aus. Das finde ich von der Sache her viel bedenklicher.
Theologen sind Fachleute auf dem Gebiet 'Ethik' im wahrsten Sinne des Wortes. Daß es auf diesem Gebiet ansonsten so wenige andere Experten gibt, beklage ich sehr, nehme es aber als Tatsache zur Kenntnis.
Im übrigen gilt, daß es nunmal gut 2/3 Christen gibt in Deutschland. Die ethischen Grundlagen unseres Landes sind durch und durch christlich, egal ob es dem Rest paßt oder nicht. Angesichts dessen von "Machtmißbrauch" u.ä. zu faseln , noch dazu bei der Zurückhaltung der Kirche in solchen öffentlichen Veranstaltungen, ist unangemessen und ein Erweis für verlorene Maßstäbe und Proportionen.
Der Impuls, das was einem nicht paßt einfach "auszumerzen" und rauszuhalten, ist in jedem Fall totalitär und die größte Bedrohung unserer Freiheit. Das kommt immer mehr in Mode. Leider hattest du dem das Wort geredet - ich habe es präzise nachgewiesen. Solltest du das bei sorgfältigem Nachdenken inzwischen revidiert haben, dann begrüße ich das ausdrücklich.
Nick
Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal...
Martin, Friday, 19.11.2004, 20:39 (vor 7747 Tagen) @ Nick
Als Antwort auf: Re: Intelligenz und Toleranz, wiedermal... von Nick am 19. November 2004 16:42:23:
Nachtrag von oben:
Diese Behauptung sagt nichts Inhaltliches aus, außer daß du eben "meinst", der Vergleich hinke. Inwiefern tut er das?
Die heutige Gleichstellungshysterie spaltet die Menschen in allen Lebensbereichen in Männer und Frauen und definiert Rechte und Pflichten für diese Gruppen, daher müssen diese Gruppen auch gehört werden. Die Kirchenvertreter stehen als Gruppe aber völlig neben dem Thema Bioethik, das für die höchstens ein Nebenkriegsschauplatz ist. Deren eigentliches Schlachtfeld ist der Glaube an das jeweils aktuelle übersinnliche Wesen, als da wären Gott, Allah, Manitou, Odin etc.
Hinsichtlich der totalitären Anmaßung, und darauf zielt er ab, ist er erkennbar analog: eine unliebsame Position "gehört draußen gehalten". Nun wiederholst du dies sogar noch einmal ausdrücklich!
Nicht eine Position gehört draußen gehalten, sondern eine Institution, die sich auf widernatürliche Dinge beruft, die nicht nur weder empirisch noch wissenschaftlich irgend wie belegt, sondern sogar sukzessive faktisch widerlegt sind und an die nur noch Fundamentalisten tatsächlich glauben können. Kirchen sind nunmal eigentlich Glaubensgemeinschaften. Alles andere, Soziales, Ethisches etc., ist abgeleitet. Wenn sich die Kirchen darauf spezialisieren und sich vom Religiösen endlich abspalten würden, wären sie wieder glaubhaft und gesellschafts-, sprich diskussions-, fähig. Nur, sowas gibt's schon in Massen: Vereine, Parteien etc.
Im übrigen gilt, daß es nunmal gut 2/3 Christen gibt in Deutschland.
Nick,
oben hast du behauptet, 2/3 wären noch Kirchenmitglieder. Diese beiden Gruppen müssen natürlich keineswegs identisch sein, aber ich vermute mal, dass du mit beidem das gleiche meinst.
Glaube doch nicht, dass 2/3 der Deutschen Christen sind. Viele wahre Christen sind längst aus der Kirche ausgetreten. Was heute noch drin ist, sind zum überwiegenden Teil keine Christen, sondern Mitläufer, Anpasser, Karteileichen etc. Ein wirklicher Christ glaubt tatsächlich noch an schöpferische Wesen und lebt nach deren Grundsätze. Das sind bestimmt unter 10% der Bevölkerung. Glaube sogar, dass die Mehrzahl der Kirchenvertreter, Funktionäre, Pfarrer usw.usf. keine Christen in diesem Sinne sind.
Martin
Re: An den Zentralrat der Muslime
Friedwilli, Friday, 19.11.2004, 22:20 (vor 7746 Tagen) @ Martin
Als Antwort auf: Re: An den Zentralrat der Muslime von Martin am 18. November 2004 21:13:12:
Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD)
Indestr. 93
52249 Eschweiler
Donnerstag 18.11.2004
Sehr geehrte Damen und Herren,
heute hatte ich ein langes und gutes Telefongespräch mit einen Ihrer Mitarbeiter, dessen Name mir leider entfallen ist.
Verzeihlich. Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd Al Gossarah kann sich nicht jeder merken...
Sie haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber den deutschen Männern, die diese fatale Entwicklung stoppen wollen, denn immer wieder haben Sie Gelegenheit in Diskusionsrunden Stellung zu nehmen, denn man kann es sich nicht erlauben Sie auszugrenzen.
Sehr wahr, genau so wie bei Diskussionen um Bioethik und Gentherapie etc. immer irgend welche Kirchenleute mit in der Runde sitzen, die das Thema für sich vereinnahmt haben, und echten Experten gleich gesetzt werden. Genau so gut könnte auch die freiwillige Feuerwehr oder der Fußballverein da mitreden. Die Kirchen haben bei Sachpolitik raus gehalten zu werden. Auch das ist Religionsfreiheit.
Aber Gutmensch zu sein erleichtert schon viel hier zu Lande.
Nach vielen hundert Telefonaten und etlichen Briefwechseln kann ich heute behaupten, daß diese Manipulanten der Argumentation echter Kritiker hoffnungslos ausgeliefert sind und diese aus gutem Grund nicht an diesen
Diskusionen teilhaben lassen.
So ist es. Da sieht man mal wieder, was alle diese Briefe nützen. Die Meinungsbildung läuft über die großen Medien ab.
Genau. Würdest du es begrüßen, wenn Muslime Zensur und Manipulation der Medien in den Medien ansprechen? Es war nicht meine Absicht, diese unsägliche Diskusion loszutreten.
Re: An den Zentralrat der Muslime
Martin, Saturday, 20.11.2004, 19:36 (vor 7746 Tagen) @ Friedwilli
Als Antwort auf: Re: An den Zentralrat der Muslime von Friedwilli am 19. November 2004 20:20:44:
Genau. Würdest du es begrüßen, wenn Muslime Zensur und Manipulation der Medien in den Medien ansprechen?
Welche Zensur und welche Manipulation? Die, die die Medien ausüben, oder die, denen die Medien ausgesetzt sind?
Es war nicht meine Absicht, diese unsägliche Diskusion loszutreten.
Eine Diskussion ist nie unsäglich. Es ist der Austausch von Argumenten und von Meinungen. So was kommt in Foren hin und wieder vor.
Martin
Re: An den Zentralrat der Muslime
Friedwilli, Saturday, 20.11.2004, 20:29 (vor 7746 Tagen) @ Martin
Als Antwort auf: Re: An den Zentralrat der Muslime von Martin am 20. November 2004 17:36:43:
Genau. Würdest du es begrüßen, wenn Muslime Zensur und Manipulation der Medien in den Medien ansprechen?
Welche Zensur und welche Manipulation? Die, die die Medien ausüben, oder die, denen die Medien ausgesetzt sind?
Es war nicht meine Absicht, diese unsägliche Diskusion loszutreten.
Eine Diskussion ist nie unsäglich. Es ist der Austausch von Argumenten und von Meinungen. So was kommt in Foren hin und wieder vor.
Martin
Das eine schließt das andere ein. Damit von einer Diskusion ein Nutzen bleibt, ist es nötig sich mit den Argumenten auseinanderzusetzen. Tut man das nicht, bleibt es leeres Gerede und kann die Gräben weiter öffnen.
Friedwilli