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Anti-Baby-Spritze statt Pille für den Mann?

Andreas, Friday, 12.11.2004, 01:50 (vor 7756 Tagen)

Empfängnisverhütung
Anti-Baby-Spritze statt Pille für den Mann?

11. November 2004 Statt der Pille für den Mann könnte es in Zukunft die empfängnisverhütende Impfung geben: Einem amerikanisch-indischen Forscherteam ist es nach eigenen Angaben gelungen, sieben männliche Affen mithilfe einer solchen Impfung vorübergehend unfruchtbar zu machen. Die dabei entstehenden Antikörper verändern die Zusammensetzung von Samenflüssigkeit, vermuten die Wissenschaftler. Diese sogenannte Immunokontrazeption hatte im Gegensatz zu hormonellen Methoden praktisch keine Nebenwirkungen, berichten Michael O'Rand von der Universität von North Carolina in Chapel Hill und seine Kollegen im Fachmagazin „Science” (Bd. 306, S. 1189).

Die Idee der Immunokontrazeption ist nicht neu und wird angewendet, um beispielsweise Tierbestände in freier Wildbahn zu begrenzen. Die bisherigen Ansätze konzentrierten sich jedoch praktisch ausschließlich auf die Empfängnisverhütung bei weiblichen Tieren. O'Rand und seine Kollegen testeten nun bei indischen Hutaffen (Macaca radiata), ob auch die männlichen Fortpflanzungsorgane auf eine solche Impfung reagieren. Dazu verabreichten die Forscher den Affen die menschliche Variante des Proteins Eppin, das in den Nebenhoden gebildet wird.

Immunreaktion erzeugt Unfruchtbarkeit

Das körperfremde Protein löste eine Immunreaktion bei den Affen aus, die daraufhin Antikörper gegen Eppin bildeten. Diese Reaktion machte die Tiere offensichtlich unfruchtbar, denn selbst bei wiederholtem Kontakt zu empfängnisbereiten Weibchen zeugten sie keinen Nachwuchs. Nach Beendigung der Therapie erlangten fünf der sieben behandelten Affen ihre Zeugungsfähigkeit wieder. Die vorübergehende Unfruchtbarkeit komme wahrscheinlich dadurch zustande, daß die Antikörper gegen das menschliche Protein auch an das verwandte Affeneiweiß andocken, schreiben die Forscher. Dadurch stören sie die Funktion von Eppin und verhindern die korrekte Bildung der Samenflüssigkeit. Die Anzahl der Samenzellen wird hingegen nicht beeinflußt.

Im Prinzip sei eine solche Methode auch für die Geburtenkontrolle beim Menschen geeignet, schreiben die Forscher. Dazu müßten allerdings noch weitere Untersuchungen zeigen, ob es tatsächlich keine Nebenwirkungen gibt. Auch müsse sichergestellt sein, daß die Unfruchtbarkeit bei allen Männern nur vorübergehend eintritt.

http://www.faz.net/s/Rub80665A3C1FA14FB9967DBF46652868E9/Doc~ED559A9396AE345EF820F8E8599FD8E1A~ATpl~Ecommon~Scontent.html


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