Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Good old Rutschky

Ekki, Monday, 01.11.2004, 20:38 (vor 7766 Tagen) @ Simon

Als Antwort auf: Good old Rutschky von Simon am 01. November 2004 14:15:31:

Nach allem, was man längst wissen kann, taugt die Lysistrata weder zu einer pazifistischen, hedonistischen oder feministischen Deklaration. Das Stück hat ein Mann für Männer geschrieben, die in einem langen Krieg massenhaft starben oder den Tod fürchteten.

...

Mit anderen Worten: Die Tatkraft von Lysistrata, ihr Pazifismus und ihr Glauben an den rettenden Sex sind nichts anderes als Träume des Patriarchats, das seine Hoffnungen an die Frauen delegiert, damals genauso wie heute das Schreiben aus dem Vatikan.[/i]

Auf den Mythos Lysistrate wurde bereits eine hervorragende Antwort gegeben, und zwar von der leider viel zu früh verstorbenen Christine Brückner in ihrem Buch "Wenn du geredet hättest, Desdemona - Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen".[/i] Die Quintessenz ihrer Argumentation lautet sinngemäß: "Entzieht man den Männern den Sex, dann stürzen sie sich um so blindwütiger auf andere Sachen - u.a. auch den Krieg."[/i][/u]

Die Frauenbewegung hätte andererseits viel erreicht, wenn sie den Common sense, den sie so erfolgreich etabliert hat, sprengen und die Männer auch mal zum Reden bringen könnte.

In der Tat! Nur fürchtet die Frauenbewegung nichts mehr als Männer, die sich plötzlich über ihre Gefühle klar werden und zu reden beginnen - davon, was ist, und nicht davon, was die bewegten FrauInnen gerne hätten.

"Die revolutionärste Tat aber ist und bleibt, das zu sagen, was ist." (Rosa Luxemburg).[/i]

Gruß

Ekki


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