Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
Andreas, Thursday, 28.10.2004, 17:33 (vor 7770 Tagen)
Der Kommentar von Dietmar Riemer ist recht interessant:
Zum Krankheitsbild unserer Gesellschaft gehört unter anderem, dass in diesem Land die Frage, wie kinderfreundlich wir sind, fast schon reflexhaft unter finanziellen Gesichtspunkten erörtert wird. Deshalb ist es auch nur folgerichtig, dass die sogenannte Familienpolitik immer dann auf die große Bühne der Innenpolitik geschoben wird, wenn in der jährlichen Haushaltsdebatte die Ministerin für Familie und "Gedöns" dran ist - so wie der Kanzler sie gern bezeichnet.
Dabei besteht der größtmöglich anzunehmende politische Irrtum aber gerade darin, zu glauben, die Kinderfreundlichkeit einer Gesellschaft lasse sich in aller erster Linie über die Summe staatlicher Geldleistungen steuern. Wenn dies so wäre müsste Deutschland - bei allen offenen Wünschen - die romanischen und skandinavischen Länder auf der nach oben offenen Skala der Kinderfreundlichkeit ja längst hinter sich gelassen haben. Das Gegenteil jedoch ist der Fall. Die Ursachen dafür sind vielfältig und ihre Entwicklungslinien reichen über viele Jahrzehnte zurück. Dass sich in Deutschland immer mehr Paare ganz bewusst gegen Kinder entscheiden, obwohl Untersuchungen ergeben haben, dass angeblich 96 Prozent der Deutschen den Wunsch nach Kindern verspüren und das allgemeine Klima als eher kinderunfreundlich wahrgenommen wird, ist das Ergebnis einer fundamentalen Veränderung und Neubewertung gesellschaftlicher Prioritäten durch jene Generationen, die in einem geschichtlich beispiellosen Wohlstand aufgewachsen sind.
Kinder gelten zunehmend als Störfaktor
Kinder wurden zunehmend als Störfaktor im eigenen Leben registriert - eher hinderlich auf dem Weg zu einem ausschließlich selbstbestimmten Leben. Die "double income no kids"-Gesellschaft mit ihren Attraktionen war fast spielend in der Lage die Geschäftsgrundlagen des Generationenvertrags zu unterspülen. Konsequent dazu gehörte es bald zur schlechten Übung, das traditionelle Familienbild in die Nähe des gesellschaftlich Reaktionären, Rückschrittlichen und vor allem Unaufgeklärten umzuhängen. Man muss nicht einer fragwürdigen Überhöhung der Mutterrolle anhängen, um zu bemerken, dass eine doch wahrnehmbare gesellschaftliche Anerkennung der Leistung von Frauen in den Familien dem subtilen Spott einer tonangebenden Schicht wich, deren Lebensentwurf sich nicht durch die Unbequemlichkeiten mehrer Kinder stören lassen wollte.
Mentalitätswechsel fast vollständig gelungen
Der Mentalitätswechsel ist fast vollständig gelungen und seine Ergebnisse sind jetzt zu besichtigen. Es ist im Übrigen zu vermuten, dass finanzielle Anreize vom Kindergeld bis hin zum neusten Schlager - dem Elterngeld - nicht dazu führen werden, in Deutschland ein kinderfreundliches Klima zu schaffen. Dazu war der Bewusstseinswandel zu gründlich und zu wirkungsvoll. Der Gesetzgeber tat über die Jahre zusätzlich das seine, um diese Talfahrt noch zu beschleunigen. Von der Rentenversicherung bis hin zum Steuerrecht ist alles immer noch so geregelt, dass ökonomische Lebensbilanzen ohne Kinder geradezu prämiert werden.
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID3598652_REF1_NAVSPM1,00.html
ARD-Tagesthemen?
Sonja Texaca-Michick, Thursday, 28.10.2004, 17:46 (vor 7770 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Andreas am 28. Oktober 2004 14:33:48:
Daß ein solcher Kommentar in der ARD durchgehen kann, zeigt mir, daß wir von einer echten Gleichberechtigung noch meilenweit entfernt sind. In den Köpfen einiger Männer scheinen offenbar immer noch Gedanken von gestern herumzuspuken.
Troll dich, du Troll (ohne Text)
Peter, Thursday, 28.10.2004, 18:24 (vor 7770 Tagen) @ Sonja Texaca-Michick
Als Antwort auf: ARD-Tagesthemen? von Sonja Texaca-Michick am 28. Oktober 2004 14:46:58:
Re: ARD-Tagesthemen?
MeckMax, Thursday, 28.10.2004, 18:49 (vor 7770 Tagen) @ Sonja Texaca-Michick
Als Antwort auf: ARD-Tagesthemen? von Sonja Texaca-Michick am 28. Oktober 2004 14:46:58:
Daß ein solcher Kommentar in der ARD durchgehen kann, zeigt mir, daß wir von einer echten Gleichberechtigung noch meilenweit entfernt sind. In den Köpfen einiger Männer scheinen offenbar immer noch Gedanken von gestern herumzuspuken.<<<
Mal wieder so ein emmalein im Forum?
Na mal sehen......:
Gleichberechtigung also und noch meilenweit entfernt davon.
Ist eigentlich gar kein Wunder. Denn wir wurden ja per Gesetz weiter davon weg gedrückt als uns allen lieb sein kann. Mit rot/grün ist ja bekanntermassen die einseitige Entrechtung politische Maxime geworden. Denn diese bewerten die Würde der Frauen als beachtenswert, während die Würde der Männer weitläufig unter den Tisch gekehrt wird. Das ist zudem auch noch ein Affront gegen geltendes Grundgesetz, wo eindeutich die Würde des Menschen gemeint ist.
Grün scheint die Männer kaum zu den Menschen zu zählen bei dieser Betrachtung.
Insofern geb ich dir also Recht, das wir meilenweit von der angestrebten Gleichberechtigung entfernt sind. Allerdings ist mein Bezug dem deinen diametral entgegen gesetzt.
Du darfst weiter träumen.....
MeckMax
Re: ARD-Tagesthemen?
Sven75, Thursday, 28.10.2004, 19:01 (vor 7770 Tagen) @ Sonja Texaca-Michick
Als Antwort auf: ARD-Tagesthemen? von Sonja Texaca-Michick am 28. Oktober 2004 14:46:58:
Daß ein solcher Kommentar in der ARD durchgehen kann, zeigt mir, daß wir von einer echten Gleichberechtigung noch meilenweit entfernt sind. In den Köpfen einiger Männer scheinen offenbar immer noch Gedanken von gestern herumzuspuken.
Man könnte auf deinen Kommentar sicherlich fachlich antworten. Muss man aber nicht.
Der Trick mit den Frauen mit Doppelnamen wird langsam langweilig.
Zum nächsten Posting springend,
Sven
Re: ARD-Tagesthemen?
XRay, Thursday, 28.10.2004, 21:14 (vor 7770 Tagen) @ Sonja Texaca-Michick
Als Antwort auf: ARD-Tagesthemen? von Sonja Texaca-Michick am 28. Oktober 2004 14:46:58:
Daß ein solcher Kommentar in der ARD durchgehen kann, zeigt mir, daß wir von einer echten Gleichberechtigung noch meilenweit entfernt sind. In den Köpfen einiger Männer scheinen offenbar immer noch Gedanken von gestern herumzuspuken.
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Phh...
Was genau an dem Kommentar hätte verhindern sollen, daß er ARD nicht durchgeht?
Was genau zeigt, daß wir von einer echten Gleichberechtigung noch meilenweit entfernt sind?
Welcher Männer sind genau mit "einige Männer" gemeint und was mit den "Gedanken von gestern".
Testet da mal wieder jemand, was so alles in 0-Aussagen hineininterpretiert werden kann?
Vorsicht!
Texaco, Thursday, 28.10.2004, 21:55 (vor 7770 Tagen) @ Sonja Texaca-Michick
Als Antwort auf: ARD-Tagesthemen? von Sonja Texaca-Michick am 28. Oktober 2004 14:46:58:
Könnte es sich hierbei um einen ironisch gemeinten Beitrag handeln? Ich weiß nicht genau. Wer sollte hier schon etwas ironisches schreiben? Mir ist das alles zu kompliziert...
Re: ARD-Tagesthemen?
Nikos, Friday, 29.10.2004, 02:41 (vor 7770 Tagen) @ Sonja Texaca-Michick
Als Antwort auf: ARD-Tagesthemen? von Sonja Texaca-Michick am 28. Oktober 2004 14:46:58:
Daß ein solcher Kommentar in der ARD durchgehen kann, zeigt mir, daß wir von einer echten Gleichberechtigung noch meilenweit entfernt sind. In den Köpfen einiger Männer scheinen offenbar immer noch Gedanken von gestern herumzuspuken<
Hast du nicht von der Meinungsfreiheit gehört?
Oh, sorry, so etwas gibt es in den Feminismus nicht..
Genau wie bei alle -ismus?
Fragt sich
Nikos
Money, Money, Money...
Sven, Thursday, 28.10.2004, 20:55 (vor 7770 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Andreas am 28. Oktober 2004 14:33:48:
Die Politer in Deutschland verhalten sich genauso, wie die Menschen.
Geld macht glücklich, Geld ist das Wichtigste. Geld, Geld, Geld.
Kein Wunder, das die Politiker glauben, über meeehhr Geld kann man die Leute verführen, die Last "Kind" in Kauf zu nehmen.
Solange ich Kinder als Last sehe und nicht als Freude muss ich die Menschen mit Geld bestechen, um Kinder zu kriegen.
Und genau diese kranke Einstellung ist es, die zur Kinderlosigkeit führt.
Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
Garfield, Thursday, 28.10.2004, 22:11 (vor 7770 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Andreas am 28. Oktober 2004 14:33:48:
Hallo Andreas!
Das ist aber nur ein Teil der Ursachen für die sinkende Geburtenrate. Und ich glaube, daß es noch nicht einmal der wesentliche Teil ist.
Es gibt da dieses Klischeebild von den schwerreichen Doppelverdiener-Paaren, die teure Cabrios fahren, in teuren Villen residieren und Angst haben, sich die teuren Designerklamotten durch Kinder womöglich schmutzig machen zu lassen.
Aber wie viele Menschen entsprechen diesem Bild denn wirklich? Das ist doch eine eher geringe Anzahl, die obendrein auch zunehmend schrumpft.
In puncto Kinderwunsch kann man die Menschen grob in fünf Gruppen unterteilen:
1. Diejenigen, die grundsätzlich keine Kinder möchten.
Wenn man solche Leute dazu zwingt, Kinder zu bekommen, dann bringt das mehr Schaden als Nutzen. Denn ein Kind braucht Zuwendung, die es nicht bekommt, wenn es nicht geliebt und nicht gewollt wird.
2. Diejenigen, die einfach sorglos in den Tag hineinleben, auch gar nicht unbedingt Kinder möchten, es aber mit Verhütung nicht so eng sehen und so dann zwangsläufig schnell Eltern werden.
Diese Sorte Menschen setzt so oder so Kinder in die Welt, ganz egal, wie man die äußeren Bedingungen gestaltet.
3. Diejenigen, die keine Lust oder vielleicht auch keine Chance zur Arbeit haben und die finanziellen Zuwendungen, die man für Kinder bekommt, als nettes Zusatzeinkommen ansehen. Im Extremfall kann das dann so aussehen wie bei dem Fall, der vor einigen Monaten mal in den Medien war: Da hatte ein Paar mehrere Kinder, hat zusätzlich noch Pflegekinder aufgenommen und dafür gut abkassiert. Von dem Geld machten sie sich ein schönes Leben, und die Kinder gingen überall betteln, um etwas zu essen zu bekommen.
Die sind natürlich vor allem durch finanzielle Leistungen zu stimulieren. Kindergartenplätze und bessere Ausbildungsmöglichkeiten interessieren solche Leute weitaus weniger. Wenn man also das Kindergeld erhöht, erreicht man bei solchen Leuten durchaus höhere Geburtenzahlen. Wer Kinder aber vorrangig als Geldquelle betrachtet, wird sich erstens kaum besonders für die Erziehung der Kinder engagieren und zweitens für die Kinder oft auch ein asoziales Vorbild abgeben. Das erschwert ihnen den Start ins Erwachsenenleben enorm, und sie werden so mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den Arbeitslosen oder sogar Kriminellen von morgen gehören.
4. Diejenigen, die nicht von ihren Kindern leben möchten, aber aus anderen Gründen einen sehr starken Kinderwunsch haben.
Die setzen auch so oder so Kinder in die Welt, ganz egal, wie die Umstände aussehen.
5. Diejenigen, die zwar durchaus nichts gegen Kinder haben, bei denen der Kinderwunsch aber nicht so extrem stark ausgeprägt ist, daß sie unbedingt Kinder haben müssen. Und die es auch vorziehen, von ihrer eigenen Arbeit zu leben und somit auch nicht die Absicht haben, mit ihren Kindern Geld zu verdienen.
Diese Menschen kann man nicht mit finanziellen Leistungen zum Kinderkriegen animieren. Die sehen sich das Umfeld an und überlegen sich sehr genau, ob sie es verantworten können, Kinder in dieses Umfeld zu setzen. Und wenn sie sehen, daß viele Jugendliche heute sogar mit guten Schulabschlüssen schon Schwierigkeiten bei Lehrstellen- und Jobsuche haben, und wenn sie sehen, daß sie allein mit ihrem Geld schon kaum auskommen, weil die Lebenshaltungskosten leider schneller steigen als die Real-Einkommen, und wenn sie sehen, was heute an manchen Schulen abgeht und wie wenig die Kinder dort noch lernen, dann vergeht ihnen das Kinderkriegen gründlich. Und je mehr man solche Menschen unter Druck setzt und sie mit irgendwelchen Strafsteuern und ähnlichem zum Kinderkriegen drängen will, umso negativer empfinden sie ihr Leben, und umso mehr sinkt ihre Neigung dazu, Kinder in diese Welt zu setzen.
Frustrierte Grüße
von Garfield
Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
XRay, Thursday, 28.10.2004, 22:22 (vor 7770 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Garfield am 28. Oktober 2004 19:11:16:
Hast du da nichts vergessen?
Ich denke, daß die sinkende Zahl von Eheschliessungen bzw. die
steigende Zahl von Singlehaushalten eine bedeutende Rolle bzgl.
Geburtenrate spielt...etwa nicht?
Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
Garfield, Tuesday, 02.11.2004, 15:06 (vor 7765 Tagen) @ XRay
Als Antwort auf: Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von XRay am 28. Oktober 2004 19:22:17:
Hallo XRay!
Na ja, es gibt ja nach wie vor auch uneheliche Kinder.
Sicher gibt es Menschen, die aufgrund der Ungerechtigkeiten im deutschen Scheidungs-, Unterhalts- und Sorgerecht keine Kinder möchten. Die habe ich mit zur letzten Gruppe gerechnet, also zu denjenigen, die zwar nichts gegen Kinder haben, bei denen der Kinderwunsch aber andererseits auch nicht so stark ausgeprägt ist, daß sie um jeden Preis Kinder haben möchten. Die dann also die Umstände als zu schlecht einstufen, um Kinder in die Welt zu setzen.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
Andreas, Thursday, 28.10.2004, 22:28 (vor 7770 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Garfield am 28. Oktober 2004 19:11:16:
Hallo Garfield,
Diese Menschen kann man nicht mit finanziellen Leistungen zum Kinderkriegen animieren.
Ich würde auch mal ganz frech behaupten, daß in vielen Familien durchaus mehr als genug Geld für Kinder vorhanden ist. Ich weiß überhaupt nicht, ob diese Finanzdiskussion den Kern der Sache trifft. Dazu kann ich mich nicht kompetent äußern. Es heißt zwar immer wieder, Kinder seien ein Armutsrisiko - aber kann es nicht auch sein, daß viele Leute schlichtweg weit über ihre Verhältnisse leben? Ich höre mir dieses Gejammere auch immer wieder an und zwar gerade von Leuten, die eigentlich genügend Geld haben, dieses Geld aber aus Geltungssucht einfach sinnlos zum Fenster rausschmeißen. Wozu braucht eine 4-köpfige Familie 5 Autos? Warum benötigt eine Kleinfamilie mit einem Facharbeiter als Vater und einer Beamtin im mittleren Dienst als Mutter ein 500 000 Euro-Haus? Nachher fehlt das Geld an allen Ecken und Kanten und der Staat muß wieder den Kopf hinhalten.
Viele Probleme sind doch schlichtweg hausgemacht. Wozu muß der Staat überhaupt Kinderkrippen finanzieren? Warum bringt man die Kinder nicht einfach zu den Großeltern, wenn beide Elternteile berufstätig sind? Hat man bei mir früher auch gemacht und da gab es nie irgendwelche Probleme. Also, ich weiß nicht...da kann man nur mit dem Kopf schütteln.
Gruß
Andreas
Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
Jolanda, Friday, 29.10.2004, 02:29 (vor 7770 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Andreas am 28. Oktober 2004 19:28:02:
Lieber Andreas
Ich würde auch mal ganz frech behaupten, daß in vielen Familien durchaus mehr als genug Geld für Kinder vorhanden ist. Ich weiß überhaupt nicht, ob diese Finanzdiskussion den Kern der Sache trifft. Dazu kann ich mich nicht kompetent äußern.
-- Du hast insofern Recht, dass man sich ganz klar Kinder leisten kann, auch heute noch. Man hat dann vielleicht kein eigenes Haus und auch höchstens ein Auto und man geht vielleicht 10 Jahre nicht mehr in den Urlaub, aber das ist in meinen Augen eine Frage der Prioritäten.
Ich habe kein Haus, mein Mann hat ein Auto, dass er braucht, er ist selbständig. Ich finde aber, dass 1 Auto genügt. Ich brauche es nicht so oft und wenn, dann sprechen wir uns ab. Irgendwie geht das immer. Und wir waren die ersten 10 Jahre unserer Ehe, nachdem wir Kinder hatten nicht mehr im Urlaub. Aber kein Urlaub der Welt, könnte uns die Zeit mit unseren Kindern ersetzen, auch kein Haus und kein Auto.
Ja, das Geld ist schon bei vielen der Grund, dass sie keine Kinder mehr wollen. Aber einfach, weil sie lieber 3 mal im Jahr in Urlaub gehen. Ein schönes Haus wollen und schöne Autos und gut Essen gehen und ein Wochenende nach Barcelona oder London fliegen.
Mir hat kürzlich ein Mann so um die 30 erzählt. In seinem sehr grossen Freundeskreis, da gibt es nur zwei Pärchen, die ein Kind haben. Alle anderen wollen kein Kind, weil sie eben sehr hohe Lebenshaltungskosten haben und dann auf vieles verzichten müssten, was ihnen sehr wichtig ist.
Er hat gesagt, ja, wenn du dann auf einmal nur noch 7000 Franken im Monat hast, dann musst du dich schon einschränken. Ich habe da erst mal leer geschluckt. 7000 Franken ist viel Geld, auch in der Schweiz und damit lebt eine Familie wirklich gut. Der Mindestlohn in der Schweiz, das sind 3000 Franken und wer 5000 Franken verdient, hat keinen schlechten Lohn. Klar, die Schweiz ist teuer und Kinder kosten schon Geld, aber ich gebe es lieber für sie aus, als für so unnützen Luxus, der nicht wirklich glücklich macht.
Und wenn der sagt, dass 7000 Franken nicht genügen, um ein Kind zu haben, na dann wundert mich nichts mehr, echt.
Ja, das Geld ist ein grosser Faktor, gerade bei den jungen Paaren.
Viele Probleme sind doch schlichtweg hausgemacht. Wozu muß der Staat überhaupt Kinderkrippen finanzieren? Warum bringt man die Kinder nicht einfach zu den Großeltern, wenn beide Elternteile berufstätig sind? Hat man bei mir früher auch gemacht und da gab es nie irgendwelche Probleme. Also, ich weiß nicht...da kann man nur mit dem Kopf schütteln.
--- Schmunzelt...nun ja, lieber Andreas, kannst wieder aufhören den Kopf zu schütteln. Du lebst hier noch in der Vergangenheit. Grossmütter, die auf die Kinder aufpassen und das regelmässig über ein paar Stunden, die sind rar geworden 
Meine Mutter z.B., also die war sicher 5 Monate im Jahr irgendwo auf Reisen oder im Urlaub. Die heutigen Grossmütter, die sind nocht fit, haben ihr eigenes Geld, gehen oft reisen. Die schauen nicht mehr einfach so selbstverständlich zu den Kindern, wie du dir das vorstellst. Heute nicht mehr.
Zudem, ich weiss auch nicht, ob ich später mal Lust haben werde, wenn ich es dann geniessen kann, jede Woche zwei bis drei Tage kleine Kinder zu versorgen. Ich werde meine Enkelkinder sicher lieben, sollte ich mal welche bekommen. Aber das heisst noch lange nicht, dass ich dann Hütedienst spielen werde und für die Kinder meiner Kinder auf meinen verdienten Ruhestand verzichten werde.
Kleine Kinder sind anstrengend, heute noch mehr als früher und für Grosseltern ist das nicht nur eitel Sonnenschein.
Ich habe diesen Anspruch auch nie gestellt an meine Mutter. Sie muss doch nicht mein Leben organisieren. Ich wollte Kinder, sie hatte vier gross gezogen, sie musste nun nicht meine miterziehen, sie hat sie genossen, aber sie hätte mir nie zugesagt, jede Woche auf die Kinder aufzupassen, damit ich arbeiten gehen kann.
Und in meinem ganzen Freundeskreis, da kenne ich zwei Grossmütter, die zwei mal die Woche einen Nachmittag zu den Kindern schauen.
Die Zeiten haben sich geändert 
Herzlicher Gruss
Jolanda
Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
Andreas, Friday, 29.10.2004, 03:42 (vor 7770 Tagen) @ Jolanda
Als Antwort auf: Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Jolanda am 28. Oktober 2004 23:29:56:
Hallo Jolanda,
--- Schmunzelt...nun ja, lieber Andreas, kannst wieder aufhören den Kopf zu schütteln. Du lebst hier noch in der Vergangenheit.
Das will ich nicht ausschließen. 
Zudem, ich weiss auch nicht, ob ich später mal Lust haben werde, wenn ich es dann geniessen kann, jede Woche zwei bis drei Tage kleine Kinder zu versorgen. Ich werde meine Enkelkinder sicher lieben, sollte ich mal welche bekommen. Aber das heisst noch lange nicht, dass ich dann Hütedienst spielen werde und für die Kinder meiner Kinder auf meinen verdienten Ruhestand verzichten werde.
Ok, das kann ich natürlich irgendwo nachvollziehen. Kleinkinder sind nicht immer einfach zu handhaben. Ich muß auch zugeben, daß ich hier nur eine persönliche Präferenz wiedergebe. Ich habe ein Problem damit, dem Staat die Erziehung von Kindern anzuvertrauen. Das wurde früher schon versucht und ist gründlich gescheitert.
Der mütterliche Teil meiner Familie kommt aus einem Land, in dem auf Familie und Familienzusammenhalt noch großen Wert gelegt wurde. Die Erziehung von Kindern war Sache der Familie - nicht die des Staates. Ich habe mich als Kind dabei immer sehr wohl gefühlt. Mir ist aber bewußt, daß nicht jeder diese Einstellung teilt. 
schönen Gruß
Andreas
Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
Jolanda, Friday, 29.10.2004, 04:05 (vor 7770 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Andreas am 29. Oktober 2004 00:42:14:
Lieber Andreas
Klar ist es am Schönsten in der Familie aufzuwachsen, aber ohne Haus und mit nur einem Auto und ein paar Einschränkungen, schafft man es die ersten vier fünf Jahre auch mit einem Einkommen und dann kann die Mama ja wieder mitarbeiten.
Ich arbeite auch abends, dann ist mein Mann bei den Kindern. Wir schaffen es auch ohne Tagesmutter und Kinderstätte zu arbeiten, so dass die Kinder trotzdem gut und liebevoll umsorgt werden.
Familie ist wichtig, ich finde es schön, dass du das als das natürlichste betrachtest, ist es eigentlich auch. Nur leider wird der Mensch immer egoistischer.
Und die Emanzipation hat uns haufenweise Frauen mit einem Selbstfindungskomplex beschert...da ist der Töpferkurs und das esoterische Seminar eben wichtiger.
Nur weil es heute nicht mehr so läuft, heisst das noch lange nicht, dass es nicht gut war, als die Familie noch da war füreinander 
Einen lieben Gruss
schickt dir
Jolanda
Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
Norbert, Friday, 29.10.2004, 12:12 (vor 7769 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Garfield am 28. Oktober 2004 19:11:16:
Hi Garfield
Obwohl mir deine Postings meist sehr zusagen, kann ich hier nicht so leicht zustimmen.
Du hast viele Varianten pro/contra Kinderwunsch angesprochen.
Wenn man von 4) absieht, aber nur Negativbeispiele angeführt.
Es gibt aber auch Menschen, die einfach meinen, dass Kinder zu ihrem Leben gehören, weil sie selbst entsprechend aufgewachsen sind. Und es zu den natürlichsten menschlichen Bedürfnissen gehört.
Dass unsere ach so moderne Gesellschaft den puren Egoismus fördert, und es Menschen zunehmend schwerer machte eine Familie zu erhalten ist aber eine Tatsache.
Ein Familie benötigt zunächst einmal etwas mehr Wohnraum.
Dieser ist, vor allem in Ballungsgebieten, recht teuer geworden.
Allerdings benötigen vier Familienmitglieder weniger Wohnraum, als es vier Singles tun, WG's mal außen vor gelassen.
Nur haben diese vier Singles dann auch pro Kopf gemessen, mehr Geld zum Leben. Da sie ihren Wohnraum deswegen leichter bezahlen können, führt dieses zu einem weiteren Preisdruck.
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sie benötigen Fürsorge.
Und verursachen, eben weil sie noch wachsen, einen grundsätzlichen Bedarf an Kleidung, den Erwachsen so nicht zwingend benötigen.
Kinderkleidung ist aber nicht sehr viel weniger teuer, als Erwachsenenkleidung.
Die Auswüchse, drei Schränke voll Kleidung, aber 'Ich habe nichts zum anziehen.', lasse ich bewußt außen vor, weil eben nicht notwendig.
Alles muß, vorwiegend von einem Einkommen bezahlt werden.
Vollends pervers wird dann das System nach einer Scheidung.
Der Unterhaltsverpflichtete muß nun einen höheren Bedarf an Wohnraum bezahlen, gleichzeitig Unterhalt, und wird ansonsten wie ein Single behandelt.
Das eine solche Erziehung zur Kinderlosigkeit führt, liegt auf der Hand.
Außerdem gibt es noch immer/ schon wieder die Kinderfeindlichkeit.
Beispiel:
Ich war mit meinen Kindern bei einem Tanztee, größere Räumlichkeiten.
Die Kinder spielten auf einer Empore räumlich außerhalb des Tanzsaals.
Trotzdem wurde mir dann Beschwerden zugetragen, daß diese zu laut gewesen wären. Sie seien Rollschuh gefahren. Die 'Rollschuhe' waren ein kleiner Puppenbuggy gewesen.
Personen, die sich im Tanzsaal aufhielten, können die Kinder gar nicht gehört haben, dazu waren die Mauern dazwischen viel zu dick.
Im Tanzsaal waren die Kinder nur ganz selten, während Tanzpausen.
Zu viele Menschen sind kinderentwöhnt, und können/wollen damit gar nicht mehr umgehen.
Sie verwechseln Kinder mit Puppen oder irgendwelchen Plüschtierchen.
Was diese aber nicht sind.
Herr Adenauer hatte möglicherweise einmal damit recht gehabt, 'Kinder bekommen die Leute sowieso.'
Er ist inzwischen widerlegt worden, samt allen Politikern die danach gehandelt haben, oder noch handeln.
Dass Unterhaltsverpflichtete in dem ganzen Haufen von (Familien-/Finanz-)Politikern überhaupt keine Lobby haben, ist leider auch nicht zu übersehen. Der Begriff taucht nur seltenst in den Nachrichten auf.
Dann meist nur als Unterhaltsverweigerer.
Eine Diskussion über die Grundlagen einer Unterhaltsberechtigung findet nicht statt.
Gruß
Norbert
Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
Garfield, Tuesday, 02.11.2004, 14:58 (vor 7765 Tagen) @ Norbert
Als Antwort auf: Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Norbert am 29. Oktober 2004 09:12:21:
Hallo Norbert!
Ich stimme dir ja im Prinzip durchaus zu. Allerdings ist es auch so, daß Menschen mit Kindern ja durch Kindergeld, Kinderfreibeträge usw. auch eine gewisse Entlastung bekommen. Kinderlose dagegen tragen die volle Steuerlast und kriegen keine zusätzlichen Leistungen. Dadurch entsteht ja überhaupt erst das von dir erwähnte Problem der geschiedenen Unterhaltspflichtigen, die steuerlich wie Alleinlebende behandelt werden, obwohl sie tatsächlich nach wie vor eine Familie ernähren müssen.
Wenn nun alle Menschen Kinder hätten, dann wären diese zusätzlichen Leistungen nicht mehr finanzierbar. Weil dann einerseits die Steuereinnahmen deutlich sinken, andererseits aber die Ausgaben allein durch höhere Kindergeld-Zahlungen deutlich steigen würden. Diese Leistungen sind nur finanzierbar, solange es genügend kinderlose Menschen gibt, die diese Leistungen nicht bekommen, dafür aber höhere Steuern zahlen. Gäbe es diese Menschen nicht mehr, dann würde man die Eltern wieder stärker belasten müssen, und da die Lebenshaltungskosten natürlich nicht umgekehrt proportional zu dieser Mehrbelastung sinken würden, hätten sehr viele Eltern so sehr schnell echte finanzielle Probleme.
Dann hast du noch das Problem erwähnt, daß Kinder heute immer weniger akzeptiert werden.
Das liegt nicht nur daran, daß viele Menschen heute keine Kinder mehr gewöhnt sind. Es liegt noch viel mehr daran, daß viele Eltern ihre Kinder heute nicht mehr erziehen und daß die Kinder sich deshalb oft benehmen wie die Äxte im Walde.
Noch vor einigen Jahren konnte ich es auch nicht verstehen, daß manche Leute immer so auf Kinder geschimpft haben. Ich habe dabei nämlich meine eigene Kinderzeit als Maßstab angelegt. Ich wäre als Kind nie auf die Idee gekommen, anderen Leuten ganz bewußt irgendwelchen Schaden anzurichten. Heute tun Kinder das aber.
Ich habe 6 Jahre lang mit meiner Frau in einem Mietshaus mit 6 Wohnungen gelebt. In diesem Haus hatten noch nicht einmal alle Familien Kinder, und es war auch nie eine Familie mit mehr als 2 Kindern dabei.
Trotzdem hatten wir im Laufe dieser 6 Jahre folgende Schäden: Eine beschädigte Fensterscheibe, ein eingetretener Knopf an der Waschmaschine, zwei zerkratzte Motorhauben und zwei zerkratzte Seitentüren an drei verschiedenen Autos (zwei davon waren so gut wie neu), ein zugeklebtes Schloß an einer Autotür und ein verbogenes Schließblech an der Wohnungstür. Dazu kamen noch "Kleinigkeiten" wie aus dem Briefkasten gezogene Post, Saftspritzer an den Fenstern usw. Wir mußten uns ein Postfach zulegen, um sicher sein zu können, daß wir unsere Post auch bekommen. Zusätzlich hat sich meine Frau auf dem Parkplatz ihrer Arbeitsstelle zwei Reifen kaputt gefahren, weil eine Tochter von Anwohnern dort Nägel verstreut hat.
Die beschädigte Fensterscheibe hat die Haftpflichtversicherung der Eltern des Kindes bezahlt. Das war aber nur möglich, weil wir zufällig gesehen haben, welches Kind den Stein geworfen hat. Wenn wir es nicht gesehen hätten, wären natürlich wieder alle unschuldig gewesen, und der Vermieter hätte uns den Schaden von der Kaution abgezogen.
Für alle anderen Schäden durften wir selbst aufkommen. Bei der Sache mit den Reifen hatte meine Frau zwar das Glück, daß ein Passant zufällig dieses Mädchen dabei gesehen hat, wie sie die Nägel dort auf dem Parkplatz verstreute. Es gab auch ein Gerichtsverfahren, die Eltern legten einen Offenbarungseid ab, und meine Frau sah keinen Cent.
Und wir hatten bisher noch Glück. Eine Kollegin meiner Frau hat ein Haus mit Garten. Da klettern immer wieder Kinder über den Zaun und stehlen Obst und Gemüse. Okay - das haben Kinder auch früher schon gemacht. Heute bleibt es aber nicht dabei. Natürlich hat die Gartenbesitzerin sich darüber bei den Eltern der Kinder beschwert. Eines Tages stellte sie dann fest, daß in einem gepflasterten Weg in ihrem Garten überall Pflastersteine fehlten. Die hatten die Kinder rausgerissen und mitgenommen. Dann sah sie Kinder auf einer Wiese in ihrem Garten herumlaufen. Sie sah, daß sie irgendetwas auf die Wiese warfen. Sie ging raus, rief etwas, und die Kinder liefen weg. Sie ging zur Wiese und fand dort im Gras überall Glasscherben. Sie geht in ihrem Garten oft barfuß. Das hatten die Kinder gesehen, und sie haben die Scherben dort verstreut, damit sie sich daran die Füße aufschneidet. Die Frau hat mittlerweile schon Angst davor, nach Hause zu fahren, weil sie nie weiß, was sie da nun wieder erwartet. Daß irgendwelche Gören ihr auf der Straße etwas hinter brüllen, würde sie ja noch nichtmal stören. Wenn man aber massive Schäden im Garten oder am Haus hat, dann sieht das schon anders aus.
Du kannst dir wahrscheinlich gar nicht vorstellen, wie verwahrlost viele Kinder heute sind. Denen werden keine Grenzen mehr gesetzt, und deshalb kennen sie auch keine mehr. Rücksichtnahme ist für die ein Fremdwort. Ihre Eltern haben keine Zeit oder keine Lust, sich mit ihren Kindern zu beschäftigen. Die schicken sie raus auf die Straße, damit sie selbst ihre Ruhe haben, und so toben sie sich dann bei anderen aus.
Und nicht nur das: Manche Eltern hetzen ihre Kinder bewußt oder unbewußt gegen Leute auf, die sie nicht leiden können. In dem Miethaus, in dem wir bis vor kurzem noch wohnten, lief das so, daß jeder, der mit einer bestimmten Frau aus dem Haus Probleme hatte, kurz darauf ganz zufällig lange Kratzer an seinem Auto vorfand. Das ist nicht nur uns so gegangen. Eine andere Frau aus dem Haus hatte auch Streit mit dieser Tusse, und kurz darauf hatte das Auto ihres Mannes an einer Seite mehrere lange Kratzer, schön von vorn bis hinten. Plötzlich warfen ihr dann auch Kinder, die sie gar nicht kannte, kleine Steinchen und Beeren gegen die Fensterscheiben.
Verantwortungslosigkeit ist heute ganz groß in Mode. Wirtschaftsbosse und Spitzenpolitiker machen es im Großen vor, und ein großer Teil der Bevölkerung tut es ihnen im Kleinen nach. Nicht nur Kinderlose, sondern auch Eltern. Und das ist höchst fatal, weil die Kinder dieser Eltern so keine Erziehung mehr bekommen und damit sich selbst und anderen immer wieder Probleme bereiten werden.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
synergie, Wednesday, 03.11.2004, 14:57 (vor 7764 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Garfield am 02. November 2004 12:58:35:
Guten Tag!
Du kannst dir wahrscheinlich gar nicht vorstellen, wie verwahrlost viele Kinder heute sind. Denen werden keine Grenzen mehr gesetzt, und deshalb kennen sie auch keine mehr. Rücksichtnahme ist für die ein Fremdwort. Ihre Eltern haben keine Zeit oder keine Lust, sich mit ihren Kindern zu beschäftigen. Die schicken sie raus auf die Straße, damit sie selbst ihre Ruhe haben, und so toben sie sich dann bei anderen aus.
Hierzu paßt auch Folgendes:
"Tatort Familie: Elternmisshandlung nimmt zu - mehr erzieherische Präsenz zeigen
Gewalt in der Familie sei kein neues Thema, Gewalt von Kindern gegen ihre Eltern hingegen schon. Elternmisshandlung werde "in ganz erstaunlichem Maße tabuisiert und in der Wissenschaft kaum behandelt", erklärte Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Wilhelm Rotthaus kürzlich bei einem familientherapeutischen Kongress in Magdeburg. Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF) schilderte auf deren Jahrestagung die zunehmenden Fälle der körperlichen Misshandlung von Eltern durch deren Kinder: "Kinder werfen mit Gegenständen nach ihren Eltern, stoßen sie hin und her und gehen mit Faustschlägen und Tritten auf sie los."
Die betroffenen Eltern seien erst in äußerster Not bereit, ihr Familienproblem gegenüber Verwandten, Bekannten oder aber Therapeuten zu öffnen, da sie ein tiefes Empfinden für die Unnatürlichkeit der Situation hätten und Schuldvorwürfe fürchteten....."
http://www.dgsf.org/presse/pressemitteilungen/Folder.2004-08-31.3952403949/Document.200...
Verantwortungslosigkeit ist heute ganz groß in Mode. Wirtschaftsbosse und Spitzenpolitiker machen es im Großen vor, und ein großer Teil der Bevölkerung tut es ihnen im Kleinen nach. Nicht nur Kinderlose, sondern auch Eltern. Und das ist höchst fatal, weil die Kinder dieser Eltern so keine Erziehung mehr bekommen und damit sich selbst und anderen immer wieder Probleme bereiten werden.
Die Ursachen für den Niedergang der Familie sehe ich in dem ausufernden Wohlfahrtsstaat, der dem Individuum die Verantwortung für sein eigenes Leben abgenommen hat.
Wozu aufwendige Erziehungsarbeit leisten, wenn es doch staatliche Schulen, staatliche Kindergärten und demnächst flächendeckend staatliche Kinderkrippen gibt? Soll sich doch der Staat um die Kinder kümmern. Wozu überhaupt Kinder in die Welt setzen, wenn es die Rente "vom Staat" gibt und man niemanden mehr benötigt, der sich im Alter um einen kümmert? Die finanziellen Mittel für die Kinderaufzucht werden lieber für Ziele aufgewendet, die eine unmittelbare Bedürfnisbefriedigung ermöglichen.
So sinkt der Wert des Kindes. Kinder spüren das und reagieren entsprechend.
Dieser Mentalitätswandel ist so tiefgreifend, daß selbst durch die im Vergleich zu anderen Staaten deutlich höheren Umverteilungsmittel für Familien die Geburtenrate nicht nach oben zu bringen ist. Die übliche Lösung wird in noch mehr Umverteilung gesehen (der letzte Schrei ist momentan das "Kinderwahlrecht"). Noch mehr Umverteilung bedeutet aber nichts anderes, als genau die Institution noch weiter zu stärken, die ursächlich für das Desaster verantwortlich ist, der Wohlfahrtsstaat.
Der Ökonom und Philosoph Hans-Hermann Hoppe schreibt in seinem Buch "Demokratie - Der Gott, der keiner ist":
"...Um dies zu verstehen, ist es lediglich nötig, sich eines der fundamentalsten Gesetze der Ökonomie wieder zu vergegenwärtigen, das besagt, daß jede Zwangsumverteilung von Vermögen oder Einkommen, unabhängig auf welche Kriterien sie begründet ist, bedeutet, von einigen - den Habenden von etwas - etwas wegzunehmen und es anderen - den Nichthabenden von etwas - zu geben. Entsprechend ist der Anreiz, ein Habender zu sein, reduziert, und der Anreiz, ein Nichthabender zu sein, vergrößert. Ein Habender hat etwas was normalerweise als "gut" betrachtet wird, und was der Nichthabende nicht hat, ist "schlecht" oder ein Mangel. Dies ist der Gedanke, der jeder Umverteilung unterliegt: einige haben zuviel des Guten und andere zuwenig. Das Resultat jeder Umverteilung ist, daß zukünftig weniger Güter produziert werden und zunehmend mehr Ungüter, weniger Perfektion und mehr Mangel. Indem mit Steuergeldern (mit Geldern, die anderen entwendet wurden) arme Menschen ("schlecht") subventioniert werden, wird mehr Armut erzeugt. Indem Menschen subventioniert werden, weil sie arbeitslos sind ("schlecht"), wird mehr Arbeitslosigkeit erzeugt. Indem unverheiratete Mütter ("schlecht") subventioniert werden, wird es mehr unverheiratete Mütter und mehr uneheliche Geburten geben usw.
Offensichtlich ist diese grundlegende Einsicht auf das gesamte sogenannte Sozialversicherungssystem anwendbar, das in ganz Westeuropa (seit den 1880er Jahren) und den USA (seit den 1930er Jahren) implementiert worden ist: die Regierungs-Zwangs"versicherung" gegen Altersarmut, Krankheit, Verletzungen am Arbeitsplatz, Arbeitslosigkeit, Armut usw. In Verbindung mit dem noch älteren Zwangssystem der öffentlichen Bildung summieren sich diese Institutionen und Praktiken zu einem massiven Angriff auf die Institution der Familie und der persönlichen Verantwortung. Indem Individuen von der Pflicht befreit werden, für ihr eigenes Einkommen, ihre Gesundheit, Sicherheit, ihre Rente und die Ausbildung ihrer Kinder zu sorgen, sinken die Reichweite und der Zeithorizont der privaten Vorsorge, und der Wert von Ehe, Familie, Kindern und verwandschaftlichen Beziehungen wird vermindert. Unverantwortlichkeit, Kurzsichtigkeit, Nachlässigkeit, Krankheit und sogar Zerstörungswut (Ungüter) werden gefördert, und Verantwortung, Weitblick, Fleiß, Gesundheit und Konservatismus (Güter) werden bestraft."
Es geht nicht beides: entweder Sozialismus, d.h. so weitermachen wie bisher, oder Eigenverantwortung, die automatisch traditionelle Werte und Moral wiederherstellt und zu starken Familien führt.
Gruß
s
Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
Paul, Wednesday, 03.11.2004, 20:36 (vor 7764 Tagen) @ synergie
Als Antwort auf: Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von synergie am 03. November 2004 12:57:52:
Guten Tag!
Du kannst dir wahrscheinlich gar nicht vorstellen, wie verwahrlost viele Kinder heute sind. Denen werden keine Grenzen mehr gesetzt, und deshalb kennen sie auch keine mehr. Rücksichtnahme ist für die ein Fremdwort. Ihre Eltern haben keine Zeit oder keine Lust, sich mit ihren Kindern zu beschäftigen. Die schicken sie raus auf die Straße, damit sie selbst ihre Ruhe haben, und so toben sie sich dann bei anderen aus.
Hierzu paßt auch Folgendes:
"Tatort Familie: Elternmisshandlung nimmt zu - mehr erzieherische Präsenz zeigen
Gewalt in der Familie sei kein neues Thema, Gewalt von Kindern gegen ihre Eltern hingegen schon. Elternmisshandlung werde "in ganz erstaunlichem Maße tabuisiert und in der Wissenschaft kaum behandelt", erklärte Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Wilhelm Rotthaus kürzlich bei einem familientherapeutischen Kongress in Magdeburg. Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF) schilderte auf deren Jahrestagung die zunehmenden Fälle der körperlichen Misshandlung von Eltern durch deren Kinder: "Kinder werfen mit Gegenständen nach ihren Eltern, stoßen sie hin und her und gehen mit Faustschlägen und Tritten auf sie los."
Die betroffenen Eltern seien erst in äußerster Not bereit, ihr Familienproblem gegenüber Verwandten, Bekannten oder aber Therapeuten zu öffnen, da sie ein tiefes Empfinden für die Unnatürlichkeit der Situation hätten und Schuldvorwürfe fürchteten....."
http://www.dgsf.org/presse/pressemitteilungen/Folder.2004-08-31.3952403949/Document.200...
Verantwortungslosigkeit ist heute ganz groß in Mode. Wirtschaftsbosse und Spitzenpolitiker machen es im Großen vor, und ein großer Teil der Bevölkerung tut es ihnen im Kleinen nach. Nicht nur Kinderlose, sondern auch Eltern. Und das ist höchst fatal, weil die Kinder dieser Eltern so keine Erziehung mehr bekommen und damit sich selbst und anderen immer wieder Probleme bereiten werden.
Die Ursachen für den Niedergang der Familie sehe ich in dem ausufernden Wohlfahrtsstaat, der dem Individuum die Verantwortung für sein eigenes Leben abgenommen hat.
Wozu aufwendige Erziehungsarbeit leisten, wenn es doch staatliche Schulen, staatliche Kindergärten und demnächst flächendeckend staatliche Kinderkrippen gibt? Soll sich doch der Staat um die Kinder kümmern. Wozu überhaupt Kinder in die Welt setzen, wenn es die Rente "vom Staat" gibt und man niemanden mehr benötigt, der sich im Alter um einen kümmert? Die finanziellen Mittel für die Kinderaufzucht werden lieber für Ziele aufgewendet, die eine unmittelbare Bedürfnisbefriedigung ermöglichen.
So sinkt der Wert des Kindes. Kinder spüren das und reagieren entsprechend.
Dieser Mentalitätswandel ist so tiefgreifend, daß selbst durch die im Vergleich zu anderen Staaten deutlich höheren Umverteilungsmittel für Familien die Geburtenrate nicht nach oben zu bringen ist. Die übliche Lösung wird in noch mehr Umverteilung gesehen (der letzte Schrei ist momentan das "Kinderwahlrecht"). Noch mehr Umverteilung bedeutet aber nichts anderes, als genau die Institution noch weiter zu stärken, die ursächlich für das Desaster verantwortlich ist, der Wohlfahrtsstaat.
Der Ökonom und Philosoph Hans-Hermann Hoppe schreibt in seinem Buch "Demokratie - Der Gott, der keiner ist":
"...Um dies zu verstehen, ist es lediglich nötig, sich eines der fundamentalsten Gesetze der Ökonomie wieder zu vergegenwärtigen, das besagt, daß jede Zwangsumverteilung von Vermögen oder Einkommen, unabhängig auf welche Kriterien sie begründet ist, bedeutet, von einigen - den Habenden von etwas - etwas wegzunehmen und es anderen - den Nichthabenden von etwas - zu geben. Entsprechend ist der Anreiz, ein Habender zu sein, reduziert, und der Anreiz, ein Nichthabender zu sein, vergrößert. Ein Habender hat etwas was normalerweise als "gut" betrachtet wird, und was der Nichthabende nicht hat, ist "schlecht" oder ein Mangel. Dies ist der Gedanke, der jeder Umverteilung unterliegt: einige haben zuviel des Guten und andere zuwenig. Das Resultat jeder Umverteilung ist, daß zukünftig weniger Güter produziert werden und zunehmend mehr Ungüter, weniger Perfektion und mehr Mangel. Indem mit Steuergeldern (mit Geldern, die anderen entwendet wurden) arme Menschen ("schlecht") subventioniert werden, wird mehr Armut erzeugt. Indem Menschen subventioniert werden, weil sie arbeitslos sind ("schlecht"), wird mehr Arbeitslosigkeit erzeugt. Indem unverheiratete Mütter ("schlecht") subventioniert werden, wird es mehr unverheiratete Mütter und mehr uneheliche Geburten geben usw.
Offensichtlich ist diese grundlegende Einsicht auf das gesamte sogenannte Sozialversicherungssystem anwendbar, das in ganz Westeuropa (seit den 1880er Jahren) und den USA (seit den 1930er Jahren) implementiert worden ist: die Regierungs-Zwangs"versicherung" gegen Altersarmut, Krankheit, Verletzungen am Arbeitsplatz, Arbeitslosigkeit, Armut usw. In Verbindung mit dem noch älteren Zwangssystem der öffentlichen Bildung summieren sich diese Institutionen und Praktiken zu einem massiven Angriff auf die Institution der Familie und der persönlichen Verantwortung. Indem Individuen von der Pflicht befreit werden, für ihr eigenes Einkommen, ihre Gesundheit, Sicherheit, ihre Rente und die Ausbildung ihrer Kinder zu sorgen, sinken die Reichweite und der Zeithorizont der privaten Vorsorge, und der Wert von Ehe, Familie, Kindern und verwandschaftlichen Beziehungen wird vermindert. Unverantwortlichkeit, Kurzsichtigkeit, Nachlässigkeit, Krankheit und sogar Zerstörungswut (Ungüter) werden gefördert, und Verantwortung, Weitblick, Fleiß, Gesundheit und Konservatismus (Güter) werden bestraft."
Es geht nicht beides: entweder Sozialismus, d.h. so weitermachen wie bisher, oder Eigenverantwortung, die automatisch traditionelle Werte und Moral wiederherstellt und zu starken Familien führt.
Gruß
s
Es gibt ja auch ganz sicher nichts zwischen Sozialismus und einer vollkommen deregulierten Marktwirtschaft! Wie einfach die Welt für manche doch ist. Das Hoppe-Zitat ist auch ein glänzendes Beispiel für die "Elfenbeinturm"-Denke der etablierten Ökonomie, irgendwie habe ich aber immer den Eindruck, daß gerade diese Professoren diejenigen sind, die in der freien Wirtschaft am wenigsten überlebensfähig wären. Seine Darstellung vereinfacht die Prozesse in der real existierenden Gesellschaft derart grob, daß es zumindest mir langsam zu dumm ist, mich mit diesen immer wieder als "Wahrheit" deklarierten, an der Realität vorbeigehenden Wahnvorstellungen auseinanderzusetzen.
Gruss,
Paul, Selbständiger und Spekulant (nur damit klar ist, daß ich durchaus nicht die "Linke" vertrete)
PS: Mal ganz provokant gefragt: Warum habe ich den Eindruck, daß ausgerechnet die Apologeten eines "Anarchokapitalismus" offenbar garnicht zu den den gesellschaftlichen Gewinnern zählen, sondern eher das Gegenteil repräsentieren? Wenn ich mich recht erinnere, hat der letzte von dieser Sorte ("daddeldu", welcher sich aus einer interessant werdenen Diskussion dann einfach davongestohlen hat) nicht mal einen Job gehabt. Ich weiss, das ist böse. Aber es musste mal gesagt werden...
Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
Eugen Prinz, Wednesday, 03.11.2004, 22:00 (vor 7764 Tagen) @ Paul
Als Antwort auf: Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Paul am 03. November 2004 18:36:57:
Es gibt ja auch ganz sicher nichts zwischen Sozialismus und einer vollkommen deregulierten Marktwirtschaft! Wie einfach die Welt für manche doch ist. ... ...irgendwie habe ich aber immer den Eindruck, daß gerade diese Professoren diejenigen sind, die in der freien Wirtschaft am wenigsten überlebensfähig wären.
Sehr schön! Da hast du mir die Worte aus dem Munde genommen.
PS: Mal ganz provokant gefragt: Warum habe ich den Eindruck, daß ausgerechnet die Apologeten eines "Anarchokapitalismus" offenbar garnicht zu den den gesellschaftlichen Gewinnern zählen, sondern eher das Gegenteil repräsentieren?
Naja, die "Looser" praktizieren hier möglicherweise eine Art verbale Dissonanzreduktion. Die Foren haben ja zu einem nicht geringen Teil die Funktion, die real erlebte - oder auch nur die imaginierte Ohnmacht wenigstens verbal kompensieren zu können. Von den Gewinnern dürften sich dagegen eher wenige in diesen Foren tummeln,
...außer allen Anwesenden natürlich 
Eugen
Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
synergie, Thursday, 04.11.2004, 17:57 (vor 7763 Tagen) @ Paul
Als Antwort auf: Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Paul am 03. November 2004 18:36:57:
Es gibt ja auch ganz sicher nichts zwischen Sozialismus und einer vollkommen deregulierten Marktwirtschaft! Wie einfach die Welt für manche doch ist. Das Hoppe-Zitat ist auch ein glänzendes Beispiel für die "Elfenbeinturm"-Denke der etablierten Ökonomie, irgendwie habe ich aber immer den Eindruck, daß gerade diese Professoren diejenigen sind, die in der freien Wirtschaft am wenigsten überlebensfähig wären. Seine Darstellung vereinfacht die Prozesse in der real existierenden Gesellschaft derart grob, daß es zumindest mir langsam zu dumm ist, mich mit diesen immer wieder als "Wahrheit" deklarierten, an der Realität vorbeigehenden Wahnvorstellungen auseinanderzusetzen.
[quote]Gruss,
Paul, Selbständiger und Spekulant (nur damit klar ist, daß ich durchaus nicht die "Linke" vertrete)
PS: Mal ganz provokant gefragt: Warum habe ich den Eindruck, daß ausgerechnet die Apologeten eines "Anarchokapitalismus" offenbar garnicht zu den den gesellschaftlichen Gewinnern zählen, sondern eher das Gegenteil repräsentieren? Wenn ich mich recht erinnere, hat der letzte von dieser Sorte ("daddeldu", welcher sich aus einer interessant werdenen Diskussion dann einfach davongestohlen hat) nicht mal einen Job gehabt. Ich weiss, das ist böse. Aber es musste mal gesagt werden...[/quote]
Wie einfach doch die Welt ist, wenn man Eindrücke hat.
Hoppe in der freien Wirtschaft kaum überlebensfähig. Fakten gibt es für diese Annahme nicht, nur einen Eindruck. Wer ihn zitiert, um aufzuzeigen,
in welcher Richtung sich der Ausweg aus den Problemen der westlichen Länder
befinden könnte, wird kurzerhand zum "Apologeten" eines staatenlosen Gesellschaftsmodells gemacht. Zu einer "Sorte" Mensch, vermutlich beitslose
"Looser", die das Forum zur Kompensation tatsächlicher oder eingebildeter Ohnmachtsgefühle gebrauchen (Eugen Prinz). Abenteuerlich.
Sehr unangenehm, quasi aus dem luftleeren Raum heraus persönlich
diffamiert zu werden. Schlechter Stil, meine Herren!
Gruß
s
@ Max und alle - Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
Ekki, Thursday, 04.11.2004, 18:58 (vor 7763 Tagen) @ synergie
Als Antwort auf: Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von synergie am 04. November 2004 15:57:50:
Hallo allerseits!
Ich wollte vor einigen Stunden auf ein anderes Posting zu diesem Thread antworten, erhielt jedoch die Meldung, daß der Thread geschlossen sei.
Da jetzt offenbar doch wieder ein Posting mit Bezugnahme auf diesen Thread auftaucht, nehme ich dies zum Anlaß, auf eine Äußerung von Max zu antworten:
Max, Du hattest geschrieben, es habe Dir noch niemand die Frage beantwortet, worin der Sinn des Frau-Seins bestehe, wenn nicht im Kinder Gebären.[/i]
Da wir ja zwei "alte Foren-Bekannte" sind, wunderte mich diese Äußerung ein bißchen, da es doch Äußerungen mehr als genug von mir gibt, die Du als Antwort auf diese Frage verstehen könntest.
Wie auch immer, hier die explizite Antwort:
Für mich ist das Erleben von sexueller Lust ein Wert an sich, die Zeugung von Nachkommenschaft ein Akt der Arterhaltung. Diesen Akt kann man tätigen oder auch nicht. In jedem Fall brauchen der menschliche Organismus und die menschliche Psyche unendlich viel mehr körperliche Zuneigung als Zeugungsvorgänge. Es wäre nicht nur physisch, sondern in überhaupt gar keiner Weise zu verkraften, wollte man so oft zeugen, wie man das Bedürfnis nach körperlicher Nähe hat. Was geschieht, wo das auch nur annähernd versucht wird, kann man ja in den "Klein-Istanbuls", den Türken-Vierteln unserer Städte, beobachten. Die Frauen permanent schwanger und früh gealtert, das Bildungsniveau minimal. Ich wünsche mir solche Zustände für die deutsche Gesellschaft nicht.
Es liegt mir sehr daran, in diesem Kontext noch ein großes allgemeines Lob[/i][/u] loszuwerden:
Ich finde es großartig[/i][/u], mit welcher Intensität, Differenziertheit und Sachkenntnis in dem besagten Thread darauf eingegangen wurde, daß die Entscheidung für oder gegen Kinder zuallerletzt finanziell (materiell) motiviert ist. Auch die Tatsache, daß auf der Web-Seite der Tagesschau ein entsprechender Kommentar auftauchte, hat mir richtig gutgetan.
Leider konnte ich aufgrund extremer Arbeitsüberlastung bei diesem Thread nicht mitschreiben, und es waren unglaublich viele erwägenswerte Aspekte darin. Ich will nur einen herausgreifen, der von Ruth Teibold-Wagner[/i] angeführt wurde:
Es gab in Rom eine aktive Bevölkerungspolitik, die über Geld und Privilegien versuchte, die Römer zum vermehrten Kinderkriegen zu animieren. Die Römer merkten genau, was passierte, und sie versuchten vergeblich gegen zu steuern, nämlich dass sie als Staatsvolk in einem Meer anderer Völker innerhalb eines ÜBERDEHNTEN IMPERIUMS (!) untergingen.(Übrigens ist genau das ein schwerwiegendes Argument gegen den Beitritt der Türkei.)
index.php?id=35717
Vielleicht erinnnert sich ja noch der/die eine oder andere daran, daß ich in das leider, leider unauffindbar verschwundene, vorherige "M&M"-Forum ein Posting mit dem Titel "Mehr habt ihr zu diesem Mega-Thema nicht zu sagen"[/i] hineingestellt hatte, das breiteste Resonanz fand.
Als dann ein paar Wochen später das Thema "Kinderkriegen" wiederum nur unter reinen "Pinke-Pinke"-Gesichtspunkten abgehandelt wurde, habe ich ein weiteres Posting mit dem Stoßseufzer-Titel "Alles umsonst gewesen!"[/i] ins damalige Forum gestellt.
Der hier in Rede stehende Thread ist für mich ein höchst erfreulicher Beleg dafür, daß eben nicht alles umsonst war, daß die Diskussion endlich in die richtigen Bahnen kommt[/i][/u] - und zwar nicht nur[/i][/u] hier im kleinen Kreis der Foren-Community, sondern[/i][/u] in der Tagesschau und damit in der denkbar breitesten Öffentlichkeit.[/i][/u]
Meiner Ansicht nach würden meine Gesinnungsgenossen - d.h. diejenigen Menschen, die sich offen dazu bekennen, keine Kinder haben wollen, weil sie dieselben eben nicht[/i][/u] als Bereicherung ihres Lebens empfänden - einen schweren Fehler begehen[/i][/u], wenn sie dächten: "Laß die Diskussion um die sinkende Geburtenrate doch ruhig in die falsche Richtung laufen - hinter dem Schutzwall dieser Ignoranz sind wir freiwillig Kinderlosen am sichersten vor einer Umkehr dieses Trends."
Ich bin fest überzeugt, daß es nie, aber auch wirklich nie[/i][/u] gut für irgendjemanden ist, wenn eine Diskussion über ein wichtiges gesellschaftliches Thema auf eine dumme oder verlogene Weise geführt wird. Die Dinge müssen beim Namen genannt werden, nichts darf unausgesprochen bleiben, und vor allem müssen alle das Rückgrat haben, zu ihrer jeweiligen Haltung zu stehen.[/i][/u]
In diesem Forum scheint es so zu laufen, und das ist gut so![/i][/u]
Herzliche Grüße von
Ekki
Re: @ Max und alle - Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
Max, Friday, 05.11.2004, 10:53 (vor 7762 Tagen) @ Ekki
Als Antwort auf: @ Max und alle - Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Ekki am 04. November 2004 16:58:36:
Hi Ekki,
Für mich ist das Erleben von sexueller Lust ein Wert an sich, die Zeugung von Nachkommenschaft ein Akt der Arterhaltung. Diesen Akt kann man tätigen oder auch nicht. In jedem Fall brauchen der menschliche Organismus und die menschliche Psyche unendlich viel mehr körperliche Zuneigung als Zeugungsvorgänge. Es wäre nicht nur physisch, sondern in überhaupt gar keiner Weise zu verkraften, wollte man so oft zeugen, wie man das Bedürfnis nach körperlicher Nähe hat. Was geschieht, wo das auch nur annähernd versucht wird, kann man ja in den "Klein-Istanbuls", den Türken-Vierteln unserer Städte, beobachten. Die Frauen permanent schwanger und früh gealtert, das Bildungsniveau minimal.Ich wünsche mir solche Zustände für die deutsche Gesellschaft nicht.
...daß das Erleben sexueller Lust ein "Wert an sich" ist, das kann jede Nutte bestätigen und in Zahlen ausdrücken...*Späässchen*.
Klar ist es ein "Wert an sich", aber erst seitdem die Folgen dieser Lust verhütet werden können. Vorher war diese Lust gekoppelt an die Zeugung von Nachkommenschaft. Diese Entkoppelung hat den Nutzen, daß wir nicht jedesmal, wenn wir eine Zeugung imitieren, Kinder kriegen. Das heißt aber noch lange nicht, daß wir uns gegen jede Nachkommenschaft entscheiden dürfen. Moral halt...
Was deinen Türkenvergleich angeht, so halte ich den für "unterste Schublade". Türke ist nicht gleich Türke. Und das hier:"...das Bildungsniveau minimal.Ich wünsche mir solche Zustände für die deutsche Gesellschaft nicht."- beschreibt bereits die Realität in Deutschland, ob du dir das wünscht oder nicht. Bei der fachlichen Ausbildung sind Hopfen und Malz noch nicht verloren, bei der Bildung schon (v.Hentig: Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles, was man einmal gelernt hat, wieder vergessen hat). Deutschland wimmelt von Fachidioten.
Meine zentrale Frage bleibt also unbeantwortet: Warum ist eine Frau eine Frau und kein Mann, ein Auto oder ein Plattenbau? Vielleicht doch deswegen, weil ihr eine Aufgabe "zugedacht" ist, die nur sie erfüllen kann?
Weil in der schieren Tatsache, daß es eben Mann und Frau gibt, ein Sinn liegt?
Freundlicher Gruß - Max
Re: @ Max und alle - Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
Ekki, Friday, 05.11.2004, 11:40 (vor 7762 Tagen) @ Max
Als Antwort auf: Re: @ Max und alle - Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Max am 05. November 2004 08:53:30:
Hallo Max!
Hi Ekki,
...daß das Erleben sexueller Lust ein "Wert an sich" ist, das kann jede Nutte bestätigen und in Zahlen ausdrücken...*Späässchen*.
Klar ist es ein "Wert an sich", aber erst seitdem die Folgen dieser Lust verhütet werden können. Vorher war diese Lust gekoppelt an die Zeugung von Nachkommenschaft. Diese Entkoppelung hat den Nutzen, daß wir nicht jedesmal, wenn wir eine Zeugung imitieren, Kinder kriegen. Das heißt aber noch lange nicht, daß wir uns gegen jede Nachkommenschaft entscheiden dürfen. Moral halt...
Hier haben wir halt einen Dissenz, der ja in dem Ausgangsthread auch schon zwischen Dir und anderen Forenteilnehmern diskutiert wurde: Die Frage, ob Freiheit auch Beliebigkeit bedeutet, wird unterschiedlich beantwortet.
Eine Einschränkung muß ich machen:
Ich bin durchaus der Meinung, daß der Beliebigkeit Grenzen gesetzt werden müssen.[/i][/u] Z.B. würde ich mir nicht eine Gesellschaft wünschen, in der jeder beliebig jeden umbringen darf.
Es dürfte im Übrigen auch kaum jemanden geben, der im vollen Sinne des Wortes für Beliebigkeit plädiert. Nur eben um die Frage, wo die Beliebigkeit enden muß,[/i][/u] wird wohl immer gestritten werden.
Was deinen Türkenvergleich angeht, so halte ich den für "unterste Schublade". Türke ist nicht gleich Türke.
Ja, da habe ich nicht differenziert genug formuliert. Ohne mich dafür exkulpieren zu wollen: Du hattest vor einiger Zeit in Deinem Forum eine Auseinandersetzung über eben diesen Punkt, als ein anderer Forenteilnehmer Dir vorwarf, alle Ossis über einen Kamm geschoren zu haben. Deine Antwort damals: "Differenzier um Himmels willen selber. Ich weiß, daß Ossi nicht gleich Ossi ist. Aber mir gehen die Ossis halt tierisch auf den Sack."
Tja, es geht halt mit jedem mal der Gaul durch.
Aber zurück zu den Türken:
Es gibt mir schon zu denken, daß in der Türkei selbst die Zahl der westlich orientierten Menschen sehr viel höher ist als unter den in Deutschland lebenden Türken. Und um es deutlich zu sagen: Mir tun die Türkinnen in Deutschland leid[/i][/u] (ich hatte selbst in meiner nächsten Umgebung einen Fall von Zwangsverheiratung, habe darüber auch im alten "M&M"-Forum berichtet). Aber mit denen, die diese Zustände erzeugen und mitten in der europäischen Zivilisation Parallelgesellschaften schaffen, habe ich kein Mitgefühl.
Und das hier:"...das Bildungsniveau minimal.Ich wünsche mir solche Zustände für die deutsche Gesellschaft nicht."- beschreibt bereits die Realität in Deutschland, ob du dir das wünscht oder nicht. Bei der fachlichen Ausbildung sind Hopfen und Malz noch nicht verloren, bei der Bildung schon (v.Hentig: Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles, was man einmal gelernt hat, wieder vergessen hat). Deutschland wimmelt von Fachidioten.
Ich habe nicht nur kein Problem, Dir hier zuzustimmen, sondern bin noch viel pessimistischer: Auch bei der Ausbildung ist Deutschland inzwischen ziemlich am ... Gesäß.
Meine zentrale Frage bleibt also unbeantwortet: Warum ist eine Frau eine Frau und kein Mann, ein Auto oder ein Plattenbau? Vielleicht doch deswegen, weil ihr eine Aufgabe "zugedacht" ist, die nur sie erfüllen kann?
Weil in der schieren Tatsache, daß es eben Mann und Frau gibt, ein Sinn liegt?
Freundlicher Gruß - Max
Der Sinn liegt schon darin. Was aber Dein Postulat betrifft, daß jede Frau einfach gebären müssen solle und dies nicht diskutiert werden dürfe, so hat dieses Postulat das "für sich", daß es nicht umsetzbar ist. Man könnte Fernseh-Sketche ohne Ende drehen über eine gedachte Gesellschaft, in der die Staatsbeamten die Untertanen zum Zeugungsakt zwingen wollen - und sei es nur durch "Überredung". Die Menschen zu einem bestimmten Lebensentwurf "verdonnern" zu wollen, ist kaum möglich.
Und auch hier bin ich wieder objektiv genug, einzugestehen, daß es andere Fälle gibt, in denen Menschen von der Freiheit zur Gestaltung ihres Lebensentwurfes einen Gebrauch machen, der mir[/i][/u] Magenkrämpfe verursacht. Aber damit muß ich leben - und vor allem muß ich mir immer wieder klarmachen, daß die bloße Möglichkeit, hier einzugreifen, begrenzt ist.[/i][/u] Sogar in diktatorischen Gesellschaften gab es immer Parallelgesellschaften.
Im Übrigen wird ja auch umgekehrt ein Schuh draus:
Mitten in der familienfeindlichen Propaganda der vergangenen Jahrzehnte haben Familien dieser Propaganda ihr Lebensmodell entgegengesetzt.
Und noch eines zum Schluß:
Meine eigene Einstellung der Familie resultiert nicht[/i][/u] daraus, daß ich der besagten Propaganda ausgesetzt war. Die linke Propaganda hatte ja auch noch andere Inhalte - z.B. Kampf gegen das Leistungsprinzip in der Schule - denen ich nie auch nur das Geringste[/i][/u] abgewinnen konnte.
Meine eigene Einstellung zur Familie ist Resultat dessen, wie ich selbst[/i][/u] Familie erlebt habe - an mir selbst und bei anderen Menschen in meiner Umgebung.
Ich würde mich nie[/i][/u] anheischig machen, einem Menschen, der gerne Familie haben möchte, dies ausreden zu wollen.
Aber ich selbst[/i][/u] lasse mir meine Einstellung auch nicht ausreden.
Das dürfte übrigens in beiden Richtungen auch gar nicht funktionieren: Die Erfahrungen, die ein Mensch gemacht hat, prägen ihn, und da kann er noch so sehr "vernünfteln", die Nachwirkung des Erlebten wird stärker bleiben.[/i][/u]
Die schlimmsten Feinde jedes Systems entstehen durch Leiden an dem System selbst, nicht durch Feindpropaganda von außen.
Gruß
Ekki
Re: @ Max und alle - Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
Max, Friday, 05.11.2004, 15:15 (vor 7762 Tagen) @ Ekki
Als Antwort auf: Re: @ Max und alle - Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Ekki am 05. November 2004 09:40:50:
Hi Ekki,
(von mir vorher):
...daß das Erleben sexueller Lust ein "Wert an sich" ist, das kann jede Nutte bestätigen und in Zahlen ausdrücken...*Späässchen*.
Klar ist es ein "Wert an sich", aber erst seitdem die Folgen dieser Lust verhütet werden können. Vorher war diese Lust gekoppelt an die Zeugung von Nachkommenschaft. Diese Entkoppelung hat den Nutzen, daß wir nicht jedesmal, wenn wir eine Zeugung imitieren, Kinder kriegen. Das heißt aber noch lange nicht, daß wir uns gegen jede Nachkommenschaft entscheiden dürfen. Moral halt...
(darauf Du dann):
Hier haben wir halt einen Dissenz, der ja in dem Ausgangsthread auch schon zwischen Dir und anderen Forenteilnehmern diskutiert wurde: Die Frage, ob Freiheit auch Beliebigkeit bedeutet, wird unterschiedlich beantwortet.
Eine Einschränkung muß ich machen:
Ich bin durchaus der Meinung, daß der Beliebigkeit Grenzen gesetzt werden müssen. Z.B. würde ich mir nicht eine Gesellschaft wünschen, in der jeder beliebig jeden umbringen darf.
(nun ich aber):
...ich würde mir eine wünschen, in der keiner irgendeinen umbringen darf, selbst wenn er gute Gründe dafür hätte.
(du von vorher noch):
Es dürfte im Übrigen auch kaum jemanden geben, der im vollen Sinne des Wortes für Beliebigkeit plädiert. Nur eben um die Frage, wo die Beliebigkeit enden muß, wird wohl immer gestritten werden.
(ich jetzt):
...mir ging es immer darum, daß Freiheit nicht mit Beliebigkeit verwechselt werden soll.
(von mir und von vorher):
Was deinen Türkenvergleich angeht, so halte ich den für "unterste Schublade". Türke ist nicht gleich Türke.
(Deine Antwort dann):
Ja, da habe ich nicht differenziert genug formuliert. Ohne mich dafür exkulpieren zu wollen: Du hattest vor einiger Zeit in Deinem Forum eine Auseinandersetzung über eben diesen Punkt, als ein anderer Forenteilnehmer Dir vorwarf, alle Ossis über einen Kamm geschoren zu haben. Deine Antwort damals: "Differenzier um Himmels willen selber. Ich weiß, daß Ossi nicht gleich Ossi ist. Aber mir gehen die Ossis halt tierisch auf den Sack."
Tja, es geht halt mit jedem mal der Gaul durch.
(darauf ich jetzt):
...kein Problem. Ich wollte es halt nicht einfach übergehen. Prinzipiell halte ich für effizienter, dem Leser das Differenzieren selbst zu überlassen, anstatt sich endlos in einschränkenden Erklärungen zu verlieren. Und als Leser hatte ich mich geäußert...
(du vorher):
Aber zurück zu den Türken:
Es gibt mir schon zu denken, daß in der Türkei selbst die Zahl der westlich orientierten Menschen sehr viel höher ist als unter den in Deutschland lebenden Türken. Und um es deutlich zu sagen: Mir tun die Türkinnen in Deutschland leid (ich hatte selbst in meiner nächsten Umgebung einen Fall von Zwangsverheiratung, habe darüber auch im alten "M&M"-Forum berichtet). Aber mit denen, die diese Zustände erzeugen und mitten in der europäischen Zivilisation Parallelgesellschaften schaffen, habe ich kein Mitgefühl.
(darauf ich jetzt):
...ich habe kein Mitleid mit diesen türkischen Mitbürgerinnen. Sie sind Türkinnen. Als solche sind sie in einem Kulturkreis verwurzelt (manche sind auch von zwei Kulturkreisen zerrissen), der anderen Regeln folgt als der unsrige. Deine Behauptung bezüglich der Zahl westlicher Türken in der Türkei verglichen mit derjenigen hier bei uns, kann nicht stimmen. Es leben mindestens 64 Türken mehr in der Türkei als hier. Mit Parallelgesellschaften innerhalb der unsrigen habe ich so lange kein Problem, wie diese Parallelgesellschaften nicht gegen uns zu agitieren anfangen. Wenn einer gegen unsere Gesellschaft agitiert, dann gefälligst wir selbst. Es ist ja auch nicht so, daß man nicht hätte wissen können, wen man sich da ins Land holt.
(von mir und von vorher noch):
Und das hier:"...das Bildungsniveau minimal.Ich wünsche mir solche Zustände für die deutsche Gesellschaft nicht."- beschreibt bereits die Realität in Deutschland, ob du dir das wünscht oder nicht. Bei der fachlichen Ausbildung sind Hopfen und Malz noch nicht verloren, bei der Bildung schon (v.Hentig: Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles, was man einmal gelernt hat, wieder vergessen hat). Deutschland wimmelt von Fachidioten.
(darauf du dann):
Ich habe nicht nur kein Problem, Dir hier zuzustimmen, sondern bin noch viel pessimistischer: Auch bei der Ausbildung ist Deutschland inzwischen ziemlich am ... Gesäß.
(ich jetzt):
...ist´s schon so schlimm?
(ich von vorher noch):
Meine zentrale Frage bleibt also unbeantwortet: Warum ist eine Frau eine Frau und kein Mann, ein Auto oder ein Plattenbau? Vielleicht doch deswegen, weil ihr eine Aufgabe "zugedacht" ist, die nur sie erfüllen kann?
Weil in der schieren Tatsache, daß es eben Mann und Frau gibt, ein Sinn liegt?
(in Erwiderung dessen du dann):
Der Sinn liegt schon darin. Was aber Dein Postulat betrifft, daß jede Frau einfach gebären müssen solle und dies nicht diskutiert werden dürfe, so hat dieses Postulat das "für sich", daß es nicht umsetzbar ist. Man könnte Fernseh-Sketche ohne Ende drehen über eine gedachte Gesellschaft, in der die Staatsbeamten die Untertanen zum Zeugungsakt zwingen wollen - und sei es nur durch "Überredung". Die Menschen zu einem bestimmten Lebensentwurf "verdonnern" zu wollen, ist kaum möglich.
(nun ich darauf wiederum):
...das Problem ist nicht, daß ich irgendwen zu etwas zwingen wollte. Es stimmt mich allerdings gelinde gesagt etwas nachdenklich, daß Männer und Frauen z.Zt. und zuvorderst über "Gender", diese Ausgeburt von Soziologenschwachsinn, definiert werden. Den Menschen scheint der Sinn ihres Geschlechtes nicht mehr bewußt zu sein - auf´s Ganze gesehen. "Gender" fördert einerseits diesen Sinnverlust und ist andererseits und gleichzeitig auch ein Resultat dieses Sinnverlustes. Eine Gebärmutter ist etwas anderes als nur Dispositionsmasse eines faulen Beliebigkeitswahns, der sich a) mit "Freiheit" verwechselt und b) dafür sorgt, daß es mit dem europäischen Kulturkreis zu Ende gehen wird. Und wenn "Allah´s Truppen" hier erst mal das Sagen haben, dann ist es mit Beidem vorbei: Mit Beliebigkeit und mit "Freiheit". Danke "Gender"! Vor dieser Einsicht aber liegt "politisch korrekter Nebel", der wiederum ein Dekadenzprodukt ist.
(du von vorher):
Und auch hier bin ich wieder objektiv genug, einzugestehen, daß es andere Fälle gibt, in denen Menschen von der Freiheit zur Gestaltung ihres Lebensentwurfes einen Gebrauch machen, der mir Magenkrämpfe verursacht. Aber damit muß ich leben - und vor allem muß ich mir immer wieder klarmachen, daß die bloße Möglichkeit, hier einzugreifen, begrenzt ist. Sogar in diktatorischen Gesellschaften gab es immer Parallelgesellschaften.
(darauf ich jetzt):
...das ist sicherlich so. Mir geht es auch nicht darum, regelnd einzugreifen, sondern darum, den Schwachsinn bloßzustellen, der zu diesen Resultaten führt. Welcher Mensch ist schon gerne schwachsinnig? Keiner.
(du von vorher):
Im Übrigen wird ja auch umgekehrt ein Schuh draus:
Mitten in der familienfeindlichen Propaganda der vergangenen Jahrzehnte haben Familien dieser Propaganda ihr Lebensmodell entgegengesetzt.
(darauf ich jetzt):
...zu wenige und zu einem zu hohen Preis.
(du von vorher):
Und noch eines zum Schluß:
Meine eigene Einstellung der Familie resultiert nicht daraus, daß ich der besagten Propaganda ausgesetzt war. Die linke Propaganda hatte ja auch noch andere Inhalte - z.B. Kampf gegen das Leistungsprinzip in der Schule - denen ich nie auch nur das Geringsteabgewinnen konnte.
Meine eigene Einstellung zur Familie ist Resultat dessen, wie ich selbst Familie erlebt habe - an mir selbst und bei anderen Menschen in meiner Umgebung.
Ich würde mich nie anheischig machen, einem Menschen, der gerne Familie haben möchte, dies ausreden zu wollen.
Aber ich selbst lasse mir meine Einstellung auch nicht ausreden.
Das dürfte übrigens in beiden Richtungen auch gar nicht funktionieren: Die Erfahrungen, die ein Mensch gemacht hat, prägen ihn, und da kann er noch so sehr "vernünfteln", die Nachwirkung des Erlebten wird stärker bleiben.
(darauf jetzt ich):
...der Mensch ist ein soziales Wesen und die Familie der stärkste soziale Verband, den ich mir vorstellen kann. Ich halte Familienbildung für das Natürlichste auf der Welt und jede Politik, die dem entgegenarbeitet, für verbrecherisch. Es ist ja gerade dieses "vernünfteln", das dem Menschen einredet, wie das "Glück" (Selbstverwirklichung) auszusehen habe, damit es die Bezeichnung verdient. Wir kennen die Resultate: Vereinsamung, hohe Selbstmordraten, verstörte Kinder, zerstörte Ehen, Verrohung etc.pp. - das Glück ist kaum zu fassen!
Ein Letztes noch: Wenn wir uns unsere Einstellungen nicht ausreden lassen wollen, wenn wir das also ausschliessen, dann können wir auch das Gespräch sein lassen. Dann geht nur noch Small Talk.
Freundlicher Gruß - Max
Re: @ Max und alle - Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
Jolanda, Saturday, 06.11.2004, 04:14 (vor 7762 Tagen) @ Max
Als Antwort auf: Re: @ Max und alle - Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Max am 05. November 2004 13:15:07:
...der Mensch ist ein soziales Wesen und die Familie der stärkste soziale Verband, den ich mir vorstellen kann. Ich halte Familienbildung für das Natürlichste auf der Welt und jede Politik, die dem entgegenarbeitet, für verbrecherisch. Es ist ja gerade dieses "vernünfteln", das dem Menschen einredet, wie das "Glück" (Selbstverwirklichung) auszusehen habe, damit es die Bezeichnung verdient. Wir kennen die Resultate: Vereinsamung, hohe Selbstmordraten, verstörte Kinder, zerstörte Ehen, Verrohung etc.pp. - das Glück ist kaum zu fassen!
--- Hast du klasse beschrieben Max 
Herzlicher Gruss
Jolanda
Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
Eugen Prinz, Thursday, 04.11.2004, 19:29 (vor 7763 Tagen) @ synergie
Als Antwort auf: Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von synergie am 04. November 2004 15:57:50:
Sehr unangenehm, quasi aus dem luftleeren Raum heraus persönlich
diffamiert zu werden. Schlechter Stil, meine Herren!
Gruß
s
Ich habe ausdrücklich überhaupt niemanden persönlich angesprochen und meine das auch ausdrücklich nicht persönlich. Meinen Eindruck könnte ich mit Beispielen belegen, aber damit ist nichts gewonnen. Tut mir leid, wenn es anders rüber kam.
Eugen
Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
synergie, Thursday, 04.11.2004, 20:55 (vor 7763 Tagen) @ Eugen Prinz
Als Antwort auf: Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Eugen Prinz am 04. November 2004 17:29:27:
Ich habe ausdrücklich überhaupt niemanden persönlich angesprochen und meine das auch ausdrücklich nicht persönlich. Meinen Eindruck könnte ich mit Beispielen belegen, aber damit ist nichts gewonnen. Tut mir leid, wenn es anders rüber kam.
Eugen
OK. Belassen wir es dabei.
Gruß
s
Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
Paul, Friday, 05.11.2004, 19:28 (vor 7762 Tagen) @ synergie
Als Antwort auf: Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von synergie am 04. November 2004 15:57:50:
Es gibt ja auch ganz sicher nichts zwischen Sozialismus und einer vollkommen deregulierten Marktwirtschaft! Wie einfach die Welt für manche doch ist. Das Hoppe-Zitat ist auch ein glänzendes Beispiel für die "Elfenbeinturm"-Denke der etablierten Ökonomie, irgendwie habe ich aber immer den Eindruck, daß gerade diese Professoren diejenigen sind, die in der freien Wirtschaft am wenigsten überlebensfähig wären. Seine Darstellung vereinfacht die Prozesse in der real existierenden Gesellschaft derart grob, daß es zumindest mir langsam zu dumm ist, mich mit diesen immer wieder als "Wahrheit" deklarierten, an der Realität vorbeigehenden Wahnvorstellungen auseinanderzusetzen.
Gruss,
Paul, Selbständiger und Spekulant (nur damit klar ist, daß ich durchaus nicht die "Linke" vertrete)
PS: Mal ganz provokant gefragt: Warum habe ich den Eindruck, daß ausgerechnet die Apologeten eines "Anarchokapitalismus" offenbar garnicht zu den den gesellschaftlichen Gewinnern zählen, sondern eher das Gegenteil repräsentieren? Wenn ich mich recht erinnere, hat der letzte von dieser Sorte ("daddeldu", welcher sich aus einer interessant werdenen Diskussion dann einfach davongestohlen hat) nicht mal einen Job gehabt. Ich weiss, das ist böse. Aber es musste mal gesagt werden...[/i]
Wie einfach doch die Welt ist, wenn man Eindrücke hat.
Hoppe in der freien Wirtschaft kaum überlebensfähig. Fakten gibt es für diese Annahme nicht, nur einen Eindruck. Wer ihn zitiert, um aufzuzeigen,
in welcher Richtung sich der Ausweg aus den Problemen der westlichen Länder
befinden könnte, wird kurzerhand zum "Apologeten" eines staatenlosen Gesellschaftsmodells gemacht. Zu einer "Sorte" Mensch, vermutlich beitslose
"Looser", die das Forum zur Kompensation tatsächlicher oder eingebildeter Ohnmachtsgefühle gebrauchen (Eugen Prinz). Abenteuerlich.
Sehr unangenehm, quasi aus dem luftleeren Raum heraus persönlich
diffamiert zu werden. Schlechter Stil, meine Herren!
Gruß
s
Synergie, Du hast recht wenn Du mir vorwirfst, daß meine Äusserungen etwas über das Ziel hinausgeschossen sind. Allerdings ist es auch ermuedend, immer wieder dasselbe zu lesen und zu widerlegen. Im (leider nicht mehr exisiterenden) "Neben den Geschlechtern"-Forum habe ich das ja schon gemacht (Stichwort: Homo Oeconomicus vs. Homo reciprokans). Was Hans-Hermann Hoppe betrifft: Was das Zitat angeht, bleibe ich bei meiner Meinung - ziemlich weltfremd. Allerdings habe ich inzwischen das Vorwort seines Buches ("Demokratie....") gelesen, und muss zugeben, daß dort möglicherweise einige interessante Gedanken drinstecken.
Gruss,
Paul
Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
synergie, Saturday, 06.11.2004, 19:15 (vor 7761 Tagen) @ Paul
Als Antwort auf: Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Paul am 05. November 2004 17:28:33:
Synergie, Du hast recht wenn Du mir vorwirfst, daß meine Äusserungen etwas über das Ziel hinausgeschossen sind. Allerdings ist es auch ermuedend, immer wieder dasselbe zu lesen und zu widerlegen. Im (leider nicht mehr exisiterenden) "Neben den Geschlechtern"-Forum habe ich das ja schon gemacht (Stichwort: Homo Oeconomicus vs. Homo reciprokans). Was Hans-Hermann Hoppe betrifft: Was das Zitat angeht, bleibe ich bei meiner Meinung - ziemlich weltfremd. Allerdings habe ich inzwischen das Vorwort seines Buches ("Demokratie....") gelesen, und muss zugeben, daß dort möglicherweise einige interessante Gedanken drinstecken.
Gruss,
Paul
Es wird hoffentlich nicht beim Lesen des Vorwortes bleiben 
Ich habe noch einen Link gefunden, der lesenswert sein dürfte.
http://www.liberalismus.at/Texte/hoppe.php
Gruß
s
Es ist schlicht und ergreifend so,
Magnus, Friday, 29.10.2004, 00:02 (vor 7770 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Andreas am 28. Oktober 2004 14:33:48:
daß Kinder nicht mehr als ein erstrebenswertes Ziel oder als Lebensinn betrachtet werden. Die Werte haben sich verschoben, für Frauen und Männer sind Dank Feminismus Kinder für die einen (Frauen) ein Störfaktor und Karriereknick und für die anderen (Männer) ein finanzielles Risiko geworden. Sicherlich hat das auch etwas mit der Aufgabe und dem Verlust der christlich-traditionellen Werte zu tun und zu der völligen Verschiebung und Durcheinanderwürfelung von Gesellschaftsrollen. Zusätzlich ist der Wert der Familie gesunken, Selbstverwirklichung aufgrund des Überangebotes von Möglichkeiten wird immer weniger mit der Gründung einer Familie gebunden - und schlimmer noch: es wird aufgrund der komplexen Gesellschaft immer schwieriger den passenden Partner für das Leben zu finden.
Magnus
Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?
Micki, Saturday, 30.10.2004, 16:33 (vor 7768 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Andreas am 28. Oktober 2004 14:33:48:
Um es kurz zu sagen: Diese Land hat fertig.
Wer glaubt, demographische Probleme mit Erhörhung von Kinder- oder Elterngeld oder Zuwanderung zu lösen, den wird die Zukunft eines Besseren belehren.
Es ist doch so, dass mittlerweile nur noch drei Gruppen der Bevölkerung ihr Reproduktionsniveau zumindest halten:
Sozial Schwache, die von Transferzahlungen leben. Für diese Gruppe bilden Kinder Zusatzeinkommen.
Sozial "Bessergestellte", die es sich "noch" leisten können.
Zuwanderer, für die Familie und Kinder noch ein Wert an sich darstellt, und die ihr Geld lieber in Kinder als den einen oder anderen unnötigen Urlaub oder Neuwagen investieren. Diese Gruppe stellt in den Grundschulen der Großstädte schon fast die Mehrheit der Kinder.