Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Autsch!

Paul, Friday, 22.10.2004, 13:33 (vor 7776 Tagen) @ Ekki

Als Antwort auf: Gestern bei "PHOENIX" von Ekki am 22. Oktober 2004 09:49:55:

Goppel sagte in seinem ersten Beitrag Sätze, die man in dieser dankenswerten Klarheit selten zu hören bekommt:

1.) "Die wichtigste Ressource unseres Landes ist nicht Bildung. Die wichtigste Ressource unseres Landes sind Kinder."

Seine Aussage mag ja "dankenswert klar sein" sein, aber leider ist sie auch - ebenfalls ganz klar - vollkommen FALSCH.

Nationen im allgemeinen (und Deutschland im speziellen, aufgrund der hohen Verschuldung) sind vor allem darauf angewiesen, daß die PRODUKTIVITÄT jeder nachfolgenden Generation insgesamt höher ist als die der vorhergehenden Generation. Die Menge der Kinder ist dafür aber nicht allein entscheidend, sondern auch die Produktivität jedes einzelnen Nachkommen, und hierfür ist die vor allem die Ausbildung wesentlich. Hinzu kommt, daß im Zuge immer stärkerer Automatisierung die niedrig qualifizierten Jobs immer weniger werden (meine Rede seit langem: prinzipiell ist jede nicht-kreative Arbeit automatisierbar).

Das heisst, daß viele Kinder absolut NICHTS nützen, wenn diese nicht gut ausgebildet werden. Im Gegenteil: Legt man nur auf Quantität (der Nachkommen) wert, und vergisst dabei die Qualität (der Ausbildung), potenziert man die heutigen Probleme noch. Was man sich da heranzüchtet, ist ein Heer von Arbeitslosen, die sicher nicht zur internationalen Konkurrenzfähigkeit Deutschlands beitragen.

Der umgekehrte Fall - wenige Kinder, die aber exzellent ausgebildet werden - kann dagegen sehr gut funktionieren, solange Gesamtproduktivität der nachfolgenden Generation nicht geringer ist als die der vorhergehenden. Tatsächlich gibt es dabei sogar mehrere positive Effekte: Die Arbeitslosenquote lässt sich durch die insgesamt höhere Qualifizierung der Arbeitskräfte verringern. Weniger Menschen (die aber produktiver sind) bedeuten auch eine geringere Belastung der Infrastruktur, der Umwelt, und weniger Verwaltungsaufwand (auch wenn es hier natürlich noch ganz andere Ursachen für den gewaltigen Overhead gibt), was die gesamtgesellschaftliche/wirtschaftliche "Effizienz" steigert.

Goppel ist leider ein weiteres Beispiel für totale wirtschaftliche Inkompetenz der meisten Politiker, die keinerlei Verständnis für die entsprechenden Zusammenhänge haben.

Gruss,
Paul


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