Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Feministen verstehen...

Magnus, Monday, 27.09.2004, 23:43 (vor 7799 Tagen)

...ist für viele von uns unmöglich. Einen Teil der Antwort habe ich gefunden....

"Weil ich brav und fleißig war, wurde ich auf der High-School zur Klassensprecherin gewählt und in den Schülerrat deligiert. Als man mich auf dem College - zusammen mit vier Blondinen - zur "Erstsemesterköniging" krönte, schwebte ich auf Wolken. Nachdem man mich aber in Interviews ummer nur nach meiner "Lieblingsblume" und meiner "Lieblingsfarbe" fragte, wandte ich mich schnurstracks dem Feminismus zu. Mit siebzehn warf ich all meine Seventeen-Magazine weg und ließ mir einen Gummistempel anfertigen, auf dem stand: "Das ist Diskriminierung von Frauen". Mit klopfendem Herzen stand ich dann hinten im Bus und drückte kurz vor dem Aussteigen sexistischer Strumpfhosenreklame mein Brandzeichen auf. Es war das perfekte Aufwärmtraining, um mit den Roten Garden, Maos jugendlichen Sturmtruppen, Freundschaft zu schließen.
Vom Feminismus zum Maoismus war es nur noch eine kleiner Schritt. Ich war fest davon überzeugt, daß Frauen unterdrückt wurden. Daß Arbeiter unterdrückt wurden. Und Teenager auch. Ich glaubte, um mit Mao zu reden, "daß alle Reaktionäre Papiertiger sind". Und ich war der Meinung, daß Frieden und Liebe die Welt von allen Übeln erlösen würden, einschließlich Strumpfhosen. Ich fand Kerzen besser als elektrisches Licht und dachte, wenn ich nur meine eigene Kerzen herstellen würde, wäre die Welt ein besserer Ort....."

Aus "Abschied von China" von Jan Wong, die in Kanada aufwuchs und als Maoisten nach China ging...

Magnus


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