Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Spaniens häuslicher Terror

IBGM, Saturday, 04.09.2004, 00:59 (vor 7825 Tagen) @ IBGM

Als Antwort auf: Spaniens häuslicher Terror von IBGM am 01. September 2004 22:38:08:

Aus einem anderen Forum entnommen:

Geschrieben von Lillith am 03. September 2004 15:47:36:

Als Antwort auf: Spaniens häuslicher Terror geschrieben von IBGM am 01. September 2004 23:14:59:

Ich schlage vor, daß du dich mit den anderen armen geschlagenen Männern zusammentust um eine Selbsthilfegruppe zu gründen. Ihr könnt ja dann auf dem Weihnachtsmarkt herumgehen und mit Dosen bei selbstlosen männlichen Christen, die nicht so eine böse Ehefrau haben und sich deshalb schon ganz schuldig fühlen sicher einige Spenden erwirken, so daß die vielen geschlagenen Männer in einem Männerhaus untergebracht werden können und nicht wegen ihrer wirtschaftlichen Abhängigkeit oder der Hoffnung auf ein warmes Essen, das sie nicht selbst kochen können, weiterhin bei der gewalttätigen Frau oder Mutter bleiben müssen.
Weiterhin solltet Ihr eine Petition beim Bundesrat einreichen, zum Schutz der geschlagenen Männer und zur Einrichtung von Sozialen Anlaufstellen bei Vergewaltigung am Mann, da dies doch immer noch ein großes Tabuthema ist und niemand es wagt darüber zu sprechen. Da du dich mit Zahlen und Studien so gut auskennst wirst du sicher wissen wie groß dabei die Dunkelziffer ist. Oft laufen vergewaltigte Männer noch nach Jahrzehnten traumatisiert herum und können nie wieder ein normales unverkrampftes Sexualleben führen, während die Täterinnen ungestraft oder mit 2 Jahren Bewährungsstrafe davonkommen und sich weitere Opfer suchen. Gegen diese Ungerechtigkeit sollte allerdings dringend etwas getan werden.
Falls du allerdings die Zahlen, ähnlich wie bei den Frauen, für so verschwindend gering hältst, daß es nicht nötig ist etwas zu tun, so nehme ich meine vielleicht etwas zynisch klingenden Worte, die eigentlich voller Besorgnis sein sollten, wieder zurück und denke wir sollten hier in Deutschland den Bundesrat wirklich nicht mit so unbedeutenden Themen wie häuslicher Gewalt in seinem Sommerloch stören und unnötige Kosten verursachen.
Mea Culpa, ich bin nur eine Frau und kann nicht wissen, wie ein Mann fühlt

Lillith

Quelle: Waldeckische Landeszeitung (WLZ) 31.07.2004
Häuslicher Terrorismus
„Gesetze sollen häuslichen Terrorismus beenden“
Nach 43 Morden in der Ehe im Jahr 2004 hat Spaniens Parlament trotz Sommerpause eine Sondersitzung einberufen. Ziel ist die Schaffung von Gesetzen, die Frauen vor Gewalt in der Ehe schützen sollen. Dazu gehört u. a., daß den Frauen auf Verlangen eine neue Unterkunft zugewiesen wird, worüber die Gerichte innerhalb von 72 Stunden zu entscheiden haben.
Mißhandelte Frauen, die wirtschaftlich von ihrem Mann abhängig sind, erhalten eine Hilfe von etwa 300 Euro pro Monat vom Staat. In dieser Zeit wird dann geprüft, welche Sanktionen gegen den Mann erlassen werden (Untersuchungshaft, Annäherungsverbot...).
Die Soziologin Maria Jes s Izquierdo behauptet: „Der gewalttätige Macho glaubt, dass die Frau sein Eigentum ist. Wenn er seine Position bedroht sieht, nimmt er sein (vermeintliches) Eigentumsrecht wahr, indem er die Frau zerstört.“
(Einschub der IBGM: Kompletter Unsinn! Selbst in bedrohter Position zerstört niemand sein „Eigentum“, es sei denn man steht davor, dem beraubt oder enteignet zu werden, wobei natürlich festzuhalten bleibt, daß eine Frau oder Freundin niemals ein Eigentum sein kann.)
Einer Umfrage zufolge sind elf Prozent der Spanierinnen von ihrem Partner schon einmal geschlagen worden. Aber das Grundübel bestehe darin, daß die mißhandelten Frauen zu lange schweigen würden und die Morde seien nur die Spitze eines Eisberges.
Als Begründung für das lange Schweigen liefert die Buchautorin Nuria Varela folgende Begründung: in der katholischen Welt bittet der Gewalttäter mit einem Strauß Blumen um Verzeihung und sie vergibt ihm. „Die Vergebung ist ein Teil des Zyklus der Gewalt“.
Kommentar der IBGM:
So bedauernswert die Opfer solcher häuslichen Auseinandersetzungen auch sein mögen, so verfälscht ist auch die Darstellung. Wie wir alle spätestens seit der KFN-Studie wissen, sind Frauen keine reinen Gewaltempfänger, sondern teilen auch gleichermaßen aus. Bis zum Königreich Spanien scheint sich das allerdings noch nicht herumgeschwiegen zu haben.
Und eben für diesen Unsinn unterbricht das spanische Parlament eine Sommerpause, deren Unterbrechung bestimmt mit horrenden Kosten verbunden war, nur um festzustellen, daß nach längst überholten Vorstellungen die Frau an sich zu einer gebeutelten Spezies gehört.
Der Umfrage nach sind elf Prozent der Spanierinnen betroffen. Das als Zahl zu schreiben wäre schon eine Beleidigung. Sicher, jede mißhandelte Person ist eine Person zuviel, aber daraus Staatsakte für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe zu zelebrieren, ist nicht nur überdreht, sondern schlichtweg infantiler Wahnsinn. Immer einfühlsam mit den (vermeintlichen) Opfern schwimmt im Strom, wer schwimmen kann, die anderen gehen unter. Bedauerlich ist das nur für die wirklichen Opfer männlichen wie weiblichen Geschlechtes, auf deren Rücken diese Dispute ausgetragen werden.
Als hätte Spanien mit dieser sinnlosen Heldentat nicht genug Naivität bewiesen, setzt die Buchautorin Nuria Varela dem Land den Traumschleier aus Tausendundeiner-Nacht in Form der spanischen Krone auf, nach der Vergebung für eine Sünde mit einem Strauß Blumen abgetan ist. Wenn das so einfach wäre....
Nicht nur in Spanien, auch hierzulande Schweigen die Menschen bei tatsächlicher häuslicher Gewalt, die Frauen und die Männer!
IBGM
J. Dreier


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