Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Spaniens häuslicher Terror

IBGM, Thursday, 02.09.2004, 01:38 (vor 7827 Tagen)

Quelle: Waldeckische Landeszeitung (WLZ) 31.07.2004

Häuslicher Terrorismus

„Gesetze sollen häuslichen Terrorismus beenden“

Nach 43 Morden in der Ehe im Jahr 2004 hat Spaniens Parlament trotz Sommerpause eine Sondersitzung einberufen. Ziel ist die Schaffung von Gesetzen, die Frauen vor Gewalt in der Ehe schützen sollen. Dazu gehört u. a., daß den Frauen auf Verlangen eine neue Unterkunft zugewiesen wird, worüber die Gerichte innerhalb von 72 Stunden zu entscheiden haben.

Mißhandelte Frauen, die wirtschaftlich von ihrem Mann abhängig sind, erhalten eine Hilfe von etwa 300 Euro pro Monat vom Staat. In dieser Zeit wird dann geprüft, welche Sanktionen gegen den Mann erlassen werden (Untersuchungshaft, Annäherungsverbot...).

Die Soziologin Maria Jes s Izquierdo behauptet: „Der gewalttätige Macho glaubt, dass die Frau sein Eigentum ist. Wenn er seine Position bedroht sieht, nimmt er sein (vermeintliches) Eigentumsrecht wahr, indem er die Frau zerstört.“

(Einschub der IBGM: Kompletter Unsinn! Selbst in bedrohter Position zerstört niemand sein „Eigentum“, es sei denn man steht davor, dem beraubt oder enteignet zu werden, wobei natürlich festzuhalten bleibt, daß eine Frau oder Freundin niemals ein Eigentum sein kann.)

Einer Umfrage zufolge sind elf Prozent der Spanierinnen von ihrem Partner schon einmal geschlagen worden. Aber das Grundübel bestehe darin, daß die mißhandelten Frauen zu lange schweigen würden und die Morde seien nur die Spitze eines Eisberges.

Als Begründung für das lange Schweigen liefert die Buchautorin Nuria Varela folgende Begründung: in der katholischen Welt bittet der Gewalttäter mit einem Strauß Blumen um Verzeihung und sie vergibt ihm. „Die Vergebung ist ein Teil des Zyklus der Gewalt“.

Kommentar der IBGM:

So bedauernswert die Opfer solcher häuslichen Auseinandersetzungen auch sein mögen, so verfälscht ist auch die Darstellung. Wie wir alle spätestens seit der KFN-Studie wissen, sind Frauen keine reinen Gewaltempfänger, sondern teilen auch gleichermaßen aus. Bis zum Königreich Spanien scheint sich das allerdings noch nicht herumgeschwiegen zu haben.

Und eben für diesen Unsinn unterbricht das spanische Parlament eine Sommerpause, deren Unterbrechung bestimmt mit horrenden Kosten verbunden war, nur um festzustellen, daß nach längst überholten Vorstellungen die Frau an sich zu einer gebeutelten Spezies gehört.

Der Umfrage nach sind elf Prozent der Spanierinnen betroffen. Das als Zahl zu schreiben wäre schon eine Beleidigung. Sicher, jede mißhandelte Person ist eine Person zuviel, aber daraus Staatsakte für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe zu zelebrieren, ist nicht nur überdreht, sondern schlichtweg infantiler Wahnsinn. Immer einfühlsam mit den (vermeintlichen) Opfern schwimmt im Strom, wer schwimmen kann, die anderen gehen unter. Bedauerlich ist das nur für die wirklichen Opfer männlichen wie weiblichen Geschlechtes, auf deren Rücken diese Dispute ausgetragen werden.

Als hätte Spanien mit dieser sinnlosen Heldentat nicht genug Naivität bewiesen, setzt die Buchautorin Nuria Varela dem Land den Traumschleier aus Tausendundeiner-Nacht in Form der spanischen Krone auf, nach der Vergebung für eine Sünde mit einem Strauß Blumen abgetan ist. Wenn das so einfach wäre....

Nicht nur in Spanien, auch hierzulande Schweigen die Menschen bei tatsächlicher häuslicher Gewalt, die Frauen und die Männer!

IBGM
J. Dreier



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