Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Breite Kritik an Schmidts Plänen für Kinderlose

paul, Thursday, 02.09.2004, 17:29 (vor 7827 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Breite Kritik an Schmidts Plänen für Kinderlose von Eugen Prinz am 02. September 2004 13:12:55:

"Das Ziel, Kindererziehende zu entlasten, lässt sich am gerechtesten und unbürokratischsten durch einen Zuschlag auf das Kindergeld oder einen Freibetrag bei der Steuer erreichen."
Das ist mal wieder so ein Satz, den man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. Als nächstes vielleicht ein Zuschlag zum Zuschlag auf das Kindergeld? Dazu vielleicht noch eine steuerliche Entlastung, Gewährung von materiellen Hilfen, von der Allgemeinheit bezahlte Ganztagsbetreuung, ein "vom Staat" bezahltes Elterngehalt, Strafsteuer für Kinderlose... Die Phantasie der Politiker kennt keine Grenzen, wenn sie sich irgend einer Klientel anschleimen will.
Im übrigen stimme ich deiner Analyse, Altschneider, voll zu. Um Kindersegen gehts da sicher nicht, sondern um Förderung der AlleinerziehendInnen.
Gruß von Eugen

Wie recht Du hast. Was mich aber wirklich wütend macht, ist die Tatsache, daß man die Bürger - und zu denen zähle ich ja nun auch - offenbar für vollkommen verblödet hält. Denn egal ob Zuschlag auf der einen oder Strafe auf der anderen Seite: Es ist im Prinzip ganz genau das gleiche. Derselbe Mist wurde schon mit der Ökosteuer abgezogen, wo ja Energieverbrauch im allgemeinen besteuert wird, besonders energieaufwendige Branchen aber ausgenommen sind. Dies ist de Facto nichts anderes als eine versteckte SUBVENTION von besonders energieintensiven Branchen, da deren Situation jeweils in Relation zu anderen Branchen betrachtet werden muss. Wenn man nun bedenkt, daß die Ökosteuer eigentlich das Ziel gehabt haben soll, eine Strukturveränderung in der Wirtschaft durch Förderung energiesparender Branchen zu bewirken, erscheint die Umsetzung nur noch absurder, da diese effektiv genau das Gegenteil davon erreicht. Das ganz unabhängig davon, ob jetzt die usprünglich (vorgeschobene?) Intention richtig gewesen wäre oder falsch (m.E. nach richtig).

Deshalb bin ich inzwischen zum überzeugten Nicht-Wähler mutiert. Nicht nur deshalb, weil es bei jeder Partei einfach zuviele "Haken" im Parteiprogramm gibt. Sondern auch, weil mir bei dem Gedanken übel wird, jemandem meine Stimme zu geben, der die Bürger - und mich damit ebenfalls - respektloserweise für Idioten hält. Und dies trifft leider auf ALLE Parteien zu.

Gruss,
Paul


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