Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Frauenbild und Feminismus überhaupt und sowieso

Manfred, Tuesday, 13.07.2004, 18:42 (vor 7878 Tagen)

Hallo zusammen!

Mal so eine Frage in den geschätzten Kreis:

Wie seht Ihr eigentlich den Aufbau des feministischen Lagers? Ich meine, wie schätzt Ihr die verteilung ein, wieviel Frauen aus der Gesamtbevölkerung sind wie sehr feministisch beeinflußt oder gar "unterwandert".
Ich denke öfters darüber nach, habe jedoch bis heute keine befriedigende Einschätzung. Ich wurde vor mehreren Monaten schon mal von Jolanda nach meinem Frauenbild insgesamt gefragt. Obwohl ich die Frage nicht vergessen habe, konnte ich sie bis heute nicht ausreichend beantworten, sie steht ja in unmittelbarem Zusammenhang zur Frage oben (wie sich der Feminismus zusammensetzt).

Der Alltag versöhnt mich in seiner Trivialität zuweilen und lullt mich dergestalt ein, dass man (ich) sagen möchte: "Frauen sind doch was putziges, wo kommen nur all die vielen boshaften Weiber her".
Aber so einfach wird es nicht sein.

Müßte ich eine Schnellaussage treffen, würde ich (unter großem Vorbehalt)
folgende grobe Schätzung über die "bundesdeutsche Frau" abgeben:

- weniger als 1% Extrem-Feministinnen, geistige Brandstifter, eiskalt und ideologisch berechnend, mit verhetzerischer Gesinnung. Leider mit besten Chancen ausgestattet relevante politische Positionen zu besetzen.

- 1%-3% Mitläufer auf höherer Ebene. Grade intelligent genug, um als "Frauenbeauftragte" oder ähnlichem ihr Unwesen zu treiben. Es reicht auch, in dieser Position durchaus Männerfeindlichkeit aller Art umzusetzen. Schließlich ist frau von der Hauptarbeit freigestellt. Diese mit zu erledigen, dazu reicht es nicht, genausowenig wie um gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge zu erfassen.

-2%-20% "harmlose, moderne" Schlaubergerinnen, die nur mal ein bisschen zeigen was sie unter Humor verstehen. (Siehe Thread mit dem Plakat im Kindergarten) Im Grunde aber durchaus aktiv auf das Feindbild "Mann" eingestimmt sind, vielleicht ohne es wirklich bewußt zu kapieren (?)

- der Hauptteil (40%-70%) aller Frauen, die wirklich meinen, "Emanzipation" sei immer noch nicht viel mehr, als das Bestreben Frauen das Wahlrecht einzuräumen ;-) und auf gleicher Augenhöhe mit Männern stehen zu wollen.
Besser gesagt, der Anteil Frauen, das Gleichberechtigung beim Wort nimmt und damit auch gleiche Pflichten verbindet, oder zumindest dieses akzeptieren würde.
(Also das Lager, das heute genausoweit ist, wie viele von uns Männern, die wir vor 30 Jahren dachten "warum soll eine Frau nicht Nachrichten vorlesen" oder Physikerin werden, wenn "sie es kann und will")
Dieser Haufen ließe sich natürlich wiederum fein auffächern. Ich fasse in ihm einfach mal (höchst unwissenschaftlich) alles zusammen, mit denen ich
"tagtäglich vernünftig leben" könnte.

- 10%-30% gehören da auch noch in gewisser Weise rein, zumal sie die sind, die zwar emanzipiert sind (evtl mehr als viele anderen) aber in konstruktivem Sinne dem harten Feminismus sogar kritisch bis abgeneigt genüberstehen.

So, ich bitte schon mal die sehr aus der Hüfte geschossene Art des Threads zu entschuldigen. Es war mir schon lange im Sinne das mal in die Runde zu fragen und wollte nun hiermit tun. Betrachtet es bitte nur als Anregung für eine Diskussion. Alle prozentangaben sind "frei Schnautze" von mir abgeschätzt und entbehren jeglicher genaueren Untersuchung! Sie sollen daher keinerlei Vorgabe darstellen, auch die Einteilung ist willkürlich bezieht sich nur auf das "feministische Potential", speziell im männerfeindlichen Sinn.

Schöne Grüße,
Manfred

Re: Frauenbild und Feminismus überhaupt und sowieso

Eugen Prinz, Tuesday, 13.07.2004, 20:07 (vor 7878 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Frauenbild und Feminismus überhaupt und sowieso von Manfred am 13. Juli 2004 15:42:55:

Hallo Manfred,

insgesamt stimme ich deiner Einschätzung in etwa zu. Wie ich es auch hier
index.php?id=31732 schrieb, halte ich diejenigen, die hierzulande aktiv den Feminismus durchsetzen, rein zahlenmäßig für eine kleine Minderheit.

Das hat nun nichts mit Verschwörungstheorien zu tun. Diese Frauen und ihre beflissenen Helfer agieren ja nicht heimlich, sondern ganz ungeniert öffentlich. Sie sind bekannt, werden durch talk-shows gereicht, und wo nicht, da sind sie mühelos namentlich auszumachen.

Es ist für mich also vielmehr eine Frage der Legitimität, wenn eine relativ kleine Gruppe (vielleicht noch nicht einmal zehntausend Frauen) einen gesellschaftlichen Umbau vorantreiben, der mehr Konfliktpotential enthält als Nachrüstung, Ökobewegung und Studentenbewegung zusammen.

Der feministische Umbau unserer Gesellschaft vollzieht sich m.E. ohne echte demokratische Legitimierung. Die einzige Partei, die ihn offiziell im Namen führt, die Frauenpartei, ist völlig bedeutungslos. Ansonsten gibt es für die Allgemeinheit praktisch keine Möglichkeit in irgendeiner Form darüber abzustimmen. Eine handvoll von Lobbyistinnen und Politikerinnen fordert lautstark, und die Männer, die etwas zu sagen hätten, sind ignorant, uninformiert oder matriarchal deformiert und segnen die Gesetze reihenweise ohne Widerspruch ab.

Damit beantworte ich deine Frage etwas einseitig, aber was ich zu Frauen im allgemeinen zu sagen hätte, würde Bände füllen und gehört wohl nicht hierher.

Einen Gruß von Eugen

Re: Frauenbild und Feminismus überhaupt und sowieso

Manfred, Tuesday, 13.07.2004, 21:07 (vor 7878 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Frauenbild und Feminismus überhaupt und sowieso von Eugen Prinz am 13. Juli 2004 17:07:05:

Damit beantworte ich deine Frage etwas einseitig, aber was ich zu Frauen im allgemeinen zu sagen hätte, würde Bände füllen und gehört wohl nicht hierher.<

Im Detail wohl nicht, das kann durchaus sein.

Man verzeihe mir meinen unbeholfenen Ansatz, aber es scheint mir eigentlich sehr wichtig zu sein wenigstens in groben Zügen zu beleuchten wer eigentlich der gegner insgesamt ist.
Freilich, möchte man sagen, spielt das solange keine Rolle, solange sich die Speerspitze des Radikalfeminismus mit großer Selbstverliebtheit und Arroganz in Szene setzt. Von Heimlichtuerei keine Spur, gewiss nicht. Sie ist als Feindbild quasi gar nicht zu verfehlen.
Also, was solls?
Mir gehts in diesem Zusammenhang eher um die große Dunkelziffer der Frauen (auch der Männer übrigens) die dem ganzen unentschlossen und zögerlich gegenüberstehen.
Wie viele sind es prozentual, in welche Richtung tendieren sie, womit sympathisieren sie?
Vielleicht werfe ich hier eine Frage auf, die für Euch gar keine ist.
Aber ich glaube, es ist eine Schlüsselkomponente sich klar zu machen wer eigentlich die Personifizierung des Feindbildes ist. Wir wissen recht genau, gegen was wir sind. Aber wissen wir gegen wen wir genau sind?

So glaube ich nicht, dass die Mehrheit der Frauen insgesamt von dem profitiert, was ihnen als feministische Errungenschaften verkauft wird. Warum sollte die Politik hier auch ehrlicher sein?
Was hat z.B. Lieschen Müller in einem 20000 Personenbetrieb davon, wenn sich einige Quotenfrauen in die Führungsriege hineinmeckern und der Betrieb daraufhin an die Wand fährt? Niemand erkennt den Zusammenhang, falls doch darf er nicht ausgesprochen werden.
Es ist also gut gegen Quoten zu sein, aber zusätzlich sollte man auch Lieschen Müller aufklären!

Es gibt Statistiken über Lebenserwartung, Ausländeranteil, Körpergröße, Parteizugehörigkeit, Schuhgröße und Sexualverhalten der Deutschen bis aufs Jota. Interessanterweise habe ich aber über die Verbreitung des Feminismus in der Bevölkerung noch nie etwas gelesen oder gehört.

Schöne Grüße,
Manfred

Re: Frauenbild und Feminismus überhaupt und sowieso

Ekki, Tuesday, 13.07.2004, 21:36 (vor 7878 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Frauenbild und Feminismus überhaupt und sowieso von Manfred am 13. Juli 2004 18:07:03:

Hallo Manfred!

Wie auch immer die prozentuale Verteilung der Feministinnen in unserer Gesellschaft aussehen mag, es kommt doch letztlich nur auf eines an:

Läßt man sich von denen unterbuttern oder nicht?

Jeder-Mann sollte für sich standhaft bleiben, ein gutes Beispiel geben - was freilich in vielen Fällen auch Härte gegen sich selbst bedeutet.

Und dann können uns die Feministinnen samt ihrer prozentualen Verteilung mal im Mondschein begegnen oder den Buckel runterrutschen oder ...

Zur moralischen Aufrüstung empfehle ich Dir, falls Du es noch nicht kennen solltest, das "Handbuch" von Eugen Prinz. Wird nicht öffentlich verkauft, ist nur übers Internet beim Autor zu beziehen (www.maus-verlag.de)

Auch Ester Vilar ("Der dressierte Mann"/"Das polygame Geschlecht"/"Das Ende der Dressur") ist sehr zu empfehlen.

Und noch mein persönlicher Standard-Ratschlag, falls es mal heftig pressiert:

"Der Single-Mann, der holt sich munter
einen nach dem andern runter."

In diesem Sinne frohe Verrichtung!

Optimistischer Gruß

Ekki

Re: Frauenbild und Feminismus überhaupt und sowieso

Odin, Tuesday, 13.07.2004, 22:50 (vor 7878 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Frauenbild und Feminismus überhaupt und sowieso von Manfred am 13. Juli 2004 15:42:55:

Deine ganzen Prozentangaben nützen nicht, egal ob sie stimmen oder nicht. Wenn Du wissen willst, wer der Gegner ist, dann schau morgen mal in den Spiegel (den richtigen!). Du glaubst doch nicht, daß Frauen auch nur ansatzweise so etwas riesiges wie die Gleichberechtigung zustande bringen können? Die beschäftigen sich einige Zeit ganz herzhaft damit und dann wirds anstrengend und sie suchen sich jemanden zum schwängern lassen. Den kleinen Teil von Frauen, der dies nicht macht oder zum Kind auch noch arbeitet und sich engagiert, vor denen ziehe ich den Hut, egal ob sie sich Emmanzen nennen oder nicht.
Deine Frage erinnert mich an die Frage eines Militärtheoretikers: Wie müssen wir die Armee gestalten, daß wir, so wie Pizarro mit wenigen Mannen ein Millionenheer des Gegners und dessen gesamte Regierung zerschlagen - und das mit 100 oder 200 Mann.
Antwort: Das geht gar nicht, außer die stürzen sich selbst wie die Lemminge über die Klippen.

Der Gegner ist daher der "Macho", der, nur um des traurigen Gefühls einer momentanen Überlegenheit (die er sich einbildet), Schutz und Rechte dahingibt, weil er ja so toll überlegen ist.
Der Gegner ist das Mammasöhnchen, daß mit 50 noch immer tun muß, was Frau und Bürotippse befiehlt und lieber eins dem Lehrlingsjungen aufs Maul hat, damit der weiß, daß er einen Mann vor sich hat.
Der Gegner ist der Bürgermeister, der braun um den Hals ist, von den vielen Frauenärschen im Frauenbund, denen er gerade in den Anus geschlüpft ist - und der sich dafür sein Lob bei Muttchen abholt und sich ganz toll männlich dabei fühlt.
Der Gegner ist der Manta-fuchsschwanzträger, der zu blöd ist ein Kondom zu benutzen und nicht nur in dieser Schulstunde gefehlt hat, als die Benutzung erklärt wurde, weil: "die Gabi paßt scho auf".
Der Gegner ist der Journalist der Zeitung, der über Deinen Jungentag nichts berichtet, weil das wäre ja sexistisch und dann das nächste Mal beim Mädchentag einen großen Artikel schreibt, wo ihm alle den Bauch pinseln damit er seine Blödheit nicht merkt....

Re: Frauenbild und Feminismus überhaupt und sowieso

Manfred, Wednesday, 14.07.2004, 00:15 (vor 7878 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Frauenbild und Feminismus überhaupt und sowieso von Odin am 13. Juli 2004 19:50:39:

Deine ganzen Prozentangaben nützen nicht, egal ob sie stimmen oder nicht.<

Ich wollte nur mal in Vorleistung treten. Wollte ja nicht von anderen eine Abschätzung verlangen ohne selber eine zu bringen.

Wenn Du wissen willst, wer der Gegner ist, dann schau morgen mal in den Spiegel (den richtigen!).<

Ich mein Gegner? Ich komme mit mir recht gut zurecht und vertrete auch meist die selbe Meinung...

Nein Odin, womöglich ist es nicht ganz so einfach. Ich spüre in Deiner Ausführung die gleiche Hilflosigkeit die ich auch hatte, als ich den Thread eröffnete. Ich wollte es schon unterlassen, vielleicht hätte ich es tun sollen. Aber irgendwas sagt mir, dass es eine Frage wert sollte, wie groß der ganze Eisberg eigentlich ist. Die "Spitze des Eisberges" sehen wir ja laufend.

Du glaubst doch nicht, daß Frauen auch nur ansatzweise so etwas riesiges wie die Gleichberechtigung zustande bringen können? <

Nein... *grins*

Deine Frage erinnert mich an die Frage eines Militärtheoretikers: Wie müssen wir die Armee gestalten, daß wir, so wie Pizarro mit wenigen Mannen ein Millionenheer des Gegners und dessen gesamte Regierung zerschlagen - und das mit 100 oder 200 Mann.

Antwort: Das geht gar nicht, außer die stürzen sich selbst wie die Lemminge über die Klippen.<

Aber 100-200 Weiber scheinen es mit uns zu schaffen... :-)

Der Gegner ist daher der "Macho", der, nur um des traurigen Gefühls einer momentanen Überlegenheit (die er sich einbildet), Schutz und Rechte dahingibt, weil er ja so toll überlegen ist.
Der Gegner ist das Mammasöhnchen, daß mit 50 noch immer tun muß, was Frau und Bürotippse befiehlt und lieber eins dem Lehrlingsjungen aufs Maul hat, damit der weiß, daß er einen Mann vor sich hat.
Der Gegner ist der Bürgermeister, der braun um den Hals ist, von den vielen Frauenärschen im Frauenbund, denen er gerade in den Anus geschlüpft ist - und der sich dafür sein Lob bei Muttchen abholt und sich ganz toll männlich dabei fühlt.
Der Gegner ist der Manta-fuchsschwanzträger, der zu blöd ist ein Kondom zu benutzen und nicht nur in dieser Schulstunde gefehlt hat, als die Benutzung erklärt wurde, weil: "die Gabi paßt scho auf".
Der Gegner ist der Journalist der Zeitung, der über Deinen Jungentag nichts berichtet, weil das wäre ja sexistisch und dann das nächste Mal beim Mädchentag einen großen Artikel schreibt, wo ihm alle den Bauch pinseln damit er seine Blödheit nicht merkt....

Ja, danke für diese Präzisierung. Darauf will ich ja im Grunde auch nur hinaus. Wenn nämlich eine kleine Erkenntnis nur die ist, dass es mehr Frauen als gemeinhin angenommen sind, die man für unsere Interessen erwärmen könnte, wäre auch das schon ein gewisser Fortschritt durch bessere Ausrichtung der Kräfte.

Gruß,
Manfred

Re: Frauenbild und Feminismus überhaupt und sowieso

Leser, Wednesday, 14.07.2004, 01:55 (vor 7877 Tagen) @ Ekki

Als Antwort auf: Re: Frauenbild und Feminismus überhaupt und sowieso von Ekki am 13. Juli 2004 18:36:13:

Hallo Manfred!
Wie auch immer die prozentuale Verteilung der Feministinnen in unserer >Gesellschaft aussehen mag, es kommt doch letztlich nur auf eines an:
Läßt man sich von denen unterbuttern oder nicht?

Ganz deiner Meinung Ekki.

Auch wenns Andreas wohl nicht passt - ich werde nicht müde zu betonen das Feminismus nichts anderes als Geschlechtsfaschismus ist. Wie sich unser "Gegner" da von seiner Überzeugung her prozentual zusammensetzt, kann uns so egal sein, wie Amerikanern, Engländern und Russen egal sein konnte , wieviel Prozent der Deutschen denn nun tatsächlich hinter dem Schlächter Hitler stehen. Der Geschlechtsfaschismus will die Männer -verniedlicht "unterbuttern" - ich nenne es versklaven. nichts anderes. Und wenn mich jemand versklaven will interessiert mich sein Motiv nicht. Mich interessiert welche Mittel ich ergreifen muss und ergreifen werde, um ihn zu stoppen.

meint
Leser

Re: Frauenbild und Feminismus überhaupt und sowieso

Eugen Prinz, Wednesday, 14.07.2004, 15:14 (vor 7877 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Frauenbild und Feminismus überhaupt und sowieso von Manfred am 13. Juli 2004 21:15:53:

Odins Auflistung von "Gegnern" stimme ich mit der seufzenden Erkenntnis zu: Die Hälfte des feministischen Übels verdanken wir nicht den Feministinnen, sondern bekloppten Männern.

Ich halte aber Manfreds Frage durchaus nicht für müßig. Der Feminismus ist ein schweres ein gesellschaftliches Problem, aber der Gegner ist ja nicht "der Feminismus", sondern es sind real existierende Frauen (und Männer).

Insbesondere Feministinnen maßen sich zu allen Fragen des gesellschaftlichen und privaten Lebens eine Definitionshoheit an, die wir ihnen unbedingt streitig machen müssen.

Solange aber Männer den Mund nicht auf machen, entsteht der Eindruck, Feministinnen wären in der Mehrheit, oder zumindest, die Mehrheit würde ja stillschweigend zustimmen.

Auf diesen Mechanismus unberechtigter bzw. angemaßter Legitimation stützen sich Feministinnen. Vor allem aber können sich Politiker jederzeit darauf berufen und sie tun es.

Es ist also von großer Bedeutung, zu zeigen, dass Feministinnen nicht die Mehrheit sind oder vertreten, sondern dass es auch noch Männer (und Frauen) gibt, die mit diesem Programm nicht einverstanden sind.

Eugen

Re: Frauenbild und Feminismus überhaupt und sowieso

Altschneider, Wednesday, 14.07.2004, 16:28 (vor 7877 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Frauenbild und Feminismus überhaupt und sowieso von Manfred am 13. Juli 2004 15:42:55:

Es kommt wohl darauf an, wie du Feminismus fasst. Was die Protagonisten angeht, diejenigen, die sich immer neue Benachteiligungen ausdenken und auf weitere Privilegien pochen, magst du recht haben.

Aber letzlich geht es doch um den Zeitgeist - das System, in dem wir leben, und dies wird von fast allen Frauen genutzt. Jede Frau, die irgendwo auf Probleme stößt, sei es beruflich, sei es privater Art, hat gleich ein ganzes Bündel vorgefertigter Erklärungsmodelle zur Hand, auf das sie zurückgreifen kann - die Männer, das Patriarchat usw.
Ich würde mal schätzen, dass ca. 80 % der Frauen dass System nutzen, um Vorteile zu erlagen und dieses auch unterstützen.
Ist es denn kein Feminismus, wenn die Lehrerin den Schülern erzählt, Mädchen seien die besseren Menschen, wenn Erzieherinnen entsetzt einschreiten, wenn sich mal 2 Jungens in den Schwitzkasten nehmen, wenn erwachsene Frauen massiv auf Unterhalt bestehen oder evtl. sogar Kindesentzug betreiben, wenn fast bei jedem sozialen Kontakt in gemischten Gruppen irgendwelche männerfeindlichen Sprüche gemacht werden usw?
Die Grenzen zwischen aktiv und passiv sind viel zu fließend, um hier ein klare Abgrenzung zu schaffen. Ich glaube schon, dass die Protagonistinnen des Feminismus eine breite Unterstützung in der Bevölkerung haben und in vielen Dingen des privaten Lebens auch zu allerlei Handreichungen in diesem Sinne bereit sind.
Würde ich mal so sehen
Altschneider

@Manfred

Jolanda, Thursday, 15.07.2004, 03:03 (vor 7876 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Frauenbild und Feminismus überhaupt und sowieso von Manfred am 13. Juli 2004 18:07:03:

Lieber Manfred

Nur für dich werde ich dazu noch mal Stellung nehmen ;-)

Deine Ueberlegung ist auf jedenfall gut. Ich meine, klar gebe ich den anderen Recht, die meinen, dass es höchste Zeit wäre, dass die Männer sich nicht mehr alles gefallen lassen und endlich anfangen Grenzen zu setzen.

Aber ich habe mich auch schon gefragt, wie weit ist dieser Feminismus bei der durchschnittlichen Frau verankert. Einer Frau, die sich nicht politischen oder sonstigen Gruppierungen anschliesst.

Es ist schon so, wie du sagst, da gibt es die Frau, für die Feminismus bzw. Emanzipation in etwa "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" bedeutet. Die ist dann ziemlich weit von der entfernt, die in jedem Mann einen potentiellen Vergewaltiger sieht, weil man das ja immer überall so darstellt und die deshalb auch findet Prostitution sollte verboten werden, mir musst du übrigens nicht erklären, wie dumm und widersprüchlich diese Forderung ist.

Die heutigen Frauen haben bald einen Anteil von 50 % bei der studierenden Bevölkerung. Sie haben sehr wohl die selben Chancen, sofern sie ihren Finger aus dem Hintern nehmen. Wovon ich ehrlich gesagt noch nicht so ganz überzeugt bin.

Ich bin echt gespannt, wie sich das entwickelt. Heute muss mir keine Frau mehr sagen, sie hätte nicht auch gute Möglichkeiten sich hoch zu arbeiten und einen guten Posten zu bekommen, wenn sie das wirklich will und auch bereit ist, die selben Hürden zu nehmen, die jeder Mann auch nehmen muss, wenn er diesen Posten will. Denn auch Männer haben Konkurrenten, wenn sie nach oben streben, auch Männern wird nichts geschenkt.

In Fragen der Trennung und/oder Scheidung haben Männer eh meist die Arschkarte gezogen. Hier können sie nur hoffen, dass die Ex sich einigermassen fair verhält. Ich denke nicht, dass sich viele Menschen darüber bewusst sind, wie unfair unsere Gesetze hier sind. Hier wird auch besonders viel Missbrauch betrieben und dass widerum zeigt mir eben, dass Frauen keinesfalls die besseren Menschen sind. Dort wo man ihnen Macht verleit, dort nutzen sie die bis an die Grenzen aus.

Ich denke, es sind einfach zu viele Dinge zu normal geworden, die Gesellschaft erkennt gar nicht mehr, was hier falsch läuft. Manchmal habe ich das Gefühl, diese ganzen Klischees, die sind richtig eingeimpft, man hinterfragt sie gar nicht mehr, übernimmt sie ohne zu hinterfragen.

Ich habe die persönliche Erfahrung gemacht, dass es ganz schön dauern kann, bis ein Mann erkennt, was hier abläuft. Die meisten sind sich dessen nicht bewusst, sie merken es erst, wenn sie selber in die Situation kommen gewissen Gesetzen ausgeliefert zu sein. Erst wenn sie über den Tisch gezogen werden. Ich bin eine Frau und glaube mir, ich bin nicht stolz darauf, das zu schreiben. Aber es wird sich nie etwas ändern, wenn wir uns weiterhin etwas vormachen.

Zudem ist meine Motivation durchaus auch egoistischer Art.....ich werde den Teufel tun und tatenlos zusehen, wie sich Mann und Frau gegenseitig das Leben madig machen.

Ich habe nach so langer Zeit in diesem Forum und mit allem was ich erlebt habe in diesem Bereich sehr viel Verständnis für "Hardliner" bekommen. Aber das heisst noch lange nicht, dass ich diesen Weg als den richtigen ansehe.

Ich will keinen Krieg, ich arbeite auf einen Waffenstillstand hin, auf eine Basis, wo man sich wieder begegnen kann. Ich meine nichts gegen Onanie, ist die natürlichste Sache der Welt....schmunzelt...nur ganz ehrlich, ich kann mir da schon noch bessere Alternativen vorstellen.

Ich habe auch den Glauben an gegenseitigen Respekt und gegenseitige Toleranz noch nicht verloren, ich bin eben ein unverbessererlicher Optimist.

Nun zu deinen Zahlen. Nun ja, so verdammt weit liegst du wohl gar nicht daneben. Ich bin auch nicht der Meinung, dass es unwichtig ist, was du hier schreibst. Denn es gibt schon viele Mitläuferinnen, die einfach auch zu wenig wissen. Ich erlebe immer wieder, wie Frauen ganz ruhig werden, wenn ich so erzähle, was ich alles erlebe und höre. Es wäre dazu aber schon wichtig, dass vor allem auch die Männer ein besseres Selbstbewusstsein bekommen. Ihr sollte euch gegenseitig stärken, das wäre schon wichtig.

Manchmal hilft auch Wut, nur muss man die kanalisieren können. Und sie irgendwann umsetzen in den festen Willen, seinen Weg selber zu bestimmen. Dazu muss man nichts ausschliessen....aber man darf gewisse Prinzipien nie über Bord werfen, egal wie bezaubernd das Lächeln auch sein mag oder wie betörend der Blick. Hier liegt nun mal eine der Schwachstellen, vor allem von jungen Männern ;-)

Nur dafür solltet ihr nicht nur wütend sein auf die Frauen...seid ihr auch nicht, ich denke sogar eher, dass die Männer in erster Linie dann wütend auf sich selber sind. Und die Lösung ist dann die Onanie...nun ja...vielleicht würde es sich doch lohnen, noch den ein oder anderen Weg zu beleuchten :-)

Aber das ist im Endeffekt jedem selbst überlassen. Aber du hast auf jedenfall einen Ansatzpunkt beleuchtet, den zu betrachten es sich schon lohnen dürfte.

Einen lieben Gruss
schickt dir
Jolanda

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