Verlogenheit, Heuchelei, Doppelmoral
Als Antwort auf: Email vom Familienministerium erhalten... von Christian am 03. Juni 2004 15:14:26:
Gender Mainstreaming verpflichtet somit jeden, der an der Gestaltung politischer Konzepte und Maßnahmen
beteiligt ist, sich an den tatsächlichen Bedürfnissen von Frauen und Männern zu orientieren, unter Berücksichtigung der Unterschiede zwischen den Geschlechtern und ihrer unterschiedlichen Bedürfnisse in der Gesellschaft.
Es gibt keine biologisch begründeten unterschiedlichen Bedürfnisse der Geschlechter. Das ist alles erworben, also durch die Umwelt begründet.
Ziel dieses Ansatzes ist die faktische Gleichstellung von Frauen und Männern, wie sie vom Grundgesetz gefordert wird.
Die ist schon seit Grundsteinlegung des Grundgesetzes da. Grundgesetzinhalte sind kein Ziel, sondern ein Zustand.
Soweit die geschlechtspezifischen Analysen zeigen, dass ein Geschlecht (Männer oder Frauen) benachteiligt wird, müssen gegensteuernde Maßnahmen ergriffen werden.
Kein Geschlecht kann benachteiligt sein! Nur eine Person aufgrund ihres Geschlechtes!
Der Name des Frauenministeriums wurde deshalb beibehalten, weil es in der Regel die Frauen sind, die in unserer Gesellschaft benachteiligt sind:
- Frauen verdienen durchschnittlich nur 70 % des Einkommens von Männern
Weil sie durchschnittlich weniger lukrative Jobs haben.
- nur 11 % der abhängig beschäftigten Frauen sind in Führungspositionen, Männer sind
fast doppelt so häufig als solche dort zu finden
Weil viele Frauen bewusst in die Familie statt in den Beruf gehen.
Dass Frauen in Friedenszeiten nicht zu einem Pflichtdienst herangezogen werden, beruht auf einer Entscheidung des Verfassungsgebers in Art. 12a GG. Durch Änderung des Grundgesetzes vom 19.12.2000 wurde das in Art. 12a Abs. 4 Satz 2 GG bisher enthaltene Verbot, dass Frauen auf keinen Fall Dienst an der Waffe leisten dürfen, dahingehend abgeändert, dass Frauen auf keinen Fall zum Dienst an der Waffe verpflichtet werden dürfen. Daraus folgt, dass Frauen künftig Wehrdienst leisten können, Männer jedoch weiterhin der allgemeinen Wehrpflicht unterliegen.
Damit widerspricht sich das GG selber.
Was die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht auch für Frauen anbelangt, ist zu beachten, dass Frauen bereits heute den weitaus größten Teil der freiwillig erbrachten sozialen Leistungen in unserer Gesellschaft verrichten. Dieses außerordentliche Engagement z.B. in den Wohlfahrtsverbänden, Kirchengemeinden und
Selbsthilfegruppen wird ergänzt durch weitere Pflegeleistungen in der Familie. Auch heute noch erfüllen Frauen erfahrungsgemäß einen größeren Anteil der Aufgaben in der Kindererziehung und in der Pflege.
Freiwillig, aber meist direkt (Beruf) oder indirekt (Familie) bezahlt. Ehrenamtliche Tätigkeiten zum Gemeinwohl werden von Frauen und Männern gleichermaßen geleistet. Viele Frauen leisten keinen entsprechenden Dienst. Demzufolge ist das Geschlecht ein unzulässiges Kriterium zur Dienstpflichtauswahl.
> Aus Art. 3 Abs. 2 und 3 des Grundgesetzes ergibt sich, dass eine Ungleichbehandlung auf Grund des Geschlechtes - zumindest im Bereich der unmittelbaren Geltung von Grundrechten wie der gesetzlichen Rentenversicherung nicht zulässig ist.
Und zwar auf die Person bezogen, nicht auf ein imaginäres Kollektiv, das in sich nicht solidarisch sein muss (im Gegesatz z. B. der Menge der ADAC-Mitglieder, der AlKaida-Sympatisanten oder der Bayern-Fans).
> Eine pauschale Anknüpfung an das Geschlecht nur auf Grund der statistisch unterschiedlichen Lebenserwartung von Frauen und Männern wäre kein sachlicher Grund für eine Differenzierung, da die Ursachen für unterschiedliche Lebenserwartung nicht zwingend biologisch sondern auch in hohem Maße von der allgemeinen Lebensgestaltung, der Art der Berufstätigkeit etc. abhängen. Es gibt zahlreiche Frauen, die eine geringe Lebenserwartung haben und zahlreiche hochaltrige Männer.
Sehr richtig! Warum wird aber dann bei der Wehrpflicht für Männer auf schwammige Mehrheitsverhältnisse bei Pflegediensten verwiesen und nicht auch fest gestellt, dass viele einzelne Frauen das nicht tun und eingezogen werden müssten? Und viele Männer ebenfalls freiwillig sozial tätig sind und nicht eingezogen werden müssten?
Wieder mal bestätigt: Den Männern die Pflichten, den Frauen die Rechte.
Die Bundesregierung verfolgt das Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern als eine wichtige Aufgabe. Noch immer zeigen sich deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede beim Berufswahlverhalten zum Nachteil von Mädchen und jungen Frauen in den technisch-naturwissenschaftlichen Bereichen, so dass hierauf ein besonderes Augenmerk gelegt werden muss.
Zum Nachteil? Die wählen doch selber aus!
In Hamburg und Aachen gibt es erste Projekte, die es den Jungen ermöglichen, sozialpflegerische Berufe zu erkunden.
Auch vom Bundesministerium für alle außer Single-Männer zwischen 20 und 60 gefördert? Und wenn die Jungen dann hinreichend in den Sozialpflegerischen Bereich umgesiedelt worden sind, gilt dann die Begründung für die Wehrpflicht noch (s. o.)? Übrigens: Deutschland ist größer als AC und HH
> Für ein bundesweites Projekt Boy´s Day wäre es notwendig, vorher die Sichtweisen und Zielstellungen zu klären. Machte man aus dem "Girls´Day" einen "Girls' und Boys' Day", wäre die Gefahr sehr groß, dass aus dem Aktionstag ein ganz "normaler" Berufsorientierungstag wird und die Zielstellung verwischt wird.
Sehr entlarvend: Die Zielsetzung nämlich, Frauen zu bevormunden, äh, -zugen.
gesamter Thread:
- Email vom Familienministerium erhalten... -
Christian,
03.06.2004, 18:14
- Re: Email vom Familienministerium erhalten... -
XRay,
03.06.2004, 20:48
- Re: Email vom Familienministerium erhalten... -
Magnus,
03.06.2004, 22:12
- Re: Email vom Familienministerium erhalten... -
XRay,
04.06.2004, 20:10
- Re: Email vom Familienministerium erhalten... -
Odin,
06.06.2004, 19:20
- genau genommen.... -
Odin,
06.06.2004, 19:24
- Re: genau genommen.... -
Joseph ,
12.06.2004, 02:21
- Re: genau genommen.... - Odin, 12.06.2004, 19:39
- Re: genau genommen.... -
Joseph ,
12.06.2004, 02:21
- genau genommen.... -
Odin,
06.06.2004, 19:24
- Re: Email vom Familienministerium erhalten... -
Odin,
06.06.2004, 19:20
- Re: Email vom Familienministerium erhalten... -
XRay,
04.06.2004, 20:10
- Re: Email vom Familienministerium erhalten... -
Magnus,
03.06.2004, 22:12
- Verlogenheit, Heuchelei, Doppelmoral -
Martin,
03.06.2004, 22:21
- Re: Verlogenheit, Heuchelei, Doppelmoral -
Manfred,
03.06.2004, 22:36
- Re: Verlogenheit, Heuchelei, Doppelmoral -
Eugen Prinz,
04.06.2004, 02:32
- Re: Verlogenheit, Heuchelei, Doppelmoral - Andreas, 04.06.2004, 02:34
- Re: Verlogenheit, Heuchelei, Doppelmoral -
Eugen Prinz,
04.06.2004, 02:32
- Re: Verlogenheit, Heuchelei, Doppelmoral -
Manfred,
03.06.2004, 22:36
- Re: Email vom Familienministerium erhalten... - michail, 03.06.2004, 23:07
- Re: Email vom Familienministerium erhalten... - Jeremin, 04.06.2004, 02:15
- Re: Email vom Familienministerium erhalten... -
XRay,
03.06.2004, 20:48