Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Tagung für Männer

Jörg Rupp, Thursday, 27.05.2004, 12:57 (vor 7925 Tagen)

FACHTAGUNG FÜR MÄNNER
AM 9./10. JULI 2004 (FR/SA)
IN BERLIN
GALERIE DER
HEINRICH-BÖLL-STIFTUNG
HACKESCHE HÖFE, AUFGANG 1, 5. OG
ROSENTHALER STR. 40/41
10178 BERLIN
AKTEURE DES WANDELS
MÄNNER IM GENDER MAINSTREAMING
SAMSTAG 10. JULI
9.00 Vortrag
MUSS DAS GENDER MAINSTREAMING
„GEGENDERT“ WERDEN?
Das Potenzial des Gender Mainstreaming für die Veränderung
der Geschlechterverhältnisse wird derzeit nur zu einem Bruchteil
ausgeschöpft, weil es bisher eine versteckte Gender-Bias reproduziert:
Es besitzt die Tendenz, mit Gender primär Frau zu meinen.
Damit gelingt der radikale Schritt von Frauenpolitik und
Frauenförderung hin zu tatsächlichem Gender Mainstreaming
bislang nur in Ansätzen. Die das Gender Mainstreaming auf der
Metaebene anführenden Institutionen sind weitgehend unreflektiert
von Frauen besetzt und geführt. Das betrifft ebenso das
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
(BMFSFJ) wie das GenderKompetenzZentrum und andere
Steuerungsinstitutionen auf Länderebene. Dies hat Auswirkungen
auf deren Politik, Förderung und Publikationen. Eine notwendige
Basis, Männer künftig als Akteure des Wandels zu
erkennen und zu gewinnen ist, dass diese Institutionen ‚gegendert’
werden. Wie kann ein Top-Down-Ansatz funktionieren, wenn er
schon ganz oben nicht umgesetzt wird? Bisher gelten Frauenförderung
und Gender Mainstreaming als zwei zentrale Säulen
einer Gleichstellungspolitik. Für eine nachhaltige Praxis muss als
dritte Säule eine gezielte Männerförderung hinzukommen.
Willi Walter, inmedio, genderWerk und AK Kritische
Männerforschung, Berlin, Männer- und Geschlechterforscher;
Ausbilder für Mediation, Gender- und Konfliktmanagement
10.30 Parallele Workshops Phase II
WORKSHOP 5
GENDER MAINSTREAMING IN
DER PRIVATWIRTSCHAFT
Ein großer Teil der Bevölkerung ist in der Privatwirtschaft tätig.
Wird die Implementierung von Gender Mainstreaming in diesem
Feld vernachlässigt, so entsteht eine große Lücke in der Verwirklichung
der Chancengleichheit von Frauen und Männern in unserer
Gesellschaft. Allerdings verfolgt die Privatwirtschaft grundsätzlich
andere Ziele als z.B. die öffentliche Verwaltung. Ziel
dieses Workshops ist es, zu klären, wie Gender Mainstreaming
mit den Unternehmensstrategien der Privatwirtschaft in Einklang
gebracht werden kann und so erste Ideen für Gender Mainstreaming
in der Privatwirtschaft zu entwickeln.
FORUM MÄNNER IN THEORIE UND PRAXIS
DER GESCHLECHTERVERHÄLTNISSE
Angesprochen sind alle Gender Mainstreaming-Akteure, die sich
dem Feld der Privatwirtschaft widmen möchten.
(Max. 12 Teilnehmer)
Gabor Rossmann, Mänz + Rossmann Organisationsentwicklung,
Hannover, Personal- und Organisationsentwickler
WORKSHOP 6
GENDER MAINSTREAMING –
HERAUSFORDERUNG FÜR MÄNNER
Anhand von Gender Mainstreaming-Prozessen in der öffenlichen
Verwaltung werden fördernde und hemmende Bedingungen
sowie Widerstände betrachtet. Nach Möglichkeit soll dann der
Frage nachgegangen werden, was Männer in diesem Prozess
gewinnen und verlieren können.
Ablauf des Workshops: Prozesse präsentieren – Erfahrungen
diskutieren – Standpunkte sichtbar machen.
Dr. Ronald Schulz, proconsult. Halle/Saale, Soziologe, Supervisor
und Prozessgestalter
WORKSHOP 7
GEWALT GEGEN MÄNNER –
CHANCEN UND GRENZEN EINER GESCHLECHTERGERECHTEN
ARBEIT ZUR MÄNNLICHEN
VIKTIMISIERUNG
Auf der Grundlage von Erfahrungen und Berichten der Teilnehmer
sollen zum einen eine Bestandsaufnahme vorgenommen und
zum anderen eine Vision entwickelt werden, in welcher Weise
Gender Mainstreaming Eingang in die Arbeit mit männlichen
Opfern von Gewalt gefunden hat bzw. finden könnte. Die zentrlen
Fragestellungen sind: Welche Hoffnungen und Erwartungen
haben Betroffene und Professionelle an eine geschlechtergerechte
Arbeit mit Gewaltopfern? Wo liegen ihre Befürchtungen?
Wo sehen sie Chancen? Wo sind Grenzen?
Hans-Joachim Lenz, Pilotstudie Gewalt gegen Männer, Eckenhaid
bei Nürnberg, Sozialwissenschaftler und Geschlechterforscher
13.30 Mittagspause
14.30 MÄNNER ALS AKTEURE DES WANDELS
POSITIONEN, SCHLUSSFOLGERUNGEN,
FORDERUNGEN.
Abschlussrunde
16.00 Ende der Veransaltung
AKTEURE DES WANDELS
MÄNNER IM GENDER MAINSTREAMING
Seit der Weltfrauenkonferenz in Beijing vor beinahe 10 Jahren gilt Gender
Mainstreaming als große Hoffnung, endlich Gleichheit zwischen Frauen
und Männern zu erreichen. Nahm die so genannte Gleichstellungspolitik
hauptsächlich Frauen in den Blick – als Stichworte seien hier
Frauenpolitik, Frauenförderung, Frauenquote erwähnt – so etablierte sich
im Zuge der Ausgestaltung von Gender Mainstreaming mehr und mehr die
Einsicht, dass Männer gleichermaßen an der Gestaltung dominanzfreier
Geschlechterverhältnisse mitwirken können und müssen.
Vielfach herrscht(e) die Annahme vor, dass die Gleichstellung von Frauen
und Männern, verstanden als eine Besserstellung von Frauen, „logischerweise“
eine Schlechterstellung von Männern zur Konsequenz habe. Diese
Logik wollen wir mit dieser Tagung kritisch untersuchen. Wir fragen, wie
sich Männer in ihrer Unterschiedlichkeit und Vielfalt im Gender
Mainstreaming beteiligen können, damit sowohl sie als auch Frauen profitieren
und welche Schwierigkeiten sich dabei in der Praxis zeigen.
Wir wollen mit der Tagung den unterschiedlichen Perspektiven von
Männern in Bezug auf das Konzept Gender Mainstreaming ausreichend
Raum bieten. Daher steht diese Veranstaltung ausschließlich Männern
offen. Denn um die für alle Seiten Gewinn bringende Teilhabe von Männern
an der Gender Mainstreaming-Debatte zu fördern, erscheint es uns notwendig,
dass sie dazu „eigene“ Standpunkte entwickeln, um sie später in
gemeinsamen Aushandlungsprozessen zur Diskussion stellen zu können. Die
Workshops und Foren werden vorrangig praxisorientiert sein.
WORKSHOP 2
GENDER-TRAINING FÜR DEN MANN
Gender-Trainings speziell für Männer – geht das? Bringt‘s das?
Muss das sein? Und vor allem: darf mann das? Nach gängigen
Definitionen sollten bei Gender-Trainings doch am besten alle
Geschlechter anwesend sein. Es gibt aber gute Gründe dafür,
warum Männer ihre Gender-Kompetenzen unter sich entwickeln
sollten. Hier können sie eigene Zugänge zu Gender-Themen und
zu Gender Mainstreaming entdecken. Und wenn Gender-Mainstreaming
nicht weiter sozialtechnokratisch reduziert bleiben
soll, braucht es ohne hin andere Ideen, frische Zugänge und bessere
pädagogische Arbeitsformen.
Im Workshop werden Methoden vorgestellt und ausprobiert, die
bei solchen Trainings angewendet werden. Außerdem wird über
Hintergründe und Erfahrungen mit einem Männer-Gender-
Seminar und drei Männer-Gender-Trainings berichtet. Sie wurden
im Zusammenhang mit EU-geförderten Projekten initiiert.
Dabei wurden unterschiedliche Zielgruppen von Männern angesprochen.
Dr. Reinhard Winter, sowit- Sozialwissenschaftliches Institut
Tübingen, Organisationsberater und Gendertrainer
WORKSHOP 3
MÄNNER GEWINNEN! – VIELFALT GESTALTEN.
KOLLEGIALE BERATUNG ZU PRAXISBEISPIELEN
VON GENDER MAINSTREAMING-PROZESSEN
Weder die Zuweisungen der traditionellen Gleichstellungspolitik
noch die männerpolitische Postulierung von Veränderungsmotiven
fördern das Engagement von Männern in Gender Mainstreaming-
Prozessen. Im Gegenteil: Als erfolgreiche Strategien
erscheinen nach den Erfahrungen des Workshop-Leiters die persönliche
Ansprache, Gender Mainstreaming-Beratung und
Coaching, die adäquate Thematisierung von Interessen an der
Schnittstelle zwischen Privatem und Beruflichem und vor
allem die Integration in laufende Organisations- und Personalentwicklungsprozesse,
in denen Gender Mainstreaming seinen
Nutzen erst erweisen muss. Sequenzen aus Gender Mainstreaming-
Prozessen werden gemeinsam mit den Teilnehmern in vertraulicher
kollegialer Beratung aus einer männerspezifischen
Perspektive reflektiert. (Max. 12 Teilnehmer)
Christian Raschke, Vielfalt Gestalten, Berlin/Müncheberg,
Organisationsberater und Supervisor
FREITAG 9. JULI
13.30 Anmeldung
14.00 Begrüßung und Einstieg
Henning von Bargen, Heinrich-Böll-Stiftung
Stefan Beier, Forum Männer
14.30 GENDER MAINSTREAMING –
(K)EIN THEMA FÜR MÄNNER?
Ein moderiertes Gespräch mit Mitwirkenden darüber, wie sie
zum Gender Mainstreaming gekommen sind, was sie daran
fasziniert und was sie motiviert, sich beruflich und persönlich
dafür zu engagieren.
Christian Raschke, Henning von Bargen
15.30 Parallele Workshops Phase I
WORKSHOP 1
GENDER MAINSTREAMING UND WAS
MÄNNER DAVON HABEN KÖNNEN.
EIN PARADIGMENWECHSEL IN DER
GESCHLECHTLICHEN GLEICHSTELLUNGSPOLITIK?
Mit Gender Mainstreaming werden Männer zumindest theoretisch
nicht nur als Verursacher von Ungleichheit, sondern auch
als Adressaten von Gleichstellungsmaßnahmen wahrgenommen.
Daneben ist Gleichstellungspolitik für viele Männer immer noch
„Frauenkram“, von dem sie sich nicht angesprochen fühlen. Wie
können Männer ihre spezifische Situation besser erkennen und
verändern, z.B. eine übersteigerte Erwerbsorientierung und ihre
„Schattenseiten“ wie erhöhtes Krankheitsrisiko und eine geringere
Lebenserwartung?
Ziel des Workshops ist es, mögliche Felder, Strategien und
Perspektiven für eine Einbeziehung von Männern in Gender
Mainstreaming-Prozesse zu diskutieren und vorhandene Erfahrungen
der Teilnehmer auszutauschen.
Klaus Schwerma, Dissens e.V. und genderWerk, Berlin
Sozialwissenschaftler, Männerforscher und Gendertrainer
WORKSHOP 4
GENDER MAINSTREAMING IM JUSTIZVOLLZUG
Was soll Gender Mainstreaming im „Knast“? Hat es in diesem
traditionell sehr männerorientierten Bereich eine Chance? Wie
schätzen beteiligte männliche Entscheidungsträger dies ein?
Haben die männlichen Mitarbeiter überhaupt Vorteile davon?
Die Jugendarrestanstalt Berlin und die Justizvollzugsanstalt
Düppel haben als Pilotbereiche der Senatsverwaltung für Justiz
an der gerade abgeschlossenen Pilotphase zur Umsetzung von
Gender Mainstreaming teilgenommen.
Thomas Vöge, Geschäftsleiter JAA Berlin
Klaus Holland, Personalrat JVA Düppel[angefragt]
sowie die durchführende Gendertrainerin
Insa-Alea Böhme, böhmeconsulting Berlin
werden als Gäste aus den Projekten berichten.
Neben einer Darstellung des Projektverlaufs und der dabei aufgetretenen
Hindernisse werden die Beteiligten zu ihren persönlichen
Erfahrungen befragt. Im anschließenden Gespräch wird
es Gelegenheit geben, die Ergebnisse und die Schwierigkeiten zu
reflektieren, auch im Hinblick auf zukünftige Perspektiven.
Stefan Beier, genderWerk und AK Kritische Männerforschung,
Berlin, Soziologe und Männerbildner
18.30 Imbiss
19.30 „UND..., WIE WAR’S?“ – PLAYBACK THEATER
Das Playback Theater Berlin spielt Eindrücke und Geschichten
aus dem Publikum.
Leitung: Andrea Schulze
SpielerInnen: Helga Schneider-Schelte, Marie Klupp, Götz
Liefert, Jürgen, Schoo, Oliver Schubbe
Gastspieler: Gabor Rossmann
Anschließend Gelegenheit zum Gespräch mit den
SchauspielerInnen und zum informellen Austausch.

Verkehrsverbindungen:
S-Bahnhof Hackescher Markt
U-Bahnhof Weinmeisterstraße
Kontakt und Anmeldung
Forum Männer
Heinrich Böll Stiftung
z. Hd. Henning von Bargen
Rosenthaler Str. 40/41
10178 Berlin
Tel. 030.285 34-180/181
Fax 030.285 34-5180
E-Mail gender@boell.de
Teilnahmebeitrag
20,-Euro/10,- Euro
(Verdienende/Nichtverdienende)
Wir verschicken keine Anmeldebestätigung.
Der Teilnahmebeitrag
kann zu Beginn der Tagung bei der
Anmeldung entrichtet werden.
Anmeldeschluss:
Eine schriftliche Anmeldung ist
erforderlich. Die Teilnehmerzahl
ist aus räumlichen Gründen
begrenzt. Bitte melden Sie sich mit
dem beiliegenden Anmeldeformular
bis spätestens Freitag, den
25. Juni 2004 an.
Für Zimmerreservierungen wenden
Sie sich bitte an die Berlin
Tourismus GmbH unter
Tel. 030.25 00 25
Weitere Informationen unter
www.forum-maenner.de
www.boell.de
Das Forum Männer in Theorie und Praxis der Geschlechterverhältnisse ist
ein lockeres Netzwerk von Männern, die bundesweit in den Feldern
Männer- bzw. Geschlechterforschung, Männerbildung, Männerberatung
und Männerpolitik arbeiten. Das Forum veranstaltet zweimal jährlich
Fachtagungen, die themenzentriert unterschiedliche Blickrichtungen aus
Theorie, Forschung, Praxis und Politik zusammenbringen und insbesondere
dem Erfahrungsaustausch dienen. Die Tagungen werden von Mitgliedern
des Forums in wechselnden Gruppen vorbereitet, durchgeführt und jeweils
dokumentiert.
Die Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt das Forum als Koordinationsstelle
organisatorisch, finanziell und ideell.
Vorbereitungsgruppe: Stefan Beier, Christian Raschke, Gabor Rossmann, Dag
Schölper, Ronald Schulz, Klaus Schwerma, Bernd Stude, Henning von Bargen


gesamter Thread:

 

powered by my little forum