Re: Neue Väter - gibt es sie wirklich?
Als Antwort auf: Neue Väter - gibt es sie wirklich? von Odin am 14. Mai 2004 11:49:18:
Das ist ja alles schön und gut und auch erfreulich, dass Väter mittlerweile auch öffentlich einen höheren Stellenwert bekommen und auch haben dürfen, dass die Erkenntnis reift, dass Kinder auch die Väter brauche - ist das alles nichts Neues, sondern wurde von Männer schon lange gesagt.
Es bleibt ein bitterer Beigeschmack, wenn aus dem verzerrten Männerbild, dass über Jahrzehnte kultiviert wurde, auf einmal wohlmeinende Analysen und Ratschläge abgeleitet werden.
Unsere Großväter kümmerten sich in der Regel erst um ihre Kinder, wenn diese ähnliche Interessen aufweisen konnten. Unsere Väter schoben dagegen auch schon mal den Kinderwagen.
Das gilt, wenn überhaupt, nur für die obere Mittel- und Oberschicht. Dort, wo das Geld nicht so dick saß, und dass war der überwiegende Teil der Bevölkerung, mussten Frauen immer schon zum Lebensunterhalt mit Beitragen und dementsprechen habe sich die Väter auch um die Kinder gekümmert und hatten auch ihre Freude daran. Anderes blieb ihnen auch nicht übrig, war doch die Frauensterblichkeit bei der Geburt erheblich höher als heute, ein Vater mit kleinen Kinder keine Seltenheit.
Nur - es passte nicht zu dem, was Frauen von Männern erwarteten, mithin die soziale Rolle, nämlich ein hohes Maß an Selbstdisziplin, Selbstbeschränkung, Vorbild - eben das Idealbild des Erwachsenen. Auch in der Großeltern und Urgroßelterngeneration gibt es zahlreiche Beispiele von Vätern, die sich sehr liebevoll auch um kleine Kinder kümmerten, nur waren sie dann im besten Fall "große Kinder". Die Erziehungsmaßstäbe waren ja auch durchaus andere, Kinder wurden als kleine Erwachsene behandelt.
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Immer mehr Männer erkennen, was für eine Bereicherung Kinder für ihr eigenes Leben und für die gesamte Gesellschaft sind. Sie begreifen, daß Kinder nicht nur nehmen, sondern auch sehr viel zurückgeben. Und wer würde diese Gaben schon freiwillig nur der Mutter überlassen!
Das wussten Männer schon immer und haben sich auch schon immer für ihre Kinder eingesetzt. Das die Kriegsgeneration vielleicht nicht unbedingt mit lockerem Spieltrieb sich auf die Kinder einging, mag verständlich sein, aber immerhin gehörte bis Anfang der 60er die Beschäftigung mit den Kindern zu den beliebtesten Freizeittätigkeiten der Männer (nix mit unbezahlte Arbeit und geldwerte Leistungen).
Nur wurde ihnen dann ja ziemlich massiv der Umgang mit Kinder verwehrt, im Scheidungsfall.
Diese süffisant-überhebliche Art, Männer das zu gewähren, was ihnen genommen wurde und dies noch als Lernprozess aufgrund der mutterweises Erkenntnis darzustellen, finde ich ziemlich unverschämt.
gesamter Thread:
- Neue Väter - gibt es sie wirklich? -
Odin,
14.05.2004, 14:49
- Re: Neue Väter - gibt es sie wirklich? -
Altschneider,
15.05.2004, 00:43
- Re: Neue Väter - gibt es sie wirklich? - Eugen Prinz, 15.05.2004, 03:49
- Re: Neue Väter - gibt es sie wirklich? -
Altschneider,
15.05.2004, 00:43