Vulgär-Neoliberalismus
Als Antwort auf: Re: Propaganda und Männerbewegung von Max am 13. Mai 2004 21:30:
Hallo Max! Schön dass Du antwortest!
Dass "eigentuemlich frei" eine "vulgaer-neoliberale Publikation" sein soll: Der guten Ordnung halber weise ich hier darauf hin, dass es sich dabei lediglich um eine Texaco-Definition handelt. Ich halte "ef" weder fuer vulgaer noch fuer neo-irgendwas, und ich warne sehr davor, diese Publikation mit einem Etikett versehen zu wollen. Dass sie allerdings der althergebrachten Gutmenschendenke eine Dorn im Auge sein muss, - das ist klar. Insofern betrachte ich deine Etikettierung solange als Diffamierung, bis du hier dargelegt hast, was an "ef" vulgaer-neoliberal sein soll.
Wird wohl muehsam werden....
Richtig, das würde mühsam werden, und deshalb habe ich auch nur von einem flüchtigen Eindruck gesprochen. Ich verzichte jetzt einfach mal auf den Nachweis, ob und wann wer irgendeine Position vertreten hat. Keine Lust drauf im Moment. Mir ist das letztlich egal, ob sie "vulgär-neoliberal" sind oder nicht. Aber ich erkläre jetzt kurz, was ich gemeint habe:
Es scheint ein Allgemeinplatz geworden zu sein, daß der Staat sich aus möglichst allem raus halten sollte. Gemeint ist damit erstens, daß der einzelne um sich selbst zu kümmern hat , anstatt sich von Vater Staat bemuttern zu lassen. Dem stimme ich im Prinzip zu. Zweitens kann das heißen, der Staat solle bestimmte - am besten - alle Leistungen der Privatwirtschaft überlassen. Unterstellt wird dann, daß der Staat aus sich selbst versorgenden Bürokraten besteht, während in der Privatwirtschaft alles ganz super toll kundenfreundlich funktionieren wird. Auch hier kann man viele Beispiele anführen, bei denen das zutrifft, etwa den Bereich Telekommunikation. Ein zweiter Allgemeinplatz ist, daß bornierte "Gutmenschen" letztlich doch immer nur eins wollen: mehr Staat.
Man muß aber auch sehen, daß es viele Bereiche gibt, auf die das absolut nicht zutrifft / zutreffen würde. Im Irak haben die USA Sicherheitsdienste, bestehend aus ehemaligen US-Söldnern, angegeheurt. Dieses Outsorcing macht es Menschenrechtsgruppen schwerer, die Regierung an den Pranger zu stellen. Hurra! Wer in Aktien investiert hat, hat oft feststellen müssen, daß der Markt nicht nur für ihn arbeitet, weil die Analysten seiner Bank nicht sein Wohl, sondern das ihrer Unternehmenskredite im Blick hatten. Hurra! Nieder mit der staatlichen Rente! Wer Straßen benutzt, kann froh sein, daß sie nicht von einem privatwirtschaftlich kalkulierenden Unternehmen gebaut und betrieben werden - sonst gäbe es Streckenstilllegungen wie bei der Bahn. Usw.
Was man so "neoliberale Positionen" nennt ist in vielem vermutlich richtig. "Vulgär" wird es dann, wenn man dieselbe Theorie allen Sachverhalten überstülpen will, ob sie nun passen oder nicht.
Soweit, so simpel. Ob das nun auf "ef" zutrifft oder nicht, ist mir wie gesagt letztlich wurscht. Müssen Macher und Leser selbst wissen. Ich lese das Zeug nicht.
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- Propaganda und Männerbewegung -
Texaco,
13.05.2004, 00:20
- Re: Propaganda und Männerbewegung - Sebastian, 13.05.2004, 01:15
- Re: Propaganda und Männerbewegung -
Max,
14.05.2004, 00:30
- Vulgär-Neoliberalismus - Texaco, 14.05.2004, 15:26