Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: @Manfred: Apartheid

Max, Thursday, 13.05.2004, 17:14 (vor 7939 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: @Manfred: Apartheid von Andreas am 13. Mai 2004 09:32:39:

Hallo Andreas,

Deine Parallelen zwischen Apartheid und Feminismus sind schon zutreffend. Es kommt sogar noch besser: Die herrschende Schicht der Weissen in der Vor-Mandela-Aera konnte sich ueberhaupt nur deswegen so lange als "Unterdruecker" halten, weil sie die Animositaeten zwischen den einzelnen Negerstaemmen fuer sich ausgenutzt hat. So waren in den Gold- und Diamantminen des Witwatersrandes prinzipiell Gruppencapos und die Arbeiter der Gruppe von verschiedenen Staemmen. Z.B. hat ein Xhosa eine Gruppe Zulus beaufsichtigt und angetrieben. Die ganze Apartheidsgeschichte war keineswegs nur eine Schwarz/Weiss Angelegenheit.

In meinen Augen ist es ein groesserer Verdienst Mandelas, die verschiedenen Negerstaemme, ca. 18 an der Zahl, (halbwegs) unter einen Hut gebracht zu haben, als resultierend daraus die Weissen von der (politischen) Macht vertrieben zu haben. Das kam danach quasi automatisch...

Dies zu uebertragen auf Feminismus und Maenner ist also recht simpel: Einigkeit macht stark.
Wenn es uns Maennern gelaenge, was den Weibsen immer wieder gelingt, naemlich, sich bei aller Unterschiedlichkeit wenigstens darauf zu einigen, dass wir gemeinsame Interessen haben, zu deren erfolgreicher Durchsetzung wir einfach zusammenarbeiten muessen, dann waeren wir schon auf der Siegerstrasse und unterwegs zum Triumphbogen.

Insofern also passt die Analogie Apartheid und Feminismus schon, allerdings eben nur insofern.

Die ganz grossen Schattenseiten der Abschaffung der Apartheid sollte man naemlich nicht aus den Augen verlieren: Explodierende Gewaltkriminalitaet. Das Ende der Apartheid hat in der Folge Tausenden von Schwarzen das Leben gekostet und viele von ihnen sind auf bestialische Art umgebracht worden (Die Halskrause z.B.: Ein alter Autoreifen, mit Benzin angefuellt und angezuendet, vom Opfer um den Hals zu tragen...)

Es ist bezeichnend fuer die ekelhafte Bigotterie derjenigen Staaten des Westens, die Apartheid-Suedafrika unter Embargo gestellt hatten (darunter die BRD), dass sie die Zustaende im Post-Apartheid-Suedafrika zwar bedauert, effektiv aber nichts dagegen unternommen haben. Ob der Neger tot ist oder nicht, interessierte nicht: Hauptsache er war ein "freier Neger", als er gemeuchelt wurde. Das ist: Eigene Prinzipien derartig zu ueberhoehen, dass sie einer Ideologie gleichkommen und dabei achselzuckend ueber Leichen gehen. Das sind Gutmenschen, die so etwas tun.

Zurueckblickend betrachtet, muss ich sagen, dass mir der Erhalt einer weissen Herrschaftsschicht in Suedafrika besser gefallen haette, wenn sie mit sich haette reden lassen und verantwortlich zum Wohle ihrer schwarzen Landsleute gehandelt haette, anstatt sie lediglich zu bescheissen und auszubeuten. Auch bin ich der Meinung, dass es Suedafrika wirtschaftlich vermutlich besser ginge, wenn dieser Umbruch nicht in der Form stattgefunden haette, in der er nunmal stattfand. Das gilt nur fuer Suedafrika.

Zimbabwe, das ehemalige Rhodesien, das ja ebenfalls eine Apartheidspolitik betrieb - zuletzt unter Ian Smith - waere heute definitiv besser dran, wenn alles beim Alten geblieben waere. Robert Mugabe, der Neger, hat innerhalb von gut zwanzig Jahren das ganze Land ruiniert: Vom Nahrungsmittelexporteuer zur Abhaengigkeit von der Welthungerhilfe. Und so lief das fast in ganz Afrika. Wo immer sich die Weissen aus dem Staub gemacht haben und einem Neger das Heft in die Hand gaben, war hinterher innerhalb kuerzester Zeit Chaos, Blutvergiessen, Hunger, Horror und Hoelle.

Bezogen auf Feminismus/Apartheid kann ich nur hofffen, dass sich die Parallelen vorher erschoepfen.

Gruss -

Der Forumsneger - Max


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