Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Vermuttert

Pokemon, Thursday, 13.05.2004, 02:03 (vor 7940 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Vermuttert /LOL - n/t von Emmalein am 12. Mai 2004 16:50:05:

Hallo!

Ich denke es ist schon so dass viele Kinder total übermuttert werden. Viele Frauen mit "nur" einem oder zwei Kinder benehmen sich wie die Glucken. Meine Freundin hat einen mittlerweile 13jährigen Sohn. Dieser Junge durfte mit 8 Jahren noch nicht alleine meine Schwester besuchen,und das obwohl er dabei noch nicht mal eine Straße überqueren musste. Ständig war seine Mutter dabei.Sie ist alleinerziehend, wohnt bei ihren Eltern und total auf ihren Jungen fixiert. Dieser ist, wie ich finde, ziemlich intelligent und fing schon früh an sich gegen ihre Extreme Aufmerksamkeit zu wehren. Das ging dann sogar so weit dass er gewalttätig wurde. Inzwischen hat es sich gegeben, aber im Alter von 4 oder 5 Jahren kam es häufig vor dass er sich gegen ihre ständige Anwensenheit mit kräftigen Schienbeintritten wehrte. Inzwischen ignoriert er sie einfach.

Meiner Meinung nach ist das Mutter-Sohn-Verhältnis schon ein wenig zu eng, sie fängt langsam an, ihn als Partnerersatz zu missbrauchen.

Ich denke es hat für Kinder nicht nur Vor- sondern auch viele Nachteile, Einzelkind zu sein. Jede Entwicklung, sei es körperlich oder geistig, wird genau überwacht und mit den schlauen Büchern verglichen, die man heute überall nachgeworfen bekommt. Kann ein Kind zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht genau das, was ihm die Bücher vorschreiben, wird zum Arzt gerannt und das Kind auf eventuelle Fehler untersucht. Jede Bewegung, jede Entwicklung wird überwacht und genau analysiert. Ist mein Kind normal?

Das erstickt meiner Meinung nach jegliche Spontanität im Keim. Wenn jeder Bewegung überwacht und jeder Fehler diskutiert wird ist es kein Wunder wenn das Kind kaum noch Eigeninitiative zeigt. Klappt etwas nicht, wird zur Mama gerannt, die wird es schon richten. Bloß nicht selbst versuchen, das Problem zu lösen, man könnte ja etwas falsch machen. Viele Mütter stehen wirklich die ganze Zeit neben ihrem Kind, nur um bei einem Problemchen sofort eingreifen zu können. Keine Chance für das Kind, das Problem erst einmal selbst anzugehen.

Sind mehrere Kinder im Haushalt hat das einzelne Kind mehr Raum für eine individuelle Entwicklung. Es steht nicht dauernd unter Beobachtung und wird nicht ständig unter Druck gesetzt.

Apropo Druck: Um die Mütter in Schutz zu nehmen, auch sie bekommen häufig viel Druck von der Gesellschaft. Verwandte beäugen das Kind und beurteilen seine Entwicklung. Es wird eifrig verglichen mit Kindern aus der Nachbarschaft, die ja alle pünktlich laufen und reden konnten. Klappt es bei einem Kind nicht so gut, wird häufig die Mutter verantwortlich gemacht. Sie hätte ihr Kind ja mehr fördern können. Babyschwimmen, Musikalische Früherziehung, Säuglingsgymnasik, Babymassage, Motorisches Training im Babyalter, Englisch im Kindergarten usw.
Da werden Mütter auch ganz schön unter Druck gesetzt.

Was man auch nicht vergessen darf: Nicht selten werden Großfamilien als asozial eingestuft. Meine Bekannte, aufgewachsen mit 7 Geschwistern, kann davon ein Lied singen. Auch hier kommt häufig der Vorwurf, man könne sich doch nicht um so viele Kinder gleichzeitig richtig kümmern.


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