Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente

Andreas, Tuesday, 27.04.2004, 19:34 (vor 7955 Tagen)

Die Tarife bei der Riester-Rente sollen künftig für Männer und Frauen gleich sein. Experten von SPD und Grünen einigten sich darauf, vom Jahr 2006 an so genannte Unisex-Tarife vorzuschreiben, die die Geschlechter bei Beiträgen und Auszahlungen gleichstellen. Das gab die frauenpolitische Sprecherin der Grünen, Irmingard Schewe-Gerigk bekannt.
Schewe-Gerigk: "Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt"

Die rund 3500 Musterverträge bei der Riester-Rente müssten bis zum 31. Dezember 2005 auf Unisex-Tarife umgestellt werden, so die Sprecherin. Ansonsten entfalle die staatliche Förderung für die Riester-Verträge. Derzeit müssen Frauen höhere Tarife zahlen, weil sie eine längere Lebenserwarung haben. Die Neuregelung dürfte dazu führen, dass Männer künftig mehr zahlen müssen, weil sie die Kosten der längeren Lebenserwartung der Frauen mitfinanzieren müssen. Für bereits abgeschlossene Riester-Verträge werde sich nichts ändern, betonte die Grünen-Politikern. "Die Hartnäckigkeit der Frauenpolitikerinnen hat sich ausgezahlt", sagte Schewe-Gerigk. Der Vorschlag einer Einführung der Unisex-Tarife, war bis zuletzt auf den Widerstand der Finanzexperten getroffen.
Nachbesserungen am Alterseinkünftegesetz beschlossen

Neben den Unisex-Tarifen einigte sich die Koalition auf einige weitere Änderungen an dem von Bundesfinanzminister Hans Eichel erarbeiteten Entwurf für das Alterseinkünftegesetz. Laut Grünen-Finanzexpertin Christine Scheel zählen dazu Nachbesserungen zu Gunsten der betrieblichen Altersvorsorge und zu Gunsten von Geringverdienern. Darüber hinaus werde die Gesetzesvorlage so geändert, dass eine befürchtete Doppelbesteuerung von einigen Tausend Selbstständigen vermieden werde. Zudem habe man vereinbart, die Abschaffung des Steuerprivilegs für Lebensversicherungen etwas zu mildern, sagte Scheel.

Das Alterseinkünftegesetz steht am Donnerstag zur abschließenden Beratung im Bundestag. Die Union hat bereits angekündigt, dass sie es im Bundesrat nicht blockieren wird.


http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID3228908_NAVSPM1_REF1,00.html

Re: Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente

Andreas, Tuesday, 27.04.2004, 19:48 (vor 7955 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente von Andreas am 27. April 2004 16:34:48:

Die SPD hat meine Meinung zu diesem Thema gerade per mail erhalten!

Gruss
Andreas

Re: Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente

Darki, Tuesday, 27.04.2004, 20:17 (vor 7955 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente von Andreas am 27. April 2004 16:34:48:

Die Neuregelung dürfte dazu führen, dass Männer künftig mehr zahlen müssen, weil sie die Kosten der längeren Lebenserwartung der Frauen mitfinanzieren müssen.

Schön, dann weiss ich jetzt wenigstens für welche Rentenabsicherung ich mich _nicht_ entscheiden werde.

Was passiert eigentlich, wenn sich nur relativ wenige Männer für die Riester-Rente entscheiden. Lässt sich diese dann überhaupt finanzieren?

Grüße
Darki.

Re: Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente

Max, Tuesday, 27.04.2004, 20:29 (vor 7955 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente von Andreas am 27. April 2004 16:34:48:

Hi Andreas,

ich glaube, dir ist der Beitragstitel etwas...äh... mißglückt. Aus dem Ruder gelaufen...äh...irgendwie...,das.

Merkt er was?

Freundlicher Gruß - Max

Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente?

Eugen Prinz, Tuesday, 27.04.2004, 20:33 (vor 7955 Tagen) @ Darki

Als Antwort auf: Re: Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente von Darki am 27. April 2004 17:17:58:

Die Neuregelung dürfte dazu führen, dass Männer künftig mehr zahlen müssen, weil sie die Kosten der längeren Lebenserwartung der Frauen mitfinanzieren müssen.

Schön, dann weiss ich jetzt wenigstens für welche Rentenabsicherung ich mich _nicht_ entscheiden werde.
Was passiert eigentlich, wenn sich nur relativ wenige Männer für die Riester-Rente entscheiden. Lässt sich diese dann überhaupt finanzieren?
Grüße
Darki.

Ein guter Ansatz, den man öffentlich propagieren sollte!

Männer sollten demnach nicht in eine Rentenversicherung gehen, mit der sie so verschaukelt werden.

Dann kommt es - völlig "gleichberechtigt" - dahin, dass Frauen ihre Rente selbst finanzieren dürfen!

Re: Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente

Andreas, Tuesday, 27.04.2004, 20:35 (vor 7955 Tagen) @ Max

Als Antwort auf: Re: Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente von Max am 27. April 2004 17:29:40:

Hi Max,

:-(

ja, ich weiss...das war die Ueberschrift des tagesschau-Artikels. Ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Demonstriert geradezu auf hervorragende Art und Weise den alltaeglich gewordenen Wahnsinn in diesem Lande.

Gruss
Andreas

Die Feministinnen setzen ein Thema...

Nick, Tuesday, 27.04.2004, 21:15 (vor 7955 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente von Andreas am 27. April 2004 16:34:48:

...und machen es damit erst einer breiten Öffentlichkeit bekannt :-))

Sauber! Wieder so ein Volltreffer! Nun, dann geht es jetzt eben darum, die handgreifliche Ungerechtigkeit, die das für die Männer in Deutschland zur Folge hat, angemessen unter's Volk zu bringen - und dabei die Systematik aufzuzeigen, die dem seit 1998 zugrunde liegt: jüngstes Beispiel für rotgrünes Gerechtigskeitsempfinden ist Verbot für Väter, eine fragliche Vaterschaft gentechnisch zu überprüfen, "weil das ins Persönlichkeitsrecht der Mutter (also der mutmaßlichen Berügerin!) und des Kindes (dem man den leiblichen Vater von Staats wegen vorenthält!) eingreift"!

Feminismus ist eben - von den meisten Parteien fast unbemerkt - ein eigenständiger ideologischer Faktor allerersten Ranges in der deutschen Politik geworden, hat sich bisher aber noch weitgehend verstecken können (und mußte sich eben auch verstecken!) hinter Phrasen von Ökologie, Pazifismus, Basisdemokratie, Bürgerrechten etc.

Wie verlogen das, nicht nur bezogen auf den letzten Punkt, bei den GrünInnen ist - im verspargelten Land des Dosenpfandes, das seine Interessen am Hindukush verteidigt - wird den normalen Leuten jetzt mehr und mehr klar werden: die GrünInnen sind eine im Kern totalitäre, zutiefst antiliberale und wesensmäßig staatsbürokratische Parasiten-Partei, wie es sie schlimmer nie zuvor in der Bundesrepublik gegeben hat! Sie sind die eigentliche "Partei der Besserverdienenden", nebenbei bemerkt, und eine reine Klientelpartei sowieso. "Staatsknete" war schon der Traum der zahllosen linken EndlosstudentInnen in den geisteswissenschaftlichen Fächern, als sie noch weit weg davon waren und eben nicht "rankamen". Jetzt sind sie dran - und prompt verteilen diese Knete "an die Ihren"!

So wie sie ja - im Grunde landesverräterisch - das Staatsbürgerschaftsrecht zu einem kriterienlosen "Multikultirecht für jedermann" gemacht haben, in der irrigen Hoffnung, damit ihre Stammwähler von morgen quasi zu "importieren". Heute dämmert auch ihnen langsam, daß sie stattdessen die Dschihad-Krieger der Zukunft zu deutschen Staatsbürgern gemacht haben, die keineswegs die grünen HampelmännInnen wählen, sondern (im "besten" Fall) ihre eigene islamistische Partei gründen werden. Auch das muß man ihnen endlich um die Ohren hauen, diesen verkommenen Narren!

Wenn solch ein fundamentaler Erkenntnisprozeß erstmal im allgemeinen Bewußtsein losgegangen ist, dann hört das, wenn es auf Wahrheit beruht, für gewöhnlich nicht mehr auf, bis sich es sich allgemein durchgesetzt hat. Die SPD hat ihre Demontage inzwischen schon schmerzhaft erfahren. Jetzt sind die GrünInnen an der Reihe, die sich bisher noch ganz gut verstecken und in der Deckung halten konnten. Die Zeit des Versteckspielens ist vorbei!

Wie wäre es zunächst mit einer Kampagne: "Männer raus aus der Riester-Rente!"? Männer leben 7 Jahre weniger und sollen außerdem - ganz anonym und pauschal - die längere Privatrente irgendwelcher fremder Frauen mit ihren Beiträgen finanzieren, nur weil die regierungsamtliche Frauenlobby ihnen das so verordnet? Die höheren Beiträge für Männer dürften ihre staatliche "Förderung" bei der Riesterrente deutlich übersteigen. Das macht die Rechnung sehr einfach. Dann gibt es die Riesterrente in Zukunft eben nur noch für Frauen - und zwar von Frauen allein finanziert. Darauf läuft die versicherungsmathematische Idiotie immerhin hinaus. Und so wird es sich dann auch durchsetzen. Das kann man jetzt schon bekanntgeben.

Es ist immer dasselbe: die "Erfolge" der "politischen Frauen" sind letztlich ihr Untergang, weil sie auf Lüge und Spaltung gründen. Die GrünInnen sind noch maximal 2 Jahre und 5 Monate an der Regierung beteiligt. Ich vermute, das war's dann auch gewesen. Sorgen wir alle dafür, daß die neue Riester-Regelung genauso bekannt wird, wie ihr seinerzeitiger "Liter-Benzin-Fünf-Mark"-Beschluß. Wäre das eigentlich nicht ein ideales Thema für die FDP? Damals fielen die Grünen unter 5%. Und "Rente" ist ohnehin ein Panikthema für die meisten Menschen...

Es ist jedenfalls leicht vermittelbar, warum kein einziger Mann irgendwelche GrünInnen in irgendeiner deutschen Regierung braucht.

Wie war das noch gleich mit der "Hälfte der Macht" bei den GrünInnen?
Also ich würde mal sagen, die eine Hälfte ist schon definitiv weg... :-)

Man muß es nur noch allgemein bekanntgeben.

Feut sich
der Nick

Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente?

Garfield, Tuesday, 27.04.2004, 21:43 (vor 7955 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente? von Eugen Prinz am 27. April 2004 17:33:00:

Hallo Eugen!

"Dann kommt es - völlig "gleichberechtigt" - dahin, dass Frauen ihre Rente selbst finanzieren dürfen!"

Leider nicht. Denn wenn die Riester-Rente durch diesen neuen Blödsinn noch uninteressanter wird und sich dann noch weniger Menschen dafür entscheiden, dann wird flugs ein Gesetz herausgebracht werden, das Riester-Rente für alle Pflichtversicherten obligatorisch macht.

Das ist nämlich auch schon länger im Gespräch. Und vielleicht ist es sogar ein Hintergedanke bei diesem neuen Schildbürgerstreich. Wenn dann nämlich kaum noch Riester-Verträge abgeschlossen werden, kriegt man so ein Gesetz noch leichter durch, mit dem Hinweis darauf, daß man die Menschen so zur Altersvorsorge anhalten müsse. Daß alle Pflichtversicherten so noch mehr an echter Altersvorsorge gehindert werden, interessiert unsere Bonzen ja nicht.

Dann erhöht man die Riester-Rentensummen schrittweise weiter und senkt dafür die Beiträge zur staatlichen Rentenversicherung. Natürlich werden die Pflichtversicherten dabei draufzahlen, da der sogenannte "Arbeitgeberanteil" (der tatsächlich selbstverständlich ebenfalls vom Pflichtversicherten erarbeitet wird, also inoffizieller Teil des Lohnes ist) dann still und heimlich immer mehr wegfallen wird und die Pflichtversicherten das durch weit höhere Riester-Rentenbeiträge ausgleichen müssen.

So zieht man den Pflichtversicherten das Geld aus der Tasche. Wenn sie dann aber mal alt sind, wird ihnen die Riester-Rente auch nicht viel nützen. Bei privaten Rentenversicherungen sieht das ja meist so aus, daß man eine bestimmte Mindestsumme garantiert hat. Auch bei der Riesterrente ist ja Bedingung, daß man mindestens das herausbekommen muß, was man eingezahlt hat.

Versprochen wird dann aber immer noch ein satter Zusatzbonus. Der fällt hoch aus, wenn die Versicherung mit dem Geld gut gewirtschaftet hat. Wenn sie schlechte Geschäfte macht, fällt dieser Bonus entsprechend geringer aus.

Momentan ist private Rentenversicherung ein gutes Geschäft. Die heutigen Rentner beziehen ihre Renten zum großen Teil aus der staatlichen Rentenkasse. Sie belasten die privaten Rentenversicherer also wenig. Auf der anderen Seite schließen heute auch viele Pflichtversicherte private Rentenversicherungen ab, zahlen also an die privaten Rentenversicherer. So können die im Moment hohe Renten auszahlen und mit diesen hohen Renten werben.

In 30 Jahren wird das aber ganz anders aussehen. Dann werden die privaten Rentenversicherer mehr Rente auszahlen müssen als heute, sie werden andererseits aber weniger Beiträge reinbekommen, weil weniger Menschen erwerbstätig sein werden. Das ist dann schon kein so gutes Geschäft mehr. Und dann werden sie also auch nicht mehr viel mehr als die garantierten Mindestsummen auszahlen.

Und diese Renten werden dann auch noch besteuert. Da kann sich nun jeder ausrechnen, was da für ihn noch übrig bleibt.

Ich mache mir jedenfalls keine Hoffnungen mehr auf irgendeine Rente, die zum Leben reicht.

Frustrierte Grüße
von Garfield

Re: Die Feministinnen setzen ein Thema...

Der Framkfurter, Tuesday, 27.04.2004, 21:52 (vor 7955 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Die Feministinnen setzen ein Thema... von Nick am 27. April 2004 18:15:43:

Lieber Nick,

lass Dich doch mal freundschaftlich umarmen, Schulterklapps gratis, und Händedruck dazu! Fläschchen Roten hinterher, ja?

Lieber Gruß vom Frankfurter

Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente?

Andreas, Tuesday, 27.04.2004, 22:26 (vor 7955 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente? von Eugen Prinz am 27. April 2004 17:33:00:

Hallo Eugen!

Man muß sich das mal überlegen. Männer arbeiten länger als Frauen und gehen später in Rente. Männer sterben früher als Frauen. Was tut die Regierung, um der frühen Mortalität bei Männern entgegenzuwirken? Nichts! Stattdessen werden Frauengesundheitszentren gebaut bis zum Abwinken. Frauengesundheitsberichte werden erstellt und veröffentlicht. Gibt es bis heute einen Männergesundheitsbericht in Deutschland? Nein! Und jetzt sollen Männer auch noch einen höheren Rententarif bezahlen, um die längere Lebenserwartung der Frauen mitzutragen. Ich glaub´, ich spinne! Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Das ist bester Stoff für eine Komödie!

Gruß
Andreas

Schwachsinn

Der Bachelor, Tuesday, 27.04.2004, 22:29 (vor 7955 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente von Andreas am 27. April 2004 16:34:48:

Die Tarife bei der Riester-Rente sollen künftig für Männer und Frauen gleich sein. Experten von SPD und Grünen einigten sich darauf, vom Jahr 2006 an so genannte Unisex-Tarife vorzuschreiben, die die Geschlechter bei Beiträgen und Auszahlungen gleichstellen. Das gab die frauenpolitische Sprecherin der Grünen, Irmingard Schewe-Gerigk bekannt.
Schewe-Gerigk: "Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt"
Die rund 3500 Musterverträge bei der Riester-Rente müssten bis zum 31. Dezember 2005 auf Unisex-Tarife umgestellt werden, so die Sprecherin. Ansonsten entfalle die staatliche Förderung für die Riester-Verträge. Derzeit müssen Frauen höhere Tarife zahlen, weil sie eine längere Lebenserwarung haben. Die Neuregelung dürfte dazu führen, dass Männer künftig mehr zahlen müssen, weil sie die Kosten der längeren Lebenserwartung der Frauen mitfinanzieren müssen. Für bereits abgeschlossene Riester-Verträge werde sich nichts ändern, betonte die Grünen-Politikern. "Die Hartnäckigkeit der Frauenpolitikerinnen hat sich ausgezahlt", sagte Schewe-Gerigk. Der Vorschlag einer Einführung der Unisex-Tarife, war bis zuletzt auf den Widerstand der Finanzexperten getroffen.
Nachbesserungen am Alterseinkünftegesetz beschlossen
Neben den Unisex-Tarifen einigte sich die Koalition auf einige weitere Änderungen an dem von Bundesfinanzminister Hans Eichel erarbeiteten Entwurf für das Alterseinkünftegesetz. Laut Grünen-Finanzexpertin Christine Scheel zählen dazu Nachbesserungen zu Gunsten der betrieblichen Altersvorsorge und zu Gunsten von Geringverdienern. Darüber hinaus werde die Gesetzesvorlage so geändert, dass eine befürchtete Doppelbesteuerung von einigen Tausend Selbstständigen vermieden werde. Zudem habe man vereinbart, die Abschaffung des Steuerprivilegs für Lebensversicherungen etwas zu mildern, sagte Scheel.
Das Alterseinkünftegesetz steht am Donnerstag zur abschließenden Beratung im Bundestag. Die Union hat bereits angekündigt, dass sie es im Bundesrat nicht blockieren wird.

Die Riester-Rente ist ohnehin finanzökonomisch so ziemlich der größte Schwachsinn, der mir in den letzten Jahren untergekommen ist. Wer solche Verträge in Erwägung zieht, der hat eine Schewe-Gerigk mehr als verdient.
Selbst ist der Mann, kann ich nur sagen.

Der Bachelor

Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente?

Rüdiger, Tuesday, 27.04.2004, 23:07 (vor 7955 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente? von Garfield am 27. April 2004 18:43:28:

In 30 Jahren wird das aber ganz anders aussehen. Dann werden die privaten Rentenversicherer mehr Rente auszahlen müssen als heute, sie werden andererseits aber weniger Beiträge reinbekommen, weil weniger Menschen erwerbstätig sein werden. Das ist dann schon kein so gutes Geschäft mehr. Und dann werden sie also auch nicht mehr viel mehr als die garantierten Mindestsummen auszahlen.

Ich glaube, du verwechselst da was. Private RV funktionieren nach dem Kapitalakkumulationsprinzip, nicht nach dem Umlageverfahren. Wenn ich auf meinem in Jahrzehnten aufgehäuften Geldsack sitze, interessiert's mich wenig, wie viele junge Leute jetzt einzahlen. Da ist jeder nur für sich selbst verantwortlich.

Übrigens hab ich neulich mal im Archiv gewühlt. Schriebst du nicht in irgend so einer allgemeinpolitischen Debatte, Holland sei im 20. Jh. zweimal von Deutschland überfallen worden? Stimmt leider nicht, es war nur einmal: 1940. Im ersten WK war Holland, soweit ich mich erinnere, neutral, und das wurde von Deutschland auch respektiert (im Gegensatz zur belgischen Neutralität).

Gruß, Rüdiger

Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Martin, Tuesday, 27.04.2004, 23:12 (vor 7955 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente von Andreas am 27. April 2004 16:34:48:

Ich bin grundsätzlich für gleiche Beiträge für Frauen und für Männer. Das ist die logische Konsequenz aus der Forderung, dass Gleichberechtigung auf die Person, also das Individuum, und eben nicht auf die Gruppe, also das Kollektiv, gemünzt ist. Schließlich gibt es ja auch Männer, die steinalt werden. Die Ablehnung dieser "Unisex"-Tarife ist für mich irgend wie analog zur Argumentation für die Quotenregelungen, die ja auch das Kollektiv im Auge haben und dafür das Individuum bevorzugen oder benachteiligen.
Natürlich muss das analog auch für Kfz-Versicherungen gelten etc.

Martin

Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente?

Mikel, Tuesday, 27.04.2004, 23:15 (vor 7955 Tagen) @ Rüdiger

Als Antwort auf: Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente? von Rüdiger am 27. April 2004 20:07:19:

Ich glaube, du verwechselst da was. Private RV funktionieren nach dem Kapitalakkumulationsprinzip, nicht nach dem Umlageverfahren. Wenn ich auf meinem in Jahrzehnten aufgehäuften Geldsack sitze, interessiert's mich wenig, wie viele junge Leute jetzt einzahlen. Da ist jeder nur für sich selbst verantwortlich.

Leider verkehrt. Es ist zu JEDEM Zeitpunkt so, dass alles, was von der Rentnergeneration verkonsumiert wird, von den dann jeweils aktiv Beschäftigten erwirtschaftet werden muss. Ob sozial oder privat rentenversichert ist dabei völlig egal. Der einzige Ausweg ist die "Versicherung" über das Ausland, also solche Länder mit relativ vielen jungen, erwerbstätigen Menschen. (kleines 1x1 der VWL).

Gruß !

Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente?

Mikel, Tuesday, 27.04.2004, 23:17 (vor 7955 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente? von Garfield am 27. April 2004 18:43:28:

Sehr guter Beitrag !

Und also Bonus noch obendrauf:
Wer seine Riester-"Rente" im Ausland genießen will, verliert alle staatlichen Zuschüsse !

Gruß !

Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente?

Rüdiger, Tuesday, 27.04.2004, 23:32 (vor 7955 Tagen) @ Mikel

Als Antwort auf: Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente? von Mikel am 27. April 2004 20:15:34:

Ich glaube, du verwechselst da was. Private RV funktionieren nach dem Kapitalakkumulationsprinzip, nicht nach dem Umlageverfahren. Wenn ich auf meinem in Jahrzehnten aufgehäuften Geldsack sitze, interessiert's mich wenig, wie viele junge Leute jetzt einzahlen. Da ist jeder nur für sich selbst verantwortlich.

Leider verkehrt. Es ist zu JEDEM Zeitpunkt so, dass alles, was von der Rentnergeneration verkonsumiert wird, von den dann jeweils aktiv Beschäftigten erwirtschaftet werden muss.

Na, das dürfte ja kein Problem sein bei der dauernd steigenden Produktivität :-) Angeblich soll es ja jetzt schon so sein, daß, wenn man alle Produktivitätsreserven ausschöpfte, das derzeitige BSP mit nur 20 % der Bevölkerung erwirtschaften könnte ...
Aber im Prinzip ist es doch so, daß die Riester den Einstieg in den Umstieg zur kapitalgedeckten Rente darstellen soll, oder? Sonst ergäbe das vorher über die Beitragshöhe Gesagte ja auch keinen Sinn ....

Ob sozial oder privat rentenversichert ist dabei völlig egal. Der einzige Ausweg ist die "Versicherung" über das Ausland, also solche Länder mit relativ vielen jungen, erwerbstätigen Menschen. (kleines 1x1 der VWL).
Gruß !

Nun gut, natürlich muß irgendwie sichergestellt sein, daß die Banknoten im Geldsack auch einen Gegenwert haben und nicht nur Altpapier sind, aber da hab ich im Zeitalter des Euro und der weltweiten Verflechtung relativ geringe Bedenken ... Ich glaub auch nicht, daß es zu einer bedeutenden Schrumpfung der Bevölkerung in D kommen wird; schon vor Jahren wurde für heute eine leichte Schrumpfung vorhergesagt, von 80 Mio. auf 78 - 79 Mio. - und was haben wir heute?: 82 Mio. .... (wenn auch überwiegend durch Zuwanderung)

Nein, ich glaub nicht, daß die Unglückspropheten Recht behalten, und ich mag auch dieses übertriebene Krisengerede nicht, das derzeit in Mode ist.

Gruß, Rüdiger

Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Rüdiger, Tuesday, 27.04.2004, 23:38 (vor 7955 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Martin am 27. April 2004 20:12:30:

Ich bin grundsätzlich für gleiche Beiträge für Frauen und für Männer. Das ist die logische Konsequenz aus der Forderung, dass Gleichberechtigung auf die Person, also das Individuum, und eben nicht auf die Gruppe, also das Kollektiv, gemünzt ist. Schließlich gibt es ja auch Männer, die steinalt werden. Die Ablehnung dieser "Unisex"-Tarife ist für mich irgend wie analog zur Argumentation für die Quotenregelungen, die ja auch das Kollektiv im Auge haben und dafür das Individuum bevorzugen oder benachteiligen.
Natürlich muss das analog auch für Kfz-Versicherungen gelten etc.

So? Also ich würd mich bedanken, wenn ich als braver Kleinwagenfahrer für das hohe Unfall- und Diebstahlrisiko von Golf GTI, Porsche, Mercedes SL etc. mitbezahlen müßte .... Oder ist SO EINE Differenzierung dann erlaubt? Nebenbei, wie ist es dann mit Parties, Partnerschaftsvermittlungen etc., die Männern immer wesentlich höhere Preise abverlangen als Frauen?

Gruß, Rüdiger

Re: Die Feministinnen setzen ein Thema...

hotstepper, Tuesday, 27.04.2004, 23:45 (vor 7955 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Die Feministinnen setzen ein Thema... von Nick am 27. April 2004 18:15:43:

danke nick,

ich freue mich immer über jeden kommentar von dir. so gibts es zu jedem scheiß noch etwas zu schmunzeln.

ich zahle als selbständiger nur noch ein paar mark in zwei private lv. der rest wird verjubelt.

spätestens meine scheidung hat mir gezeigt, daß eigenverantwortung in quotenwunderland nicht mehr erwünscht ist.

schönen abend,

hotstepper


Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Der Bachelor, Tuesday, 27.04.2004, 23:46 (vor 7955 Tagen) @ Rüdiger

Als Antwort auf: Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Rüdiger am 27. April 2004 20:38:25:

Ich bin grundsätzlich für gleiche Beiträge für Frauen und für Männer. Das ist die logische Konsequenz aus der Forderung, dass Gleichberechtigung auf die Person, also das Individuum, und eben nicht auf die Gruppe, also das Kollektiv, gemünzt ist. Schließlich gibt es ja auch Männer, die steinalt werden. Die Ablehnung dieser "Unisex"-Tarife ist für mich irgend wie analog zur Argumentation für die Quotenregelungen, die ja auch das Kollektiv im Auge haben und dafür das Individuum bevorzugen oder benachteiligen.
Natürlich muss das analog auch für Kfz-Versicherungen gelten etc.

So? Also ich würd mich bedanken, wenn ich als braver Kleinwagenfahrer für das hohe Unfall- und Diebstahlrisiko von Golf GTI, Porsche, Mercedes SL etc. mitbezahlen müßte .... Oder ist SO EINE Differenzierung dann erlaubt?

Nebenbei, wie ist es dann mit Parties, Partnerschaftsvermittlungen etc., die Männern immer wesentlich höhere Preise abverlangen als Frauen?

Gruß, Rüdiger

Die Riester-Rente ist eine staatlich unterstützte Rente. Ergo greift der Staatsfeminismus hier voll durch.
Partnerschaftsvermittlungen, Clubs etc. sind private Organisationen. Die können sich nach den Gesetzen des Marktes richten.

Der Bachelor

Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente?

Eugen Prinz, Tuesday, 27.04.2004, 23:58 (vor 7955 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente? von Andreas am 27. April 2004 19:26:42:

Hallo Eugen!
Man muß sich das mal überlegen. Männer arbeiten länger als Frauen und gehen später in Rente. Männer sterben früher als Frauen. Was tut die Regierung...

... Das ist bester Stoff für eine Komödie!

Gruß
Andreas[/i]

na, wohl eher ein Trauerspiel.

Aber es ist natürlich klar: Der Mann, der die SPD oder die Grünen nochmal wählt, bevor die sich von ihrer schweren Feminismusinfektion kuriert haben, der sollte Latrinendienst im Männerhaus schieben, nicht unter zwanzig Jahren...

Gruß, Eugen

Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Jens, Wednesday, 28.04.2004, 00:59 (vor 7955 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Martin am 27. April 2004 20:12:30:

Ich bin grundsätzlich für gleiche Beiträge für Frauen und für Männer. Das ist die logische Konsequenz aus der Forderung, dass Gleichberechtigung auf die Person, also das Individuum, und eben nicht auf die Gruppe, also das Kollektiv, gemünzt ist. Schließlich gibt es ja auch Männer, die steinalt werden. Die Ablehnung dieser "Unisex"-Tarife ist für mich irgend wie analog zur Argumentation für die Quotenregelungen, die ja auch das Kollektiv im Auge haben und dafür das Individuum bevorzugen oder benachteiligen.
Natürlich muss das analog auch für Kfz-Versicherungen gelten etc.
Martin

Deinen Gedanken kann ich teilweise nachvollziehen, auch wenn ich gegen die Riesterrente bin. Problematisch kann es z.B. bei der Krankenversicherung werden, wenn die Beitragszahlung nicht nur über das Verhalten des Menschen zurückgeht, sondern sein genetisches Profil mit Krebsrisiko, Herzfehler etc. in Zukunft irgendwann eine Rolle spielt.

Was mich hier nur stört: es wird in der Politik jeder scheiß getan, wo "Frauen" angeblech benachteiligt sind. Hier ist es so, dass Frauen deswegen augenscheinlich benachteiligt sind, weil sie a) länger leben b) leichtere Tätigkeiten/Halbtagjobs nachgehen. Würden sie früher sterben, wäre die ganze Diskussion nicht da. So müssen die hart arbeitenden Männer, die mit aus dieses Gründen auch vorher den Löffel abgeben, sogar später in Rente gehen dürfen, auch noch des Frauen langes Dasein finanzieren. Sorry - da hört für mich "Gleichberechtigung" auf. Hätten Männer eine längere Lebenerwartung - wäre die Diskussion SO NIE zustandegekommen, sondern die Männer müssten gleich der durchschnittlichen Lebenserwartung entsprechend viel länger Arbeiten, damit dann auch "Gleichberechtigung" herrscht. So würde der Feminismus funktionieren, aber wir blöden Männer lassen uns wieder an der Nase herumführen.

Jens

Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Joseph S, Wednesday, 28.04.2004, 01:17 (vor 7955 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Martin am 27. April 2004 20:12:30:

Hallo Martin,

was heißt hier gleich ? Finanzmathematisch gesehen bekommen Frauen und Männer bei der heutigen
(nicht unisex) Regelung für die gleiche Einzahlung unter Berücksichtigung von nachweisbaren
geschlechtsabhängigen Wahrscheinlichkeiten die gleiche Auszahlung. Also sind Männer und Frauen
bei der privaten Rentenversicherung (noch) im Gegensatz zur gesetzlichen Rentenversicherung
gleichberechtigt.

Die steinalten Männer sind dabei schon berücksichtigt.

Gruß
Joseph

Re: Die Feministinnen setzen ein Thema...

Joseph S, Wednesday, 28.04.2004, 01:18 (vor 7955 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Die Feministinnen setzen ein Thema... von Nick am 27. April 2004 18:15:43:

Hallo Nick,

weiter unten (index.php?id=28074) kann man nachlesen, daß
die Frauen aller Parteien und nicht nur die Grünen für Unisextarife sind. Frauen kümmern sich
ja nicht viel um Politik, aber auf ihre Interessen achten sie schon, und die Mehrheit der
Wähler ist weiblich. Männer haben bei der Wahl viel größere Schwierigkeiten, weil sie auch
noch anderes wie Wirtschaftspolitik, Umweltpolitik ... beachten. Ich kenne keine Partei, für
die es nicht gute Gründe gibt, sie nicht zu wählen, besonders, wenn man sich anschaut, welche
Teile ihres Programms sie in ihrer Regierungszeit umgesetzt haben, und welche nicht.

Beim Slogan "Die Hälfte der macht für Männer" frage ich mich, ob die ahnen, daß zur Erfüllung
dazu die Frauen viel Macht abgeben müssen.

Praktisch wird das auf "Männer raus aus der Riester Rente!" hinauslaufen, es sei denn die
Förderung übersteigt die Beitragsdifferenz.

Ich bin jetzt gespannt, ob jetzt der Run der Männer auf die Riesterrente losgeht, um sich
noch schnell einen Geschlechtsabhängigen Vertrag zu sichern, der dann Vertrauensschutz
geniest.

Ach ja, die gesetzliche Rentenkasse gibt es auch noch, und da sind die Frauen schon seit
langem bevorzugt, und da sind auch die meisten zur Zahlung verpflichtet.

Die Differenz von 7 Jahren in der Lebenserwartung ist übrigens nicht der neuste Stand der
Statistik. Männer holen hier auf. :-)

Gruß
Joseph

Re: Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente

Joseph S, Wednesday, 28.04.2004, 01:19 (vor 7955 Tagen) @ Darki

Als Antwort auf: Re: Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente von Darki am 27. April 2004 17:17:58:

Hallo Darki,

Was passiert eigentlich, wenn sich nur relativ wenige Männer für die Riester-Rente entscheiden. Lässt sich diese dann überhaupt finanzieren?

Klar geht das, wenn man die mit der Sterblichkeit der Frauen wie in den Frauentarifen rechnet.
Das werden seriöse Versicherungen auch tun. Dann sind die Frauenrenten staatlich gefördert,
und die Männerrenten nicht. Sowas nennt man heutzutage Gleichberechtigung.

Gruß
Joseph

Re: Die Feministinnen setzen ein Thema...

Eugen Prinz, Wednesday, 28.04.2004, 01:53 (vor 7955 Tagen) @ Joseph S

Als Antwort auf: Re: Die Feministinnen setzen ein Thema... von Joseph S am 27. April 2004 22:18:12:

Die Differenz von 7 Jahren in der Lebenserwartung ist übrigens nicht der neuste Stand der
Statistik. Männer holen hier auf. :-)
Gruß
Joseph

genauer gesagt: Die Lebenserwartung der Frauen verringert sich im Vergleich zu der der Männer.

Eugen

Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente?

Joseph S, Wednesday, 28.04.2004, 02:01 (vor 7955 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente? von Garfield am 27. April 2004 18:43:28:

Hallo Garfield,

die private und die gesetzliche Rentenversicherung haben unterschiedliche Berechnungsweisen.
Die gestzliche funktioniert so, wie Du es hier beschrieben hast. Bei der privaten werden die
Beiträge für jeden Einzelnen angespart, und diese werden im Rentenalter abzüglich dessen, was
die Versicherung für ihren Geschäftsbetrieb verbraucht, wieder ausgezahlt. Ein Ausgleich findet
zwischen den Versicherten nur darüber statt, daß das über die Lebenserwartung kalkuliert wird.
Die unterdurchschnittlich lang leben, zahlen drauf, und die überdurchschnittlich lang leben,
kassieren das. Den Nachwuchs brauchen die eigentlich nur zum Erhalt der Masse der Versichtertn,
die nötig ist, um den Wahrscheinlichkeitsausgleich sicherzustellen.

Analoges gilt auch für die privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen.

Das Problem bei diesem kapitalbildenden System liegt darin, daß das Kapital per Inflation
entwertet werden kann. Das ist bei rückläufiger Bevölkerungsentwicklung wahrscheinlich.
Wenn die jetzigen Sparer im Rentenalter sind, erhöhen sie die Nachfrage mit dem Angesparten,
während sie nichts für das Angebot an Dienstleistungen und Waren tun wollen, was nach einfachen
ökonomischen Regeln zu Preissteigerungen führen muß.

Die Frage mit dem Bonus ist die, ob die Versicherung jemand findet, der willens und fähig ist,
das Kapital mit entsprechenden Zinsen auszuleihen und zurrückzuzahlen. Das kann je nach
Wirtschaftslage mißlingen.

Somit mache ich mir allerdings auch keine Hoffnungen auf eine Rente, die zu mehr als dem
Allernötigsten reicht.

Gruß
Joseph

Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Nick, Wednesday, 28.04.2004, 02:56 (vor 7955 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Martin am 27. April 2004 20:12:30:

Martin, Du verwechselst "individuelles Lebensalter" mit "statistischer Lebenserwartung".

Da niemand weiß, wie alt er (bzw. ein zu Versichernder) tatsächlich werden wird, müssen die Tarife nach der Lebenserwartung berechnet werden. Das ist eine saubere, versicherungsmathematische Angelegenheit.

Es werden ja auch analog andere Kriterien, die die Lebenserwartung beeinflussen, mitberechnet. Wenn jemand z.B. bestimmte Vorerkrankungen hat, dann zahlt er (bei der Rentenversicherung(!), nicht bei der Lebensversicherung!) weniger Beitrag, weil er (wahrscheinlich) früher stirbt.

Deine vermutete Analogie zur "Quotenregelung" ist deshalb abwegig. Versicherungsmathematik ist keine esoterische Geheimwissenschaft, sondern steht gediegen auf festem Fundament.

Die Beitragsgleichheit in der staatliche Renten-"Versicherung" ist etwas völlig anderes, da es sich im Grunde nicht um eine (echte) Versicherung handelt, sondern um ein Solidarsystem, bei dem die individuellen Lebens-Risiken (hier: Altersarmut) auf die Allgemeinheit umgelegt werden, noch dazu über 3 Generationen hinweg (jedenfalls sollte es so sein, in der Theorie).

Also: in der privaten Rente zahlt man für das (sauber errechnete) individuelle Risiko, in der staatlichen Renten-"Versicherung" hingegen Beiträge, und zwar anteilig, für die Renten der heutigen Alten. Es sind zwei grundsätzlich unvergleichbare Prinzipien!

Feministinnen nutzen solche Begriffsunklarheiten aus, um ihre Klientel zu versorgen und Kritik abzuwehren. Darauf bist du gerade reingefallen.

Gruß an dich
vom Nick

Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Sebastian, Wednesday, 28.04.2004, 10:54 (vor 7954 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Martin am 27. April 2004 20:12:30:

Ich bin grundsätzlich für gleiche Beiträge für Frauen und für Männer. Das ist die logische Konsequenz aus der Forderung, dass Gleichberechtigung auf die Person, also das Individuum, und eben nicht auf die Gruppe, also das Kollektiv, gemünzt ist. Schließlich gibt es ja auch Männer, die steinalt werden. Die Ablehnung dieser "Unisex"-Tarife ist für mich irgend wie analog zur Argumentation für die Quotenregelungen, die ja auch das Kollektiv im Auge haben und dafür das Individuum bevorzugen oder benachteiligen.
Natürlich muss das analog auch für Kfz-Versicherungen gelten etc.
Martin

seltsame logik das heisst also das unterschiedliche menschen (und wir sind nunmal alle unterschiedlich) für unterschiedliche leisteungen dasselbe zahlen sollen?

tolle gleichberechtigung...

Wer früher stirbt wird bestraft

Mic, Wednesday, 28.04.2004, 11:12 (vor 7954 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Martin am 27. April 2004 20:12:30:

Das versicherte risiko bei einer krankenversicherung ist dass man krank wird, wer gesund bleibt ist froh seine eingezahlten beiträge NICHT herauszubekommen. Bevölkerungsgruppen die höheres risiko haben von höheren beiträgen zu verschonen ist durchaus einleuchtetnd. Bei der rente ist das schon anders, das 'risiko' ist die langlebigkeit und das ist eben bei frauen höher. Keine höheren beiträge einzuheben ist da nur noch zynisch!

Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente?

Garfield, Wednesday, 28.04.2004, 14:05 (vor 7954 Tagen) @ Rüdiger

Als Antwort auf: Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente? von Rüdiger am 27. April 2004 20:07:19:

Hallo Rüdiger!

Stimmt, Holland war im Ersten Weltkrieg neutral. Ich hatte es in dem Moment offenbar mit Belgien verwechselt. Aber auch für die damalige Diskussion spielte das keine wesentliche Rolle. Soweit ich mich erinnere, ging es darum, daß manche Holländer Vorurteile gegenüber Deutschen haben, und dafür sind vor allem die Ereignisse im Zweiten Weltkrieg verantwortlich. Selbst wenn Deutschland Holland auch im Ersten Weltkrieg überfallen hätte, würde das dann heute auch nichts mehr ausmachen.

Nur was hat das nun hiermit zu tun?

"Ich glaube, du verwechselst da was. Private RV funktionieren nach dem Kapitalakkumulationsprinzip, nicht nach dem Umlageverfahren."

Richtig, und genau da liegt ja das Problem. Damit eine private Rentenversicherung hohe Renten auszahlen kann, muß sie viel Kapital akkumulieren. Das klappt aber nur, wenn sie gute Geschäfte macht. Nur dann lassen sich auch mal Verluste bei Geldanlagen problemlos ausgleichen. Rentenversicherung wird aber in 30 Jahren kein so gutes Geschäft mehr sein wie heute. Vielleicht werden die Versicherer dann anderweitig gute Geschäfte machen. Aber sicher ist das keineswegs.

Und selbst wenn sie dann in anderen Bereichen gute Geschäfte machen: Wieso sollen sie dann freiwillig hohe Renten auszahlen? Jetzt tun sie das, weil sie damit werben können und weil Rentenversicherung momentan ein gutes Geschäft ist. Jetzt kann man darauf verweisen, daß man z.B. bei einem Monatsbeitrag von 50 Euro später garantiert 100 Euro Rente im Monat bekommt, und daß es aber durchaus auch 200 Euro Rente sein könnten, wobei dann im Kleingedruckten erwähnt wird, daß sich diese Summe an der derzeitigen Situation orientiert und daß dieser satte Bonus von 100 Euro nicht garantiert werden kann.

Wenn Rentenversicherung aber kein gutes Geschäft mehr ist, brauchen sie diese Werbung nicht mehr und werden sich entsprechend schwer davon hüten, viel mehr als die vertraglich zugesicherten Renten auszuzahlen. Dann kriegt man eben nur noch 105 Euro, und dagegen kann man dann auch nicht klagen, da man ja nur 100 Euro laut Vertrag garantiert hat.

Freundliche Grüße
von Garfield


Gleichberechtigung wieder einmal nur für Frauen

Bruno, Wednesday, 28.04.2004, 15:30 (vor 7954 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente von Andreas am 27. April 2004 16:34:48:

Alles bleibt beim Alten: Gleichberechtigung ist eine tolle Sache. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.

Natürlich war klar, dass die ganze Debatte um die Unisex-Tarife ausschließlich Unisex-Tarife zu Gunsten der Frauen heißen wird. Dort wo Frauen mehr bezahlen gibt es Unisex-Tarife. Die höheren Versicherungsbeiträge für Männer, z.B. bei Unfallversicherungen, Risikolebensversicherungen oder Kfz-Versicherungen bleiben natürlich.

Gleichberechtigung – made in Germany

Solang's kein "Vinho Verde" ist... :-)) (n/t)

Nick, Wednesday, 28.04.2004, 15:47 (vor 7954 Tagen) @ Der Framkfurter

Als Antwort auf: Re: Die Feministinnen setzen ein Thema... von Der Framkfurter am 27. April 2004 18:52:59:

Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Bruno, Wednesday, 28.04.2004, 16:02 (vor 7954 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Martin am 27. April 2004 20:12:30:

Natürlich muss das analog auch für Kfz-Versicherungen gelten etc.

...Tja Martin, das ist ja der springde Punkt. Dort wo Männer schlechter stehen mit beiträgen ist nix mit Unisex.

Gruß

Bruno

Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.

Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente?

Bruno, Wednesday, 28.04.2004, 16:12 (vor 7954 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente? von Garfield am 27. April 2004 18:43:28:

Leider nicht. Denn wenn die Riester-Rente durch diesen neuen Blödsinn noch uninteressanter wird und sich dann noch weniger Menschen dafür entscheiden, dann wird flugs ein Gesetz herausgebracht werden, das Riester-Rente für alle Pflichtversicherten obligatorisch macht.

...Hallo Garfield,
ich befürchte, da hast du eine sehr treffende Prognose gemacht.

Gruß

Bruno

Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.

"Vinho Verde" ist ein Weisswein :-) (n/t)

crazyPhil, Wednesday, 28.04.2004, 17:35 (vor 7954 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Solang's kein "Vinho Verde" ist... :-)) (n/t) von Nick am 28. April 2004 12:47:28:

Nee, ein "grüner" (jedenfalls nennt man ihn in Portugal so) :-) (n/t)

Nick, Wednesday, 28.04.2004, 17:43 (vor 7954 Tagen) @ crazyPhil

Als Antwort auf: "Vinho Verde" ist ein Weisswein :-) (n/t) von crazyPhil am 28. April 2004 14:35:54:

Re: ja, aber dann bitte überall

Karin, Wednesday, 28.04.2004, 21:08 (vor 7954 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Martin am 27. April 2004 20:12:30:

Natürlich muss das analog auch für Kfz-Versicherungen gelten etc.

und nicht nur das.

- KFZ-Versicherung müsste dann auch den Wenigfahrer-Bonus, den Garagen-Bonus, den Einzelfahrerbonus etcetc. alles abschaffen.
- Wieso sollte die private KV unterschiedlich kosten ?
- Wieso bezahlen Beamte (männliche und weibliche) weniger ?
uvm.

Wenn wir eine wirkliche Solidargemeinschaft bilden sollen, dann müssten alle, aber auch wirklich alle Versicherungen Einheitsbeiträge haben.

Meine 2 cents
Karin

Re: Gleichberechtigung wieder einmal nur für Frauen?

robby, Thursday, 29.04.2004, 00:28 (vor 7954 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Gleichberechtigung wieder einmal nur für Frauen von Bruno am 28. April 2004 12:30:15:

Alles bleibt beim Alten: Gleichberechtigung ist eine tolle Sache. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.
Natürlich war klar, dass die ganze Debatte um die Unisex-Tarife ausschließlich Unisex-Tarife zu Gunsten der Frauen heißen wird. Dort wo Frauen mehr bezahlen gibt es Unisex-Tarife. Die höheren Versicherungsbeiträge für Männer, z.B. bei Unfallversicherungen, Risikolebensversicherungen oder Kfz-Versicherungen bleiben natürlich.
Gleichberechtigung – made in Germany

Ich glaube irgendeine EU-Tussi wollte Unisex-Tarife in allen Bereichen durchsetzen: Also auch bei KFZ- und Unfallversicherung, in Discos oder sogar bei Telefonsex (!). Ist zwar noch hirnrissiger als die Riesterrente,
aber wäre endlich auch mal etwas total Verrücktes zugunsten der Männer.

Re: Gleichberechtigung wieder einmal nur für Frauen?

Bruno, Thursday, 29.04.2004, 00:34 (vor 7954 Tagen) @ robby

Als Antwort auf: Re: Gleichberechtigung wieder einmal nur für Frauen? von robby am 28. April 2004 21:28:17:

Ich glaube irgendeine EU-Tussi wollte Unisex-Tarife in allen Bereichen durchsetzen: Also auch bei KFZ- und Unfallversicherung, in Discos oder sogar bei Telefonsex (!). Ist zwar noch hirnrissiger als die Riesterrente,
aber wäre endlich auch mal etwas total Verrücktes zugunsten der Männer.

...Ja, das war die Diamantopolo oder wie sie sich schreibt. Wurde in den deutschen Medien ja groß breitgetreten. Aber mir war damals schon klar, dass das wieder nur für die Versicherungen gelten wird, bei denen Frauen mehr zahlen.

Gruß

Bruno

Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.

Re: ja, aber dann bitte überall

Garfield, Thursday, 29.04.2004, 12:50 (vor 7953 Tagen) @ Karin

Als Antwort auf: Re: ja, aber dann bitte überall von Karin am 28. April 2004 18:08:48:

Hallo Karin!

Genaugenommen wird ja dann in letzter Konsequenz auch die Solidargemeinschaft, wie wir sie jetzt kennen, komplett in Frage gestellt. Gutverdienende Pflichtversicherte könnten sich beispielsweise fragen, wieso ihre Krankenkassenbeiträge eigentlich prozentual nach ihrem Gehalt berechnet werden, was ja bedeutet, daß sie mehr zahlen als Geringverdiener, dafür aber keine besseren Leistungen bekommen.

Das ist ein Faß ohne Boden, das sich da auftut. Wir sollten dazu Briefe und Mails überallhin schicken, damit unseren Entscheidungsträgern endlich mal klar wird, was sie da eigentlich tun.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: ja, aber dann bitte überall

Sven74, Thursday, 29.04.2004, 13:01 (vor 7953 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: ja, aber dann bitte überall von Garfield am 29. April 2004 09:50:52:

Hallo Karin!
Genaugenommen wird ja dann in letzter Konsequenz auch die Solidargemeinschaft, wie wir sie jetzt kennen, komplett in Frage gestellt. Gutverdienende Pflichtversicherte könnten sich beispielsweise fragen, wieso ihre Krankenkassenbeiträge eigentlich prozentual nach ihrem Gehalt berechnet werden, was ja bedeutet, daß sie mehr zahlen als Geringverdiener, dafür aber keine besseren Leistungen bekommen.
Das ist ein Faß ohne Boden, das sich da auftut. Wir sollten dazu Briefe und Mails überallhin schicken, damit unseren Entscheidungsträgern endlich mal klar wird, was sie da eigentlich tun.
Freundliche Grüße
von Garfield

Es gibt doch schon heute keine wirkliche Solidargemeinschaft. Wer zu den Besserverdienenden gehoert, Beamter oder Selbstaendiger ist, kann sich privat versichern. Solange man jung ist, zahlt man erheblich weniger Krankenkassenbeitraege, erst wenn man alt ist, muss man oft dafuer bitter bezahlen.

Sven74

Re: ja, aber dann bitte überall

Garfield, Thursday, 29.04.2004, 13:32 (vor 7953 Tagen) @ Sven74

Als Antwort auf: Re: ja, aber dann bitte überall von Sven74 am 29. April 2004 10:01:24:

Hallo Sven!

Das stimmmt. Allerdings ist man mit einer privaten Versicherung auch nicht immer gut bedient. Gerade bei privaten Krankenversicherungen soll es da einige üble Fallen geben.

Dafür ist man bei der Rentenversicherung aber wesentlich besser dran. Da ist man nämlich nicht gezwungen, jetzt monatlich hunderte Euro für die spätere gesetzliche Hungerrente zu zahlen, sondern kann sein Geld für echte Altersvorsorge verwenden.

Auch bei der Arbeitslosenversicherung werden privat Versicherte bald klar im Vorteil sein. Jetzt ist es für sie noch ein Problem, wenn sie plötzlich erwerbslos sind. Aber wenn die Arbeitslosigkeit immer weiter zunimmt, wird man die Leistungen der Arbeitslosenversicherung weiter kürzen, und dann werden die Pflichtversicherten für ihre Arbeitslosenbeiträge auch immer weniger bekommen, wenn sie arbeitslos werden. Das wird die Arbeitslosenversicherung auch zunehmend ad absurdum führen.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: ja, aber dann bitte überall

Eugen Prinz, Thursday, 29.04.2004, 13:53 (vor 7953 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: ja, aber dann bitte überall von Garfield am 29. April 2004 09:50:52:

Das ist ein Faß ohne Boden, das sich da auftut. Wir sollten dazu Briefe und Mails überallhin schicken, damit unseren Entscheidungsträgern endlich mal klar wird, was sie da eigentlich tun.
Freundliche Grüße
von Garfield

Ich habe den Verdacht, sie wissen es gut genug.

Politiker können ja nichts verschenken - sie können nur umverteilen. Da stecken natürlich enorme Möglichkeiten drin. Wer subventioniert - kontrolliert! Damit kann man Männer und Frauen in einen blinden Wettlauf um Subventionen hetzen, dass sie darüber völlig übersehen, ob diese Subventionen etwas taugen und ob sie überhaupt gerechtfertigt sind. Und natürlich sind solche Geschenke die "kostenneutrale" Methode, sich WählerInnenstimmen zu kaufen

Es hat wieder mal blendend funktioniert. Heide Oestreich von der TAZ bejubelt die neue Regelung als "Sieg für die Frauen". Ob sie es selber glaubt oder nur Regierungspropaganda verbreiten hilft, macht kaum einen Unterschied. Es zeigt jedenfalls, mit welchen geistigen Gaben man gesegnet sein muss, um Redakteurin bei der TAZ zu sein.

Die rot/grüne Koalition könnte ihr wahrscheinlich auch eine Packung heißer Luft schenken, und Heide würde darüber jubeln, sofern nur drauf stünde: Heiße Luft - jetzt auch für Frauen!

Re: ja, aber dann bitte überall

Marie Juana, Thursday, 29.04.2004, 16:37 (vor 7953 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: ja, aber dann bitte überall von Garfield am 29. April 2004 09:50:52:

Genaugenommen wird ja dann in letzter Konsequenz auch die Solidargemeinschaft, wie wir sie jetzt kennen, komplett in Frage gestellt. Gutverdienende Pflichtversicherte könnten sich beispielsweise fragen, wieso ihre Krankenkassenbeiträge eigentlich prozentual nach ihrem Gehalt berechnet werden.

****
genau in diese richtung gehen die vorschläge von roman herzog, der eine *kopfprämie* (gleiche beiträge für alle) einführen will.
bereits rot-grün hat den gedanken der solidargemeinschaft ausgehebelt mit der gesundheitsreform.
übrigens hat holland dieses gleiche system einige jahre erprobt und die folgekosten sind erheblich grösser gewesen, als der nutzen. holland hat diese abstrusen ideen zur kostensenkung in den mülleimer geworfen.

Marie Juana

Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Martin, Thursday, 29.04.2004, 21:19 (vor 7953 Tagen) @ Rüdiger

Als Antwort auf: Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Rüdiger am 27. April 2004 20:38:25:

So? Also ich würd mich bedanken, wenn ich als braver Kleinwagenfahrer für das hohe Unfall- und Diebstahlrisiko von Golf GTI, Porsche, Mercedes SL etc. mitbezahlen müßte

Was hat das mit Geschlechtern zu tun? Ich meinte natürlich Uni-SEX-Tarife auch bei KfZ-Versicherungen!

Oder ist SO EINE Differenzierung dann erlaubt? Nebenbei, wie ist es dann mit Parties, Partnerschaftsvermittlungen etc., die Männern immer wesentlich höhere Preise abverlangen als Frauen?

Das gibt's oft. Bei Frisören zahlen oft Frauen mehr als Männer. Bei manchen Veranstaltungen haben Frauen freien Eintritt (Militaria-Börse, Fußball etc.). Finde ich auch schwachsinnig. Die Frage ist natürlich, ob so was gesetzlich geregelt werden kann...

Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Martin, Thursday, 29.04.2004, 21:24 (vor 7953 Tagen) @ Jens

Als Antwort auf: Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Jens am 27. April 2004 21:59:15:

Du hast natürlich vollkommen Recht. Aber ich sehe nunmal den Einzelfall und ich bin dagegen, ein Unrecht mit einem anderen zu begegnen. Für mich ist das eine Frage der Konsequenz.

Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Martin, Thursday, 29.04.2004, 21:27 (vor 7953 Tagen) @ Joseph S

Als Antwort auf: Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Joseph S am 27. April 2004 22:17:08:

Ich habe das so verstanden, dass eine Frau aufgrund des Geschlechtes einen anderen Beitrag als ein Mann einzahlt. Und das, obwohl niemand weiß, wie lange diese Frau lebt. Das war für mich das Entscheidende.

Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Martin, Thursday, 29.04.2004, 21:34 (vor 7953 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Nick am 27. April 2004 23:56:19:

Da niemand weiß, wie alt er (bzw. ein zu Versichernder) tatsächlich werden wird, müssen die Tarife nach der Lebenserwartung berechnet werden.

O.K., akzeptiert!

Es werden ja auch analog andere Kriterien, die die Lebenserwartung beeinflussen, mitberechnet. Wenn jemand z.B. bestimmte Vorerkrankungen hat, dann zahlt er (bei der Rentenversicherung(!), nicht bei der Lebensversicherung!) weniger Beitrag, weil er (wahrscheinlich) früher stirbt.

Es dürfen m. E. nur solche Kriterien zur Bestimmung der individuellen Lebenserwartung angewendet werden, da diese bekanntlich von eben diesen (Beruf, Krankheit, Lebensgewohnheiten, Umwelteiflüssen) abhängt und nicht vom Geschlecht. Nur sind diese Kriterien eben Geschlechterlastig ungleich verteilt! Wenn also ausschließlich diese berücksichtigt würden, wäre das Geschlecht indirekt schon mit eingerechnet. Eine direkte Berücksichtigung ist daher nicht richtig!

Gruß Martin ;-)

Re: ja, aber dann bitte überall

Garfield, Thursday, 29.04.2004, 21:36 (vor 7953 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: ja, aber dann bitte überall von Eugen Prinz am 29. April 2004 10:53:50:

Hallo Eugen!

"Ich habe den Verdacht, sie wissen es gut genug."

Das glaube ich nicht. Unsere Herren und Damen Politiker beweisen schon seit Jahrzehnten immer wieder auf's neue eine erstaunliche Kurzsichtigkeit. Da wird nur beschlossen, was kurzfristig Geld einbringt oder kurzfristig Wählerstimmen sichert (und damit letztendlich auch wieder Geld einbringt).

An die langfristigen Folgen ihres Handelns denken sie ganz offensichtlich grundsätzlich nicht. Wenn sich dann wieder mal zeigt, daß der kurzfristige finanzielle Nutzeffekt sich bald in finanziellen Schaden umkehrt, dann flickt man hier ein wenig rum, zieht den Leuten dort noch ein wenig Geld aus der Tasche und hofft, daß das Ganze noch bis zur eigenen Pensionierung irgendwie so weiter laufen wird.

So hat man das Schuldprinzip bei Scheidungen abgeschafft, um die Sozialhilfe-Kosten für durch eigenes Verschulden geschiedene und arbeitsscheue Ex-Ehefrauen auf die Ex-Männer abzuwälzen. Und nun wundert man sich darüber, daß Männer aus Angst, abgezockt zu werden, vor der Ehe zurück scheuen.

So hat man der Rentenkasse immer mehr Rücklagen genommen und sie gleichzeitig zunehmend durch Rentenauszahlungen belastet, für die niemals irgendwelche Rentenbeiträge gezahlt wurden. Das stopfte kurzfristig Löcher in der Staatskasse und brachte bei Wahlen Stimmen von Rentnern. Und nun wundert man sich darüber, wie es wohl kommt, daß die Rentenkassen immer leerer werden und daß das Geld trotz Zuschuß von Steuergeldern vorn und hinten nicht mehr reicht.

So füllt man sich selbst gründlich das Bankkonto durch überhöhte Diäten und Gehälter, immense Aufwandsentschädigungen für den kleinsten Furz, Dienstwagen, enorme Pensionsansprüche schon für kürzeste Amtszeiten und wundert sich dann darüber, wieso die Bevölkerung diesen vielen schlechten Beispielen nacheifert und Solidarität und Bescheidenheit zunehmend durch Egoismus und asoziales Abzockertum ersetzt werden.

Alles das resultiert auch aus unserem mangelhaften politischen System. Wer nämlich eine Wahl gewinnen möchte, der muß erst einmal Wahlkampf führen. Wer aber einen Wahlkampf führen will, braucht dazu vor allem Geld. Geld bekommt er aber nur, wenn die Geldgeber Grund zu der Annahme haben, daß ihre Interessen dann nach der Wahl immer ganz oben stehen werden. Daraus folgt: Gewählt wird nicht der Kandidat, der ideal für die Gesellschaft ist, sondern der, der die Interessen reicher Lobbyisten am besten vertritt und es versteht, dem Wahlvolk das Ganze am besten durch hohle Wahlversprechen schmackhaft zu machen.

Um daran etwas zu ändern, müßte man Mittel und Wege finden, um auch Parteien ohne großes Startkapital in die Lage zu versetzen, einen erfolgreichen Wahlkampf zu führen. Das ist aber natürlich von den Machthabern in Deutschland gar nicht gewollt.

Und selbst wann man das schaffen würde, dann bleibt immer noch ein wesentlicher Faktor: Die menschliche Dummheit. Leider tendieren die Menschen dazu, oft auch wider besseren Wissens denjenigen zu unterstützen, der ihnen die schönsten Versprechungen macht. Oder sogar einfach denjenigen, der ihre primitivsten Instinkte am erfolgreichsten anspricht. Letzteres hat Hitler ganz bewußt ausgenutzt.

Eine neue rechtsradikale Diktatur wird Deutschland wohl auch in nächster Zukunft erspart bleiben. Aber ich mag gar nicht daran denken, was geschieht, wenn die Arbeitslosigkeit noch weiter ansteigt, wenn dann das deutsche Sozialsystem noch weiter demontiert wird und es so immer mehr Menschen in Deutschland wirklich schlecht geht. Dann kann es nämlich passieren, daß sehr viele Wähler sich wieder radikalen Organisationen zuwenden, und in denen werden dann unsere selbsternannten Gutmenschen zahlreich vertreten sein. Da werden wir dann die "Mitfrauen" der "Feministischen Partei" wiederfinden, und unsere selbsternannten "Umweltschützer" (die oftmals noch nicht einmal eine Eiche von einer Weide unterscheiden können), irgendwelche dahergelaufenen Punks, Anarchisten und andere ziellose Existenzen, und natürlich werden auch die Grünen mit von der Partie sein. Die werden es nämlich auch weiterhin gut schaffen, ihre eigene Inkompetenz auf ihre Koalitionspartner abzuwälzen, wer auch immer das sein mag.

Wenn sowas hier auf sämtlichen Machtpositionen sitzt, dann bricht das absolute Chaos aus. Und was danach dann kommt, kann noch viel schlimmer sein. Denn ein solches Chaos kriegt man nur durch eine Diktatur in den Griff.

Freundliche Grüße
von Garfield


Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Martin, Thursday, 29.04.2004, 21:36 (vor 7953 Tagen) @ Sebastian

Als Antwort auf: Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Sebastian am 28. April 2004 07:54:48:

Kennst du den hier maßgebenden Unterschied jedes Einzelnen im Voraus?

Re: Wer früher stirbt wird bestraft

Martin, Thursday, 29.04.2004, 21:38 (vor 7953 Tagen) @ Mic

Als Antwort auf: Wer früher stirbt wird bestraft von Mic am 28. April 2004 08:12:14:

das 'risiko' ist die langlebigkeit und das ist eben bei frauen höher.

Aber nicht, weil sie Frauen sind. Das ist haargenau die Geschlechterdebatte an sich im Miniaturformat, nur andersrum!

Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Martin, Thursday, 29.04.2004, 21:40 (vor 7953 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Bruno am 28. April 2004 13:02:56:

Natürlich muss das analog auch für Kfz-Versicherungen gelten etc.

...Tja Martin, das ist ja der springde Punkt. Dort wo Männer schlechter stehen mit beiträgen ist nix mit Unisex.

Ich habe gedacht, das wäre inzwischen erledigt...? Aber genau deshalb erwähne ich das ja. Ein Stück Glaubwürdigkeit und ein Stück Konsequenz. Auch hier: Einzelfallabrechnung statt Aufrechnung!

Gruß Martin ;-)

Re: ja, aber dann bitte überall

Martin, Thursday, 29.04.2004, 21:43 (vor 7953 Tagen) @ Karin

Als Antwort auf: Re: ja, aber dann bitte überall von Karin am 28. April 2004 18:08:48:

- KFZ-Versicherung müsste dann auch den Wenigfahrer-Bonus, den Garagen-Bonus, den Einzelfahrerbonus etcetc. alles abschaffen.
- Wieso sollte die private KV unterschiedlich kosten ?
- Wieso bezahlen Beamte (männliche und weibliche) weniger ?

Das ist m. E. eine andere Diskussion. Beamter, Wenigfahrer etc. kann jeder werden.

He, habe ich das jetzt richtig verstanden?

Texaco, Thursday, 29.04.2004, 23:01 (vor 7953 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente von Andreas am 27. April 2004 16:34:48:

Ich habe mich mit Rente und Kram noch nicht beschäftigt. Aber sehe ich das jetzt richtig: Neben der staatlichen Rentenversicherung kann man:

- mit Aktien zocken und zahlt nie mehr Steuern (wegen Pleite)
- sein Geld aufs Sparbuch tragen und zahlt Steuern beim Verdienen dieses Geldes und auf die Zinsen, die das abwirft
- sein Geld in einer Lebensversicherung namens Riester-Rente anlegen, wird dabei vom Staat gefördert (Steuernachlaß beim Geldverdienen) und zahlt keine(?) Steuern auf die Zinsen, die das abwirft
- sein Geld in einer stinkgewöhnlichen Lebensversicherung anlegen, d.h. man zahlt Steuern beim Geldverdienen und in Zukunft auch auf die Zinsen.

Also wie dem auch sei: Ein Tag nach den Unisex-Tarifen bei der Riester-Rente kam die Nachricht, daß auch Lebensversicherungen besteuert werden sollen. Dieses "Schlupfloch" ist also dicht.

Korrekt?

Schrecklich

Der Bachelor, Thursday, 29.04.2004, 23:03 (vor 7953 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: ja, aber dann bitte überall von Garfield am 29. April 2004 18:36:16:

Hallo Eugen!
"Ich habe den Verdacht, sie wissen es gut genug."
Das glaube ich nicht. Unsere Herren und Damen Politiker beweisen schon seit Jahrzehnten immer wieder auf's neue eine erstaunliche Kurzsichtigkeit. Da wird nur beschlossen, was kurzfristig Geld einbringt oder kurzfristig Wählerstimmen sichert (und damit letztendlich auch wieder Geld einbringt).
An die langfristigen Folgen ihres Handelns denken sie ganz offensichtlich grundsätzlich nicht. Wenn sich dann wieder mal zeigt, daß der kurzfristige finanzielle Nutzeffekt sich bald in finanziellen Schaden umkehrt, dann flickt man hier ein wenig rum, zieht den Leuten dort noch ein wenig Geld aus der Tasche und hofft, daß das Ganze noch bis zur eigenen Pensionierung irgendwie so weiter laufen wird.
So hat man das Schuldprinzip bei Scheidungen abgeschafft, um die Sozialhilfe-Kosten für durch eigenes Verschulden geschiedene und arbeitsscheue Ex-Ehefrauen auf die Ex-Männer abzuwälzen. Und nun wundert man sich darüber, daß Männer aus Angst, abgezockt zu werden, vor der Ehe zurück scheuen.
So hat man der Rentenkasse immer mehr Rücklagen genommen und sie gleichzeitig zunehmend durch Rentenauszahlungen belastet, für die niemals irgendwelche Rentenbeiträge gezahlt wurden. Das stopfte kurzfristig Löcher in der Staatskasse und brachte bei Wahlen Stimmen von Rentnern. Und nun wundert man sich darüber, wie es wohl kommt, daß die Rentenkassen immer leerer werden und daß das Geld trotz Zuschuß von Steuergeldern vorn und hinten nicht mehr reicht.
So füllt man sich selbst gründlich das Bankkonto durch überhöhte Diäten und Gehälter, immense Aufwandsentschädigungen für den kleinsten Furz, Dienstwagen, enorme Pensionsansprüche schon für kürzeste Amtszeiten und wundert sich dann darüber, wieso die Bevölkerung diesen vielen schlechten Beispielen nacheifert und Solidarität und Bescheidenheit zunehmend durch Egoismus und asoziales Abzockertum ersetzt werden.
Alles das resultiert auch aus unserem mangelhaften politischen System. Wer nämlich eine Wahl gewinnen möchte, der muß erst einmal Wahlkampf führen. Wer aber einen Wahlkampf führen will, braucht dazu vor allem Geld. Geld bekommt er aber nur, wenn die Geldgeber Grund zu der Annahme haben, daß ihre Interessen dann nach der Wahl immer ganz oben stehen werden. Daraus folgt: Gewählt wird nicht der Kandidat, der ideal für die Gesellschaft ist, sondern der, der die Interessen reicher Lobbyisten am besten vertritt und es versteht, dem Wahlvolk das Ganze am besten durch hohle Wahlversprechen schmackhaft zu machen.
Um daran etwas zu ändern, müßte man Mittel und Wege finden, um auch Parteien ohne großes Startkapital in die Lage zu versetzen, einen erfolgreichen Wahlkampf zu führen. Das ist aber natürlich von den Machthabern in Deutschland gar nicht gewollt.
Und selbst wann man das schaffen würde, dann bleibt immer noch ein wesentlicher Faktor: Die menschliche Dummheit. Leider tendieren die Menschen dazu, oft auch wider besseren Wissens denjenigen zu unterstützen, der ihnen die schönsten Versprechungen macht. Oder sogar einfach denjenigen, der ihre primitivsten Instinkte am erfolgreichsten anspricht. Letzteres hat Hitler ganz bewußt ausgenutzt.
Eine neue rechtsradikale Diktatur wird Deutschland wohl auch in nächster Zukunft erspart bleiben. Aber ich mag gar nicht daran denken, was geschieht, wenn die Arbeitslosigkeit noch weiter ansteigt, wenn dann das deutsche Sozialsystem noch weiter demontiert wird und es so immer mehr Menschen in Deutschland wirklich schlecht geht. Dann kann es nämlich passieren, daß sehr viele Wähler sich wieder radikalen Organisationen zuwenden, und in denen werden dann unsere selbsternannten Gutmenschen zahlreich vertreten sein. Da werden wir dann die "Mitfrauen" der "Feministischen Partei" wiederfinden, und unsere selbsternannten "Umweltschützer" (die oftmals noch nicht einmal eine Eiche von einer Weide unterscheiden können), irgendwelche dahergelaufenen Punks, Anarchisten und andere ziellose Existenzen, und natürlich werden auch die Grünen mit von der Partie sein. Die werden es nämlich auch weiterhin gut schaffen, ihre eigene Inkompetenz auf ihre Koalitionspartner abzuwälzen, wer auch immer das sein mag.
Wenn sowas hier auf sämtlichen Machtpositionen sitzt, dann bricht das absolute Chaos aus. Und was danach dann kommt, kann noch viel schlimmer sein. Denn ein solches Chaos kriegt man nur durch eine Diktatur in den Griff.
Freundliche Grüße
von Garfield

Hi Gary!

Ein wahres Schreckenszenario, welches du hier an die Wand malst!
Die Mitfrauen der FP - Die FRAUEN an der Macht...
Die Elke Bleich als Familienministerin, Monika Christann als Justizministerin...Du meine Güte!

Andererseits, genau DAS wäre wohl der beste Männerwecker, den es jemals geben könnte. Dann würde es nämlich wohl selbst der größten Schnarchnase dämmern, dass hierzulande etwas im Argen liegt.

Gruss,
der Bachelor

Re: Die Feministinnen setzen ein Thema...

Leser, Friday, 30.04.2004, 00:20 (vor 7953 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Die Feministinnen setzen ein Thema... von Nick am 27. April 2004 18:15:43:

dieses grüne Pack sollte man am nächsten Baum aufknüpfen, einer nach dem anderen ..

Leser (wütend)

Re: Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente

Odin, Friday, 30.04.2004, 00:59 (vor 7953 Tagen) @ Darki

Als Antwort auf: Re: Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente von Darki am 27. April 2004 17:17:58:

Was passiert eigentlich, wenn sich nur relativ wenige Männer für die Riester-Rente entscheiden. Lässt sich diese dann überhaupt finanzieren?
Grüße
Darki.

Wozu brauchst Du eine Riester-Rente? Das bischen, was dir der Staat da zuschießt, zahlst Du eh wieder drauf, weil Du die Rente der Frauen mitfinanzierst.
Da such Dir doch lieber Deine Altersvorsorge selber und verzichte auf Riesterquatsch.

Man sollte ein Qualitätssiegel "Riesterfrei" einführen - speziell als Anreiz für Männer :-)

Re: ja, aber dann bitte überall

Eugen Prinz, Friday, 30.04.2004, 01:43 (vor 7953 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: ja, aber dann bitte überall von Garfield am 29. April 2004 18:36:16:

Hallo Eugen!
"Ich habe den Verdacht, sie wissen es gut genug."
Das glaube ich nicht. Unsere Herren und Damen Politiker beweisen schon seit Jahrzehnten immer wieder auf's neue eine erstaunliche Kurzsichtigkeit. Da wird nur beschlossen, was kurzfristig Geld einbringt oder kurzfristig Wählerstimmen sichert (und damit letztendlich auch wieder Geld einbringt).

ich stimme dir ganz und gar zu. Da besteht kein Widerspruch. Sie beschließen genau aus Kurzsichtigkeit (aus kurzsichtiger Gier nämlich) das, was ihnen nützt. Gestern gab es eine Sendung auf SternTV mit G. Jauch, wie sich die Europa-Parlamentarier in de Tasche wirtschaften. Kein Schuldbewußtsein, kein Unrechtsbewußtsein. Zum Glück gibt es noch Reste von investigativem Journalismus, die so etwas aufdecken. Und Prof. von Arnim: Der Bürger, der Leistungen abrechnet, die er nicht erbracht hat, gilt als Betrüger! Beim Parlamentarieer fragt niemand.

Wir müssen halt dran bleiben. Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit.

Einen schönen Gruß, Eugen

Und?

Mic, Friday, 30.04.2004, 11:56 (vor 7952 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Re: Wer früher stirbt wird bestraft von Martin am 29. April 2004 18:38:09:

das 'risiko' ist die langlebigkeit und das ist eben bei frauen höher.

Aber nicht, weil sie Frauen sind. Das ist haargenau die Geschlechterdebatte an sich im Miniaturformat, nur andersrum!

Egal warum sie langlebiger sind, die frühsterber dafür zur kasse zu bitten ist in jedem fall unfair.

Überschlagsmäßig gerechnet: mann arbeitet bis 65, stirbt mit 75, erhält 10 jahre pension - frau arbeit bis 60, stirbt mit 80, erhält 20 jahre pension.
Ist das kein beträchtlicher unterschied?

Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Odin, Friday, 30.04.2004, 14:21 (vor 7952 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Martin am 29. April 2004 18:27:02:

Ich habe das so verstanden, dass eine Frau aufgrund des Geschlechtes einen anderen Beitrag als ein Mann einzahlt. Und das, obwohl niemand weiß, wie lange diese Frau lebt. Das war für mich das Entscheidende.

Das weißt Du bei der EINZELNEN Frau nicht, aber bei der Gesamtheit der Frauen schon.

Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Odin, Friday, 30.04.2004, 14:24 (vor 7952 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Martin am 29. April 2004 18:34:12:

Es dürfen m. E. nur solche Kriterien zur Bestimmung der individuellen Lebenserwartung angewendet werden, da diese bekanntlich von eben diesen (Beruf, Krankheit, Lebensgewohnheiten, Umwelteiflüssen) abhängt und nicht vom Geschlecht. Nur sind diese Kriterien eben Geschlechterlastig ungleich verteilt! Wenn also ausschließlich diese berücksichtigt würden, wäre das Geschlecht indirekt schon mit eingerechnet. Eine direkte Berücksichtigung ist daher nicht richtig!
Gruß Martin ;-)

Gute Idee :-)
Das würde dann in diesem Fall heißen: Jeder, der angibt Nichtraucher zu sein, langsam Auto zu fahren, Gemüse zu essen, Normalgewicht zu haben und regelmäßig Sport zu treiben, muß mehr in die Riesterrente einzahlen, weil er ja auch länger lebt.

Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Bruno, Friday, 30.04.2004, 14:35 (vor 7952 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Martin am 29. April 2004 18:40:15:

Hallo Martin,

das Thema scheint dich ja wirklich sehr zu interessieren.

Seit einigen Monaten wird immer wieder von Unisex-Tarifen geredet. Zum Vorteil für Frauen und Männer. Und wie sieht es jetzt in der Praxis aus: Es geht nur um die Versicherungen, bei denen die Frauen die höheren Beiträge zahlen und die anderen fallen wieder einmal schön unter den Tisch.

Tja: Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.

Ich befürchte, auch die Krankenversicherungsbeiträge werden noch geunisext und danach hört man von den Unisex-Tarifen nie mehr etwas. Und damit wäre dann wieder dem in Deutschland gültigen one-way-Gender-Maintreming in Richtung Frauengleichstellung Rechnung getragen.

Gruß

Bruno

Stellungsnahme der GDV zu dem Thema

Norbert, Friday, 30.04.2004, 14:35 (vor 7952 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Martin am 27. April 2004 20:12:30:

Ich bin grundsätzlich für gleiche Beiträge für Frauen und für Männer. Das ist die logische Konsequenz aus der Forderung, dass Gleichberechtigung auf die Person, also das Individuum, und eben nicht auf die Gruppe, also das Kollektiv, gemünzt ist. Schließlich gibt es ja auch Männer, die steinalt werden. Die Ablehnung dieser "Unisex"-Tarife ist für mich irgend wie analog zur Argumentation für die Quotenregelungen, die ja auch das Kollektiv im Auge haben und dafür das Individuum bevorzugen oder benachteiligen.
Natürlich muss das analog auch für Kfz-Versicherungen gelten etc.
Martin

Das sehen Fachleute eben ganz anders.

Stellungnahme der GDV

GDV=Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft

Gruß
Norbert

Re: Schrecklich

Garfield, Friday, 30.04.2004, 17:56 (vor 7952 Tagen) @ Der Bachelor

Als Antwort auf: Schrecklich von Der Bachelor am 29. April 2004 20:03:40:

Hallo Bachelor!

"Andererseits, genau DAS wäre wohl der beste Männerwecker, den es jemals geben könnte. Dann würde es nämlich wohl selbst der größten Schnarchnase dämmern, dass hierzulande etwas im Argen liegt."

Ja, aber Frauen wären letztendlich genauso betroffen. Und die Frage ist, wer es dann schafft, den Unmut der breiten Masse zu kanalisieren. Wenn wir Glück haben, wird es vielleicht jemand sein, der alles wieder in die richtige Richtung lenkt. Die Geschichte lehrt aber, daß es meist die falschen Typen schaffen, die Massen für sich einzunehmen und ihnen dann einen ganz falschen Weg zu weisen.

Deshalb sollten wir alles tun, um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Noch geht es uns gut, und das legt eine konservative Einstellung nahe. Wir müssen unsere Gesellschaft sowohl gegen neo-"liberale" Profithaie als auch gegen diverse selbsternannte Gutmenschen verteidigen.

Was mir in der deutschen Politik fehlt, sind Leute vom Format eines Bismarck. Also eben Menschen, die vorausschauend handeln und nicht immer nur das schnelle Geld oder sonstige kurzfristige Vorteile sehen. Aber das jetzige politische System ist so aufgebaut, daß solche Menschen keine hohen Posten erreichen, und Idealisten kommen da erst recht nicht weit. Es ist wie mit Flaschen, die man auf den Grund eines Schwimmbeckens stellt: Eine mit Goldstaub gefüllte und somit wertvolle Flasche wird unten stehen bleiben, während eine mit Luft gefüllte und so nahezu wertlose Flasche sehr schnell nach oben steigen wird. Es gibt durchaus idealistische und fähige Politiker in Deutschland - aber die bleiben meist auf den unteren Ebenen hängen. Oft wollen sie da auch gar nicht weg, weil ihnen die Region, in der sie tätig sind, ans Herz gewachsen ist. Diejenigen aber, die nur für Geld und Macht in die Politik gehen, interessieren sich in keiner Weise für den Posten, auf dem sie gerade sitzen, sondern schielen immer nur auf den nächsthöheren Posten, der ihnen noch mehr Macht und noch mehr Geld einbringen soll. So steigen die natürlich schnell auf, und wenn erst mal genug von solchen machtgeilen Abzockern in den höchsten Ebenen sitzen, dann sorgen die schon dafür, daß kein Idealist mehr dazu kommt und sie dort stören kann.

Und deshalb brauchen wir nicht darauf warten, daß irgendein Spitzenpolitiker - ganz gleich, aus welcher Partei - irgendetwas massiv zum Positiven bewegt. Das tun die nur, wenn wir sie dazu zwingen.

Freundliche Grüße
von Garfield


Re: Und?

Martin, Friday, 30.04.2004, 22:52 (vor 7952 Tagen) @ Mic

Als Antwort auf: Und? von Mic am 30. April 2004 08:56:36:

Egal warum sie langlebiger sind, die frühsterber dafür zur kasse zu bitten ist in jedem fall unfair.

Schon möglich. Aber die Menge der "Frühsterber" (Das Unwort des Jahres 2004 dürfte feststehen...) ist nicht gleich der Menge der Männer. Und nochmal: Quoten, Girlsday und Artverwandte lassen grüßen!

Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Martin, Friday, 30.04.2004, 23:00 (vor 7952 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Bruno am 30. April 2004 11:35:01:

das Thema scheint dich ja wirklich sehr zu interessieren.

Nur hier im Forum.
Und nochmal: Natürlich, wenn Uni-Sex, dann in allen Bereichen. Sollte in irgendeiner Versicherungssparte ein etwa vorhandener höherer Männerbeitrag (wg. "Versicherungsmathematik") bestehen bleiben, wäre das natürlich in der Tat skandalös!

Gruß Martin

Re: Und?

Mic, Friday, 30.04.2004, 23:06 (vor 7952 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Re: Und? von Martin am 30. April 2004 19:52:40:

Schon möglich. Aber die Menge der "Frühsterber" (Das Unwort des Jahres 2004 dürfte feststehen...) ist nicht gleich der Menge der Männer. Und nochmal: Quoten, Girlsday und Artverwandte lassen grüßen!

Schau, wie willst du denn eine versicherung aufziehen, wenn nicht nach erwartungswerten?
Oder anders gesagt, erwartest du denn nicht im februar niedrigere temperaturen als im mai, und handelst danach, planzt zb. paradeiser lieber im mai?

Vielleicht gefällst du dir in der rolle des ablehners von wahrscheinlichkeiten. So ganz aus dem bauch heraus.. Wie seltsam!

Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Martin, Friday, 30.04.2004, 23:12 (vor 7952 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Odin am 30. April 2004 11:21:17:

Das weißt Du bei der EINZELNEN Frau nicht, aber bei der Gesamtheit der Frauen schon.

Es ist aber nicht angebracht, die Gruppe der Frauen über einen Kamm zu scheren: Die Geschäftsleute und die Manager unter den Frauen haben die gleiche Kreislauf- und Herzinfarktquote wie die entsprechende Berufsgruppe der Männer. Das heißt, man sollte lieber diese Umwelteinflüsse als Kriterium heran ziehen als das Geschlecht, das nunmal nicht entscheidend ist, sondern nur oberflächlich entscheidend erscheint, weil diese anderen Faktoren ungleich unter den Geschlechtern verteilt sind, sprich, es weniger weibliche als männliche Manager gibt (s. o.).

Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Martin, Friday, 30.04.2004, 23:16 (vor 7952 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Odin am 30. April 2004 11:24:56:

Das würde dann in diesem Fall heißen: Jeder, der angibt Nichtraucher zu sein, langsam Auto zu fahren, Gemüse zu essen, Normalgewicht zu haben und regelmäßig Sport zu treiben, muß mehr in die Riesterrente einzahlen, weil er ja auch länger lebt.

Von mir aus. Aber das wäre dann ja wohl die logisch fort geschriebene Ansicht der Anti-Uni-Sexisten, oder?

Re: Schrecklich

Der Bachelor, Friday, 30.04.2004, 23:18 (vor 7952 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Schrecklich von Garfield am 30. April 2004 14:56:26:

Hallo Bachelor!
"Andererseits, genau DAS wäre wohl der beste Männerwecker, den es jemals geben könnte. Dann würde es nämlich wohl selbst der größten Schnarchnase dämmern, dass hierzulande etwas im Argen liegt."
Ja, aber Frauen wären letztendlich genauso betroffen. Und die Frage ist, wer es dann schafft, den Unmut der breiten Masse zu kanalisieren. Wenn wir Glück haben, wird es vielleicht jemand sein, der alles wieder in die richtige Richtung lenkt. Die Geschichte lehrt aber, daß es meist die falschen Typen schaffen, die Massen für sich einzunehmen und ihnen dann einen ganz falschen Weg zu weisen.

Die Gefahr besteht durchaus. In der Unzufriedenheit gedeiht Extremismus jeder Art. Fakt ist aber, dass sich ganz langfristig alle extremen Ungleichgewichte auflösen, die Frage ist nur, welches Trümmerfeld zurückbleibt.

Deshalb sollten wir alles tun, um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Noch geht es uns gut, und das legt eine konservative Einstellung nahe. Wir müssen unsere Gesellschaft sowohl gegen neo-"liberale" Profithaie als auch gegen diverse selbsternannte Gutmenschen verteidigen.

Richtig. Wobei den Profithaien einfach beizukommen wäre, wenn sich die Menschen in Summe endlich rational verhalten würden. Bei vollkommener Konkurrenz schmelzen die Gewinnmargen nämlich auf ein Minimum zusammen. Das setzt allerdings voraus, dass Konsumenten jederzeit alle Informationen besitzen, diese Informationen in Beziehung zueinander setzen und in ihr Kaufverhalten einfliessen lassen. In der heutigen Zeit sind zwar die Informationen mehr als vorhanden, aber zumeist fehlt die Zeit, diese Infos zu verknüpfen bzw. sie umzusetzen. Das perfide System der Leistungs- gesellschaft zwingt die meisten, weder rechts noch links zu schauen, sondern schlichtweg ihre Brötchen zu verdienen.
Anzusetzen wäre beim Konsumentenschutz und beim Wettbewerbsrecht.
Die Gutmenschen sind Ausdruck eines Zeitgeistes, dem kurzfristig wohl nicht beizukommen ist. Es muss in der Geschichte der Menschheit wohl auch diese Periode vorkommen.

Was mir in der deutschen Politik fehlt, sind Leute vom Format eines Bismarck. Also eben Menschen, die vorausschauend handeln und nicht immer nur das schnelle Geld oder sonstige kurzfristige Vorteile sehen. Aber das jetzige politische System ist so aufgebaut, daß solche Menschen keine hohen Posten erreichen, und Idealisten kommen da erst recht nicht weit. Es ist wie mit Flaschen, die man auf den Grund eines Schwimmbeckens stellt: Eine mit Goldstaub gefüllte und somit wertvolle Flasche wird unten stehen bleiben, während eine mit Luft gefüllte und so nahezu wertlose Flasche sehr schnell nach oben steigen wird. Es gibt durchaus idealistische und fähige Politiker in Deutschland - aber die bleiben meist auf den unteren Ebenen hängen. Oft wollen sie da auch gar nicht weg, weil ihnen die Region, in der sie tätig sind, ans Herz gewachsen ist. Diejenigen aber, die nur für Geld und Macht in die Politik gehen, interessieren sich in keiner Weise für den Posten, auf dem sie gerade sitzen, sondern schielen immer nur auf den nächsthöheren Posten, der ihnen noch mehr Macht und noch mehr Geld einbringen soll. So steigen die natürlich schnell auf, und wenn erst mal genug von solchen machtgeilen Abzockern in den höchsten Ebenen sitzen, dann sorgen die schon dafür, daß kein Idealist mehr dazu kommt und sie dort stören kann.
Und deshalb brauchen wir nicht darauf warten, daß irgendein Spitzenpolitiker - ganz gleich, aus welcher Partei - irgendetwas massiv zum Positiven bewegt. Das tun die nur, wenn wir sie dazu zwingen.

Jep. In der Politik hast du heute nur mehr die Wahl zwischen Pest und Cholera. Die eine Partei mag höchstens marginal besser sein als die andere, schlecht sind sie alle, ohne Ausnahme. Dazu passt recht gut eine Partei wie die Feministische Partei, der bei der letzten Bundestagswahl zwar kein Erfolg vergönnt war, aber in der Berichterstattung im Vorfeld von den öffentlich-rechtlichen Medien keinerlei Gegenwind ins Gesicht bließ. Übrigens find ich es schade, dass es das dortige Forum nicht mehr gibt. Wer auch immer behauptet, Radikalfeministinnen gibt es nicht, wurde sofort eines besseren belehrt.

mfg,
der Bachelor

Re: Und?

Martin, Saturday, 01.05.2004, 00:58 (vor 7952 Tagen) @ Mic

Als Antwort auf: Re: Und? von Mic am 30. April 2004 20:06:20:

Schau, wie willst du denn eine versicherung aufziehen, wenn nicht nach erwartungswerten?

Lies doch mal die anderen Beiträge hier in diesem Unterthread. Da ist das schon mehrfach behandelt.

Vielleicht gefällst du dir in der rolle des ablehners von wahrscheinlichkeiten.

Ich bin ein Liebhaber von Wahrscheinlichkeiten: Beim Monopoly ist die Wahrscheinlichkeit, eine 11 bzw. eine 3 zu würfeln genau doppelt so hoch wie die Wahrscheinlichkeit, eine 12 bzw. eine 2 zu würfeln. Die 7 ist sechsmal so wahrscheinlich wie die 12 bzw. die 2. Auch das Ziegenproblem ist mir geläufig. Und das Geschwisterproblem. Und den Zylinder mit den roten und den schwarzen Kugeln kenne ich auch...

Re: Stellungsnahme der GDV zu dem Thema

Martin, Saturday, 01.05.2004, 01:19 (vor 7952 Tagen) @ Norbert

Als Antwort auf: Stellungsnahme der GDV zu dem Thema von Norbert am 30. April 2004 11:35:10:

Das sehen Fachleute eben ganz anders.

Ich sehe in dem gelinkten Beitrag keine neuen Ansätze. Da ist auch nur von (den) Männern und (den) Frauen die Rede, immer nur als Gruppe, als Ganzes, als Kollektiv. Dass unter dem Strich beide Gruppen, wenn sie denn Solidar- oder Wirtschaftsgemeinschaften wären, fair behandelt werden, hab' ich doch nie bestritten. Aber Gleichbehandlung zielt nun mal auf die Person, das Individuum. Das ist hier mein Ansatz. Und ich sehe da halt die Parallelen zu der ganzen leidigen Geschlechterdebatte, die immer die Gruppen Frauen und Männer gegenüber stellt und daraus irgendwelche "Benachteiligungen" für "die" Frauen konstruieren zu müssen glaubt, obwohl jede Frau mit der größten Selbstverständlichkeit die gleichen Möglichkeiten und Chancen hat wie jeder Mann, was auch keiner ernsthaft bestreitet. Meine Meinung.

Re: Und?

Manfred, Saturday, 01.05.2004, 15:08 (vor 7951 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Re: Und? von Martin am 30. April 2004 21:58:12:

Genau in diese Kerbe wollte ich auch grade schlagen und bin daher über Deinen letzten Thread ("Ich bin ein Liebhaber von Wahrscheinlichkeiten...") mehr als verblüfft.
Denn gerade darin besteht doch das Wesen jeglicher Versicherung. Versicherungen sind der unvollkommene -wenn auch sympathische- Versuch, der Natur das Stückchen Humanität in Form geregelter Gerechtigkeit abzutrotzen, dass sie uns normalerweise nicht freiwillig gibt.
Aber die Naturgesetze zu ändern gelingt uns deswegen nicht: der Preis für diesen Eingriff liegt im doppelten Wortsinne in den Versicherungsbeiträgen.
Die müssen aber bezahlt werden und die Rechnung zwischen Prämie und Erlös im Versicherungsfall muss aufgehen! Hier ist nunmal die Wahrscheinlichkeit
(die Mutter jeglicher Statistik ;-) unabdingbar - ob es uns gefällt oder nicht.
Das wird spätestens dann sichtbar, wenn man einzelne Beispiele ins Groteske (aber was ist das unter einem solchen Regime überhaupt) überzieht.
Z.B. könnte man sich bei KFZ-Versicherungen ja auch durchaus fragen, warum sie nicht auch für Radfahrer und Fußgänger erhoben wird. Üblicherweise wäre die Unsinnigkeit dieses Gedankens schnell entlarvt: die Wahrscheinlichkeit, daß ein Fußgänger jemanden totfährt ist nunmal recht gering, also hat er nicht die Risiken zu tragen, die vorhersehbar andere betreffen.

Und in dieser Vorhersehbarkeit bzw. Wahrscheinlichkeit liegt meines Erachtens nach auch der einzige Schlüssel im Umgang mit diesem Problem.
Ist aber das Prinzip der Wahrscheinlichkeiten erstmal aufgehoben ist das auch der Tod des herkömmlichen Versicherungsprinzipes. Vielleicht allerdings die Wiedergeburt einer neuen Form von Totalitarismus.

Gruß,
Manfred

Re: Und?

Martin, Saturday, 01.05.2004, 15:22 (vor 7951 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Und? von Manfred am 01. Mai 2004 12:08:12:

Genau in diese Kerbe wollte ich auch grade schlagen und bin daher über Deinen letzten Thread ("Ich bin ein Liebhaber von Wahrscheinlichkeiten...") mehr als verblüfft.

Versteh' ich nicht.

Denn gerade darin besteht doch das Wesen jeglicher Versicherung.

Hab' ich das irgendwann irgendwie bestritten?

Re: Und?

Manfred, Saturday, 01.05.2004, 15:41 (vor 7951 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Re: Und? von Martin am 01. Mai 2004 12:22:09:

Hab' ich das irgendwann irgendwie bestritten?

Den Eindruck hatte ich.
Nochmal:
Es geht bei einer Versicherung ja nicht um die Wahrscheinlichkeit als Selbstzweck, sondern es geht darum sie als Instrument dafür zu benutzen, einem optimalen Kompromiß zwischen Humanität (Vermeidung unbilliger Härten für den Einzelnen) und Belastung der Solidargemeinschaft, die diese Härten auszubügeln hat.
Wenn Du also sinngemäß sagst, die Menge aller Männer sei nicht die Menge der "Frühsterber" ist das zwar richtig, aber zugleich mindstens ebenso falsch, denn die Korelation beider Eigenheiten ist nunmal größer als die bei Frauen.

Gruß
Manfred

Re: Und?

Martin, Saturday, 01.05.2004, 16:25 (vor 7951 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Und? von Manfred am 01. Mai 2004 12:41:45:

Wenn Du also sinngemäß sagst, die Menge aller Männer sei nicht die Menge der "Frühsterber" ist das zwar richtig, aber zugleich mindstens ebenso falsch, denn die Korelation beider Eigenheiten ist nunmal größer als die bei Frauen.

Schon. Aber die Korrelation zwischen "Frühsterber" und 12-Stunden-am-Tag-Manager oder zwischen "Frühsterber" und Kettenraucher ist noch größer. Diese Dinge zu berücksichtigen reicht aus, da die Korrelation zwischen "Frühsterber" und Männer darauf zurück zu führen ist, weil diese Phänomene eben (noch!) verstärkt bei Männern auftreten. Das hab' ich ja schon mehrfach hier angeführt, wogegen bis jetzt auch noch keiner widersprochen hat!

Gruß, Martin

Re: Und?

Manfred, Saturday, 01.05.2004, 16:56 (vor 7951 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Re: Und? von Martin am 01. Mai 2004 13:25:16:

Schon. Aber die Korrelation zwischen "Frühsterber" und 12-Stunden-am-Tag-Manager oder zwischen "Frühsterber" und Kettenraucher ist noch größer.

Ich bin da nicht absolut sicher, aber ok, das ist sicher ein gewichtiger Punkt. Ich würde dir da auch zustimmen, auch das sollte im Grunde berücksichtigt werden und wird ja immer wieder mal diskutiert (Lebensführung - Krankenkassenbeitrag) scheitert aber doch in erster Linie an der Durchführbarkeit und nicht am politischen Willen.

Diese Dinge zu berücksichtigen reicht aus, da die Korrelation zwischen "Frühsterber" und Männer darauf zurück zu führen ist,

Da hättest Du meine völlige Zustimmung, aber das ist doch nicht wirklich gesichert. Die Frage "warum leben Frauen länger?" ist doch nach wie vor nicht eindeutig geklärt. Sicher ist doch nur, dass es mehrere Gründe dafür gibt.
Genauso wie es gute Gründe gibt, dem "gesund" lebenden Normalbürger die Versicherungsrisiken nicht mittragen lassen zu wollen, die der extrem leichtsinnige bzw. risikobereite in mutwilliger Manier eingeht.

Aber sogar hier geibt es noch den wichtigen Unterschied des humanitären Ausgleichs, der ja Basisgedanke der meisten (eigentlich sogar aller) Versicherungen ist:
Der eine "erleidet" etwas (auch wenn es bis zu einem gewissen Grad selbstverschuldet war), die davon verschonte Mehrheit gibt (meist in materieller Form) einen Ausgleich um den Schaden zu lindern.

Die Rentenversicherung stellt hier ja eine absolute Ausnahme dar (ist so gesehen gar keine Versicherung) weil sie ja keinen wirklichen Schadensfall abdeckt. Sicher könnte man ein Leben ohne ausreichende materielle Versorgung als "Schadensfall" deklarieren, dem steht aber gegenüber, dass das Leben als solches üblicherweise schon als Wert angesehen wird. Insofern stellt bereits der Umstand des längeren Lebens an sich einen "Überschuß an humanitärer Zuwendung" (von wem auch immer) dar, der nicht noch zusätzlich von den diesbzüglich benachteiligten ausglichen werden muß.

Frauen hätten längst den Mut umgekehrt zu argumentieren!
Ist ja auch leicht ständig offenen Türen einzurennen.
Tue ich also auch mal und postuliere:

Es ist unter humanitären Gesichtspunkten wesentlich sinnvoller, demjenigen MEHR (nicht nur gleichviuel oder sogar weniger) Geld zukommen zu lassen, der ohnehin schon die Last der kürzeren Lebenserwartung zu tragen hat.
Wie wärs damit?

Gruß,
Manfred

Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt!

Odin, Saturday, 01.05.2004, 20:43 (vor 7951 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Re: Gleiche Tarife sind absolut korrekt! von Martin am 30. April 2004 20:12:38:

Das weißt Du bei der EINZELNEN Frau nicht, aber bei der Gesamtheit der Frauen schon.

Es ist aber nicht angebracht, die Gruppe der Frauen über einen Kamm zu scheren: Die Geschäftsleute und die Manager unter den Frauen haben die gleiche Kreislauf- und Herzinfarktquote wie die entsprechende Berufsgruppe der Männer. Das heißt, man sollte lieber diese Umwelteinflüsse als Kriterium heran ziehen als das Geschlecht, das nunmal nicht entscheidend ist, sondern nur oberflächlich entscheidend erscheint, weil diese anderen Faktoren ungleich unter den Geschlechtern verteilt sind, sprich, es weniger weibliche als männliche Manager gibt (s. o.).

Ich widersprech Dir ja gar nicht :-)
Ich kann Deinem Standpunkt einiges abgewinnen, bin aber insgesamt noch etwas unentschieden. Wie ich schon schrieb, kannst Du schlecht fragen, ob z.B. jemand raucht und dann höhere Beiträge von ihm fordern, weil er ja jetzt länger lebt :-)
Übrigens schert man ja auch die Manta-fahrer über einen Kamm, obwohl einige sicher gut fahren. Trotzdem müssen die einen höheren Beitrag zahlen, weil ander Mist bauen. Das ist halt mal so. Niemand regt sich drüber auf, nur wenns die Frauen trifft, dann ist das Gezeter groß. Nehmen wir mal die anderen Versicherungen, wos die Männer trifft. Da tut sich nichts.

Wenn schon, dann Gleichberechtigung überall!

Re: Und?

Martin, Saturday, 01.05.2004, 23:05 (vor 7951 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Und? von Manfred am 01. Mai 2004 13:56:08:

Die Frage "warum leben Frauen länger?" ist doch nach wie vor nicht eindeutig geklärt.

Nach meinen Informationen ist die Industrialisierung eine Hauptursache. Vor 200 Jahren hat's diesen krassen Unterschied im durchschnittlich erreichten Alter zwischen den Geschlechtern noch nicht gegeben.

Es ist unter humanitären Gesichtspunkten wesentlich sinnvoller, demjenigen MEHR (nicht nur gleichviuel oder sogar weniger) Geld zukommen zu lassen, der ohnehin schon die Last der kürzeren Lebenserwartung zu tragen hat.
Wie wärs damit?

Absolut richtig.

Gruß, Martin

Durchführbarkeit?

Emmalein, Monday, 03.05.2004, 13:39 (vor 7949 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Und? von Manfred am 01. Mai 2004 13:56:08:

Hi, Manfred,

in anderen Ländern ist sowas aber offensichtlich doch durchführbar: In GB gibt es beispielsweise beo Lloyds für Nichtraucher günstigere private Krankenkassentarife; in Canada gibt es, wenn man regelmässig bei bestimmten Fitnessstudios trainiert, auch Rabatte; ein wenig wird das hier in D jetzt ja mit den Bonusprogrammen bei den Krankrenkassen im gesetzlichen Bereich versucht.

Wenn derjenige, der die kürzere Lebenserwartung hat, es sich selbst zuzuschreiben hat, dass er kürzer lebt, finde ich, dass es auch seine oder ihre Schuld ist. Dann soll nicht die Allgemeinheit dafür büssen müssen.

Aber ob es tatsächlich die Schuld desjenigen ist, ist ja noch gar nicht bewiesen - weil ja einige Maskulisten hier angemerkt haben ,dass in einigen Bereichen die Gesundheitsvorsorge bei Männern schlechter ist als bei Frauen, was durchaus sein kann.

Es grüsst
das Emmalein

Re: Durchführbarkeit?

Eugen Prinz, Monday, 03.05.2004, 14:19 (vor 7949 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Durchführbarkeit? von Emmalein am 03. Mai 2004 10:39:40:

Aber ob es tatsächlich die Schuld desjenigen ist, ist ja noch gar nicht bewiesen - weil ja einige Maskulisten hier angemerkt haben ,dass in einigen Bereichen die Gesundheitsvorsorge bei Männern schlechter ist als bei Frauen, was durchaus sein kann.
Es grüsst
das Emmalein

das ist sogar ein außerordentlich wichtiger Aspekt. Die Antidiskriminierungsrichtlinie der EU (der im Forum zitierte Entwurf) besagt:

"Die entsprechenden Vorschriften ... sollten nicht herangezogen werden, um eine Unterscheidung nach Geschlecht zu verbieten ... in Fällen, in denen Frauen und Männer sich nicht in einer vergleichbaren Situation befinden."

Wenn die gesundheitliche Situation von Männern wegen mangelnder staatlicher Fürsorge schlechter ist, dann muss entweder diese Diskriminierung aufgehoben werden, durch gleiche oder verstärkte gesundheitspolitische Maßnahmen für Männer, oder es müssen z.B. Versicherungstarife zugelassen werden, die der besonderen Situation von Männer gerecht werden.

Hier wurde schon mehrfach (z.B. von Bruno) ganz detailliert auf die gesundheitspolitische Benachteiligung von Männern hingewiesen. Die entsprechende Petition wurde vom Petitionsausschuss im wesentlichen befürwortet.

Es ist natürlich grotesk, aber so laufen die Dinge hierzulande nunmal: Nun müssen und können wir womöglich wegen geschlechtlicher Diskriminierung bessere gesundheitliche Maßnahmen für Männer einfordern - und nicht einfach deswegen, weil Männer spezifische gesundheitliche Probleme haben.

Das ist wirklich krrrrrank!

Eugen Prinz

Re: Riester-Rente wird Pflicht

reinecke54, Monday, 03.05.2004, 14:38 (vor 7949 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Künftig Gleichberechtigung bei Riester-Rente von Andreas am 27. April 2004 16:34:48:

Das Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA)
vermutet, dass dies der erste schritt ist, die
Reister-Rente zur pflicht zu machen. Text unter
http://www.cash-online.de/cash-online/news/index.php?aktion=news&kat_id=5&id=1524

28.04.2004
Unisextarife beenden Riesterrente
Nach Meinung des Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) in Köln ist die geplante Einführung der Unisextarife bei der Riesterrente der Todesstoß für das bisherige Riester-Renten-Modell. Denn Männer würden freiwillig keine privaten geförderten Rentenverträge mehr abschließen, wenn eine Quersubvention in Höhe von rund 15 Prozent der Frauentarife erfolgen muss und attraktivere Alternativen zur Verfügung stünden.

Das sei auch den verantwortlichen Politikern bewusst, mutmaßt das DIA. Deswegen sei zu vermuten, dass hinter der Einführung der Plan steckt, in näherer Zukunft aus der freiwilligen geförderten Zusatzrente eine Pflichtversicherung zu machen. Nur dann mache die Entscheidung Sinn. Ob aber bei einer Pflichtversicherung angesichts der knappen öffentlichen Kassen noch eine Förderung aus Steuermitteln erfolgt, sei zu bezweifeln.

Unisextarife gibt es bereits heute in der gesetzlichen Rentenversicherung Dort zahlen Männer gleiche Beiträge wie Frauen, bekommen aber im Durchschnitt wegen ihrer um sechs Jahre kürzeren Lebenserwartung eine geringere Gesamtrente.

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