Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Andreas, Saturday, 24.04.2004, 15:18 (vor 7958 Tagen)

Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Die Bundesregierung will die derzeitige Einberufungspraxis offenbar rechtlich besser absichern. Die umstrittenen Einberufungsrichtlinien sollen ins Wehrpflichtgesetz übertragen werden.

Mit einer Änderung des Wehrpflichtgesetzes will die Bundesregierung offenbar der Kritik des Kölner Verwaltungsgerichts an der derzeitigen Einberufungspraxis entgegentreten. Das Gericht hatte die Tatsache, dass nur noch die Hälfte der Dienstfähigen eines Jahrgangs einberufen wird, als Verstoß gegen die Wehrgerechtigkeit bezeichnet. Die Bundesregierung will an der allgemeinen Wehrpflicht jedoch unbedingt festhalten.

Um diese rechtlich abzusichern, sollten die seit 2003 geltenden Einberufungsrichtlinien ins Wehrpflichtgesetz übernommen werden. Dies gehe aus einem Regierungsentwurf zur Änderung des Zivildienstgesetzes hervor, berichtet das Nachrichtenmagazin «Focus».

Die Richtlinien befreien unter anderem junge Männer vom Dienst, die eingeschränkt tauglich, verheiratet oder älter als 22 Jahre sind. (nz)

http://www.netzeitung.de/deutschland/283320.html

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Collantix, Saturday, 24.04.2004, 15:55 (vor 7958 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Andreas am 24. April 2004 12:18:53:


Hallo,

das ist in meinen Augen nichts anderes als ein hilfloser Versuch, an einem Auslaufmodell festzuhalten.
Die Wehrpflicht wackelt, bald wird sie fallen.

Gruß

Collantix

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Christian, Saturday, 24.04.2004, 16:14 (vor 7958 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Andreas am 24. April 2004 12:18:53:

Man muss endlich Zwangsdienste (Wehrpflicht/Zivildienst) auch für Frauen fordern im Sinne von Gleichberechtigung und Gerechtigkeit!

findet Christian

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Marie Juana, Saturday, 24.04.2004, 16:24 (vor 7958 Tagen) @ Christian

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Christian am 24. April 2004 13:14:11:

Man muss endlich Zwangsdienste (Wehrpflicht/Zivildienst) auch für Frauen fordern im Sinne von Gleichberechtigung und Gerechtigkeit!
findet Christian

****
ist gebongt, machen wir.
ich plädiere für die abschaffung der folter, denn deine beiträge sind der hochnotpeinliche-unsinn-dritten-grades.
und du solltest dich vielleicht mal auf die suche nach deinem gehirn machen, denn wer suchet, der *findet, christian*.

Marie Juana

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Andi, Saturday, 24.04.2004, 17:17 (vor 7958 Tagen) @ Marie Juana

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Marie Juana am 24. April 2004 13:24:50:

M. J.

Noch nie habe ich von Ihnen irgendetwas Inhaltliches gelesen. Stets nur schwachsinnige Beleidigungen und üble Hetze. Ihnen fehlen jedwede Umgangsformen.

Können Sie Ihren Eiter nicht in einem Frauenforum verschmieren?

Leben sie wohl,
Andi

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Marie Juana, Saturday, 24.04.2004, 18:36 (vor 7958 Tagen) @ Andi

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Andi am 24. April 2004 14:17:50:

gegen zwangsdienste sein und zwangsdienste fordern.
du hast eine ähnlich abstruse argumentation wie der christian.

das ist obrigkeitsstaatliche sklavenmoral; ich billige dir sogar den status eines erwachsenen zu.
ansonsten würde ich das als infantil bezeichnen.

Marie Juana

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Andreas, Saturday, 24.04.2004, 18:42 (vor 7958 Tagen) @ Marie Juana

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Marie Juana am 24. April 2004 15:36:44:

...Mensch, Marie Juana...hast Du heute schlecht geschlafen? ;-)

Gruß
Andreas

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Andi, Saturday, 24.04.2004, 19:26 (vor 7958 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Andreas am 24. April 2004 15:42:38:

...Mensch, Marie Juana...hast Du heute schlecht geschlafen? ;-)
Gruß
Andreas

Nee, der/die ist immer so ... muss ein Beleidigungs-Automat sein :-)

Grüße,
Andi

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Marie Juana, Saturday, 24.04.2004, 22:49 (vor 7958 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Andreas am 24. April 2004 15:42:38:

...Mensch, Marie Juana...hast Du heute schlecht geschlafen? ;-)
Gruß
Andreas

****
ja, es war vollmond und da schlafe ich immer schlecht :-).
aber es gab vor einigen jahren eine ähnliche diskussion über dieses thema und da habe ich schon mal geschrieben.
es war lange vor dem 11.september und ich ging in diesen statements davon aus, dass sich die wehrpflicht verändern wird, wenn es aus strategischen gründen zu einer inhaltlichen veränderung der bundeswehr kommen wird.
im moment sieht es ganz danach aus.

es verblüfft schon, wenn der militärdienst aus seinen historisch-politischen zusammenhang gerissen wird und diese kriegerdienste als *männliches emanzipationshemmnis* gesehen werden.
*ich gehe hin, wenn frau auch hingeht. es ist zwangsdienst, weil frau nicht hingeht* (so christians und andis armgumentationsschiene).
nichts mehr von einer pazifistischen haltung, nichts mehr von friedenspolitik --- alles klar, wir gehen dahin, wenn frau auch auf den schlachtfeld stirbt.

das ist eine abstruse argumentation. ich habe in der damaligen debatte auch vertreten, dass, sollte der staat allen frauen das tragen eines dirndels vorschreiben, ich nicht fordern würde: **nun sollen gefälligst auch alle männer lederhosen, wadelstrümpfe, tirolerhüte anziehen*.

entweder lehnt man einen zwangsdienst ab (militärdienst, zivildienst), dann kann man aber nicht gleichzeitig einen zwangsdienst für alle fordern.

gruß
Marie Juana

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Andreas, Saturday, 24.04.2004, 23:51 (vor 7958 Tagen) @ Marie Juana

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Marie Juana am 24. April 2004 19:49:

ja, es war vollmond und da schlafe ich immer schlecht :-).

achso...ich kenne da einen guten Kräutertee! ;-)

Also, ich hoffe mal, daß es früher oder später zu einer Änderung dieser Wehrpflichtsregelung kommt. Ich persönlich bin für eine prinzipielle Abschaffung der Wehrpflicht - vor allem auch, weil ich keinen Sinn mehr darin sehe. Sie ist schon aus sicherheitspolitischen Gründen überholt. Allerdings empfinde ich die derzeitige Regelung auch als diskriminierend. Ich kann die Argumentation zugunsten einer einseitigen Wehrpflicht nur für Männer nicht nachvollziehen. Christian argumentiert ja so: wenn die regierenden Parteien die Wehrpflicht/Zivildienst schon auf gar keinen
Fall abschaffen wollen, dann sollen sie diese auch auf Frauen ausdehnen - aus Gründe der Gerechtigkeit. Ich sehe da eigentlich keinen direkten Widerspruch zu der Behauptung: "ich bin gegen die Wehrpflicht". So wie ich die Sache sehe, konkurrieren hier zwei Argumentationsebenen miteinander: auf der einen Seite die persönliche Meinung zur Wehrpflicht und auf der anderen Seite der Gleichbehandlungsgrundsatz. D.h. ich kann mich zwar gegen die Wehrpflicht aussprechen, aber andererseits kann ich auch aus Gleichbehandlungsgründen eine Ausdehnung der Wehrpflicht auf Frauen fordern und zwar dann, wenn mein erster Wunsch nicht in Erfüllung geht.

Aber wenn ich Dich richtig verstehe, lehnst du eine solche Forderung eher aus pazifistischen Gründen ab, weil Du eine zusätzliche "Militarisierung" der Gesellschaft befürchtest, oder?


schöne Grüße
Andreas


Re:Sehr gut erkannt! n/t

Christian, Sunday, 25.04.2004, 00:22 (vor 7958 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Andreas am 24. April 2004 20:51:41:

ja, es war vollmond und da schlafe ich immer schlecht :-).

achso...ich kenne da einen guten Kräutertee! ;-)
Also, ich hoffe mal, daß es früher oder später zu einer Änderung dieser Wehrpflichtsregelung kommt. Ich persönlich bin für eine prinzipielle Abschaffung der Wehrpflicht - vor allem auch, weil ich keinen Sinn mehr darin sehe. Sie ist schon aus sicherheitspolitischen Gründen überholt. Allerdings empfinde ich die derzeitige Regelung auch als diskriminierend. Ich kann die Argumentation zugunsten einer einseitigen Wehrpflicht nur für Männer nicht nachvollziehen. Christian argumentiert ja so: wenn die regierenden Parteien die Wehrpflicht/Zivildienst schon auf gar keinen
Fall abschaffen wollen, dann sollen sie diese auch auf Frauen ausdehnen - aus Gründe der Gerechtigkeit. Ich sehe da eigentlich keinen direkten Widerspruch zu der Behauptung: "ich bin gegen die Wehrpflicht". So wie ich die Sache sehe, konkurrieren hier zwei Argumentationsebenen miteinander: auf der einen Seite die persönliche Meinung zur Wehrpflicht und auf der anderen Seite der Gleichbehandlungsgrundsatz. D.h. ich kann mich zwar gegen die Wehrpflicht aussprechen, aber andererseits kann ich auch aus Gleichbehandlungsgründen eine Ausdehnung der Wehrpflicht auf Frauen fordern und zwar dann, wenn mein erster Wunsch nicht in Erfüllung geht.
Aber wenn ich Dich richtig verstehe, lehnst du eine solche Forderung eher aus pazifistischen Gründen ab, weil Du eine zusätzliche "Militarisierung" der Gesellschaft befürchtest, oder?
schöne Grüße
Andreas

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Rüdiger, Sunday, 25.04.2004, 02:11 (vor 7958 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Andreas am 24. April 2004 20:51:41:

ja, es war vollmond und da schlafe ich immer schlecht :-).

achso...ich kenne da einen guten Kräutertee! ;-)
Also, ich hoffe mal, daß es früher oder später zu einer Änderung dieser Wehrpflichtsregelung kommt. Ich persönlich bin für eine prinzipielle Abschaffung der Wehrpflicht - vor allem auch, weil ich keinen Sinn mehr darin sehe. Sie ist schon aus sicherheitspolitischen Gründen überholt. Allerdings empfinde ich die derzeitige Regelung auch als diskriminierend. Ich kann die Argumentation zugunsten einer einseitigen Wehrpflicht nur für Männer nicht nachvollziehen. Christian argumentiert ja so: wenn die regierenden Parteien die Wehrpflicht/Zivildienst schon auf gar keinen
Fall abschaffen wollen, dann sollen sie diese auch auf Frauen ausdehnen - aus Gründe der Gerechtigkeit. Ich sehe da eigentlich keinen direkten Widerspruch zu der Behauptung: "ich bin gegen die Wehrpflicht".

So ist es - es geht darum, GLEICHHEIT herzustellen. Entweder gehen ALLE zwangsweise zum Bund oder KEINER - ich würde Letzteres bevorzugen, denn nötig macht die gegenwärtige Sicherheitslage ja die Wehrpflicht nimmer.

Gruß, Rüdiger

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Marie Juana, Sunday, 25.04.2004, 02:47 (vor 7958 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Andreas am 24. April 2004 20:51:41:

hallo andreas,
ich bin nicht unbedingt pazifistin, denke aber, die diskussion würde sich im kreise drehen, wenn es auf der schiene *zwangsdienst für alle* hinausläuft.
die änderung der wehrpflicht wird politisch kommen, weil sich die organisationsform/aufgabenbereich ändern wird---nicht, weil eine gesellschaft sich abrüstet oder entmilitarisiert.
ob dies in form einer freiwilligen armee sein wird, oder ob andere organisationsmodelle gefunden werden, ist noch nicht entschieden.
es ist äusserst naiv, sich auf die ebene *gleichberechtigung durch allgemeine zwangsdienste* zu verbeissen.

ich lehne jede zwangsverpflichtung ab, frage mich aber bei den diskussionen manchmal, ob diese männerbewegung nicht zum teil einen äusserst konservativen charakter hat (keinen emanzipativen, humanen), weil sie stets bei marginalen gruppen äusserst regide argumentiert (ich denke an die wirtschaft- und sozialpolitischen debatten hier und im kriegerforum).

und nochmal, die argumentation **wenn schon zwangsdienst, dann für alle* führt sich selbst ad absurdum, denn es ist ein geplärre von männern, die meinen, sie würden ständig zu kurz kommen.
wenn ich gegen christian polemisiert habe, dann aus einem einfachen grund: ich kann es nicht mehr hören, dass jutta limbach sein unglück ist, oder eine andere frau.

gruß
Marie Juana

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Der Eman(n)ze, Sunday, 25.04.2004, 13:49 (vor 7957 Tagen) @ Marie Juana

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Marie Juana am 24. April 2004 23:47:

und nochmal, die argumentation **wenn schon zwangsdienst, dann für alle* führt sich selbst ad absurdum, denn es ist ein geplärre von männern, die meinen, sie würden ständig zu kurz kommen

Nein, es ist die Argumentation von Männern, die den zeitgeistlich etablierten Begriff "Gleichberechtigung" kritisch hinterfragen.

Diese Argumentation ist auch kein Plädoyer für einen allgemeinen Zwangsdienst, wie Du zu unterstellen versuchst. Es ist die Konsequenz des allgemeinen Trends der politischen Führungsriegen, am Zwangsdienst für Männer festhalten zu wollen. Also eine Abmilderung des nicht erstrebenswerten, aber ohnmächtig hinzunehmenden Zustands "Zwangsdienst". Abgemildert dadurch, daß er von allen Betroffenen (ganz gleich, ob mit Hoden oder Eierstöcken) gleichermaßen getragen wird.

Ich hoffe, das war jetzt verständlich.

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Adele, Sunday, 25.04.2004, 14:24 (vor 7957 Tagen) @ Der Eman(n)ze

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Der Eman(n)ze am 25. April 2004 10:49:33:

Das hört sich schon besser an , Emannze.

Auf der einen Seite haben wir leider die Historie die uns sagt, dass dieser Männerzwangsdienst aus alter Zeit herführt was meiner Meinung nach aber im 21. Jahrhundert absoluter Quatsch ist, da sich die meisten Dinge auch Gesellschaftlich verschoben haben. Die Frauen und insbesondere
die Frauenbewegung hat ja auch im letzten Jahrhundert viele alte Zöpfe abgeschnitten, also warum dieser nicht?

Andererseits muss auch gesagt werden, dass noch ein anderer Grund besteht
warum die Frauen nicht in diesen Zwangsdienst einbezogen werden:

Viele PolitkerInnen vertreten nämlich die Ansicht, dass den Frauen durch diesen einseitigen Zwangsdienst beruflich ein kleiner Wettbewerbsvorteil am Arbeitsmarkt zugestanden werden soll.
Es gibt weiterhin, ( liegt glaub ich schon einige Jahre zurück ) ein interessantes Urteil einer Richterin die von "positiver Diskriminierung" sprach und in diese Richtung ging sprich das Urteil so begründete.
Der Bundesvorstand der Grünen vertrat beispielweise die Ansicht, dass es nicht in der Bestimmung der Frau liegt zu "kämpfen".

Es ist schon etwas seltsam anzusehen, dass die Frauen sich dann andererseits auf freiwilliger Basis den Zugang zum Militär erkämpft haben, andererseits aber nicht in Bezug auf ein "müssen". Für mich entsteht daher auch der Eindruck, dass hier nur eine Möglichkeit geschaffen wurde beruflich weiter zu kommen, Karriere machen zu können, von staatlicher Seite aus gefördert, ähnlich wie im öffentlichen Dienst.

Adele

Re: Dir fehlt es meiner Meinung nach leider an Logik und Intelligenz! n/t

Christian, Sunday, 25.04.2004, 00:09 (vor 7958 Tagen) @ Marie Juana

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Marie Juana am 24. April 2004 19:49:

...Mensch, Marie Juana...hast Du heute schlecht geschlafen? ;-)
Gruß
Andreas

****
ja, es war vollmond und da schlafe ich immer schlecht :-).
aber es gab vor einigen jahren eine ähnliche diskussion über dieses thema und da habe ich schon mal geschrieben.
es war lange vor dem 11.september und ich ging in diesen statements davon aus, dass sich die wehrpflicht verändern wird, wenn es aus strategischen gründen zu einer inhaltlichen veränderung der bundeswehr kommen wird.
im moment sieht es ganz danach aus.
es verblüfft schon, wenn der militärdienst aus seinen historisch-politischen zusammenhang gerissen wird und diese kriegerdienste als *männliches emanzipationshemmnis* gesehen werden.
*ich gehe hin, wenn frau auch hingeht. es ist zwangsdienst, weil frau nicht hingeht* (so christians und andis armgumentationsschiene).
nichts mehr von einer pazifistischen haltung, nichts mehr von friedenspolitik --- alles klar, wir gehen dahin, wenn frau auch auf den schlachtfeld stirbt.
das ist eine abstruse argumentation. ich habe in der damaligen debatte auch vertreten, dass, sollte der staat allen frauen das tragen eines dirndels vorschreiben, ich nicht fordern würde: **nun sollen gefälligst auch alle männer lederhosen, wadelstrümpfe, tirolerhüte anziehen*.
entweder lehnt man einen zwangsdienst ab (militärdienst, zivildienst), dann kann man aber nicht gleichzeitig einen zwangsdienst für alle fordern.
gruß
Marie Juana

Christian

Marie Juana, Sunday, 25.04.2004, 02:52 (vor 7958 Tagen) @ Christian

Als Antwort auf: Re: Dir fehlt es meiner Meinung nach leider an Logik und Intelligenz! n/t von Christian am 24. April 2004 21:09:

*dein kommentar: Dir fehlt es meiner Meinung nach leider an Logik und Intelligenz! n/t**

zeigt mir nur, dass du sehr viele probleme hast.
dein unglück fängt mit deiner geburt an....
armer junge

Marie Juana
ich beende mal die unerfreuliche debatte mit dir:-)

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Leser, Sunday, 25.04.2004, 14:02 (vor 7957 Tagen) @ Marie Juana

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Marie Juana am 24. April 2004 19:49:

*ich gehe hin, wenn frau auch hingeht. es ist zwangsdienst, weil frau nicht hingeht* (so christians und andis armgumentationsschiene).
nichts mehr von einer pazifistischen haltung, nichts mehr von friedenspolitik --- alles klar, wir gehen dahin, wenn frau auch auf den schlachtfeld stirbt.

ich gehe da sogar noch etwas weiter.. die nächsten zwei drei Kriege sollten ausschließlich Frauen verpflichtet werden ihren Arsch hinzuhalten. schließlich haben wir noch einiges gut.

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Hetzi, Sunday, 25.04.2004, 14:48 (vor 7957 Tagen) @ Marie Juana

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Marie Juana am 24. April 2004 19:49:

es verblüfft schon, wenn der militärdienst aus seinen historisch-politischen zusammenhang gerissen wird und diese kriegerdienste als *männliches emanzipationshemmnis* gesehen werden.

Was ist deiner Meinung nach der historisch-politische Zusammenhang bei der Wehrpflicht die nur fuer Maenner gilt? Und wie relevant ist diese historische Betrachtung heute fuer die jetzt davon betroffenen?

Die Antwort auf die letzt Frage kann imho nur sein, dass der historisch politische Zusammenhang dazu bedeutungslos ist!

*ich gehe hin, wenn frau auch hingeht. es ist zwangsdienst, weil frau nicht hingeht* (so christians und andis armgumentationsschiene).

Nein, die Argumentationskette ist eine foellig andere! Es geht darum um eine Ungleichbehandlung der Geschlechter abzuschaffen, die eine direkte durch den sexistischen Gesetzeswortlaut bedingte Diskriminierung von Männern gegeben ist.

Jetzt hat man um diese Ungerechtigkeit aus der Welt zu schaffen zwei Moeglichkeiten. Man kann den verpflichteten Wehrdinst insgesamt abschaffen und eine reine Berufsarmee aufstellen. Oder man weitet die Wehrpflicht auf Frauen aus. Beide Loesungen beseitigen das urspruengliche Problem der Diskriminierung von Männer.

Welche von beiden Möglichkeiten als bevorzugte angesehen werden, hängt von der persönlichen Einstellung desjenigen dazu ab. Ich würde persönlich die Ausdehnung der Wehrpflicht auf beide Geschlechter bevorzugen. Ich hab aber auch kein Problem damit, wenn die andere Lösung der Berufsarmee gewählt wird, ich habe nur ein Problem mit der jetztigen diskriminiernden Situation!

nichts mehr von einer pazifistischen haltung, nichts mehr von friedenspolitik

Welche der beiden Loesungen soll ich unter den Aspekten einer pazifistischen Haltung bzw. der Friedenspolitik bevorzugen? Ich eigentlich aus pazifistischen Überlegungen Berufarmeen ab, da diese Streitkraefte eher bzw. leichtfertiger in den Krieg geschickt werden, als Milizsoldaten bzw. Wehrpflichtige. Es wird in den Heimatländern der Tot von Berufssoldaten leichter toleriert, als der von Soldaten die zwangsweise in Kriegsgebieten eingesetzt wurden.

Du kannst dir ja auch mal dazu überlegen, warum es in Frankreich eine Fremdenlegion gibt. Wenn ein Fremdenlegionär umkommt, so stört das in Frankreich niemanden, bei einem Franzosen schon eher. Dementsprechend gerne wird die Fremdenlegion zu gefährlichen Einsätzen geschickt, bei denen man vor dem Einsatz normaler Soldaten zurückschreckt.

entweder lehnt man einen zwangsdienst ab (militärdienst, zivildienst), dann kann man aber nicht gleichzeitig einen zwangsdienst für alle fordern.

Ich hab jetzt die Argumentation nochmal genau erklaert, ist diese dir wirklich neu? Und wo soll sie abstrus sein?

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Emmalein, Monday, 26.04.2004, 16:26 (vor 7956 Tagen) @ Hetzi

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Hetzi am 25. April 2004 11:48:19:

Hi, Ihrs,

ich halte diese Argumentationslinie, dass wir historisch schon lange Männerwehrpflicht haben, ebenfalls für falsch. Viele Dinge verändern sich mit der Zeit. Und das finde ich gut so. Sonst könnte ich heute als Frau z. B. nicht wählen und nicht berufstätig sein und nicht entscheiden, mit wem ich zusammenleben will und mit wem nicht. Und dass sich Dinge verändern können, das muss auch für Männer gelten, nicht nur für Frauen.

Wichtig finde ich: Widerspricht diese Wehrpflicht, so wie sie besteht, dem GG oder nicht? Für uns alle in diesem Staat ist das GG relevant. Das GG ist das wichtigste Gesetz, das wir heute haben. Es ist heute gültig. Und es ist wichtig für uns alle.

Betrachtet man Artikel 3 GG, so widerspricht Artikel 12 a GG diesem meiner Ansicht nach inhaltlich. Entweder: Alle müssen Wehrdienst leisten. Oder keiner. Man kann nicht einmal sagen: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Und dann: Männer müssen in den Wehr- oder Zivildienst, und Frauen nicht. Das passt einfach nicht zusammen.

Der historische Hintergrund spielt bei mir eine Rolle , sobald es darum geht, welche Lösung ich bevorzuge: Die der Berufsarmee nämlich. Die Wehrpflicht wurde eingeführt wegen der Bedrohung aus dem Osten. Je mehr Leute unser Land verteidigen konnten, desto besser.

Heute ist die Bedrohung aus dem Osten nicht mehr präsent. Aber wir haben andere Bedrohungen durch islamistischen Terrorismus etc. Und die Armee arbeitet viel mehr international in internationalen Truppenverbänden. Sie erledigt dort eher Spezialaufgaben, für die man eine lange und gute Ausbildung braucht. Diese Ausbildung aber kann man in der Kürze der Zeit nicht bekommen, die der Wehrdienst andauert. Darum will ich die Berufsarmee.

Bleibt noch das Problem mit dem Zivildienst. Aber da gibt es auch andere Lösungen:

1. Man hat sowieso schon viele Bewerber für soziale Jahre, die keine Stelle bekommen. Die könnten alle in die ehemaligen Zivildienststellen rein, und würden die nicht mal gross verteuern.

2. Wenn das dann nicht ausreicht, könnte man Anreize schaffen, in das soziale Jahr zu gehen, beispielsweise, dass man den Leuten, die ein soziales Jahr gemacht haben, später die Studiengebühren erlässt oder ähnliches, z. B., dass sich das auf Praktikumszeiten oder Anwärterzeiten für bestimmte Berufe anrechnen liesse.

Es grüsst gleichberechtigt
das Emmalein

Für die Männer wird aus was getan

Bruno, Monday, 26.04.2004, 18:38 (vor 7956 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Emmalein am 26. April 2004 13:26:38:

Und dass sich Dinge verändern können, das muss auch für Männer gelten, nicht nur für Frauen.

...Auch für die männlichen Mitbürger ändern sich die Dinge. Folgende fallen mir auf Anhieb ein:

- Die Jungen gehen bildungsmäßig den Bach runter.

- Die Männer sind mittlerweile sowohl relativ als auch absolut stärker von Arbeitslosigkeit befallen.

- Die Beschäftigungsquote der Männer sinkt in dem Maße, wie die Beschäftigungsquote der Frauen steigt („Wir wollen euch nichts wegnehmen“)

- Die Diskriminierung männlicher Mitbürger wurde legalisiert (positive Diskriminierung)

- Regierungsparteien dürfen mit Männer diskriminierenden Plakaten Wahlwerbung betreiben.

- Die Eliminierung der Väter aus den Familien macht Fortschritte.

- Väter müssen bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte um Recht zu bekommen, da dies in Deutschland nicht mehr möglich ist.

- Die Landesgleichberechtigungsgesetze schreiben Behörenleitern eine nachrangige Berücksichtigung von männlichen Mitarbeitern bei Einstellung und Beförderung vor.

- Die männlichen Gesundheitsbelange sind aus der Gesundheitspolitik nahezu aus-geschlossen worden.

- Durch die Implementierung des Gender Mainstreaming-Referates im Bundesfrau-enministerium hat man/frau die Männer aus der Geschlechterpolitik definitiv hinaus-geworfen.

- Männer dürfen nur dort Parken wo Frauen nicht wollen.

- Es gibt die Trennung in eine schlimme Gewalt (gegen weibliche Mitbürger) und in eine harmlose Gewalt (gegen männliche Mitbürger)

Wichtig finde ich: Widerspricht diese Wehrpflicht, so wie sie besteht, dem GG oder nicht?

..das spielt keine Rolle. Die Diskriminierung männlicher Mitbürger ist heutzutage kein Hinderungsgrund mehr, egal was im GG steht. Beispiele:

- Selbst die Behörden, die nicht unter das Landesgleichberechtigungsgestz fallen, praktizieren die bevorzugte Einstellung und Beförderung von weiblichen Mitarbeitern.

- Oder sieh doch die Väter, die bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschen-rechte gehen müssen, weil in Deutschland niemand mehr das Unrecht zu erkennen vermag.

- Oder sieh dir die unterschiedliche Einsteigsaltersgrenzen für die Hautkrebsfrüher-kennung an: Frauen 30, Männer 45. Und das obwohl es keine wissenschaftliche Be-gründung dafür gibt – im Gegenteil: Zwischen 30 und 45 erkranken und sterben 50% mehr Männer an Hautkrebs wie Frauen. Ein klarer Verfassungsverstoß Niemanden der gesundheitspolitisch Verantwortlichen interessiert das auch nur im Geringsten.

Gruß

Bruno

Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.

Re: Für die Männer wird aus was getan

Emmalein, Monday, 26.04.2004, 21:47 (vor 7956 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Für die Männer wird aus was getan von Bruno am 26. April 2004 15:38:14:

Hi, Bruno

- Die Jungen gehen bildungsmäßig den Bach runter.
- Die Männer sind mittlerweile sowohl relativ als auch absolut stärker von Arbeitslosigkeit befallen.

Wir haben hier momentan in Deutschland ein allgemeines Problem der Arbeitslosikgeit und der Bildungslücke. Auch,wenn bei PISA die MÄdchen geringfügig besser abgeschnitten haben, sind die Mädchen kein Grund für Entwarnung, was die Bildungssituation in Deutschland angeht. Und auch, wenn Frauen (weil sie zum Teil auch aus der Arbeitslosenstatistik herausfallen, sobald sie ein Kind haben - sie gelten dann als "schwer vermittelbar") seltener von der Arbeitslosigkeit betroffen sind, ist es dennoch nicht so als sei für Frauen in dem Punkt alles eitel Sonnenschein und als seien nur Männer arbeitslos.

- Die Beschäftigungsquote der Männer sinkt in dem Maße, wie die Beschäftigungsquote der Frauen steigt („Wir wollen euch nichts wegnehmen“)

Dabei arbeiten Frauen doch oft in Bereichen, in denen Männer nicht arbeiten, sprich im sozialen Bereich (Kindergarten, Erzieherin, Kassiererin im Supermarkt - da gibt es kaum Männer). Von daher nehmen die Frauen den Männern auch kaum etwas weg - höchstens im Bürobereich.

- Die Eliminierung der Väter aus den Familien macht Fortschritte.

Ach: Es gibt doch seit kurzem erst das Sorgerecht für beide Eltern im ehelichen Bereich! Ich denke, dass da momentan eher ein langsamer positiver Umdenk-Prozess einsetzt. Es wird langsam gehen, weil solche Entwicklungen immer langsam gehen. Aber ich denke, dass wir auch bald ein gemeinsames Sorgerecht verpflichtend für uneheliche Kinder haben werden.

Bleibt nur noch das Problem mit dem Unterhalt. Dazu habe ich ja schon einen Vorschlag gemacht (Abschaffung des Ehegatten-Unterhalts).

- Männer dürfen nur dort Parken wo Frauen nicht wollen.

Das stimmt so nicht. Männer dürfen überall parken - nur nicht auf Frauenparkplätzen, die explizit als solche ausgewiesen sind.

Nun kann man über Frauenparkplätze streiten. Aber sie beschränken lediglich das Recht, der Männer dort zu parken wo sie wollen. Nicht aber erlauben sie ihnen nur dort zu parken, wo Frauen nicht wollen! Das ist reine Polemik.

- Es gibt die Trennung in eine schlimme Gewalt (gegen weibliche Mitbürger) und in eine harmlose Gewalt (gegen männliche Mitbürger)

Auch das ist Polemik und so nicht gültig. Was gesagt werden kann: Es herrscht leider noch eine relative Gleichgültigkeit gegenüber der Gewalt, die gegen Männer ausgeübt wird, vor allem, wenn sie von Frauen ausgeübt wird. Das sollte sich ändern.

Wichtig finde ich: Widerspricht diese Wehrpflicht, so wie sie besteht, dem GG oder nicht?

..das spielt keine Rolle. Die Diskriminierung männlicher Mitbürger ist heutzutage kein Hinderungsgrund mehr, egal was im GG steht.

Für mich und meine Argumentation aber schon.

- Oder sieh doch die Väter, die bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschen-rechte gehen müssen, weil in Deutschland niemand mehr das Unrecht zu erkennen vermag.
- Oder sieh dir die unterschiedliche Einsteigsaltersgrenzen für die Hautkrebsfrüher-kennung an: Frauen 30, Männer 45. Und das obwohl es keine wissenschaftliche Be-gründung dafür gibt – im Gegenteil: Zwischen 30 und 45 erkranken und sterben 50% mehr Männer an Hautkrebs wie Frauen. Ein klarer Verfassungsverstoß Niemanden der gesundheitspolitisch

Verantwortlichen interessiert das auch nur im Geringsten.

Wenn es solche Missstände gibt, muss dagegen geklagt werden. Das ist die einzige Möglichkeit, diese zu beseitigen. Dann muss sich jeder dafür interessieren.

Es grüsst freundlich
das Emmalein

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Marie Juana, Tuesday, 27.04.2004, 02:36 (vor 7956 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Emmalein am 26. April 2004 13:26:38:

Hi, Ihrs,
ich halte diese Argumentationslinie, dass wir historisch schon lange Männerwehrpflicht haben, ebenfalls für falsch.

*****
ich weiss nicht, was du sonst noch für falsch hältst, aber eine diskussion über dieses thema und unter berufung auf das hochheilige grundgesetz, greift entschieden zu kurz.
nur ein kurzer aspekt:
der französische philosoph georg bataille hat mal kriegserklärungen und kriege als *eine ritualisierte tabuverletzung von gesellschaften genannt, um ihre plausibilitätsstrukturen zu festigen*.
aber das wäre ein philosophische, soziologische und auch psychologische debatte.

ein weiterer aspekt ist die veränderung der argumente *gegen diesen zwangsdienst wehrpflicht*.
geradezu schleichend, so auf leisen sohlen, kamen die kritiker (männer die nicht zur bundeswehr wollten, auch nicht zum zivildienst) auf die idee, dass hochheilige grundgesetz zu bemühen; konnte man diese zwangsdienste kippen über die forderung, wenn zwangsdienst, dann bitte für alle.
da steckte keine forderung nach gleichberechtigung drin, das waren egoistische motive.

Marie Juana

Eine einfache frage:

Mic, Tuesday, 27.04.2004, 11:41 (vor 7955 Tagen) @ Marie Juana

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Marie Juana am 26. April 2004 23:36:31:

befürwortest du einen zwangsdienst 'nur für männer'?

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Emmalein, Tuesday, 27.04.2004, 12:12 (vor 7955 Tagen) @ Marie Juana

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Marie Juana am 26. April 2004 23:36:31:

Hi, Marie,

wenn sich aber nun die Männer nicht als gleichberechtigte Menschen im Gesellschaftsprozess fühlen durch Artikel 12 a GG, und sie (zu Recht) glauben, dass ihnen nach Artikel 3 GG diese Gleichberechtigung zusteht, wie sollen sie denn dann argumentieren?

Manch ein Mann sieht den Wehr- und Zivildienst als verlorene Zeit und sich im Nachteil um die begehrten Ausbildungs- und Arbeitsplätze, weil er selbst eben älter geworden ist und auf unserem Arbeitsmarkt leider das Alter in hohem Maße zählt. Ab 30 ist man für Viele für viele Tätigkeiten schon zu alt. Ich hoffe ja, dass sich das angesichts der sich verändernden Altersstruktur unsere Bevölkerung noch ändern wird, aber das ist leider für viele Bereiche eher unwahrscheinlich. So kann ein Jahr späteres Beginnen mit der Ausbildung schon einen gravierenden Nachteil bedeuten.

Wenn nun ein Mann dort sich aufgrund seines Geschlechtes benachteiligt sieht, ist das dann kein Grund zu sagen, er fühle sich nicht gleichberechtigt?

Natürlich sind das egoistische Motive. Von Altruismus halte ich sowieso nicht viel. "Jeder denkt zuerst an sich nur ich nicht, ich denk an mich", wie meine Grossmutter immer zu sagen pflegte. Egoismus ist also in diesem Fall kein Argument.

Es grüsst freundlich
das Emmalein

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Leser, Sunday, 25.04.2004, 14:00 (vor 7957 Tagen) @ Marie Juana

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Marie Juana am 24. April 2004 13:24:50:

Man muss endlich Zwangsdienste (Wehrpflicht/Zivildienst) auch für Frauen fordern im Sinne von Gleichberechtigung und Gerechtigkeit!

findet Christian

****
ist gebongt, machen wir.
ich plädiere für die abschaffung der folter, denn deine beiträge sind der hochnotpeinliche-unsinn-dritten-grades.
und du solltest dich vielleicht mal auf die suche nach deinem gehirn machen, denn wer suchet, der *findet, christian*.
Marie Juana

also wenn ich die postings mal so vergleiche glaube ich du solltest dich eher auf die Suche machen.

so ging es mir auch ;-) (n/t)

Der Eman(n)ze, Sunday, 25.04.2004, 14:09 (vor 7957 Tagen) @ Leser

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Leser am 25. April 2004 11:00:14:

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Andi, Saturday, 24.04.2004, 17:14 (vor 7958 Tagen) @ Christian

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Christian am 24. April 2004 13:14:11:

Man muss endlich Zwangsdienste (Wehrpflicht/Zivildienst) auch für Frauen fordern im Sinne von Gleichberechtigung und Gerechtigkeit!
findet Christian

Hallo Christian

Natürlich muss man dass. Die Ausreden, nur Männer zu verpflichten sind derartig peinlich! Frauen leisten Reproduktionsarbeit - haha wer leistet denn die meiste Unterhaltsarbeit? Und dann ganz frech, Frauen haben es eh schon schwerer - eine völlig schwachsinnige Umkehrung der Tatsachen! Wollen die PolitikerInnen sich lächerlich machen?

Viele Grüße,
Andi

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

pit b., Saturday, 24.04.2004, 20:03 (vor 7958 Tagen) @ Andi

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Andi am 24. April 2004 14:14:42:

Wollen die PolitikerInnen sich lächerlich machen?
Viele Grüße,
Andi

Nein, das wollen sie nicht, und sie tun das auch nicht.
Sie wollen die Zustimmung im Volk und das bekommen sie indem sie ihnen Märchen auftischen die die Meinung im Volk wiederspiegeln.
Schlaue Menschen die über ihren eigenen Tellerrand sehen durchschauen das natürlich aber die sind leider in der Minderheit.
Die meisten sind froh wenn ein hohes Tier daher kommt ihenen ihre verantwortung abspricht.

Ich habe mich auch oft gefragt warum ich mit meiner Einstellung zur Wehrpflicht gerade bei Frauen nur auf Unverständnis stosse.
Im Grund ust es ganz einfach.
Die wollen selber nicht!
Die Damen sind sich selber zu fein ein soziales Jahr zu leisten, da man dafür schlecht verdient, dies einem nicht weiter bringt und das einfach eine scheiß Arbeit ist, von einem Wehrdienst ganz zu schweigen.
Sowas kann man in unserer Gesellschaft der nächstenliebe aber nicht einfach sagen ohne dann als Egoist hingestellt zu werden.

Mir hat ein Mädchen aus meinem Abijahrgang auch gesagt:
"Die Alten und Behinderten sind doch so hilfsbedürftigt, denne muss man doch helfen"
- Diese Person jedoch verpisste sich nach dem Abi, vor zwei Jahren, in ein Praktikum bei einem Großhandelsmarkt und ist Heute mit ihrer Beruftausbildung fertig -.

So Argumentieren Frauen ganz einfach gerne mit der Tatsachen, dass sie teoretisch in der Lagen sind Kinder zu gebären, um sich in in Sachen Dienst für die Gemeinschaft ganz fein aus der Äffäre zu ziehen.
In 10 Jahren ist dann alles vergessen, dann heist es: "mein Bauch gehört mir und ihr könnt mich alle".

schönen Gruß

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

pit b., Saturday, 24.04.2004, 19:44 (vor 7958 Tagen) @ Christian

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Christian am 24. April 2004 13:14:11:

Man muss endlich Zwangsdienste (Wehrpflicht/Zivildienst) auch für Frauen fordern im Sinne von Gleichberechtigung und Gerechtigkeit!
findet Christian

Ist längst geschehen, funzt nur nicht.
Eine Dienstpflicht für Männer und für Frauen gilt verstosse gegen das Verbot der Zwangsarbeit im Völkerrecht. So ungefär jedenfalls.
Eine Dienstpflicht nur für Männer jedoch nicht.

Ist noch garnicht so lange her da hat - ich glaube es war Innenminister Schilli - eine gleichwertige Dienstpflicht für Frauen und Männer vorgeschlagen.
Ist natürlich mit empörung abgelehnt worden.

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

pit b., Saturday, 24.04.2004, 19:38 (vor 7958 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Andreas am 24. April 2004 12:18:53:

Da hat man es wieder.

Wozu haben wir Rechte und Gesetze wenn sich die eigene Regierung nicht daran halten brauch?

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Mikel, Sunday, 25.04.2004, 01:44 (vor 7958 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Andreas am 24. April 2004 12:18:53:

Zeigt doch wieder nur das Folgende:

Wenn die Macht in Bedrängnis ist, ändert die Macht die Regeln.
War schon immer so, wird immer so sein.
Gleichberechtigung hin oder her.

Gruß !

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Ferdi, Sunday, 25.04.2004, 03:57 (vor 7958 Tagen) @ Mikel

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Mikel am 24. April 2004 22:44:


Hallo!

Und ob die in Bedrängnis sind! Und wie! Denen steht das Wasser bis zum Hals!

Ich beziehe mich auf meinen Beitrag vom 21. April in dem ich darzulegen versucht habe, warum meiner Meinung nach die ganze Männerwehrpflicht einschliesslich des Blinddarm-Artikels 12a nichtig ist. Jeder, der den Wehr- und Zivildienst verweigert, kann deswegen nicht bestraft werden, weil sämtliche gesetzlichen Grundlagen dafür wegen eines Formfehlers nichtig sind. Der Formfehler wurde in den 50er Jahren bei der Einführung der Männerwehrpflicht gemacht, indem man es versäumt hatte, den Artikel 3 GG vorher entsprechend abzuändern. M. E. hätte das unbedingt vorher geschehen müssen.

Würde mich wirklich mal interessieren, wenn ein Verweigerer das mit der Argumentation bis zum EuGH durchklagen würde. Bisher hat das nämlich noch niemand gemacht. Es werden doch sonst alle möglichen Klagen mit der Begründung abgewimmelt, sie enthielten Formfehler. Komisch nur, dass dieser Formfehler bisher noch nicht erkannt wurde.

Gruss,
Ferdi

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Mikel, Sunday, 25.04.2004, 20:01 (vor 7957 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Ferdi am 25. April 2004 00:57:28:

Alle Grundrechtsartikel (Art. 1-19) haben wohl wirklich den gleichen Rang. Ich nehme aber an, dass 12a nachträglich eingefügt wurde (mit Beginn der Wehrpflicht in der Bundesrepublik).
Aber auch hier wirkt die von mir eingangs zitierte Logik:
Die Macht war in Bedrängnis (kalter Krieg), also wurden die Regeln geändert (Art. 12a). Hier ist nur eins wichtig zu erkennen: Dieses Spiel funktioniert IMMER so !
Also zurück zur Gleichberechtigung: Diese wird erst dann verwirklicht, wenn die Macht OHNE Gleichberechtigung in Bedrängnis gerät. Und davon sind wir noch sehr weit entfernt.

Gruß !

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Emmalein, Monday, 26.04.2004, 16:08 (vor 7956 Tagen) @ Mikel

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Mikel am 25. April 2004 17:01:01:

Hi, Ihrs,

vielleicht wäre es klug, die politischen Kräfte auf das Problem aufmerksam zu machen.

Viele Parteien haben doch eigene Parteien-Foren. Wäre es vielleicht eine Idee dort Diskussionen zum Thema Gleichberechtigung und Wehrpflicht anzubringen?

Nur, um deutlich zu machen, dass von Wählerseite da grosses Interesse besteht.

Denn zumindest alle vier Jahre müssen sich die Parteien doch um eine kleine Figur scheren: Den Wähler, denn sie wollen ja (wieder)gewählt werden.

Es grüsst freundlich mit "alle Macht dem (Wahl)Volk!"
das Emmalein

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