Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Nicht nur Feminismus

Rüdiger, Thursday, 15.04.2004, 00:11 (vor 7967 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Re: Hexenverfolgung und andere nützliche Mythen von Arne Hoffmann am 14. April 2004 14:16:56:

Howdy :-)

Besonders beachtenswert finde ich die Anmerkung des Verfassers "... daher kann man an diesem Beispiel auch Betrachtungen anstellen über die geringe Wirksamkeit des wissenschaftlichen Korrektivs an populären Irrtümern" und seine daran geknüpften journalismuskritischen Äußerungen.

Das freut mich, daß Dir der Absatz auch ins Auge gesprungen ist. Ich fand das auch bemerkenswert, vor allem auch für uns, die wir im Moment noch gegen Zeitgeist-Windmühlenflügel kämpfen.

Ja. Viel feministischer Nonsens hat sich erst mal in den Köpfen der Menschen festgefressen. Dass er inzwischen wissenschaftlich widerlegt ist, ist vielen noch nicht bekannt.

Dieser Mechanismus läßt sich aber auch in anderen Lebensbereichen erkennen. Horst Stern schrieb z. B. einmal etwas über die um 1980 populäre Aussage, Nebenwirkungen von Medikamenten seien schuld am Tod von Hunderttausenden von Menschen. Die Quelle dieser Aussage zu finden, so Stern, sei eine wahre Sisyphusarbeit gewesen. Einer habe vom anderen abgeschrieben, ohne alles genau zu prüfen (kann man ja auch gar nicht), und am Schluß stellte sich heraus, daß alles auf den Angaben über eine Intensivstation in den USA beruhte. Deren Insassen sind natürlich eh schon todkrank, und es ist gängige Praxis, auch schwerste Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen, wenn es gilt, den Tod abzuwenden. Ist aber erst einmal so eine Falschinformation im Umlauf, wird sie ungeprüft weiterverbreitet und sickert ins allgemeine Bewußtsein ein. Das wieder wegzukriegen, zu korrigieren, ist sehr schwer.

Ich wollte damit sagen, daß das nicht immer eine "feministische Verschwörung" ist (mit Verschwörungstheorien sollte man eh vorsichtig sein), sondern eine allgemein menschliche Schwäche. Man kann nicht alles selber nachprüfen, und man glaubt gern, seien es nun die Tierversuchsgegner (wie in Sterns Fall), seien es Feministinnen oder andere Menschengruppen ....

Herzliche Grüße

Rüdiger


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