Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Frauen - das friedliche Geschlecht

Max, Saturday, 10.04.2004, 12:33 (vor 7972 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Re: Frauen - das friedliche Geschlecht von Jörg am 08. April 2004 18:43:55:

Hallo Jörg!

Tue mir bitte den Gefallen und lade solchen menschenverachtenden
Blödsinn demnächst wieder woanders ab, okay!?
Das hier ist jedenfalls nicht der richtige Ort für derartige Phantasien.
Solltest Du eigentlich mittlerweile gemerkt haben.
Jörg

...menschenverachtender Blödsinn also? Mein posting für sich genommen - und du hast recht. Es steht aber in einem Zusammenhang mit der Schwarzer´schen Behauptung, daß Frauen generell das "gefolterte Geschlecht" seien. Und das ist schlicht gelogen. Außerdem strotzt a priori die Schwarzer´sche These vor Menschenverachtung, so daß mein "menschenverachtender Blödsinn" lediglich die Schwarzer´sche Linie fortführt - und nicht, weil mir die Schwarzer hier als Legitimation für meine Äußerung dienen soll, sondern deswegen, weil durch meine Äußerung die Menschenverachtung der Schwarzer deutlicher werden sollte. Tut mir leid, daß das offensichtlich nicht so angekommen ist.

Von Frauen generell als dem "gefolterten Geschlecht" zu sprechen, ist an Unverschämtheit und mangelnder Ehrfurcht gegenüber den wahren Opfern eines jeden Krieges kaum noch zu überbieten. Wie sehr Männer sich bemüht haben, das Leid, das sie im Krieg selbst erleben, anrichten oder mit ansehen mußten, von ihren Frauen zuhause fernzuhalten, zeigt sich z.B. eindrücklich im Kriegstagebuch des Felix Landau, das unter dem Titel "Schöne Zeiten" erschienen ist und ein Dokument des Grauens darstellt.

Landau ist Angehöriger eines Polizeibataillons gewesen, das, sozusagen als Nachhut der Wehrmacht, Judenerschiessungen in den eroberten Gebieten Polens und des Baltikums durchführte. Er schildert so gräßliche Szenen, daß mir beim Lesen oft schlecht geworden ist. Er berichtet auch von den Alpträumen seiner Kameraden, die nachts schweißgebadet in ihren Unterkünften aufwachten und nur noch schrien - und von Kameraden, die den psychischen Belastungen des Mordens nicht "gewachsen" waren und sich selbst erschossen haben.

Ja - und dann sind in diesem Buch auch noch die fürsorglichen, liebevollen Briefe an seine Frau abgedruckt, vor der er sein Tun verheimlichen mußte, weil er den Gedanken nicht ertrug, daß sie in ihm hätte sehen können, was er ja wirklich gewesen ist: Einen Schlächter, einen Mörder, einen Unmenschen.
Der Massenmörder Felix Landau hatte damals beschlossen, mit seiner Schuld alleine zu bleiben und seiner Frau niemals das Bild von sich zukommen zu lassen, das er selbst - zu Recht - hatte. Er wollte ihr die "heile Welt" lassen. Frauen, das "gefolterte Geschlecht?"

Wir wissen von Soldaten des Ersten Weltkrieges, daß sie in den stark hallenden Gängen des Fort Douamont bei Verdun von den pausenlosen Granateneinschlägen und dem endlosen Geschützdonner taub und wahnsinnig geworden sind. Wir wissen außerdem, daß man sie nach kurzer Behandlung im Lazarett genau dorthin zurückgeschickt hat und daß die meisten von ihnen (traurig aber wahr: Eine Erlösung!) dort dann auch umgekommen sind. Zwischen Metz und Reims: Die Gräber von 1 Mio. gefallener Männer.
Frauen, das "gefolterte Geschlecht?"

Wie wir Arne´s Buch ("Sind Frauen bessere Menschen?" - mittlerweile kurz "Arne´s Buch") entnehmen, haben sich bei dem Völkermord in Ruanda auch Frauen durch größte Grausamkeit "hervorgetan". Frauen, das "gefolterte Geschlecht?"

Kindersoldaten...alles kleine Mädchen?

Ich könnte hier noch stundenlang fortfahren und von Kriegsherrinnen erzählen, ob sie nun Königinnen oder britische Premierministerinnen gewesen sind, und von Männern, die selbst dann noch das exclusive Privileg hatten, sich allein aufgrund ihres Geschlechtes abschlachten zu lassen. Aber lassen wir das....

Wenn Du Dir die gnadenlose Selbstüberhöhung, den ganzen menschenverachtenden Wahnsinn vor Augen hältst, der allein in der Feststellung liegt, daß Frauen generell das "gefolterte Geschlecht" seien - dann wirst selbst Du zugeben müssen, daß meine kleine, sarkastische, und von Dir bekrittelte Bemerkung relativ maßvoll gewesen ist. Wortwörtlich war mein "kleiner Vorschlag" ohnehin nicht zu nehmen - ganz offensichtlich. Deshalb ist Deine Ermahnung - ebenso offensichtlich - etwas daneben.

Freundlicher Gruß - Max




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