Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Wollen Frauen den neuen Mann?

Garfield, Monday, 22.03.2004, 15:50 (vor 7991 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Wollen Frauen den neuen Mann? von Ferdi am 20. März 2004 19:18:56:

Hallo Ferdi!

Hm, also bei manchen Tierarten ist es durchaus üblich, daß die Männchen die Weibchen auch mit materiellen Gütern ködern. Vor allem bei Vögeln. Es gibt Vogelarten, bei denen das Männchen dem Weibchen ein Nest bauen muß. Das Weibchen inspiziert dieses Nest dann. Wenn es ihm gefällt, setzt es sich hinein, und das Männchen hat gewonnen. Gefällt es ihm jedoch nicht, dann reißt es das Nest auseinander und das Männchen muß es dann noch einmal bauen.

Bei "Genial daneben" kam vor kurzem eine gute Frage zu dem Thema. Und zwar wurde da gefragt, wieso Pinguin-Weibchen auf irgendeiner bestimmten Insel in der Antarktis häufig fremdgehen. Die Antwort war interessant: Auf dieser Insel gibt es relativ wenig Steine, die die Pinguine zum Nestbau benötigen. Die Männchen bauen auch dort die Nester, aber durch den Mangel an Steinen kommt es vor, daß ein Nest nicht so ganz perfekt wird. Dann lehnt das Weibchen das Männchen zwar nicht ab. Aber wenn das Männchen mal weg ist, sucht es sich ein Männchen, das kein Weibchen, aber ein Nest hat. Mit diesem Männchen paart es sich, und wenn es danach wieder geht, nimmt es einen Stein aus dem Nest dieses Männchens mit, der dann dem eigenen Nest hinzugefügt wird. Dieses Beispiel von Prostitution im Tierreich war mir auch ganz neu. :-)

Für Säugetiere fällt mir jetzt so auf die Schnelle kein ähnliches Beispiel ein, aber vielleicht findet sich hier ja ein Experte, der dazu noch etwas beisteuern kann.

Ich fürchte jedenfalls, daß die weiblichen Ansprüche an die Männlichkeit teilweise so tief sitzen, daß es wohl nicht möglich sein wird, das von heute auf morgen zu ändern. Auch wird man nie soviel Solidarität unter Männern erreichen, um die Frauen da schnell zum Umdenken zu zwingen. Es wird immer genügend Männer geben, die sich willig den weiblichen Ansprüchen beugen, um so leichter an Frauen heranzukommen.

Das wäre ja auch gar nicht sooo schlimm, wenn die Frauen sich endlich mal darüber klar werden würden, was sie denn nun eigentlich wollen. Wenn eine Frau sich einen Macho wünscht, dann sollte sie sich eben nicht darüber beschweren, wenn sie auch einen kriegt. Und umgekehrt sollte eine Frau, die sagt, daß sie sich einen Partner wünscht, der auch im Haushalt mithilft, ihn dann, wenn sie ihn gefunden hat, deshalb nicht als unmännlich betrachten. Leider werden die Frauen bislang aber so gut wie gar nicht dazu erzogen, ihr eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen. Was Frauen tun und denken, darf ja schon per Definition gar nicht schlecht sein. Schlecht sind ja immer nur die Männer, und nur die Männer müssen sich ändern - so schallt es uns seit Jahrzehnten aus sämtlichen Medien entgegen. Folgerichtig haben wir nun die Situation, daß Frauen ihre Wünsche an die Männer manchmal genauso schnell wechseln wie ihre Wäsche und daß Männer sich verpflichtet fühlen, diesen ständig wechselnden weiblichen Wünschen hinterher zu hetzen. Sobald sie das aber tun, gelten sie gleich wieder als Weicheier ohne eigene Meinung.

Die logische Konsequenz daraus kann nur sein, daß mann sich eben überhaupt nicht mehr um die Wünsche der Frauen schert. So ist aber eine Partnerschaft schlecht möglich. Da muß man bereit sein, auch mal Kompromisse einzugehen, aber das darf dann nicht nur einseitig sein. Vielen durch Frauenzeitschriften geschädigten Frauen ist das heute gar nicht mehr bewußt. Ihnen wird ja ständig eingeredet, daß sie ja sowieso schon toll und perfekt wären, und die Schuld für sämtliche Mißerfolge wird pauschal auf die Männer abgewälzt.

Nur wie kann man diesen Teufelskreis aufbrechen? Die Frauen, die solche Frauenzeitschriften lesen, tun das ja gerade deshalb, weil es ihnen gefällt, so beweihräuchert zu werden. Mir fällt auch immer wieder auf, daß Frauen regelrecht davor zurück scheuen, sich geistig mit Aussagen zu befassen, die den vorherrschenden Frauenbeweihräucherungswahn in Frage stellen. Ich denke, daß vielen Frauen sehr wohl bewußt ist, daß der Feminismus mittlerweile sehr männerfeindliche Formen angenommen hat. Aber gerade deshalb wittern sie in allem, was dem Feminismus irgendwie widerspricht, gleich Frauenfeindlichkeit. Während Männerfeindlichkeit für viele Frauen nicht unbedingt etwas Positives, andererseits aber auch nichts Störendes ist, stört Frauenfeindlichkeit sie natürlich sehr. Also blocken sie allein schon deshalb alles ab, was irgendwie danach aussieht. Dazu kommt noch, daß vielen Frauen ihre Bauchpinselung durch die Medien durchaus angenehm ist. Gerade für Frauen, die sich in einer Partnerschaft oder Ehe befinden, ist es natürlich sehr angenehm und bequem, wenn sie glauben können, daß sie ja sowieso völlig perfekt sind und daß sämtliche Probleme grundsätzlich nur von ihren Partnern ausgehen können. So kann frau sich beruhigt zurück lehnen und muß kein schlechtes Gewissen durch die eigene Trägheit haben. Frau muß ja am Valentinstag nicht unbedingt etwas verschenken, aber wehe, der Partner vergißt das mal... Und Frauen, die keinen Partner haben, können so auch prima den Männern daran die Schuld geben, denn Männer sind ja bekanntlich sowieso allesamt Schweine.

Das alles macht es sehr schwer, an die Frauen heran zu kommen. In Foren wie diesem finden sich ja auch nur Frauen, die entweder dem Feminismus kritsch gegenüber stehen oder aber zum radikalfeministischen Lager gehören. Die normale Durchschnittsfrau erreichen wir hier überhaupt nicht, und viele Frauen würden auch Bücher wie Arnes "Sind Frauen bessere Menschen?" grundsätzlich nicht lesen.

So kann man wohl tatsächlich nur über die Männer einen Bewußtseinswandel erreichen.

Freundliche Grüße
von Garfield


gesamter Thread:

 

powered by my little forum