Dick, dumm und auf dem Weg zur Gewalt
Wie immer findet man die Täter in den Medien, PCs oder Väter, aber von Mütter wird keine Silbe in den Mund genommen um sie als die eigentliche Täterin auszumachen, denn es sind ja überwiegend Mütter die Kinder erziehen, wo eben kein Vater als Täter auszumachen ist da werden halt Medien und PCs für die Jugendgewalt verantwortlich gemacht!
meint Joachim
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Dick, dumm und auf dem Weg zur Gewalt
Bersenbrück (kj)
Dick, dumm, wenig Kontakte - und unter Jungen ein dramatischer Leistungsabfall in der Schule: Mit markigen Worten hat Professor Christian Pfeiffer am Donnerstag bei einem Vortrag in Bersenbrück die Folgen übermäßigen TV-, Video- und PC-Konsums beschrieben.
Der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) stellte in seinem Vortrag Medienverwahrlosung in der Heilpädagogischen Hilfe überdies einen Zusammenhang zwischen exzessivem Konsum von Gewaltfilmen und Jugendkriminalität her. Die Thesen Pfeiffers aufgrund jüngster Studien seines Instituts gewinnen durch die jetzt bekannt gewordenen Quälereien an Schulen in Hildesheim und im oberbayrischen Walpertskirchen an Brisanz.
Denn es geht nach seinen Worten besonders um männliche Jugendliche in Hauptschulen und Berufsvorbereitungsjahren - also genau die Gruppe, zu der die Hildesheimer Täter gehören, die einen Mitschüler monatelang aufs Übelste gequält haben (Pfeiffer). In einem Interview mit unserer Zeitung nannte der KFN-Leiter sie aggressive Verlierer unserer Winner-Loser-Kultur.
Jeder vierte Sechsjährige hat ein Fernsehgerät auf seinem Zimmer, nannte Pfeiffer einen der Gründe für Medienverwahrlosung, die schließlich zu Schulversagen und Kriminalität führe. Hinzu komme der tägliche TV-Konsum, das späte Fernsehen und das Betrachten von Horror- und anderen Indexfilmen. Dazu muss man dann noch Computerspiele rechnen. Pfeiffers Fazit: PC und TV nehmen mehr Zeit in Anspruch als der Schulunterricht. Die soziale Existenz verarmt, die Jugendlichen versäumen ihr Leben.
Bemerkenswert: Die Diskrepanz zwischen Mädchen und Jungen beim Medienkonsum hat in den vergangenen zehn Jahren offenbar Auswirkungen auf Schulleistung und Kriminalität gehabt. Ob Schulabbruch, Sitzenbleiben, Kriminalität: Die Jungen liegen vorn.
Christian Pfeiffer sah einen möglichen Lösungsweg: Wir müssen bei Kindern und Jugendlichen wieder Lust auf Leben wecken. Gefordert sah er die Kindergärten. Schon hier - und nicht erst in der Schule - könne man dazu beitragen, dass sich Menschen aus anderen Ländern einleben. Denn gerade ethnische Minderheiten zählten zur Gruppe der Hochgefährdeten. Sie würden sich oft als Außenseiter fühlen, seien geprägt vom Dominanzverhalten der Väter.
Der KFN-Direktor zweifelte in diesem Zusammenhang den Sinn von Freizeitheimen an, stellte sie sogar rhetorisch überspitzt in Frage: Sind sie vielleicht die Brutstätten von Jugendgewalt? Stattdessen plädierte er für mehr Ganztagsschulen mit einem interessanten Angebot an Theater, Sport und Kultur. Und er kündigte - nach dem Vorbild eines Forschungsprojekts an der US-amerikanischen Stanford-Universität - einen Modellversuch in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt an, um Kinder, Jugendliche und Eltern zu einem vernünftigen Umgang mit den Medien zu motivieren.
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- Dick, dumm und auf dem Weg zur Gewalt -
Joachim,
11.02.2004, 19:10
- Re: Dick, dumm und auf dem Weg zur Gewalt - Garfield, 12.02.2004, 12:49
- Re: Dick, dumm und auf dem Weg zur Gewalt - Joseph S, 14.02.2004, 01:56