Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Umfrage zum Thema Abschaffung der Wehrpflicht

terVara, Tuesday, 13.01.2004, 17:07 (vor 8059 Tagen)

Moin zusammen,

auf der Startseite der FTD http://www.ftd.de läuft seit heute morgen eine Umfrage zur Abschaffung der Wehrpflicht...

Diese Umfrage ist sicherlich nicht repräsentativ, doch von aktuell 350 Teilnehmern sprechen sich gerade mal 12% für die Beibehaltung der Wehrpflicht aus...

Gruß

tervara

Re: Leserbrief

Joachim, Tuesday, 13.01.2004, 20:23 (vor 8059 Tagen) @ terVara

Als Antwort auf: Umfrage zum Thema Abschaffung der Wehrpflicht von terVara am 13. Januar 2004 15:07:19:

Ich bin für die Abschaffung der Zwangsdienste(Wehrpflicht/Zivildienst), weil meiner Meinung nach nur Männer aufgrund ihres Geschlechts zu diesen menschenverachtenden, menschenrechtsverletzenden und diskriminierenden Zwangsdienste gezwungen werden, praktisch nur Männer sämtliche Pflichten auferlegt werden und dagegen die Frauen sämtliche Rechte in die Tasche stecken. Die Zwangsdienste (Wehrpflicht/Zivildienst) würden sehr scharf verurteilt und schon lange abgeschafft sein, wenn Frauen statt Männer die Zwangsdienste ausüben müssten, aber Männer werden als Menschen dritter Klasse behandelt und regelrecht als billige Arbeitskraft missbraucht und ausgebeutet! Männer haben im Durchschnitt eine deutlich geringere Lebenserwartung von ca. 7 Jahren gegenüber Frauen und durch die Zwangsdienste wird Männer wieder eine sehr wertvolle Zeit des Lebens genommen. Der EuGH hat erkannt, dass auch Frauen für den Kriegsdienst geeignet sind, denn seit 2000 dürfen auch Frauen den Waffendienst bei der Bundeswehr verrichten, es wird Zeit die Frauen endlich in die Pflicht zu nehmen wenn keine Einsicht zur Abschaffung der Zwangsdienste besteht. Es gibt nur dann eine Gerechtigkeit und Gleichberechtigung, wenn auch die Frauen statt immer nur die Rechte in die Tasche zu stecken endlich auch die Pflichten übernehmen müssen. Von Kinder gebären müssen kann keine Rede sein, denn es gibt in Deutschland weder eine Gebär- noch eine Besammungspflicht und nicht jede Frau trägt in ihrem Leben ein Kind aus, alles andere ist nur Äpfel mit Birnen vergleichen wollen und absolut männerfeindlich. Wie schon gesagt, ich bin für die Abschaffung der Zwangsdienste

Strucks Streichpläne heizen Debatte um Wehrpflicht an

Re: Umfrage zum Thema Abschaffung der Wehrpflicht

Manfred, Tuesday, 13.01.2004, 20:26 (vor 8059 Tagen) @ terVara

Als Antwort auf: Umfrage zum Thema Abschaffung der Wehrpflicht von terVara am 13. Januar 2004 15:07:19:

Solchen Umfragen sind selten repräsentativ, denn sie werden üblicherweise aus dem Bauch heraus beantwortet.
Was die weiblichen Volljährigen betrifft, unterstelle ich denen einen deutlichen Batzen an "was andere machen müssen kann mir nur nützen" Denkweise, und bei Männern ist es vielleicht nicht wesentlich anders.
Wer von ihnen nicht wehrpflichtig ist, denkt womöglich ähnlich der weiblichen Schiene, und die andern haben es zum Zeitpunkt der Befragung meist schon hinter sich, könnten es also als "nur gerecht" empfinden, wenn "die andern" jetzt auch müssen.

Auch gegenläufige Ergebnisse bekommt man mühelos, wenn man nur entsprechend hinterfotzig (tolle bayerische Vokabel eigentlich) manipulativ fragt, wie es im Auftrag von Bundeswehr/Verteidigungsministerium des öfteren gemacht wurde.

Gruß,
Manfred

Re: Ich wundere mich ein wenig...

XRay, Tuesday, 13.01.2004, 20:44 (vor 8059 Tagen) @ terVara

Als Antwort auf: Umfrage zum Thema Abschaffung der Wehrpflicht von terVara am 13. Januar 2004 15:07:19:

..denn die Abschaffung der Wehrpflicht dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Dafür spricht unter anderem auch die dpa-Nachricht siehe:

index.php?id=23156

Intressanter wäre, was danach kommt. die Vorschläge, die da gemacht werden
erscheinen mir doch noch recht unausgegoren.

Eine Pflichtdienst für alle scheidet wohl aus.

Gemäß der dpa-Meldung soll eine Bevorzugung erhalten, wer einen freiwilligen Dienst leistet.

Da hätte ich z.B. die Frage erwartet, welche Bevorzugung dann wohl eher ziehen würde, die, dass jemand eine Frau ist, oder die, dass jemand einen freiwilligen Dienst geleistet hat....Inwieweit sind solche Regelungen sinnvoll... Was, wenn jemand ein Mann ist und keinen freiwilligen Dienst geleistet hat....

Was also kommt nach der Wehrpflicht?

Re: Ich wundere mich ein wenig...

Garfield, Wednesday, 14.01.2004, 10:04 (vor 8059 Tagen) @ XRay

Als Antwort auf: Re: Ich wundere mich ein wenig... von XRay am 13. Januar 2004 18:44:20:

Hallo XRay!

Ich hab gestern gehört, daß Jugendliche, die einen freiwilligen sozialen Dienst absolvieren, dafür dann z.B. bei der Vergabe von Studienplätzen bevorzugt werden sollen. Aber das ist offenbar erstmal nur ein Vorschlag.

Ich denke, daß man schon genügend Jugendliche für solche freiwilligen sozialen Dienste gewinnen könnte. Es gibt ja immer mehr Jugendliche, die keine Arbeit finden, oder noch nicht mal eine Ausbildungsstelle. Da bietet sich solch ein sozialer Dienst an, zumal sich so etwas dann im Lebenslauf wohl besser macht als das Wort "arbeitssuchend".

Man müßte die Dienstzeiten dann aber flexibel gestalten, also so, daß man nicht unbedingt ein volles Jahr absolvieren muß, sondern auch vorzeitig aufhören kann, wenn man beispielsweise eine Lehrstelle oder einen Job gefunden hat. Wenn aber ein volles Jahr absolviert wird, dann wäre es durchaus fair, wenn man dafür dann leichter an Studienplätze kommt. Allerdings müßte man auch Menschen, die nicht studieren wollen, etwas bieten. Z.B. bevorzugte Einstellung im öffentlichen Dienst. (Wenn da überhaupt noch eingestellt wird.)

Solch ein sozialer Dienst muß auch nicht nur für Jugendliche da sein. Auch Arbeitslose ganz allgemein könnte man dort mit einbeziehen. Und es sollte auch nicht nur um Pflegeberufe gehen, sondern um sämtliche Arbeiten, die von staatlichen oder kommunalen Einrichtungen erledigt werden. Jemand, der nicht im Pflegebereich arbeiten möchte, müßte andere Alternativen zur Auswahl haben. Beim Zivildienst ist das ja jetzt auch so. Es gibt ja auch beispielsweise in der Forstwirtschaft Zivis.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Ich wundere mich ein wenig...

XRay, Wednesday, 14.01.2004, 14:00 (vor 8058 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Ich wundere mich ein wenig... von Garfield am 14. Januar 2004 08:04:30:

.. Wenn aber ein volles Jahr absolviert wird, dann wäre es durchaus fair, wenn man dafür dann leichter an Studienplätze kommt. Allerdings müßte man auch Menschen, die nicht studieren wollen, etwas bieten. Z.B. bevorzugte Einstellung im öffentlichen Dienst. (Wenn da überhaupt noch eingestellt wird.)

-----
Ne, also spätere Bevorzugung halte ich nicht für eine gute Idee.
Wenn ich daran denke, wie dann die Kriterien für eine Einstellung oder
einen Studienplatz verwässert werden.
Der eine hat ein sehr gutes Abitur, der nächste ist eine Frau, der
übernächste hat einen wie auch immer gearteten sozialen Dienst geleistet...

Was wiegt dann mehr?
Bekommen wir einen Vorrechts-Chaos?

Reicht es nicht schon, dass es Frauenquoten gibt?
Brauchen wir dann auch noch eine Quote derer, die Sozialdienst geleistete haben?
Ist es denn überhaupt ein sozialer Dienst, wenn im Nachhinein ein Ausgleich stattfindet?
Kann jeder den geleichen Vorteil aus seinem Sozialdienst ziehen?

Ich meine, dass der soziale Dienst seinen Reiz in sich haben muss.
Einerseits muss der/die betreffende den Lohn darin sehen können, dass
er/sie wichtige Hilfe bieten konnte (soziale Einstellung). Andererseits
müsste die Entlohnung so sein, dass dann keine Sozialhilfe in Anspruch
genommen werden kann oder muss.
Für vertretbar hielte ich gerade noch, wenn ein Anreiz durch eine
entsprechende höhere Anrechnung in der Rente gegeben würde.
(Rente, was ist das?)

Irgendwelche Spielereien mit eventuellen Bevorzugungen, die sich dann womöglich nicht umsetzen lassen, oder nur dem Einen einen Vorteil bringen, dem Anderen aber nicht, halte ich für ungeeignet und unseriös.
Ein Rechtsanspruch wird sich kaum verwirklichen lassen.

"Das Vorrecht ist der Feind des Rechts"... sagte ? Marie von Ebner-Eschenbach?

Re: Ich wundere mich ein wenig...

Odin, Wednesday, 14.01.2004, 15:12 (vor 8058 Tagen) @ XRay

Als Antwort auf: Re: Ich wundere mich ein wenig... von XRay am 14. Januar 2004 12:00:15:

Arbeit adelt, sagte man früher
Arbeit soll wieder adeln, könnte man heute sagen.

Ich denke, daß es sehr wohl einen Vorzug geben sollte für Leute, die, anstatt zuhause Arbeitslosengeld zu kassieren, eine gewisse Zeit in einer sozialen Einrichtung gearbeitet haben.
Dies gibt auch denjenigen Leute eine Chance, die vielleicht schlecht in Geschichte waren, aber deswegen doch ganz gerne einen Studienplatz in Forstwirtschaft hätten. Wir müssen dahin kommen, daß wir auch für Leute interessante Arbeitsmöglichkeiten schaffen, die vielleicht nicht so tolle Zensuren in der Schule geschrieben hatten - was mit Sicherheit besonders viele Jungen sind!

Re: Ich wundere mich ein wenig...

Garfield, Wednesday, 14.01.2004, 15:21 (vor 8058 Tagen) @ XRay

Als Antwort auf: Re: Ich wundere mich ein wenig... von XRay am 14. Januar 2004 12:00:15:

Hallo XRay!

Das mit dem Lohn an sich durch das Gefühl, anderen zu helfen, ist ja eine schöne Sache. Davon kann man aber leider seine Lebenshaltungskosten nicht bestreiten. Irgendwelche zusätzlichen Anreize müßte man also schon bieten.

Es gibt eben mehrere Möglichkeiten dafür. Quoten für Sozialdienstleistende wären natürlich Quatsch. Und es dürfte auch nicht so laufen, daß beispielsweise jemand mit einer 4 in Mathe Mathematik studieren darf, nur weil er Sozialdienst geleistet hat.

Bevorzugte Vergabe von Studienplätzen an Sozialdienstleistende sollte nur bei ausreichenden sonstigen Voraussetzungen erfolgen. Man muß dabei auch bedenken, daß man mit solch einem Sozialdienst immerhin ein Jahr seines Lebens verbringt.

Allerdings will ja nicht jeder studieren. So gesehen wäre das nicht für alle ein echter Anreiz. Höhere Renten könnten zwar ein Anreiz sein, jedoch machen sich gerade Jugendliche darüber meist noch wenig Gedanken.

So wäre ein direkter finanzieller Anreiz wohl die besten Lösung. Man könnte auch Sozialhilfeempfänger generell zu Sozialdiensten heranziehen. Wer keine leisten will, würde nur noch Sachleistungen und Gutscheine bekommen, wer aber Sozialdienst leistet, bekommt Geld und zusätzlich noch eine Aufwandsentschädigung. Solche Sozialdienste sollte man aber nicht nur in Krankenhäusern oder Pflegeheimen ableisten können, sondern z.B. auch in Einrichtungen für Obdachlose oder in den Einrichtungen, die z.B. gebrauchte Möbel für Bedürftige sammeln usw. Es gibt vereinzelt schon Einrichtungen, in denen Sozialhilfeempfänger in Werkstätten arbeiten und so wieder ins Berufsleben hinein finden können. Man könnte das ausweiten und grundsätzlich Arbeiten, um die private Unternehmen lieber einen großen Bogen machen oder die aus Kostengründen nicht an Privatunternehmen vergeben werden können, durch freiwillige Sozialdienstleistende erledigen lassen. In den dafür einzurichtenden Einrichtungen könnte man vielleicht auch Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Jugendliche und Langzeitarbeitslose schaffen.

Da läßt sich schon noch einiges machen - nur glaube ich kaum, daß unsere Politiker daran großes Interesse zeigen werden...

Freundliche Grüße
von Garfield


Re: Ich wundere mich ein wenig...

gaehn, Wednesday, 14.01.2004, 21:22 (vor 8058 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Ich wundere mich ein wenig... von Garfield am 14. Januar 2004 13:21:24:

Hallo XRay!
Das mit dem Lohn an sich durch das Gefühl, anderen zu helfen, ist ja eine schöne Sache. Davon kann man aber leider seine Lebenshaltungskosten nicht bestreiten. Irgendwelche zusätzlichen Anreize müßte man also schon bieten.
Es gibt eben mehrere Möglichkeiten dafür. Quoten für Sozialdienstleistende wären natürlich Quatsch. Und es dürfte auch nicht so laufen, daß beispielsweise jemand mit einer 4 in Mathe Mathematik studieren darf, nur weil er Sozialdienst geleistet hat.
Bevorzugte Vergabe von Studienplätzen an Sozialdienstleistende sollte nur bei ausreichenden sonstigen Voraussetzungen erfolgen. Man muß dabei auch bedenken, daß man mit solch einem Sozialdienst immerhin ein Jahr seines Lebens verbringt.
Allerdings will ja nicht jeder studieren. So gesehen wäre das nicht für alle ein echter Anreiz. Höhere Renten könnten zwar ein Anreiz sein, jedoch machen sich gerade Jugendliche darüber meist noch wenig Gedanken.
So wäre ein direkter finanzieller Anreiz wohl die besten Lösung. Man könnte auch Sozialhilfeempfänger generell zu Sozialdiensten heranziehen. Wer keine leisten will, würde nur noch Sachleistungen und Gutscheine bekommen, wer aber Sozialdienst leistet, bekommt Geld und zusätzlich noch eine Aufwandsentschädigung. Solche Sozialdienste sollte man aber nicht nur in Krankenhäusern oder Pflegeheimen ableisten können, sondern z.B. auch in Einrichtungen für Obdachlose oder in den Einrichtungen, die z.B. gebrauchte Möbel für Bedürftige sammeln usw. Es gibt vereinzelt schon Einrichtungen, in denen Sozialhilfeempfänger in Werkstätten arbeiten und so wieder ins Berufsleben hinein finden können. Man könnte das ausweiten und grundsätzlich Arbeiten, um die private Unternehmen lieber einen großen Bogen machen oder die aus Kostengründen nicht an Privatunternehmen vergeben werden können, durch freiwillige Sozialdienstleistende erledigen lassen. In den dafür einzurichtenden Einrichtungen könnte man vielleicht auch Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Jugendliche und Langzeitarbeitslose schaffen.
Da läßt sich schon noch einiges machen - nur glaube ich kaum, daß unsere Politiker daran großes Interesse zeigen werden...
Freundliche Grüße
von Garfield

hallo,

mag vielleicht "veraltet" klingen aber irgendwie sagt mir eine pflichtlösung mehr zu (und zwar für alle, also auch frauen ;). der grund dafür liegt darin, das es soetwas wie ein lernprozess ist.
letztlich müssen kinder zu dingen erzogen werden, z.b. dazu ihren verstand zu gebrauchen, genauso müssen die bürger eines staates zu guten bürgern erzogen werden (wenn man denn glaubt das der staat eine gute sache ist, was ich nicht unbedingt tue, bin mir noch nicht so sicher).
ebenso ist es mit sozialdiensten, es ist eine erziehungssache, ich finde es durchaus erstrebenswert wenn die einzelnen dazu verpflichtet werden ihren dienst an der gemeinschaft zu leisten.

naja nur so ein einwurf

schönen abend noch

powered by my little forum