Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Männer in Deutschland schlechter gestellt als in Schweden

Bruno, Monday, 15.12.2003, 14:38 (vor 8088 Tagen) @ zuiop

Als Antwort auf: Re: Männer in Deutschland schlechter gestellt als in Schweden von zuiop am 12. Dezember 2003 16:51:47:

Hallo,

wenn Du die Abschlussnoten der Jungs und Mädchen in den Vergleich mit einbeziehst, dann passt das schon so - leider.

Es ist in der Schule gerade unter den Jungs mehr denn je so, dass es cool ist schlechte Noten zu haben ...

...das ist richtig. Dennoch muss man tiefer gehen, wenn man die Ursachen ergründen will. Es ist eine bekannte Tatsache, dass der Schulbetrieb feminisiert ist. Und dies wird zunehmen. Man muss beachten, dass selbst in Grundschulen mit 85 bis 90% Frauenanteil in der Lehrerschaft Frauenvertreterinnen bzw. Gleichstellungsbeauftragte tummeln, die eine weitere Erhöhung des Frauenanteils vorantreiben. Ich denke in 15 Jahren (in den nächsten 15 Jahren wird die Hälfte des bestehenden Lehrerpersonals wegen Pensionierung ausscheiden) werden Lehrerinnen an allgemeinbildenden Schulen ca. 75% (bisher 65%) ausmachen, an Grundschulen sogar etwa 95%. Zudem bewirkt die väterfeindliche Politik in Deutschland eine zunehmende Vätereliminierung im privaten Erziehungsbereich. Somit werden immer mehr Jungen ohne Vaterfigur oder männliche Bezugsperson aufgezogen werden und immer öfter Schwierigkeiten bekommen, ihre Identität zu finden (die Biographien Adolf Hitlers und Saddam Husseins gleichen sich insofern, dass beide ohne Vater aufwuchsen und Schwierigkeiten mit ihrer Identitätsfindung als Mann hatten). Die Wissenschaftlerin Heike Diefenbach zeigte den Zusammenhang zwischen dem Anteil an männlichen Lehrern und dem Bildungsniveau der Jungen auf. Zudem werden entgegen der Empfehlung des Forum Bildung in Deutschland Jungen gleiche Bildungschancen verwehrt (z.B. Ausgrenzung am Zukunftstag). Deutschland betreibt IMHO eine Bildungspolitik, die eine Jungenverdummung vielleicht nicht zum Ziel hat, aber doch zumindest bewusst in Kauf nimmt.

Meiner Ansicht bekommen im Berufsalltag die Frauen den Männern immer noch nicht gleichgestellt (zB Entlohnung) - das sage ich als Mann!

...Die Durchschnittslöhne der Frauen sollen tatsächlich niedriger sein. Dennoch ist das, so paradox dies auch klingt, ein selbstgemachtes Problem der einseitigen, frauenspezifischen Geschlechterpolitik. Denn diese niedrigeren Durchschnittslöhne kommen durch den höheren Erziehungszeitenanteil der Frauen und den höheren Teilzeitarbeitsanteil der Frauen aufgrund der Erziehung zustande. Zwar jammern die Verantwortlichen über den Zustand immer, trotzdem wird den Männern der Zugang zur beruflichen wie privaten Erziehungsarbeit von den gleichen, die diese Zustände beklagen, massiv behindert. Beispiel kann Dir der VafK zur genüge nennen. Dass der erziehende Mann in Deutschland in Wirklichkeit gar nicht gewollt ist, habe ich schon einmal früher dargelegt.

Tja, so ist das halt mit dem Gender-Mainstreming in seiner rein frauenspezifsch ausgerichteten deutschen Variante. Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.

Gruß

Bruno


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