Ein wenig hilflos
Also, ich hab ja schon mal recht gute Hilfe bekommen. Nach Euren Hinweisen zum Thema Hochzeit hab ich einfach mal die empfohlenen Adressen ausgesucht, ein bißchen was ausgedruckt und einen kleinen Hefter angelegt mit dem Titel: Heiraten leichtgemacht. Nicht mal zwanzig Seiten, aber die genügen eigentlich. Nur liest sie keiner, zumindest keine Frau. Aber wirklich keine. Nicht mal meine Schwestern. Und damit komme ich zum eigentlichen Problem.
Ich will ja nicht zu Grunde legen, dass alle Frauen, die ich treffe, Legastheniker sind. Oder beim Lesen die Lippen bewegen. Niemand liest gern Dinge, die ihm liebgewordene Ansichten derart ad absurdum führen. Aber rational auch unangenehme Dinge zu eruieren, ist wohl nicht weibliche Art.
Mir schlägt, so bald ich, in welchen Kreisen auch immer, das Gender-Thema auf Tapet bringe, eine Ablehnung entgegen, die verschiedene Gesichter hat. Übrigens nicht nur aus Frauenkreisen, auch die viel bekannten "Gutmenschen" männlicher Coleur hauen in die gleiche Kerbe. Einig sind sie sich nur in der Vehemenz ihrer Ablehnung.
"Ach, der Arme, da wird er nur ausgenutzt", heißt es beispielsweise, oder: "Ja, vielen Dank für die Dinge, die die ach so fleißigen Männer so alles für uns tun, wir können ja garnichts." Das immer im Ton herablassender Ironie bis hin zu direkten Angriffen a la "Ihr (Männer) habt doch schon immer...blablabla." Oder ich werde als hysterischer Schreihals dargestellt.
Eine Diskussion ist einfach nicht möglich. Sie wollen nichts hören. Schon gar keine Argumente. Einwände werden nicht zur Kenntnis genommen, Quellen nicht überprüft, nichts nachgelesen, jegliche Veröffentlichung, sogar aus Zeitschriften wie der GEO, einfach nicht anerkannt. Allerhöchstens erhalte ich die Meldung: "Also, bei uns nicht, ich hab damit nichts zu tun."
Ich weiß nicht, ob ich mich verständlich machen konnte. Mir ist schon klar, dass eine Spezies, die seit den Anfängen der Entwicklung rein kraftmäßig benachteiligt ist, andere Strategien entwickeln mußte, um sich durchzusetzen. Also arbeiten Frauen seit Urzeiten mit Ironie und Provokation und jede Mutter gibt diese Taktiken an ihre Töchter weiter. Das ist auch der Grund, warum Männer hilflos auf Frauentränen reagieren und Äffinnengekreisch automatisch zu einer Reaktion bei den Affenmännchen führt.
Aber wie geht Ihr mit dieser weiblichen Ignoranz offensichtlicher und mehrfach nachgewiesener Ungerechtigkeit um? Selbst knallharte Tatsachen wie das Gewaltschutzgesetz und die Zahlen unterhaltsflüchtiger Frauen werden einfach abgestritten!
Je mehr und je wacher ich mich umsehe, desto mehr Männer erkenne ich, die im Namen der Familie oder einfach des "Anstandes" zu Arbeitssklaven degradiert werden und das auch noch normal finden. Viele von ihnen merken nicht einmal, was sie sich und ihrer Gesundheit damit antun. Wie viele Frauen kochen denn noch, wie viele Männerhandys klingeln denn kurz vor Feierabend mit der Nachricht, was noch alles zu besorgen und zu erledigen ist? Wie viele alleinstehende Schwiegermütter spannen bedenkenlos ihre Schwiegersöhne für jegliche Art der Handreichung ein? Für welche Gegenleistung?
So unromantisch es klingt, eine Beziehung ist im bio-logischen Sinne immer ein Geben und Nehmen. Das müßte eigentlich klar sein. Mir scheint das Gleichgewicht erheblich gestört.
Wie seht Ihr das?
Jeremin
gesamter Thread:
- Ein wenig hilflos -
Jeremin,
15.12.2003, 10:38
- Nachtrag - Jeremin, 15.12.2003, 10:55
- Re: Ein wenig hilflos -
Garfield,
15.12.2003, 12:20
- Re: Ein wenig hilflos - Jeremin, 15.12.2003, 14:24
- ohne Gegenleistung ? -
Mic,
15.12.2003, 14:29
- Re: ohne Gegenleistung ? -
Peter,
15.12.2003, 16:39
- Re: ohne Gegenleistung ? -
Mic,
16.12.2003, 11:06
- Re: ohne Gegenleistung ? - Garfield, 19.12.2003, 14:15
- Re: ohne Gegenleistung ? -
Mic,
16.12.2003, 11:06
- Re: ohne Gegenleistung ? -
Peter,
15.12.2003, 16:39
- Re: Ein wenig hilflos - Frank, 15.12.2003, 19:32