Re: evolutionstheoretische bzw. genetische Faktoren sind wichtig!
Als Antwort auf: evolutionstheoretische bzw. genetische Faktoren sind wichtig! von IdeeAlist am 23. November 2003 12:55:24:
Persönlich halte ich evolutionstheoretische und biologistische "Beweise" für das menschliche Verhalten so oder so für fragwürdig.
Diese Aussage ist sehr problematisch, denn wer als Männerrechtler die Betrachtung genetische Faktoren kategorisch ablehnt, legitimiert damit automatisch feministische "Errungenschaften" wie Quotenregelungen oder Girls'Day, denn ohne genetisch bedingte geschlechtsspezifische Verhaltensunterschiede wäre das Dogma der ausschließlich anerzogenen Unterschiede ("Nur-Umwelt-Dogma") ja kein Dogma, sondern Realität.
Natürlich sind biologische Erklärungsmodelle nicht kategorisch abzulehnen. Aber sie können auch niemals monokausal menschliches Verhalten erklären. Eine biologische Determinierung menschlichen Verhaltens widerspricht zudem dem Ansatz des freien Willens der Menschen.
Ist es wirklich glaubwürdig wenn Frauen oder Männer als Entschuldigung ihres Seitensprungs die Natur benützen. So wie, tschuldigung ich musste einfach morden ist meine Natur?
Zudem können biologistische Zuschreibungen auch schnell gegen Männerrechte gerichtet werden. Aber dies schreibst du ja selbst.
Ansonsten verstehe ich deinen Faktor X als das Verhältnis zwischen Biologie und Kultur.
Ich stimme dir zu das biologische bzw. körperliche unterschiedliche Voraussetzungen zu lange vernachlässigt wurden. Dies gilt insbesondere für die Kindererziehung.
Deiner Forderung den Faktor X nicht näher zu bestimmen mag für die Geschlechterforschung ein Kompromiss sein, ist aber wissenschaftlich gesehen sehr unbefriedigend. Letztendlich sind die biologischen bzw. evolutionären Thesen zur Erklärung menschlichen Verhaltens wissenschaftlich höchst strittig. Z.B gibt es im Bereich der Kriminalitätsforschung trotz massiver Bemühungen keinen wirklich begründeten biologischen Ansatz. Vielleicht auch zum Glück, denn was würden wir mit Menschen mit einer biologisch fundierten Neigung zur Gewalt machen? Biologische Ansätze wurden eben schon zu oft missbraucht. Dennoch sollten sie natürlich nicht einem Denkverbot unterliegen.
Biologismus ist m.E. nur, wenn mit evolutionstheoretischen Erklärungsversuchen eine gesellschaftliche Norm legitimiert werden soll.
[quote]Biologismus ist m.E. _nicht_, wenn für bestimmte geschlechtsspezifische Unterschiede (Ist-Zustand) nicht ausschließlich die Umwelt verantwortlich gemacht wird, sondern auch die Anlage in Erwägung gezogen wird. [/quote]
Wenn sich diese biologische Anlage wissenschaftlich beweisen lässt, nicht eigensinnig interpretiert wird und nicht monokausal menschliches Handeln erklären will, dann ja.
Die unbedingte Akzeptanz des Faktor x (s.o.) ist eine Voraussetzung, um die gesetzliche Geschlechterapartheid (Quotenregelungen) abzuschaffen.
Nicht unbedingt. Eine Quotenregelung ließe sich auch bei unterschiedlichen biologischen Anlagen begründen. Mann muss sich ja nicht der Natur beugen.
Was machst du mit den fehlenden Männern in pädagogischen Berufen? Biologie oder Kultur? Wie sieht hier dein Faktor X aus?
Ich finde die große Stärke an Arne Hoffmanns Buch ist, dass biologische Erklärungsmodelle wie z.B. Testosteron nicht berücksichtigt werden. Für mich ist dies der überzeugendere Ansatz. Zumindest so lange bis die Wissenschaft mir das Gegenteil beweisen kann.
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- "Seitensprünge sind bei Frauen angeboren" :-) -
Arne Hoffmann,
23.11.2003, 13:07
- Klar, die Mädels wollen halt auch mal Kaviar - Grinsender, 23.11.2003, 13:32
- evolutionstheoretische bzw. genetische Faktoren sind wichtig! -
IdeeAlist,
23.11.2003, 14:55
- Re: evolutionstheoretische bzw. genetische Faktoren sind wichtig! - Garp, 23.11.2003, 18:03
- Re: "Seitensprünge sind bei Frauen angeboren" :-) - carlos, 23.11.2003, 17:16