Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Die "größten Deutschen" und die Frauen

Silke, Monday, 17.11.2003, 19:59 (vor 8116 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Die "größten Deutschen" und die Frauen von Lars am 14. November 2003 13:17:45:

Hi Lars,

ich spreche jetzt nur für mich, doch vielleicht spiegelt das zumindest teilweise auch die Meinung von anderen wieder - und ich rede nicht nur von Frauen, denen offensichtlich nicht mal der Griff zum Telefonhörer zugetraut wird (Bitte nie wieder Witze über Frauen und ihre angebliche Lieblingsbeschäftigung, ja?) ...

So eine Sendung kann durchaus ihren Reiz haben. (Ich habe sie nicht gesehen, mir aber in diversen Zeitungs- bzw. Zeitschriftenanzeigen ein gewisses Bild davon gemacht.) Wenn es um die "Großen" geht, dann ja auch um deren Erfindungen, Entdeckungen, Errungenschaften. Was schadet es, sich das mal aus dem Mund von (meinetwegen auch fragwürdigen) Mediengestalten anzuhören? Ich verbuche es unter dem Posten "Allgemeinbildung", denn nachlesen werden das die Wenigsten und im Fernsehen kommt es doch passend zum Abendessen in Häppchengröße.

Was mich befremdet sind dabei weder die "großen Deutschen" selbst, noch sind es ihre Repräsentanten. Mich wundert einerseits, wie man aus der Masse der wirklich Großen den Einen oder eben auch die Eine herausfinden soll - und ebenfalls warum man es tun möge. Was ich von Einstein gehört habe, beeindruckt mich, vor allem, weil mein mathematisch-physikalisches Verständnis lange vor Integralrechnung und Quantenphysik auf der Strecke geblieben ist. Respekt, wenn jemand da durchsteigt und es anderen offensichtlich ermöglicht hinterher zu krabbeln.
Ebenso finde ich es klasse, dass Goethe uns so viel Schönes hinterlassen hat. Der Mensch war ein Genie, das erkenne ich voll an. Bismarck setzte neue Zeichen in der Bündnispolititk (rückblickend hat es offensichtlich nicht viel geholfen, aber nun ja...), ebenso "erfindet" er das soziale Netz. Marie Curie (um mal die Quotenfrau im Text einzubauen) hat ihr Leben riskiert um uns die Radioaktivität zu erklären, etc.etc. Alles tolle Leute!

Also mag ich mich andererseits nicht der Qual der Wahl ausliefern lassen. Warum soll ich denn entscheiden, wer jetzt unter den Großen der ganz Große werden soll? Hat das nicht jeder für sich selbst zu entdecken? Setzt nicht jeder andere Maßstäbe? Ich persönlich möchte nicht, dass Deutschland für mich das Vorbild aussucht. Ich finde es auch verdammt unwichtig, ein konkretes Vorbild zu haben (mal davon abgesehen, dass meine eigentlichen Vorbilder mit mir blutsverwandt sind und für mich da waren/sind, wenn es Not tat/tut!).
Ich bewundere viele, ich will keinen vorgesetzt bekommen, den ich künftig mit noch mehr Ehrfurcht anzubeten habe. Wozu auch? Das wirkliche Leben ist hier und nicht im Fernsehen.
Fernsehen sollte uns schlauer machen, hier bringt es uns bloß in sinnlose Entscheidungssituationen. Wenn der gewisse Lerneffekt nicht dabei wäre, hätte die Sendung ebenso viel Wert wie "Deutschland sucht den nächsten bekloppten Superstar".


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