Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Die "größten Deutschen" und die Frauen

Lars, Friday, 14.11.2003, 15:17 (vor 8119 Tagen)

Im ZDF läuft doch zur Zeit die Wahl der "größten" Deutschen. Erinnert Ihr Euch noch: Vor ein paar Wochen haben irgendwelche Feministinnen geklagt, wie "Frauenfeindlich" es doch sei, daß unter den Nominierten kaum Frauen waren.

In der Praxis aber stellt sich die Frauen-Frage nun ganz anders: Unter den Anrufern sind kaum Frauen! Deutschlands Frauen regen sich MITNICHTEN über die ausgebliebene Quotierung der "größten Deutschen" auf; auch versuchen sie nicht, "ihre" Kandidatinnen in die Charts hoch zu votieren (Frau Schwarzer war irgendwo zwischen Platz 40 und 70); nein, vielmehr scheinen sich Deutschlands Frauen überhaupt nicht für die Frage nach historischen Leistungen zu INTERESSIEREN! Peinlich, peinlich! *g*

Das gesagt doch: Das Interesse der Durchschnittsfrau an öffentlichen Angelegenheiten reicht auch nach gut 30 Jahren Frauenbewegung noch mal aus, um mal eben an einer läppischen Telefon(!)-Abstimmung teilzunehmen! Vielleicht hat die Unterrepräsentation von Frauen in der Politik ja doch nicht nur mit dem "Ausbremsen" durch böse Männer-Kumpaneien zu tun ... *g*

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Ach ja: Jeder der (ja längst toten) Top-10-Deutschen, unter denen jetzt das Finale läuft, hat einen prominenten, quasi "nahstehenden" Für-Sprecher, der in der ZDF-Show für ihn argumentativ eintritt (gestern abend: Helmut Markwort für Otto v. Bismarck und Gregor Gysi für Karl Marx). Und jetzt kommt´s: für die Geschwister Scholl wird sprechen ... Alice Schwarzer!

Finde ich schon fragwürdig, die Geschwister Scholl als weithin anerkannte historisch-moralische Symbol-Figuren durch eine umstrittene Radikalfeministin vertreten zu lassen (Und v.a.: Wie KOMMT man denn überhaupt auf nu ausgerechtnet diese Für-Sprecherin? Wahrscheinlich als "Ausgleich" dafür, daß die ganze Show sonst einfach zu "männer-lastig" wäre oder so ...). Mal sehen, vielleicht versteigt sich Fr. Schwarzer ja zu der These, das wichtigste an den Geschwistern Scholl sei ja eigentlich der Gender-Aspekt gewesen.



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