Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Bröckeln die feministischen Diskussionsverbote? (Theorie)

Lars, Tuesday, 16.09.2003, 23:49 (vor 8177 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Jungen und Bildungspolitik von Bruno am 16. September 2003 13:07:32:

Immerhin interessiert sich einmal eine große Zeitung für das Thema.

(die zweite nach "Focus"!)

Mir scheint, so gaaanz langsam fangen die feministischen Denk- und Diskussionsverbote an zu bröckeln. Allerdings hat das (noch) nichts mit der Internet-Männerrechtsbewegung zu tun, sondern mit ganz anderen politischen Faktoren:

- Die Vernachlässigung der Jungen an den Schulen kommt INDIREKT durch das PISA-Thema und den Bedarf der deutschen Wirtschaft an schlaueren Arbeitskräften zur Sprache,

- Die Ungleichbehandlung bei der Wehr(&Ersatzdienst)Pflicht kommt INDIREKT durch Wunsch des Staates nach noch mehr billigen Zivi-Arbeitskräften zur Sprache.

D. h. sobald "höhere" Staats- und Privatwirtschafts-Interessen im Spiel sind, erweisen sich die Diskussionsverbote der Feministinnen als doch nicht sooo wirksam.

Wenn ich den Gedanken mal etwas weiter spinne: Erfolg haben die Feministinnen doch nur dort, wo sie ANDERE gesellschaftliche Kräfte für sich nutzen können:

- Die sexualfeindliche Entwicklung in den USA wurde von einer Allianz aus Feministinnen und konservativen, religiösen Gruppen vorangetrieben.

- Im "Gewaltschutzgesetz" u. ä. fließen Feminismus einerseits und allgemeine Law&Order-/"Der-Angeklagte-wird´s-schon-gewesen-sein"-Stimmung andererseits zusammen.

- Der ganze "Frauenforschungs-", "Frauenreferats-" und "Frauen&Lesben-Räume"-Zirkus an den heutigen Universitäten hat sich wesentlich aus den Campus-Nieschen-Strukturen der 68er-StudentEN(!)-Bewegung heraus entwickelt.

Meine These: Der Feminismus selber und allein ist nicht so stark, die Männerrechtsbewegung ist nur so schwach.


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