Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Jungen und Bildungspolitik

Garp, Tuesday, 16.09.2003, 18:29 (vor 8177 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Jungen und Bildungspolitik von Bruno am 16. September 2003 13:07:32:

Hallo Bruno,

vielen Dank für den Link. Meiner Meinung noch sind die schlechteren Bildungschancen von Jungen die Hauptsorge, wenn es um das Thema Männer/Jungenrechte geht. Denn die Jungenchancen von heute werden die Männerchancen von morgen sein (ok etwas abgedroschen;-). Zudem in einer zukünftigen Wissensgesellschaft wird der Faktor Bildung ständig an Bedeutung gewinnen. Die Situation in Deutschland ist zwar problematisch aber noch nicht so dramatisch wie in anderen Industrienationen. Nochmals hierzu den Link aus der Businessweek.

http://www.businessweek.com/magazine/content/03_21/b3834001_mz001.htm

In den USA gibt es inzwischen zahlreiche Universitäten mit einem Geschlechterverhältnis von 60/40 gegen die Jungen. Da kann man sehen was uns eventuell noch bevorsteht.
Allerdings ist dieses Thema Bildungschancen für Jungen in den Medien in dem letzten Jahr doch recht präsent. So z.B. die Titelgeschichte in GEO die SPIEGEL-Reportage und auch durch die PISA-Studie selbst. Ich hab neulich einen weiteren Link zu diesem Thema aus der Schweiz entdeckt:

http://www.zak.ch/artman/publish/article_39.shtml

Zumindest wird dieses Thema in zahlreichen Ländern zunehmend diskutiert. Es ist zwar nicht sehr aussagekräftig aber auch eine google-Recherche zeigt erfreuliches.
Zu dem Stichwort „Jungenarbeit“ findet google immerhin an die 8000 Eintragungen, dies war vor einem Jahr noch wesentlich weniger.
Zu „Mädchenarbeit“ finden sich dagegen 13000 Eintragungen. Für zwanzig Jahre Vorsprung gar nicht so schlecht die Bilanz. Ich denke auch, dass das Bewusstsein bei Eltern und Lehrern für die problematische Lage von Jungen deutlich gestiegen ist.
Das eigentliche Problem besteht in der Ignoranz der politischen Ebene und der großen Jugendorganisationen. In England z.B war das Thema Bildungschancen von Jungen schon offizielles Wahlkampfthema. Generell scheint England in diesem Bereich vorbildlich zu sein. Bis dahin haben wir in Deutschland noch einen weiten politischen Weg vor uns. Aber ich bin mir sicher, dass dieses Thema sich durchsetzen wird! Und mit dem Thema Benachteiligung gegen Jungen wird auch die Diskussion um Benachteiligungen gegen Männer neu geführt werden.

PS: hast du eigentlich nicht mal einen Brief an das Sozialministerium im BW geschrieben? Gab es eine Antwort?
Gruß

Garp


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