Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Zu wenig Frauen unter den besten Deutschen - Menschenrechtler machen mobil

Frank, Thursday, 28.08.2003, 14:23 (vor 8196 Tagen)

ZDF nominiert unter den „Besten“ nur 12 Prozent Frauen

zwd Belin (bie) – Eine Aktion der „vergessenen Frauen“ hat die Lobby für Menschenrechte e.V. ins Leben gerufen. Damit möchten die Initiatorinnen dem ZDF zeigen, dass es nicht an berühmten Frauen mangelt, sondern lediglich am Willen der „Showmacher“, mehr Frauen zu nominieren. Von Mitte September bis zum 28. November will der öffentlich-rechtliche Sender mit seiner Aktion die 100 „besten Deutschen“ suchen, um schließlich den oder die Sieger/in zu küren. Unter den 300 vom ZDF vorgeschlagenen Nationalhelden sind jedoch nur 37 Frauen.

Als „einen Affront“, bezeichnete die Lobby für Menschenrechte die Tatsache, dass 88 Prozent der vom ZDF Nominierten Männer seien. „Diese Veranstaltung ist sexistisch.“
Tatsächlich befindet sich in einigen Rubriken wie zum Beispiel Wissenschaft und Religion keine einzige Frau. Dem Bereich Philosophie ordneten die OrgansiatorInnen wenigstens noch Hannah Ahrendt zu.

Bedeutende Künstlerinnen und Schriftstellerinnen (Clara Schumann, Bettina von Arnim, Clara Westhoff-Rilke, Marie Luise Kaschnitz, Marie Marcks, Ingrid Noll, Erika Köth, Anna Magdalena Bach), Wissenschaftlerinnen (Maria Sibylla Merian, Dorothea Erxleben, Lise Meitner, Marietta Blau), Legenden (Romy Schneider, Gerta Taro, Liesl Karlstadt, Brigitte Mira, Hedwig Dohm) Unternehmerinnen (Margarete Steiff, Käthe Kruse) oder Erfinderinnen wie Melitta Bentz, Vorbilder (Regine Hildebrandt, Jutta Limbach, Uta Ranke-Heinemann, Mildred Scheel); ja, sogar Nobelpreisträgerinnen (Maria Goeppert Mayer, Christiane Nüsslein-Vollhardt) und viele andere Frauen wurden „vergessen“, erklärt der Verein.

Einen Trost gibt es noch: Die ZuschauerInnen müssen nicht unbedingt aus der Liste der 300 ZDF-Vorschläge ihre Favoriten wählen. Die Lobby für Menschenrechte hat derweil eine Liste von „vergessenen Frauen“ erstellt, die im Internet beliebig erweitert werden – und die frau auch an das ZDF schicken kann, falls ihr die Lust an der Show der 100 besten Deutschen noch nicht vergangenen ist. Bis zum 15. September ist die Wahl noch möglich. (...)

Mein Kommentar:

Stellt die mangelnde Berücksichtigung von Frauen in der Vorschlagsliste der angeblich 300 besten Deutschen aller Zeiten einen Verstoß gegen die Menschenrechte dar? Es scheint so, denn sonst würde sich dieser merkwürdige Verein kaum berufen fühlen, auf den Plan zu treten.
Vielleicht sollte man die Lobby für Menschenrechte e.V. darauf hinweisen, dass die Arbeitsbedingungen in Drittweltländern (z.B. im Bergbau), denen jedes Jahr Tausende von vor allem Männern zum Opfer fallen, eigentlich eine viel gravierendere Verletzung von Menschenrechten darstellen als die "sexistische Veranstaltung" des ZDF.
Und wenn ich mir die Namen auf der alternativen Vorschlagsliste so ansehe - Regina Halmich, Senta Trömel-Plötz, wo ist eigentlich Heidi Kabel ? -, dann kann ich schon verstehen, warum nur 12 Prozent Frauen es in die Vorschlagsliste geschafft haben. Oder sollte man sagen: immerhin 12 Prozent?

http://www.zwd.info/story.php?cat=20&subcat=10&page=1&storyid=2428

Re: Zu wenig Frauen unter den besten Deutschen - Menschenrechtler machen mobil

Bruno, Thursday, 28.08.2003, 15:42 (vor 8196 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: Zu wenig Frauen unter den besten Deutschen - Menschenrechtler machen mobil von Frank am 28. August 2003 11:23:17:

Hallo Frank,

warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Wir sollten uns an den Grünen orientieren. Jeder ungerade Platz muss von einer Frau besetzt werden und bei den geraden Plätzen können Frauen und Männer nominiert werden. Ich glaube, das nennt man dann Gleichberechtigung oder so ähnlich. Zumindest bei den Grünen.

Gruß

Bruno

Re: Zu wenig Frauen unter den besten Deutschen - Menschenrechtler machen mobil

Odin, Friday, 29.08.2003, 14:54 (vor 8195 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Re: Zu wenig Frauen unter den besten Deutschen - Menschenrechtler machen mobil von Bruno am 28. August 2003 12:42:40:

Hallo Frank,
warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Wir sollten uns an den Grünen orientieren. Jeder ungerade Platz muss von einer Frau besetzt werden und bei den geraden Plätzen können Frauen und Männer nominiert werden. Ich glaube, das nennt man dann Gleichberechtigung oder so ähnlich. Zumindest bei den Grünen.
Gruß
Bruno

Jawohl :-)
Und dasselbe schlagen wir dann auch bei der Verleihung des Nobelpreises vor:
Erster Nobelpreis muß an eine Frau gehen, dann ein Mann, dann wieder eine Frau...

Was soll das mit "Können" und "Leistung": das Geschlecht zählt :-)

Re: Zu wenig Frauen unter den besten Deutschen - Menschenrechtler machen mobil

Martin, Friday, 29.08.2003, 01:26 (vor 8196 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: Zu wenig Frauen unter den besten Deutschen - Menschenrechtler machen mobil von Frank am 28. August 2003 11:23:17:

Hallo Frank!

Es heißt doch immer, dass Männer quer durch die Geschichte auf allen Gebieten dominiert hätten, was keiner bezweifelt! Das ist doch ein wichtiger Standfuß feministischer Argumentation! Dann ist es doch nur konsequent, dass sie in einer geschichtsübergreifenden Liste auch entsprechend dominieren. Wenn hier eine Quote herrschen sollte, hieße das ja entweder, anzuerkennen, dass die Geschichte doch nicht männlich dominiert war, oder aber auf Biegen und Brechen auch Frauen aus dem zweiten und dem dritten Glied zu nominieren, um die Sollzahl zu erfüllen.
Einer Liste von "vergessenen" Frauen könnte man nach Belieben auch eine viel längere Liste "vergessener" Männer gegenüber stellen, die ähnlich bedeutendes oder bedeutenderes als die übersehenen Frauen geleistet hatten und trotzdem nicht nominiert wurden. Das würde alles wieder egalisieren. Und ich wusste schon vorher, dass die Nüßlein-Vollhardt vorgeschlagen würde, noch bevor ich im Text tatsächlich auf sie stieß. Warum? Weil sie die einzige in dem Gebiet auf weiter Flur ist! Und jede Frau, die irgend wie was geleistet hat, zu setzen (so kann man die Forderung ja wohl interpretieren), würde das wirkliche Verhältnis natürlich krass verzerren, da bei den Männern natürlich nur ein winziger Ausschnitt der Persönlichkeiten auftaucht...
Wieder ein Beweis, dass Quoten einfach nur schwachsinnig sind!

Bis dann,
Martin

Meine Ansichten zur Quote stehen hier...

Re: Zu wenig Frauen unter den besten Deutschen - Menschenrechtler machen mobil

Manfred, Saturday, 30.08.2003, 23:13 (vor 8194 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Re: Zu wenig Frauen unter den besten Deutschen - Menschenrechtler machen mobil von Martin am 28. August 2003 22:26:38:

Ich glaube das Vorgehen den Gerechtigkeitsbegriff nicht auf das einzelne Individuum abzustellen, sondern auf eine Gruppe, ist die Wurzel allen Übels. Das Leben ist nunmal kein Mannschaftssport.
Sehr schlimm, daß im Rahmen der allgemein grassierenden Denkfaulheit dies nunmehr scheinbar auch von "Menschenrechtlern" (Gruppenrechtler wäre dann der bessere Begriff) verkannt wird. Daß es Politiker tun ist zwar noch schlimmer, aber daran hat man sich ja schon weitgehend gewöhnt.

Schöne Grüße,
Manfred

Re: Zu wenig Frauen unter den besten Deutschen - Menschenrechtler machen mobil

Odin, Friday, 29.08.2003, 15:33 (vor 8195 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: Zu wenig Frauen unter den besten Deutschen - Menschenrechtler machen mobil von Frank am 28. August 2003 11:23:17:

Einen Trost gibt es noch: Die ZuschauerInnen müssen nicht unbedingt aus der Liste der 300 ZDF-Vorschläge ihre Favoriten wählen. Die Lobby für Menschenrechte hat derweil eine Liste von „vergessenen Frauen“ erstellt, die im Internet beliebig erweitert werden – und die frau auch an das ZDF schicken kann, falls ihr die Lust an der Show der 100 besten Deutschen noch nicht vergangenen ist. Bis zum 15. September ist die Wahl noch möglich. (...) [/i]

Da hätte ich schon einen interessanten Vorschlag:
Die Witwe von Max Grundig.
Eine Pflegerin, die einen Milliardär kurz vor seinem Tod noch zum heiraten bringt und dann mit ihren finanziellen Forderungen einen Weltkonzern in die Pleite treibt, kann man schon als große Deutsche bezeichnen.

Re: Zu wenig Frauen unter den besten Deutschen - Menschenrechtler machen mobil

Nick, Friday, 29.08.2003, 15:52 (vor 8195 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Zu wenig Frauen unter den besten Deutschen - Menschenrechtler machen mobil von Odin am 29. August 2003 12:33:29:

Weitere Vorschläge:

Gerda Bormann

Eva Braun

Anni Brunner

Magda Goebbels

Carin Göring

Emmy Göring

Lina Heydrich

Hedwig Höß

Ilse Koch

Irene Mengele

Karoline Rascher

Geli Raubal

Henriette von Schirach

Hanna Reitsch

Leni Riefenstahl

Winifred Wagner

Trude Mohr

Dr. Jutta Rüdiger

Hertha Ehlert - KZ-Aufseherin

Irma Grese - SS-Kommandoführerin im KZ Bergen-Belsen

Dr. Eva Justin - "Rassenforscherin"

Margarete Mewes - KZ-Aufseherin

Herta Oberheuser - SS-Ärztin im KZ Ravensbrück

...und so weiter,
und so fort.

Igitt - Frauen!

Xenia, Friday, 29.08.2003, 17:17 (vor 8195 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: Zu wenig Frauen unter den besten Deutschen - Menschenrechtler machen mobil von Frank am 28. August 2003 11:23:17:

Was kratzt euch eigentlich, es wird doch eh ein Mann werden ...

Xenia

Re: Igitt - Frauen!

Garfield, Friday, 29.08.2003, 18:24 (vor 8195 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Igitt - Frauen! von Xenia am 29. August 2003 14:17:23:

Hallo Xenia!

"Was kratzt euch eigentlich, es wird doch eh ein Mann werden ..."

Stört dich das? :-)

Es geht gar nicht um diese alberne Liste. Es geht darum, daß Feministinnen schon seit Jahrzehnten in jeder Beziehung pauschal dieselbe Anerkennung für Frauen verlangen, die auch Männern zuteil wird, und zwar ohne daß Frauen dafür dieselben Leistungen wie Männer erbringen müssen.

Damit waren sie bisher auch durchaus erfolgreich. Quotenregelungen machen beispielsweise im öffentlichen Dienst das Geschlecht zum entscheidenden Kriterium bei Einstellungen. Zwar verstößt das gegen das Grundgesetz, in dem ja immerhin festgelegt ist, daß niemand aufgrund seines Geschlechts benachteiligt werden darf, aber da es ja nur Männer betrifft, interessiert das kaum jemanden.

Es wird immer behauptet, eine Frau müsse doppelt soviel leisten, um beruflich dasselbe zu erreichen wie ein Mann. Tatsächlich liegt die Meßlatte für Frauen oft deutlich niedriger als für Männer. Wenn eine Frau nur dasselbe leistet wie ein Mann, dann gilt sie schon als "Powerfrau". Hast du mal darüber nachgedacht, wieso es den Begriff "Powermann" nicht gibt? Es gibt ihn deshalb nicht, weil hohe Leistungsfähigkeit bei Männern heute als selbstverständlich betrachtet wird. Viele Frauen, die Karriere gemacht haben und ehrlich zu sich und der Welt sind, sagen auch offen, daß ihnen ihr Geschlecht immer mehr Vor- als Nachteile gebracht hat.

Kennst du den Weltbild-Versand? Die verkaufen vor allem Bücher. Falls du einen Katalog von denen hast, blättere den mal durch. Da findest du jede Menge Bücher über Frauen in der Geschichte. Oft bestand die Leistung dieser Frauen lediglich darin, daß sie mit einem berühmten Mann wie Goethe in Briefkontakt waren. Merkwürdigerweise findet man über Goethe dann aber oft gar kein Buch... Wie kommt das nur?

Auf Briefmarken-Serien der deutschen Post werden seit über 10 Jahren grundsätzlich nur noch Frauen dargestellt. Es ist nicht mehr modern, Leistungen von Männern zu würdigen. Zwar haben diese Leistungen unsere heutige Welt entscheidend bestimmt, aber das interessiert auch kaum jemanden. Es sind ja nur Männer, und es ist nicht mehr "in", Männer irgendwie zur Kenntnis zu nehmen. Zwar sind es auch heute noch, wo Frauen definitiv auch in der Wissenschaft alle Tore weit offen stehen und sie sogar in viele Fachgebiete förmlich hinein gefördert werden, überwiegend Männer, die die Entwicklung vorantreiben, aber auch das interessiert nicht. Nur Leistungen von Frauen zählen - Leistungen von Männern gelten als selbstverständlich und werden nicht mehr sonderlich gewürdigt. Es ist wohl wirklich nur noch eine Frage der Zeit, bis auch bei der Vergabe des Nobelpreises nicht mehr die Leistung, sondern nur noch das Geschlecht zählt.

DAS ist echter Sexismus, Xenia.

Freundliche Grüße
von Garfield

Igitt - Quoten-Heldinnen

Anabasis, Friday, 29.08.2003, 18:49 (vor 8195 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von Garfield am 29. August 2003 15:24:38:

Nur Leistungen von Frauen zählen - Leistungen von Männern gelten als selbstverständlich und werden nicht mehr sonderlich gewürdigt.

So ist es. Wie wird man Quotenheldin?
1. Frau verfährt sich mit ihrer Nachschubtruppe im Irak
2. Frau (und der Rest der Einheit) wird vom Feind überrumpelt und zusammengeschossen.
3. Die Männer kriegen z.T. einen Kopfschuß, die Frau wird in ein Zivilkrankenhaus gebracht
4. der irakische Arzt bringt seine Patientin im einzigen Dekubitus-Bett (teueres Spezialbett gegen Wundliegen) im Krankenhaus unter
5. das unverteidigte Krankenhaus wird von US-Eliteeinhieten gestürmt
6. das Mädel wird von der Eliteeinheit auf der hierfür zerschnittenen Dekubitus-Matratze herausgebracht
7. das Mädel steht weiter unter Schock und kann sich an nichts erinnern
8. für die tolle Leistung kriegt Jessica Lynch einen Orden für Tapferkeit

[link=http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,258153,00.html" target="_top]http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,258153,00.html[/link]
(Leider sind die weiterführenden Artikel beim Spiegel mittlerweile kostenpflichtig)

Gruß Anabasis

Re: Igitt - Quoten-Heldinnen

Nick, Friday, 29.08.2003, 19:07 (vor 8195 Tagen) @ Anabasis

Als Antwort auf: Igitt - Quoten-Heldinnen von Anabasis am 29. August 2003 15:49:33:

Ein Slapstick aus dem Handica(m)p eben :-)))

So was können die Amis ja ganz gut.

Und nun wurde eben qua Ordensverleihung prämiert, daß sich Frauen dafür besonders eignen.

Soso, verfilmt werden soll das also auch... in Hollywood...?

Mhhmhh *g*

Nick

Re: Igitt - Frauen!

Xenia, Saturday, 30.08.2003, 17:15 (vor 8194 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von Garfield am 29. August 2003 15:24:38:

Hallo Xenia!
"Was kratzt euch eigentlich, es wird doch eh ein Mann werden ..."
Stört dich das? :-)

Ich vermute mal, dass es entweder Goethe (wozu eigentlich?) oder ein Fussballer wird, und mit sowas kann ich mich nun echt nicht anfreunden. Oder noch schlimmer: Adenauer - Keine Experimente, das ist mit Sicherheit eine treffende Zustandsbeschreibung für unser Land jetzt! Aber bester Deutscher? Nö.

Es geht gar nicht um diese alberne Liste. Es geht darum, daß Feministinnen schon seit Jahrzehnten in jeder Beziehung pauschal dieselbe Anerkennung für Frauen verlangen, die auch Männern zuteil wird, und zwar ohne daß Frauen dafür dieselben Leistungen wie Männer erbringen müssen.

Das ist Unsinn, Feministinnen fordern nur gleiche Anekrennung für gleiche Leistung, nicht mehr und nicht weniger.

Damit waren sie bisher auch durchaus erfolgreich. Quotenregelungen machen beispielsweise im öffentlichen Dienst das Geschlecht zum entscheidenden Kriterium bei Einstellungen. Zwar verstößt das gegen das Grundgesetz, in dem ja immerhin festgelegt ist, daß niemand aufgrund seines Geschlechts benachteiligt werden darf, aber da es ja nur Männer betrifft, interessiert das kaum jemanden.

Ich bin mit der Quote auch nicht unbedingt glücklich, kenne aber derzeit keine besere Regelung, um die Frauen in die Arbeitswelt reinzudrücken. Man könnte einem Arbeitgeber natürlich auch Steuernachlässe o.ä. für die Einstellung von Frauen gewähren, aber das kann sich der Staat wohl derzeit nicht leisten.

Es wird immer behauptet, eine Frau müsse doppelt soviel leisten, um beruflich dasselbe zu erreichen wie ein Mann. Tatsächlich liegt die Meßlatte für Frauen oft deutlich niedriger als für Männer.

ja, genau, deswegen muss in diesem Forum eine Frau ja auch mindestens die Welt gerettet haben, ein Mittel gegen AIDS erfunden, eine glückliche Familie, keine Scheidung und trotzdem noch gut aussehen - erst dann würde man ihr wohl gestattetn, sie auch zu nominieren, weil alle anderen Frauen sich ja nicht mit den leistungen der Männer messen können. Wenn es darum geht festzustellen, dass Frauen genauso gewalttätig und "böse" sein können wie Männer, seid ihr schnell dabei und lasst euch überzeugen - dass es Frauen gibt, die gleichwertige Leistungen wie Männer erbracht haben ist euch aber offenbar ein Dorn im Auge.

Wenn eine Frau nur dasselbe leistet wie ein Mann, dann gilt sie schon als "Powerfrau". Hast du mal darüber nachgedacht, wieso es den Begriff "Powermann" nicht gibt? Es gibt ihn deshalb nicht, weil hohe Leistungsfähigkeit bei Männern heute als selbstverständlich betrachtet wird.

Tja und warum? Weil die Frau eben das schwache Geschlecht ist.

Viele Frauen, die Karriere gemacht haben und ehrlich zu sich und der Welt sind, sagen auch offen, daß ihnen ihr Geschlecht immer mehr Vor- als Nachteile gebracht hat.

Historisch gesehen stimmt das nicht, ja, heute haben es Frauen einfacher als itzo, aber das war nicht immer so, sondern ist so gewachsen.

Kennst du den Weltbild-Versand? Die verkaufen vor allem Bücher. Falls du einen Katalog von denen hast, blättere den mal durch. Da findest du jede Menge Bücher über Frauen in der Geschichte. Oft bestand die Leistung dieser Frauen lediglich darin, daß sie mit einem berühmten Mann wie Goethe in Briefkontakt waren. Merkwürdigerweise findet man über Goethe dann aber oft gar kein Buch... Wie kommt das nur?

Ja, ich kenne diesen unsäglichen Verlag, aber mach dir mal keine Sorgen wegen Goethe, ein paar Zahlen gefällig? Ich hab mal bei Amazon geschaut, wieviele Hits man so bekommt, wenn man die bekanntesten deutschsprachigen Schriftstellerinnen abruft...

Sophie von La Roche 2
Catharina Regina von Greiffenberg 6
Caroline Schlegel-Schelling 10
Else Buschheuer 13
Sophie Mereau 17
Caroline von Günderode 21
Ulla Hahn 32
Monika Maron 33
Ina Seidel 35
Luise F. Pusch 44
Marieluise Fleißer 48
Nelly Sachs 50
Rahel Varnhagen 51
Alice Schwarzer 54
Ilse Aichinger 58
Mare von Ebner-Eschenbach 71
Friederike Mayröcker 84
Sarah Kirsch 89
Rose Ausländer 95
Else Lasker-Schüler 101
Bettine von Arnim 105
Elfriede Jelinek 124
Ricarda Huch 136
Anna Seghers 153
Doris Lessing 160
Marie Luise Kaschnitz 176
Gabriele Wohmann 193
Anette von Droste-Hülshoff 210
Christa Wolf 242
Ingeborg Bachmann 266
Hedwig Courths-Mahler 274
Hildegard von Binden 306

So und jetzt kommen wir mal zu bekannten männlichen Schriftstellern ...

Georg Christoph Lichtenberg 240
Gotthold Ephraim Lessing 250
Günter Grass 407
Friedrich Hölderlin 449
Jacob und Wilhelm Grimm 855
Theodor Fontane 954
Thomas Mann 962
Friedrich Schiller 996

und

Johann Wolfgang von Goethe 2913

Wie du siehst, du brauchst dir keinerlei Sorgen über Goethe zu machen,zu dem gibt es genug Bücher...

Auf Briefmarken-Serien der deutschen Post werden seit über 10 Jahren grundsätzlich nur noch Frauen dargestellt. Es ist nicht mehr modern, Leistungen von Männern zu würdigen.

Die Leistungen von Männern wurden bereits gewürdigt, und zwar fast ausschließlich, man musste schon Königin Victoria sein, um mal auf ne Briefmarke zu kommen.

Zwar haben diese Leistungen unsere heutige Welt entscheidend bestimmt, aber das interessiert auch kaum jemanden. Es sind ja nur Männer, und es ist nicht mehr "in", Männer irgendwie zur Kenntnis zu nehmen.

Das ist Unsinn! Wenn irgendjemandes Leistung heute in aller Gedächtnis ist, dann die von Galileo, Columbus, Gauß, Beethoven, Bismarck, Schliemann, Alexander dem Großen, Cäsar, Napoleon, Friedrich dem Großen, Adenauer, Helmut Kohl, Einstein, Kant und Karl dem Großen!
Wer kennt schon Ada Lovelace? Pauline I. zur Lippe? Bertha von Suttner? Christiane Nüsslein-Vollhard? Lise Meitner? Maria Sibylla Merian? Maria Goeppert Mayer? Hannah Arendt, Sappho oder auch nur alle von mir genannten Schriftstellerinnen weiter oben?
Und wer vor allem lernt etwas über diese Personen in der Schule?

Zwar sind es auch heute noch, wo Frauen definitiv auch in der Wissenschaft alle Tore weit offen stehen und sie sogar in viele Fachgebiete förmlich hinein gefördert werden, überwiegend Männer, die die Entwicklung vorantreiben, aber auch das interessiert nicht.

Woher weißt du denn, dass es Männer sind, die die Entwicklung vorantreiben? Zweitens würde ich mal sagen, dass man nicht von heute auf morgen dazu kommt, Prof oder Forschungsleiterin an einer Uni zu werden, die Generation, die da jetzt dran ist, genoß noch nicht diese Förderung.

Nur Leistungen von Frauen zählen - Leistungen von Männern gelten als selbstverständlich und werden nicht mehr sonderlich gewürdigt. Es ist wohl wirklich nur noch eine Frage der Zeit, bis auch bei der Vergabe des Nobelpreises nicht mehr die Leistung, sondern nur noch das Geschlecht zählt.

Kaum – sag mir doch mal, wie viele Frauen unter den letzten NobelpreisträgerInnen waren?
Die Leistungen von Männern sind bei uns eine Selbstverständlichkeit, ja, so selbstverständlich, dass sie jedes Kind in der Schule lernt!

DAS ist echter Sexismus, Xenia.

Ja, allerdings!

Xenia

Re: Igitt - Frauen!

Andreas, Sunday, 31.08.2003, 00:59 (vor 8194 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von Xenia am 30. August 2003 14:15:46:

Ja, ich kenne diesen unsäglichen Verlag, aber mach dir mal keine Sorgen wegen Goethe, ein paar Zahlen gefällig? Ich hab mal bei Amazon geschaut, wieviele Hits man so bekommt, wenn man die bekanntesten deutschsprachigen Schriftstellerinnen abruft...

Naja, Alice Schwarzer kann man wohl nicht als "Schriftstellerin" bezeichnen, höchstens als geistesgestörte Kranke. Wenn die anderen Schriftstellerinnen nicht bekannt sind, dann liegt das wahrscheinlich eher daran, daß deren "Werke" beim Lesen die Füße einschlafen lassen.

Zwar haben diese Leistungen unsere heutige Welt entscheidend bestimmt, >Wer kennt schon Ada Lovelace? Pauline I. zur Lippe? Bertha von Suttner? Christiane Nüsslein-Vollhard? Lise Meitner? Maria Sibylla Merian? Maria Goeppert Mayer? Hannah Arendt, Sappho oder auch nur alle von mir genannten Schriftstellerinnen weiter oben?

Offengestanden geht es mir langsam auf die Nerven, immer wieder dieselben Namen von Frauen zu lesen, deren Leistung im Grunde genommen das Mittelmaß kaum übersteigt, die aber im Zuge des heutigen Frauenverherrlichungswahns zu Göttinnen hochstilisiert werden.
Lise Meitner war sicher eine gute Physikerin, aber eben nichts Weltbewegendes. Dasselbe gilt auch für Ada Lovelace. Der Kult um Ada Lovelace nimmt mittlweile sogar schon groteske Züge an. Ich kann das deswegen gut beurteilen, weil ich Informatik studiert habe und miterleben konnte, wie Ada von den politisch korrekten Frauenbeauftragten zur "Gründerin" der Informatik hochgeschaukelt wurde. Die Quotenfrau der Informatik wurde sogar als "Erfinderin der Rechenmaschine" bezeichnet, obwohl schon Wilhelm Schickard zwei Jahrhunderte vorher auf demselben Weg war. Absurder gehts ja wohl kaum. Ich bewerte Menschen nach dem was sie tun und danach, wie ihr Werk die Welt verändert. Und da schneidet ein Seymour Cray, der mit Bleistift und Papier einen Supercomputer nach dem andern entwickelte, wesentlich besser ab als eine Ada Lovelace.

Re: Igitt - Frauen!

Xenia, Saturday, 06.09.2003, 16:56 (vor 8187 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von Andreas am 30. August 2003 21:59:23:

Ja, ich kenne diesen unsäglichen Verlag, aber mach dir mal keine Sorgen wegen Goethe, ein paar Zahlen gefällig? Ich hab mal bei Amazon geschaut, wieviele Hits man so bekommt, wenn man die bekanntesten deutschsprachigen Schriftstellerinnen abruft...

Naja, Alice Schwarzer kann man wohl nicht als "Schriftstellerin" bezeichnen, höchstens als geistesgestörte Kranke. Wenn die anderen Schriftstellerinnen nicht bekannt sind, dann liegt das wahrscheinlich eher daran, daß deren "Werke" beim Lesen die Füße einschlafen lassen.

Du hast noch nie Wilhelm Meister gelesen, oder?

Zwar haben diese Leistungen unsere heutige Welt entscheidend bestimmt, >Wer kennt schon Ada Lovelace? Pauline I. zur Lippe? Bertha von Suttner? Christiane Nüsslein-Vollhard? Lise Meitner? Maria Sibylla Merian? Maria Goeppert Mayer? Hannah Arendt, Sappho oder auch nur alle von mir genannten Schriftstellerinnen weiter oben?

Offengestanden geht es mir langsam auf die Nerven, immer wieder dieselben Namen von Frauen zu lesen, deren Leistung im Grunde genommen das Mittelmaß kaum übersteigt, die aber im Zuge des heutigen Frauenverherrlichungswahns zu Göttinnen hochstilisiert werden.

Ich finde es sehr nett von dir, dass du meine These bezüglich eurer Würdigung von Leistungen, die ausnahmsweise mal von einer Frau kamen, unterstützt, aber das wäre wirklich nicht nötig gewesen. Nebenbei bemerkt: ich bezweifle mal, dass du Pauline I. zur Lippe kennst

Lise Meitner war sicher eine gute Physikerin, aber eben nichts Weltbewegendes. Dasselbe gilt auch für Ada Lovelace. Der Kult um Ada Lovelace nimmt mittlweile sogar schon groteske Züge an. Ich kann das deswegen gut beurteilen, weil ich Informatik studiert habe und miterleben konnte, wie Ada von den politisch korrekten Frauenbeauftragten zur "Gründerin" der Informatik hochgeschaukelt wurde. Die Quotenfrau der Informatik wurde sogar als "Erfinderin der Rechenmaschine" bezeichnet, obwohl schon Wilhelm Schickard zwei Jahrhunderte vorher auf demselben Weg war. Absurder gehts ja wohl kaum. Ich bewerte Menschen nach dem was sie tun und danach, wie ihr Werk die Welt verändert. Und da schneidet ein Seymour Cray, der mit Bleistift und Papier einen Supercomputer nach dem andern entwickelte, wesentlich besser ab als eine Ada Lovelace.

Ich bi der Meinung, dass Goethe vollkommen überschätzt wird, Droste-Hülshoff war die bessere Erzählerin, Hölderlin der bessere Lyriker, Lenz der bessere Dramatiker und Schiller hat die besseren theoretischen Texte verfasst (keine Dozentin würde heute mehr den gedanklichen Wirrwarr, den Johann W. da verpatzt hat als Hausarbeit annehmen). Trotzdem gibt es heute eine Unemngen an Geld verschlingende und dabei so überflüssig wie ein Kropf seiende Goethe-Forschung, die sich mit so wunderbaren Sachen befasst, wie der Frage, ob denn nun der rechtschreibfehler in Faust II Vers hassenichgesehen etwas bedeutet oder nicht. Das ist die wahre Verschwendung von Steuergeldern

Xenia

Re: Igitt - Frauen!

AJM, Monday, 01.09.2003, 16:24 (vor 8192 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von Xenia am 30. August 2003 14:15:46:

Ich bin mit der Quote auch nicht unbedingt glücklich, kenne aber derzeit keine besere Regelung, um die Frauen in die Arbeitswelt reinzudrücken.<<

Warum soll man jemanden in die Arbeitswelt "reindrücken"? Wer es nicht freiwillig will und kann, sollte es doch besser erst gar nicht machen.

Gruß

AJM (eigentlich Andreas, aber davon gibts hier schon einige)

Re: Igitt - Frauen!

Xenia, Saturday, 06.09.2003, 16:57 (vor 8187 Tagen) @ AJM

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von AJM am 01. September 2003 13:24:43:

Ich bin mit der Quote auch nicht unbedingt glücklich, kenne aber derzeit keine besere Regelung, um die Frauen in die Arbeitswelt reinzudrücken.<<

Warum soll man jemanden in die Arbeitswelt "reindrücken"? Wer es nicht freiwillig will und kann, sollte es doch besser erst gar nicht machen.

ich würde mal sagen, der Widerstand kommt eher von der Seite, die etwas hereingedrückt bekommt.

Gruß
AJM (eigentlich Andreas, aber davon gibts hier schon einige)

Dann such dir doch einen ganz anderen Nick ...

Xenia

Re: Igitt - Frauen!

Garfield, Monday, 01.09.2003, 16:57 (vor 8192 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von Xenia am 30. August 2003 14:15:46:

Hallo Xenia!

Diese Liste finde ich ohnehin unsinnig. Man kann die Leistung eines Goethe oder Beethoven nicht mit der Leistung eines Einstein oder Hahn vergleichen. Alle vier haben Großes geleistet und waren auf ihre Weise genial, aber eben in unterschiedlichen Bereichen. Überhaupt gibt es viele Menschen, die Großes geleistet haben, aber heute fast vergessen sind.

"Das ist Unsinn, Feministinnen fordern nur gleiche Anekrennung für gleiche Leistung, nicht mehr und nicht weniger."

Tun sie das? Manche tun wirklich nicht mehr und nicht weniger. Aber wie kommt es dann, daß es bis heute nur sehr wenige Feministinnen gibt, die eine Wehrpflicht für Frauen fordern?

Hast du dir eigentlich schon mal bewußt gemacht, wie das Wahlrecht entstanden ist und welchen Grund es hatte, daß Frauen früher nicht wählen durften? Die früheste Form von Wahlen waren Volksversammlungen. Das war damals noch möglich, weil die Menschen in relativ kleinen Gruppen zusammen lebten. So konnten sie sich versammeln und über wichtige Fragen abstimmen. Diese Versammlungen hatten ähnliche Kompetenzen wie die heutigen Parlamente. Sie konnten z.B. auch entscheiden, ob gegen einen anderen Stamm Krieg geführt wird oder nicht. Nun war es aber zu allen Zeiten und bei fast allen Völkern so, daß nur die Männer zum Kriegsdienst verpflichtet waren. Das wurde aus zwei Gründen so gehalten: Erstens konnten viele Frauen von wenigen Männern schwanger werden, während viele Männer bei wenigen Frauen keine Erhöhung der Geburten bewirken konnten. Es war also wichtig, das Leben von Frauen möglichst nicht durch gefährliche Tätigkeiten aufs Spiel zu setzen. Zweitens war die Körperkraft in früheren Zeiten im Krieg weit entscheidender als heute, und da waren die Frauen den Männern nun einmal unterlegen. Deshalb waren sie eben meist nicht zum Kriegsdienst verpflichtet. Und man sah es nun logischerweise so, daß nur diejenigen, die in den Krieg ziehen und dabei ihr Leben riskieren müssen, auch darüber entscheiden können, ob es Krieg gibt oder nicht. Deshalb wurde es meist so gehalten, daß nur Männer an solchen Versammlungen teilnahmen.

Aus diesem Grunde waren früher auch die meisten Herrscher männlich. In weniger entwickelten Gesellschaften führten sie die Männer nämlich auch selbst in den Krieg. Manchmal (z.B. bei germanischen Völkern) war es sogar so, daß ein Anführer nur für die Kriegszeit bestimmt wurde. Da Frauen nicht zum Kriegsdienst verpflichtet waren, war es auch nicht möglich, daß sie solch eine Position bekleideten. Erst als dann die Staaten größer wurden und immer mehr Menschen umfaßten und als nicht mehr unbedingt jeder Herrscher selbst mit in die Schlacht ziehen mußte, kam es immer öfter vor, daß auch Frauen als Herrscher eingesetzt wurden bzw. sich selbst zur Herrscherin machten.

Heute haben wir nun die Situation, daß Frauen zwar das Wahlrecht haben, nicht aber die Wehrpflicht. Das bedeutet, daß Frauen mit ihren Stimmen einer Partei zur Macht verhelfen können, die dann einen Krieg anzettelt, den aber allein die Männer ausfechten müssen. Was ja in den 30er Jahren in Deutschland auch passiert ist, denn die NSdAP hat damals sehr viele Stimmen von Frauen bekommen. Klar fiel der Krieg dann später auch auf die Frauen zurück, aber erstens starben weniger Frauen als Männer und zweitens war das so Anfang der 30er Jahre für viele Menschen noch nicht vorhersehbar. Die Frauen, die Hitler wählten, rechneten also damit, daß sie selbst, falls er einen Krieg beginnt, davon maximal wie im Ersten Weltkrieg durch Lebensmittelknappheit und/oder Verlust von männlichen Angehörigen betroffen sein würden. Und das glaubten sie offensichtlich in Kauf nehmen zu können.

Da haben wir also schon mal ein Beispiel für ein Recht, das Frauen haben, ohne die entsprechenden Pflichten tragen zu müssen. Als Feministinnen im 19./20. Jahrhundert das Wahlrecht auch für Frauen forderten, war nie die Rede davon, daß Frauen dann auch Wehrdienst ableisten sollen.

"Ich bin mit der Quote auch nicht unbedingt glücklich, kenne aber derzeit keine besere Regelung, um die Frauen in die Arbeitswelt reinzudrücken."

Xenia, erkläre mir doch mal, wieso man jemanden unbedingt irgendwo hineindrücken muß! Wieso reicht es deiner Meinung nach nicht aus, wenn einfach alle Menschen dieselben Möglichkeiten haben?

"deswegen muss in diesem Forum eine Frau ja auch mindestens die Welt gerettet haben, ein Mittel gegen AIDS erfunden, eine glückliche Familie, keine Scheidung und trotzdem noch gut aussehen - erst dann würde man ihr wohl gestattetn, sie auch zu nominieren, weil alle anderen Frauen sich ja nicht mit den leistungen der Männer messen können."

? Nein, Xenia, es ist ja eben eher so, daß für diese Liste auch Frauen nominiert sind, die eben gerade nicht sonderlich viel geleistet haben! Nehmen wir nur mal Alice Schwarzer. Was glaubst du, hat sie getan, um sie zum "größten Deutschen" zu wählen? Hat sie den Frauen den Zugang zum Berufsleben ermöglicht? Hat sie die Einrichtung besserer Kindertagesstätten erreicht? Hat sie sonst irgendetwas wirklich Sinnvolles für irgendjemanden außer sich selbst geleistet?

Und nun schreibe bitte nicht, sie hätte einen Bewußtseinswandel bewirkt oder etwas in der Art. Weißt du - in der DDR waren viele Frauen voll berufstätig, und es gab auch mehr Frauen in Führungspositionen als in der Bundesrepublik. Auch Kinderbetreuungsmöglichkeiten waren überall ausreichend vorhanden. Und das alles, obwohl es in der DDR faktisch keine Frauenbewegung und keine "Emma" gab. Das allein zeigt schon, was Alice Schwarzer & Co in der Bundesrepublik wirklich bewirkt haben.

"...dass es Frauen gibt, die gleichwertige Leistungen wie Männer erbracht haben ist euch aber offenbar ein Dorn im Auge."

Wem ist das ein Dorn im Auge? Xenia, du solltest dich nicht darüber beklagen, daß dich andere pauschal kritisieren, wenn du selbst ständig mit Pauschal-Kritik um dich wirfst! Mein Beitrag bezog sich nicht auf Frauen, die wirklich etwas geleistet haben. Natürlich hat es immer auch solche Frauen gegeben. Mein Beitrag bezog sich darauf, daß heute von Frauen vielfach keine besonderen Leistungen mehr erwartet werden, sondern daß heute so ziemlich alles, was frau tut, als gewaltige Großtat eingestuft wird.

"Tja und warum? Weil die Frau eben das schwache Geschlecht ist."

Das hast du geschrieben! :-)

"Historisch gesehen stimmt das nicht, ja, heute haben es Frauen einfacher als itzo, aber das war nicht immer so, sondern ist so gewachsen."

Ich meinte es auch nicht historisch gesehen. Aber auch wenn du es so siehst, gab es in früheren Zeiten durchaus viele Situationen, wo Frauen Männern gegenüber klar bevorteilt waren. Man ging nämlich davon aus, daß Frauen aufgrund ihrer geringeren Körperkraft schlechtere Möglichkeiten dafür haben, ihren Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften. Deshalb hatten es Frauen immer einfacher, Unterstützung in jeglicher Form zu bekommen.

Wenn beispielsweise ein Handwerker starb und seiner Frau sein Unternehmen hinterließ, dann wurde ihr oft gestattet, dieses Unternehmen auch ohne Meister-Brief weiter zu betreiben. Das war ein großes Privileg, denn Männer durften selbstverständlich nur mit einem Meisterbrief ein Handwerksunternehmen betreiben.

Manchmal befreite man Händlerinnen auch einfach von Steuern. Man rechtfertigte das damit, daß diese Frauen (die meist unverheiratet oder verwitwet waren) sonst kein Einkommen hätten. Männlichen Händlern dagegen wurden Steuern nie aus Mildtätigkeit erlassen, ganz egal, wie arm sie waren.

Wenn ein männlicher Händler ohne Genehmigung auf einem Markt erwischt wurde, blühte ihm eine drastische Strafe und seine Ware wurde beschlagnahmt. Ab und zu erwischte man auch Händlerinnen ohne Genehmigung. Dann kam es häufig vor, daß sie dafür überhaupt nicht bestraft wurden. Manchmal bekamen sie sogar ihre Waren zurück, oder diese wurden gar nicht erst beschlagnahmt.

In Notzeiten wurden manchmal sogar Gesetze erlassen, die Frauen bestimmte Handels- oder Produktions-Privilegien sicherten. Bestimmte Produkte durften dann zur Weiterverarbeitung nur an Frauen abgegeben werden.

"Ich hab mal bei Amazon geschaut, wieviele Hits man so bekommt, wenn man die bekanntesten deutschsprachigen Schriftstellerinnen abruft..."

Ja, und wie kommt es dann, daß z.B. auf Briefmarken-Serien eben Männer wie Goethe nicht mehr berücksichtigt werden, dafür aber immer wieder Frauen auftauchen, die zwar durchaus auch etwas geleistet haben, aber eben doch nicht soviel, daß es gerechtfertigt wäre, Goethe, Schiller und andere bedeutende Personen dafür in den Hintergrund zu schieben?

"Die Leistungen von Männern wurden bereits gewürdigt, und zwar fast ausschließlich, man musste schon Königin Victoria sein, um mal auf ne Briefmarke zu kommen."

Ja, Königin Victoria war eben eine der Frauen, die die Geschichte entscheidend mitbestimmt haben. Deshalb wurden ihr auch entsprechende Ehren zuteil. Wenn man nun verlangt, daß andere Frauen, die nichts Vergleichbares geleistet haben, auch gleichermaßen geehrt werden sollen, und zwar nicht wegen ihrer Leistung, sondern nur, weil sie eben Frauen waren oder sind, dann hat das nichts mit Gleichberechtigung zu tun.

"Wenn irgendjemandes Leistung heute in aller Gedächtnis ist, dann die von Galileo, Columbus, Gauß, Beethoven, Bismarck, Schliemann, Alexander dem Großen, Cäsar, Napoleon, Friedrich dem Großen, Adenauer, Helmut Kohl, Einstein, Kant und Karl dem Großen!"

Ja, das liegt aber nur daran, daß sie die Welt nun einmal entscheidend beeinflußt haben (wenn auch nicht immer unbedingt positiv). Das können auch Radikalfeministinnen schlecht wegleugnen, und deshalb ist es nicht so einfach möglich, diese Männer ganz aus den Geschichtsbüchern zu verbannen.

"Wer kennt schon Ada Lovelace? Pauline I. zur Lippe? Bertha von Suttner? Christiane Nüsslein-Vollhard? Lise Meitner? Maria Sibylla Merian? Maria Goeppert Mayer? Hannah Arendt, Sappho oder auch nur alle von mir genannten Schriftstellerinnen weiter oben?"

Na ja, unbekannt sind diese Frauen schließlich auch nicht. Tatsächlich werden viele von ihnen heute ja auch durch Briefmarken, Bücher usw. umfassend gewürdigt. Und damit habe ich auch kein Problem. Mich stört eben nur, daß es heute modern ist, überall Frauen in den Vordergrund zu schieben und Männer entsprechend in den Hintergrund.

"Und wer vor allem lernt etwas über diese Personen in der Schule?"

Also, ich kann mir gut vorstellen, daß diese Frauen im Unterricht heute durchaus eine Rolle spielen. Auch in meiner Schulzeit, die nun schon ein paar Jährchen zurück liegt und praktisch ohne Einfluß der Frauenbewegung war, wurden einige dieser Namen durchaus erwähnt.

"Woher weißt du denn, dass es Männer sind, die die Entwicklung vorantreiben?"

Weil die meisten Nobelpreisträger beispielsweise nach wie vor Männer sind.

"Zweitens würde ich mal sagen, dass man nicht von heute auf morgen dazu kommt, Prof oder Forschungsleiterin an einer Uni zu werden, die Generation, die da jetzt dran ist, genoß noch nicht diese Förderung."

Ein Professor an der Uni treibt die Entwicklung nicht unbedingt voran. Trotzdem paßt das Beispiel gut: Gerade an Universitäten tut man sehr viel, um Frauen hineinzufördern. Manchmal bleiben dieses Bemühungen mangels Bewerberinnen weitgehend erfolglos, und wenn man dann schon mal eine Frau findet, dann gibt es immer wieder das Problem, daß sie nach ein paar Jahren schon wieder aufhört, weil sie sich nun auf Familie und Kinder konzentrieren möchte...

Meine Verlobte hat das im Kleinen vor kurzem bei einer Betriebsratswahl erlebt:

Der Betriebsrat sollte neu gewählt werden, und eine der beiden Frauen im Betriebsrat verließ das Unternehmen. Nun war die Betriebsratsvorsitzende die einzige Frau im Betriebsrat. Deshalb wurde eine Frau als Kandidatin gesucht. Es ging also nicht um Kompetenz, sondern einzig und allein um das Geschlecht. Das Problem bestand dann schonmal darin, daß sich keine Frau bereit erklärte, zu kandidieren. Im Produktionsbereich arbeiten nur Männer, und so blieben nur die Frauen in der Buchhaltung als potenzielle Kandidatinnen übrig. Meine Verlobte hatte schon Lust dazu, aber sie war noch nicht lange im Unternehmen und wollte sich deshalb eigentlich nicht aufstellen lassen.

Eine Kollegin von ihr ist schon über 10 Jahre dort. Meine Verlobte fragte sie, ob sie nicht kandidieren möchte, aber sie meinte, darauf hätte sie keine Lust. Da müsse man sich ja mit den Chefs anlegen...

Da auch alle anderen Kolleginnen ablehnten, hat meine Verlobte sich dann doch aufstellen lassen. Die Betriebsratsvorsitzende sagte ihr dann schon mal, daß sie auf jeden Fall in den Betriebsrat kommt, wegen Frauenquote. Selbst wenn sie also niemand gewählt hätte, wäre sie rein gekommen. Es hätte also auch eine total unbeliebte und inkompetente Kollegin kandidieren können - die wäre dann auch auf jeden Fall im Betriebsrat gewesen...

Tatsächlich hat sie aber durchaus viele Stimmen bekommen und wäre auch ohne Quote in den Betriebsrat gekommen. Das war auch wieder interessant. Manche ihrer Kolleginnen haben wahrscheinlich für sie gestimmt. Die Kollegin, die ihr gesagt hatte, daß sie selbst nicht kandidieren möchte, hat aber mit Sicherheit nicht für sie gestimmt. Meine Verlobte merkte nämlich deutlich, daß sie stinksauer war, weil sie sich hat aufstellen lassen. Und daß sie ihr das nicht gönnte. Sie machte dann später auch immer Bemerkungen wie z.B. "ich werde bestimmt bald entlassen, aber du hast durch den Betriebsrat ja Kündigungsschutz", und wenn meine Verlobte mal bei einer Betriebsratsversammlung war, fragte sie ständig, was sie denn da die ganze Zeit machen würden.

In dem Unternehmen arbeiten überwiegend Männer, aber vor allem in der Produktion. Die kennen die Frauen aus der Buchhaltung kaum. Offensichtlich haben viele Männer meine Verlobte gewählt, weil ihnen ein weiblicher Name sympathischer erschien. Soviel zum Märchen, daß Männer Frauen angeblich überall heraushalten wollen.

Genauso läuft das auch in anderen Bereichen ab. Wenn eine Frau wirklich etwas erreichen will, stehen ihr heute überall Türen und Tore offen. Wenn es trotzdem so wenige Frauen gibt, die viel erreichen, dann liegt das also nicht daran, daß sie das nicht können, sondern einfach nur daran, daß sie das nicht wollen.

Denn das Problem dabei ist: Um viel zu erreichen, muß man meist auch viel tun. Das kann man sich aber prima ersparen, wenn man jemand anderen hat, der das erledigen kann. Und wenn man sich dann ganz ohne eigene Leistung in seinem Erfolg mit sonnen und von den Früchten seiner Arbeit wesentlich mit profitieren kann.

"Kaum – sag mir doch mal, wie viele Frauen unter den letzten NobelpreisträgerInnen waren?"

Xenia, du meinst doch nicht im Ernst, daß die bösen Männer den armen, intensiv forschenden Frauen den Nobelpreis verweigern oder ihnen sogar noch die Früchte ihre Forschungsarbeit stehlen? :-) Nenne mir doch mal Frauen, die deiner Meinung nach den Nobelpreis verdient hätten!

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Igitt - Frauen!

Jolanda, Monday, 01.09.2003, 17:06 (vor 8192 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von Garfield am 01. September 2003 13:57:12:

Hallo Garfield

Also ich würde sagen, das Wahlrecht hat hier in unseren Breitengraden wohl nur noch sehr wenig mit Krieg zu tun oder?

Ich gehe das ganze Jahr unzählige male wählen, es geht dabei aber nie um Krieg oder was ähnliches. Und dass die Wehrpflicht nicht abgeschafft wird, das hat hier bei uns in der Schweiz mehr mit den Männern zu tun, die wollen sie nämlich nicht aufgeben, wir haben hier eine ganz schön starke Männerlobby für die Wehrpflicht.

Also auch wenn Frauen keine Wehrpflicht leisten, heisst das noch lange nicht, dass sie nicht das Recht haben zu wählen oder abzustimmen.

Ich wäre eh für eine Berufsarmee mit freiwilligen Soldaten/Soldatinnen.

Ich würde keinen dazu zwingen, auch keinen Mann!

Nur ich stosse hier oftmals auf Widerstand vor allem bei meinen männlichen Kollegen.

Es grüsst dich
Jolanda

Re: Igitt - Frauen!

Garfield, Monday, 01.09.2003, 19:43 (vor 8192 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von Jolanda am 01. September 2003 14:06:28:

Hallo Jolanda!

Doch doch, die Wehrplicht hat schon was mit Wahlrecht zu tun! Das war wirklich der primäre Grund, wieso Frauen in früheren Zeiten zu diesem Versammlungen, in denen eben auch über Krieg oder Frieden entschieden wurde, oft nicht zugelassen waren. Und es war auch der eigentliche Grund, wieso in der Schweiz die Frauen vor 1972 nicht wählen durften.

Ansonsten stimme ich dir völlig zu. Ich halte ebenfalls nichts davon, auch noch einen Zwangsdienst für Frauen einzuführen, sondern plädiere dafür, Zwangsdienste auch für Männer generell abzuschaffen. Dann gibt es nämlich auch nicht mehr diesen Widerspruch der sich nun einmal ergibt, wenn Frauen einerseits über Wahlen durchaus auch über Krieg und Frieden mitbestimmen können, andererseits aber die Folgen nicht in gleichem Maße zu tragen haben wie die Männer.

Bei einer Berufsarmee kann jeder frei entscheiden, ob er oder sie dort eintreten und dann eventuell sein Leben riskieren möchte oder nicht. Deshalb sehe ich diesen Widerspruch bei einer Berufsarmee nicht.

Herzliche Grüße
von Garfield

Re: Igitt - Frauen!

Xenia, Saturday, 06.09.2003, 17:31 (vor 8187 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von Garfield am 01. September 2003 13:57:12:

Hallo, Garfield

Diese Liste finde ich ohnehin unsinnig. Man kann die Leistung eines Goethe oder Beethoven nicht mit der Leistung eines Einstein oder Hahn vergleichen.

Alle vier haben Großes geleistet und waren auf ihre Weise genial, aber eben in unterschiedlichen Bereichen. Überhaupt gibt es viele Menschen, die Großes geleistet haben, aber heute fast vergessen sind.

Frauen z.B....

"Das ist Unsinn, Feministinnen fordern nur gleiche Anekrennung für gleiche Leistung, nicht mehr und nicht weniger."
Tun sie das? Manche tun wirklich nicht mehr und nicht weniger. Aber wie kommt es dann, daß es bis heute nur sehr wenige Feministinnen gibt, die eine Wehrpflicht für Frauen fordern?

Vermutlich deswegen, weil feministinnen meistens gegen Krieg sind und die Bundeswehr lieber ganz abgeschafft sehen würden, als rauen da noch mit reinzunehmen.

Hast du dir eigentlich schon mal bewußt gemacht, wie das Wahlrecht entstanden ist und welchen Grund es hatte, daß Frauen früher nicht wählen durften?

Frauen waren unberechenbare Tiere bzw eine modiizierte Form von Skalven

Die früheste Form von Wahlen waren Volksversammlungen. Das war damals noch möglich, weil die Menschen in relativ kleinen Gruppen zusammen lebten. So konnten sie sich versammeln und über wichtige Fragen abstimmen. Diese Versammlungen hatten ähnliche Kompetenzen wie die heutigen Parlamente. Sie konnten z.B. auch entscheiden, ob gegen einen anderen Stamm Krieg geführt wird oder nicht. Nun war es aber zu allen Zeiten und bei fast allen Völkern so, daß nur die Männer zum Kriegsdienst verpflichtet waren.

Von welcher Zeit reden wir denn jetzt?

Das wurde aus zwei Gründen so gehalten: Erstens konnten viele Frauen von wenigen Männern schwanger werden, während viele Männer bei wenigen Frauen keine Erhöhung der Geburten bewirken konnten. Es war also wichtig, das Leben von Frauen möglichst nicht durch gefährliche Tätigkeiten aufs Spiel zu setzen. Zweitens war die Körperkraft in früheren Zeiten im Krieg weit entscheidender als heute, und da waren die Frauen den Männern nun einmal unterlegen. Deshalb waren sie eben meist nicht zum Kriegsdienst verpflichtet. Und man sah es nun logischerweise so, daß nur diejenigen, die in den Krieg ziehen und dabei ihr Leben riskieren müssen, auch darüber entscheiden können, ob es Krieg gibt oder nicht. Deshalb wurde es meist so gehalten, daß nur Männer an solchen Versammlungen teilnahmen.
Aus diesem Grunde waren früher auch die meisten Herrscher männlich. In weniger entwickelten Gesellschaften führten sie die Männer nämlich auch selbst in den Krieg. Manchmal (z.B. bei germanischen Völkern) war es sogar so, daß ein Anführer nur für die Kriegszeit bestimmt wurde. Da Frauen nicht zum Kriegsdienst verpflichtet waren, war es auch nicht möglich, daß sie solch eine Position bekleideten. Erst als dann die Staaten größer wurden und immer mehr Menschen umfaßten und als nicht mehr unbedingt jeder Herrscher selbst mit in die Schlacht ziehen mußte, kam es immer öfter vor, daß auch Frauen als Herrscher eingesetzt wurden bzw. sich selbst zur Herrscherin machten.

Die früheste Form der Weitergabe von Macht war das Geburtsrecht, soweit ich weiß.

Heute haben wir nun die Situation, daß Frauen zwar das Wahlrecht haben, nicht aber die Wehrpflicht. Das bedeutet, daß Frauen mit ihren Stimmen einer Partei zur Macht verhelfen können, die dann einen Krieg anzettelt, den aber allein die Männer ausfechten müssen.

Krieg betrifft auch immer das Land, das Krieg führt.

Was ja in den 30er Jahren in Deutschland auch passiert ist, denn die NSdAP hat damals sehr viele Stimmen von Frauen bekommen. Klar fiel der Krieg dann später auch auf die Frauen zurück, aber erstens starben weniger Frauen als Männer und zweitens war das so Anfang der 30er Jahre für viele Menschen noch nicht vorhersehbar. Die Frauen, die Hitler wählten, rechneten also damit, daß sie selbst, falls er einen Krieg beginnt, davon maximal wie im Ersten Weltkrieg durch Lebensmittelknappheit und/oder Verlust von männlichen Angehörigen betroffen sein würden. Und das glaubten sie offensichtlich in Kauf nehmen zu können.

Zu dieser Zeit haben die meisten Frauen das gewählt, was ihr Ehemann oder ihre Eltern wählten. ausserdem würde mich mal die Motivation der Männer bei dieser Wahl interessieren, nahmen die etwa keinen Krieg in Kauf?

Da haben wir also schon mal ein Beispiel für ein Recht, das Frauen haben, ohne die entsprechenden Pflichten tragen zu müssen. Als Feministinnen im 19./20. Jahrhundert das Wahlrecht auch für Frauen forderten, war nie die Rede davon, daß Frauen dann auch Wehrdienst ableisten sollen.

Dafür haben Männer jahrhundertlang gesetze entschieden, die fast nur Frauen betrafen (Abtreibungsrecht!), ohne das diese jedoch mit entscheiden durften, auch nicht schlecht, mal abgesehen davon, das Männer durch ihre Wahlen (an denen keine Fraen teilnehmen durften) auch jedesmal über den Kopf der Frau hinweg über ihr Schicksal entschieden. Natürlich ging es den Frauen damals nicht u die Wehrpflicht, sondern darum, dass Frauen mitentscheiden durften, aus wem sich die Regierung, die auch Entscheidungen traf, die Frauen betraf, zusammensetzte - das erscheint mir nur fair.

"Ich bin mit der Quote auch nicht unbedingt glücklich, kenne aber derzeit keine besere Regelung, um die Frauen in die Arbeitswelt reinzudrücken."
Xenia, erkläre mir doch mal, wieso man jemanden unbedingt irgendwo hineindrücken muß! Wieso reicht es deiner Meinung nach nicht aus, wenn einfach alle Menschen dieselben Möglichkeiten haben?

Na wenn es so wäre, wäre es ja schön, nur ist es ja (praktisch) leider nicht so -

"deswegen muss in diesem Forum eine Frau ja auch mindestens die Welt gerettet haben, ein Mittel gegen AIDS erfunden, eine glückliche Familie, keine Scheidung und trotzdem noch gut aussehen - erst dann würde man ihr wohl gestattetn, sie auch zu nominieren, weil alle anderen Frauen sich ja nicht mit den leistungen der Männer messen können."
? Nein, Xenia, es ist ja eben eher so, daß für diese Liste auch Frauen nominiert sind, die eben gerade nicht sonderlich viel geleistet haben!

Wohingegen ja Harald Juhnke oder Thomas Gottschalk die Welt gerettet haben, oder wie? Es werden ja nicht auch nur Männer nominiert, die wahre Idole sind, sondern einfach nur Ausschuß bis unbedeutend!

Nehmen wir nur mal Alice Schwarzer. Was glaubst du, hat sie getan, um sie zum "größten Deutschen" zu wählen? Hat sie den Frauen den Zugang zum Berufsleben ermöglicht? Hat sie die Einrichtung besserer Kindertagesstätten erreicht? Hat sie sonst irgendetwas wirklich Sinnvolles für irgendjemanden außer sich selbst geleistet?
Und nun schreibe bitte nicht, sie hätte einen Bewußtseinswandel bewirkt oder etwas in der Art. Weißt du - in der DDR waren viele Frauen voll berufstätig, und es gab auch mehr Frauen in Führungspositionen als in der Bundesrepublik. Auch Kinderbetreuungsmöglichkeiten waren überall ausreichend vorhanden. Und das alles, obwohl es in der DDR faktisch keine Frauenbewegung und keine "Emma" gab. Das allein zeigt schon, was Alice Schwarzer & Co in der Bundesrepublik wirklich bewirkt haben.

Na, was hat denn Thomas Gottschalk geleistet? Und schreibe bitte nicht, dass er unsre Herzen erfreut hat...

"...dass es Frauen gibt, die gleichwertige Leistungen wie Männer erbracht haben ist euch aber offenbar ein Dorn im Auge."
Wem ist das ein Dorn im Auge? Xenia, du solltest dich nicht darüber beklagen, daß dich andere pauschal kritisieren, wenn du selbst ständig mit Pauschal-Kritik um dich wirfst! Mein Beitrag bezog sich nicht auf Frauen, die wirklich etwas geleistet haben. Natürlich hat es immer auch solche Frauen gegeben. Mein Beitrag bezog sich darauf, daß heute von Frauen vielfach keine besonderen Leistungen mehr erwartet werden, sondern daß heute so ziemlich alles, was frau tut, als gewaltige Großtat eingestuft wird.

Na, das ist meiner Meinung nach mal ein Anfang, es den Männern gleichzutun - was sollen eigentlich diese ganzen Ehrungen, für die Nationalmannschaftspieler von 1954, die haben nur ein verdammtes Fussballspiel gewonnen, herrgotnochmal!

"Tja und warum? Weil die Frau eben das schwache Geschlecht ist."
Das hast du geschrieben! :-)

Das war ironie :-D

"Historisch gesehen stimmt das nicht, ja, heute haben es Frauen einfacher als itzo, aber das war nicht immer so, sondern ist so gewachsen."
Ich meinte es auch nicht historisch gesehen. Aber auch wenn du es so siehst, gab es in früheren Zeiten durchaus viele Situationen, wo Frauen Männern gegenüber klar bevorteilt waren. [...]
In Notzeiten wurden manchmal sogar Gesetze erlassen, die Frauen bestimmte Handels- oder Produktions-Privilegien sicherten. Bestimmte Produkte durften dann zur Weiterverarbeitung nur an Frauen abgegeben werden.

Sag mal, wo liest du denn das alles?

"Ich hab mal bei Amazon geschaut, wieviele Hits man so bekommt, wenn man die bekanntesten deutschsprachigen Schriftstellerinnen abruft..."
Ja, und wie kommt es dann, daß z.B. auf Briefmarken-Serien eben Männer wie Goethe nicht mehr berücksichtigt werden, dafür aber immer wieder Frauen auftauchen, die zwar durchaus auch etwas geleistet haben, aber eben doch nicht soviel, daß es gerechtfertigt wäre, Goethe, Schiller und andere bedeutende Personen dafür in den Hintergrund zu schieben?

Wer braucht eine Briefmarke von Goethe, den kennt doch eh jeder ...
ich sehe ehrlich gesagt nicht, wo das Problem ist, von mir aus können die so viele Frauen auf ihre briefmarken knallen, wie sie wollen, was soll's? Die Erinnerung und die Presie kriegen eh die Männer.

"Die Leistungen von Männern wurden bereits gewürdigt, und zwar fast ausschließlich, man musste schon Königin Victoria sein, um mal auf ne Briefmarke zu kommen."
Ja, Königin Victoria war eben eine der Frauen, die die Geschichte entscheidend mitbestimmt haben. Deshalb wurden ihr auch entsprechende Ehren zuteil. Wenn man nun verlangt, daß andere Frauen, die nichts Vergleichbares geleistet haben, auch gleichermaßen geehrt werden sollen, und zwar nicht wegen ihrer Leistung, sondern nur, weil sie eben Frauen waren oder sind, dann hat das nichts mit Gleichberechtigung zu tun.

Und warum werden noch immer Männer geehrt, die nichts geleistet haben? Was macht so ein Fußballspieler?

"Wenn irgendjemandes Leistung heute in aller Gedächtnis ist, dann die von Galileo, Columbus, Gauß, Beethoven, Bismarck, Schliemann, Alexander dem Großen, Cäsar, Napoleon, Friedrich dem Großen, Adenauer, Helmut Kohl, Einstein, Kant und Karl dem Großen!"
Ja, das liegt aber nur daran, daß sie die Welt nun einmal entscheidend beeinflußt haben (wenn auch nicht immer unbedingt positiv). Das können auch Radikalfeministinnen schlecht wegleugnen, und deshalb ist es nicht so einfach möglich, diese Männer ganz aus den Geschichtsbüchern zu verbannen.

Aha, also nur, weil es die radfems noch nicht geschafft haben, sind die Menschen noch im Unterricht zu finden, sehr plausibel.

"Wer kennt schon Ada Lovelace? Pauline I. zur Lippe? Bertha von Suttner? Christiane Nüsslein-Vollhard? Lise Meitner? Maria Sibylla Merian? Maria Goeppert Mayer? Hannah Arendt, Sappho oder auch nur alle von mir genannten Schriftstellerinnen weiter oben?"
Na ja, unbekannt sind diese Frauen schließlich auch nicht. Tatsächlich werden viele von ihnen heute ja auch durch Briefmarken, Bücher usw. umfassend gewürdigt. Und damit habe ich auch kein Problem. Mich stört eben nur, daß es heute modern ist, überall Frauen in den Vordergrund zu schieben und Männer entsprechend in den Hintergrund.

Wer wird denn in den Hintergrund geschoben?

"Und wer vor allem lernt etwas über diese Personen in der Schule?"
Also, ich kann mir gut vorstellen, daß diese Frauen im Unterricht heute durchaus eine Rolle spielen. Auch in meiner Schulzeit, die nun schon ein paar Jährchen zurück liegt und praktisch ohne Einfluß der Frauenbewegung war, wurden einige dieser Namen durchaus erwähnt.

In meiner nicht, ausser ein oder zwei der Schriftstellerinnen, keine einzige.

"Woher weißt du denn, dass es Männer sind, die die Entwicklung vorantreiben?"
Weil die meisten Nobelpreisträger beispielsweise nach wie vor Männer sind.

Wenn also mehr Frauen den Nobelpreisgebkommen würden, dann hieße das für dich, dass also Frauen die Entwicklung vorantreiben?

"Zweitens würde ich mal sagen, dass man nicht von heute auf morgen dazu kommt, Prof oder Forschungsleiterin an einer Uni zu werden, die Generation, die da jetzt dran ist, genoß noch nicht diese Förderung."
Ein Professor an der Uni treibt die Entwicklung nicht unbedingt voran.

Naja, das kommt drauf an, jeder sicherlich nicht, aber sobald die Bezahlung endlich an das Leistungsniveau gekoppelt wird ...

Trotzdem paßt das Beispiel gut: Gerade an Universitäten tut man sehr viel, um Frauen hineinzufördern. Manchmal bleiben dieses Bemühungen mangels Bewerberinnen weitgehend erfolglos, und wenn man dann schon mal eine Frau findet, dann gibt es immer wieder das Problem, daß sie nach ein paar Jahren schon wieder aufhört, weil sie sich nun auf Familie und Kinder konzentrieren möchte...

Ich höre von vielen Naturwissenschaftlerinnen oder technikerinnen, dass sie einfach keine Lust mehr haben, mit Männern zusammenzuarbeiten.

Meine Verlobte hat das im Kleinen vor kurzem bei einer Betriebsratswahl erlebt:

[...]

Genauso läuft das auch in anderen Bereichen ab. Wenn eine Frau wirklich etwas erreichen will, stehen ihr heute überall Türen und Tore offen. Wenn es trotzdem so wenige Frauen gibt, die viel erreichen, dann liegt das also nicht daran, daß sie das nicht können, sondern einfach nur daran, daß sie das nicht wollen.

Was wäre eigentlich passiert, wenn es nicht diese Regelung gäbe, dass da eine Frau reingemusst hätte? Hätte man dann auch eine gewählt?

Denn das Problem dabei ist: Um viel zu erreichen, muß man meist auch viel tun. Das kann man sich aber prima ersparen, wenn man jemand anderen hat, der das erledigen kann. Und wenn man sich dann ganz ohne eigene Leistung in seinem Erfolg mit sonnen und von den Früchten seiner Arbeit wesentlich mit profitieren kann.

Ohne Zweifel gibt es viele Frauen, die an der Bequemlichkeitsmasche scheitern (und ohne Zweifel auch viele Männer), darum halte ich es für gut, viele zu ihrem Glück einfach auch zu zwingen

"Kaum – sag mir doch mal, wie viele Frauen unter den letzten NobelpreisträgerInnen waren?"
Xenia, du meinst doch nicht im Ernst, daß die bösen Männer den armen, intensiv forschenden Frauen den Nobelpreis verweigern oder ihnen sogar noch die Früchte ihre Forschungsarbeit stehlen? :-)

ich wollte nur andeuten, dass du dir keine Sorgen zu machen brauchst, der Nobelpreis wird noch lange lange an Männer verliehen werden.

Nenne mir doch mal Frauen, die deiner Meinung nach den Nobelpreis verdient hätten!

Tja, das kann ich eben nicht beurteilen, da ich nicht auf dem Neustesn Stand der Forschung in den Bereichen Wirtschaft, Physik oder Chemie bin. Insofern weiß ich auch nicht, ob die Wahl der Männer auch gerechtfertigt ist

Best wishes, Xenia

Re: Igitt - Frauen!

Garfield, Monday, 08.09.2003, 15:25 (vor 8185 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von Xenia am 06. September 2003 14:31:22:

Hallo Xenia!

"Überhaupt gibt es viele Menschen, die Großes geleistet haben, aber heute fast vergessen sind."

"Frauen z.B...."

Wer genau?

"Vermutlich deswegen, weil feministinnen meistens gegen Krieg sind und die Bundeswehr lieber ganz abgeschafft sehen würden, als rauen da noch mit reinzunehmen."

Ja ja, die friedliebenden Frauen... Also, Xenia, es gibt eine ganze Menge Feministinnen, die alles andere als friedliebend sind! Zu allen Zeiten hat es Feministinnen gegeben, die ihre Ziele auch mit Gewalt durchsetzen wollten. Z.B. mit Bombenanschlägen, Schüssen auf von ihnen gehaßte Männer usw. Der angebliche Pazifismus vieler Radikalfeministinnen ist also oftmals auch nur Show... Man braucht sich nur mal die Machwerke von Frauen wie Valerie Solanas oder Andrea Dworkin durchzulesen, um zu sehen, was für ein Haß und auch welches Gewaltpotenzial da oft vorhanden ist.

"Frauen waren unberechenbare Tiere bzw eine modiizierte Form von Skalven"

Woher hast du das denn? Zu allen Zeiten waren es überwiegend Männer, die harte, gefährliche und/oder schmutzige Arbeiten erledigten. Das ist bis heute weitgehend so geblieben. Eine Umfrage in den USA nach den unbeliebtesten Jobs hat ergeben, daß 9 der 10 dabei am häufigsten genannten Jobs Männerdomänen sind. Es sind weit überwiegend Männer, die gefährliche Arbeiten z.B. im Bergbau, bei der Feuerwehr oder auch in der Armee erledigen. Es sind weit überwiegend Männer, die körperlich schwere Arbeiten auf dem Bau oder in der Industrie erledigen. Es sind weit überwiegend Männer, die gesundheitsgefährdende Jobs erledigen. Auf den Filmaufnahmen, die beispielsweise während der ersten Arbeiten am verunglückten Reaktor im Kernkraftwerk Tschernobyl gedreht wurden, sieht man ausschließlich Männer. Die sind heute entweder tot oder schwer krank. Niemand wäre auf die Idee gekommen, Frauen dorthin zu schicken. Und kaum eine Frau hätte sich dafür freiwillig gemeldet.

Alle diese Arbeiten werden auch im Interesse von Frauen weit überwiegend von Männern erledigt. Deshalb werden Männer weit häufiger Opfer von Arbeitsunfällen, und deshalb liegt ihre Lebenserwartung auch unter der der Frauen.

Wer war und ist da also wessen Sklave?

"Die früheste Form der Weitergabe von Macht war das Geburtsrecht, soweit ich weiß."

Das glaube ich nicht, und es gibt auch keine Beweise dafür. Außerdem gab es in früheren Zeiten immer auch Kulturen, wo die Erblinie nicht über die Männer, sondern über die Frauen lief.

"Zu dieser Zeit haben die meisten Frauen das gewählt, was ihr Ehemann oder ihre Eltern wählten."

Nein, Xenia, da unterschätzt du die Frauen aber gewaltig! Sie hatten schon immer durchaus ihre eigene Meinung. Frau Wagner beispielsweise hat Hitler allein aus eigenem Antrieb unterstützt. In der Anfangszeit der NSdAP war es sogar häufig so, daß Frauen von Hitler begeistert waren und dann ihre Männer davon überzeugten, ihn zu unterstützen.

"Dafür haben Männer jahrhundertlang gesetze entschieden, die fast nur Frauen betrafen (Abtreibungsrecht!), ohne das diese jedoch mit entscheiden durften, auch nicht schlecht, mal abgesehen davon, das Männer durch ihre Wahlen (an denen keine Fraen teilnehmen durften) auch jedesmal über den Kopf der Frau hinweg über ihr Schicksal entschieden."

Abtreibung ist ein komplexes Thema. Hast du eigentlich eine Vorstellung davon, wie in früheren Zeiten Abtreibungen durchgeführt wurden? Und kannst du dir in etwa vorstellen, unter welchen Bedingungen überhaupt in früheren Zeiten Operationen vorgenommen wurden?

Gerade alles, was mit Geburten zusammen hing, lag bis vor wenigen Jahrhunderten noch weit überwiegend in den Händen der Frauen. Männer durften bei einer Geburt häufig noch nicht einmal anwesend sein. Erst im 18./19. Jahrhundert wurden Hebammen Ärzten unterstellt, die meist (aber nicht immer) männlich waren. Was übrigens prompt zu einer deutlichen Reduzierung der Müttersterblichkeit führte.

Außerdem betrifft eine Abtreibung keineswegs nur die Mutter, sondern immer auch den Vater des Kindes. Der muß heute gar nicht erst nach seiner Meinung gefragt werden.

"Natürlich ging es den Frauen damals nicht um die Wehrpflicht, sondern darum, dass Frauen mitentscheiden durften, aus wem sich die Regierung, die auch Entscheidungen traf, die Frauen betraf, zusammensetzte - das erscheint mir nur fair."

Klar - aber in der Zeit vor dem 18./19. Jahrhundert hatten Männer aus dem einfachen Volk dazu genausowenig Möglichkeiten wie ihre Frauen. Weil sie eben in der Zeit auch nicht mehr wehrpflichtig waren. Die Wehrpflicht wurde dann erst zusammen mit dem Wahlrecht wieder eingeführt (allerdings nicht überall).

"Na wenn es so wäre, wäre es ja schön, nur ist es ja (praktisch) leider nicht so - "

Na, dann erkläre mir doch mal, wo Frauen geringere Chancen haben als Männer!

"Wohingegen ja Harald Juhnke oder Thomas Gottschalk die Welt gerettet haben, oder wie? Es werden ja nicht auch nur Männer nominiert, die wahre Idole sind, sondern einfach nur Ausschuß bis unbedeutend!"

Klar. Aber Juhnke oder Gottschalk werden mit Sicherheit auch nicht gewählt werden.

"Na, was hat denn Thomas Gottschalk geleistet? Und schreibe bitte nicht, dass er unsre Herzen erfreut hat..."

Thomas Gottschalk läßt sich auch nicht als Prophet eines bestimmten Geschlechtes und als Retter der Welt feiern. Und ihm wurde auch nicht das Bundesverdienstkreuz für nichts umgehängt. Er ist einfach ein Fernseh-Unterhalter, und mehr nimmt er für sich auch nicht in Anspruch. Insofern ist mir nicht so ganz klar, wieso du ihn nun mit Alice Schwarzer vergleichst.

"Na, das ist meiner Meinung nach mal ein Anfang, es den Männern gleichzutun - was sollen eigentlich diese ganzen Ehrungen, für die Nationalmannschaftspieler von 1954, die haben nur ein verdammtes Fussballspiel gewonnen, herrgotnochmal!"

Ja, sie haben nur ein ein paar Fußballspiele gewonnen und wurden folglich auch nur dafür geehrt. Genauso wie auch weibliche Sportler für ihre sportlichen Leistungen geehrt werden. Wo ist das Problem?

"Sag mal, wo liest du denn das alles?"

Ich kann dir gern mal eine Literatur-Liste machen, wenn es dich wirklich interessiert. :-)

Ein Beispiel habe ich sogar gerade im Kopf: Als in Norwich im 16. Jahrhundert mal Wolle knapp war, war das für alle Menschen - sowohl Männer als auch Frauen -, die mit Wolle zu tun hatten, eine Katastrophe. Flugs wurden Schlachter angewiesen, abgezogene Felle nur noch an ledige oder verwitwete Frauen abzugeben. Bei verheirateten Frauen ging man davon aus, daß ihre Männer sie mit ernähren können. Bei Männern wiederum ging man davon aus, daß sie sich auch einen anderen Job suchen können. Frauen dagegen war das natürlich nicht zuzumuten, also wurden sie eben auf diese Weise unterstützt, wenn sie keinen Ernährer hatten.

Es hat im Mittelalter immer auch Zünfte gegeben, die nur Frauen aufnahmen. Insbesondere im Textilgewerbe war das keine Seltenheit. Belege dafür finden sich beispielsweise in alten Unterlagen aus Paris oder aus Köln. Es gab umgekehrt auch Zünfte, die nur Männer aufnahmen. Das gab es aber meist nur in Berufen, die körperlich sehr hohe Anforderungen stellten, so daß man davon ausging, daß Frauen sie nicht ausüben könnten.

In den meisten Berufszweigen wurden beide Geschlechter aufgenommen. Frauen hatten es dabei manchmal sogar leichter, weil sie teilweise nicht die volle Aufnahmegebühr bezahlen mußten. Noch einfacher konnten sie in eine Zunft gelangen, wenn sie einfach einen Meister dieser Zunft heirateten. Dann konnten sie ganz offiziell in seinem Unternehmen tätig sein und hatten häufig auch dieselben Rechte. Wenn er starb, griff das sogenannte "Witwenrecht". Danach konnte eine Witwe das Unternehmen ihres verstorbenen Mannes weiterführen. Sie mußte dafür keine Ausbildung machen. Männer hatten dieses Recht umgekehrt selbstverständlich nie. Auch als Söhne von Zunftmeistern mußten sie eine offizielle Ausbildung bei ihren Vätern oder sonstwo absolvieren.

Davon abgesehen, machte man kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Aus Pariser Steuerbüchern ist bespielsweise teilweise gar nicht ersichtlich, ob sich hinter den Namen von steuerpflichtigen Unternehmern Männer oder Frauen verbergen.

Frauen wurden auch in den meisten Berufen ganz selbstverständlich akzeptiert. Probleme gab es allenfalls mal, wenn eine Händlerin nicht resolut genug war, um Schulden einzutreiben. So ist ein Fall überliefert, in dem sich eine Händlerin an eine Herzogin wandte, um die Erlaubnis zu bekommen, ihre Schulden durch einen männlichen Vertreter eintreiben zu lassen. Aber auch das war wohl eher selten. Es sind jedenfalls Berichte aus dem Mittelalter überliefert, die gerade Frauen besondere Hartnäckigkeit und Unerbittlichkeit zuschreiben, wenn es darum ging, Schulden einzutreiben.

"Wer braucht eine Briefmarke von Goethe, den kennt doch eh jeder ..."

Da bin ich mir seit der Pisa-Studie gar nicht mehr so sicher...

"ich sehe ehrlich gesagt nicht, wo das Problem ist, von mir aus können die so viele Frauen auf ihre briefmarken knallen, wie sie wollen, was soll's? Die Erinnerung und die Presie kriegen eh die Männer."

Briefmarken sind ja auch eine Form der Ehrung, die aber heute offensichtlich grundsätzlich nur noch Frauen zuteil wird. Und zwar eben nicht aufgrund ihrer Leistungen, sondern vor allem aufgrund ihres Geschlechts.

"Und warum werden noch immer Männer geehrt, die nichts geleistet haben? Was macht so ein Fußballspieler?"

Gibt es aktuell in Deutschland Briefmarken mit Fußballern drauf? Selbst wenn es sie gibt: Es gibt auch Briefmarken z.B. mit Eiskunstläuferinnen. Leisten die dafür mehr als männliche Fußballspieler?

"Aha, also nur, weil es die radfems noch nicht geschafft haben, sind die Menschen noch im Unterricht zu finden, sehr plausibel."

Nein, sie sind im Unterricht zu finden, weil alle diese Männer die Welt entscheidend beeinflußt haben! Frauen mit entsprechenden Leistungen gibt es nun einmal weniger. Wenn das einer Frau nicht gefällt, dann kann ich ihr nur empfehlen, die Ärmel hochzukrempeln und eben selbst etwas Herausragendes zu leisten. Es gibt auch durchaus Frauen, die das tun. Die hat es schon immer gegeben. Und auch diese Frauen äußern sich häufig nicht gerade positiv über das endlose Gejammere diverser Feministinnen.

"In meiner nicht, ausser ein oder zwei der Schriftstellerinnen, keine einzige."

Hm, interessanterweise ist das Lehrpersonal heute aber überwiegend weiblich. Der Lehrplan ist nicht so starr, daß man nicht ab und zu mal den Namen einer dieser Frauen mit einbringen könnte. Woran liegt das nun wohl, daß das offenbar nicht geschieht? Sind wirklich die bösen Männer daran schuld? Verpassen sie ihren Kolleginnen Redeverbote? Gibt es einen Index mit Namen von Frauen, die im Unterricht nicht erwähnt werden dürfen? Oder liegt es nicht doch eher daran, daß es eben schon immer doch weit mehr Männer als Frauen gab, die Herausragendes geleistet haben?

"Wenn also mehr Frauen den Nobelpreisgebkommen würden, dann hieße das für dich, dass also Frauen die Entwicklung vorantreiben?"

Wenn sie dafür auch entsprechende Leistungen bringen würden und wenn es kaum Männer gäbe, die vergleichbares leisten, ja.

"Ich höre von vielen Naturwissenschaftlerinnen oder technikerinnen, dass sie einfach keine Lust mehr haben, mit Männern zusammenzuarbeiten."

Und welche Gründe geben sie dafür an?

Ich höre allgemein von Frauen, daß sie nicht gern mit anderen Frauen zusammen arbeiten. Umfragen ergeben auch immer wieder, daß viele Frauen lieber unter einem Chef als unter einer Chefin arbeiten.

"Was wäre eigentlich passiert, wenn es nicht diese Regelung gäbe, dass da eine Frau reingemusst hätte? Hätte man dann auch eine gewählt?"

Dann hätte man eben auch Männer gefragt, ob sie kandidieren möchten. Wenn sich dann sofort ein Mann gemeldet hätte, dann hätte er sich zur Wahl stellen können. Daß er dann allerdings auch in den Betriebsrat gekommen wäre, wäre nicht sicher gewesen, da es für Männer eben keine Quotenregelungen gibt.

"Ohne Zweifel gibt es viele Frauen, die an der Bequemlichkeitsmasche scheitern (und ohne Zweifel auch viele Männer), darum halte ich es für gut, viele zu ihrem Glück einfach auch zu zwingen"

Man wird aber in einem Job nicht glücklich, den man einfach nicht will! Das gilt für Männer und Frauen gleichermaßen.

"Tja, das kann ich eben nicht beurteilen, da ich nicht auf dem Neustesn Stand der Forschung in den Bereichen Wirtschaft, Physik oder Chemie bin. Insofern weiß ich auch nicht, ob die Wahl der Männer auch gerechtfertigt ist"

Trotzdem bist du dir aber sicher, daß Frauen ja auch dort so furchtbar diskriminiert werden würden. Wie kommt das?

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Igitt - Frauen!

gaehn, Monday, 08.09.2003, 15:58 (vor 8185 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von Garfield am 08. September 2003 12:25:10:

hallo,

ich habe gerade aufmerksam gelesen was du geschrieben hast und finde es ziemlich gut und treffend.
was ich aber noch für wichtig halte ist, das den menschen immer gerade das gross vorkommt was sie nicht sorecht verstehen oder was eben gerade "in" ist.

ich meine es ist schon komisch, das man einem physiker zuspricht die welt mehr beeinflusst zu haben als der nächstbeste kartoffelkäfer.
man muss nur etwas weiter denken was den käfer angeht, so frisst dieser käfer womöglich gerade die letzte kartoffel auf einem feld von dem sich ein kleiner junge ernähren sollte der jetzt verhungert.
dieser junge wiederrum wäre wenn er überlebt hätte zum nächsten stalin geworden, usw. usw..
die kleinsten ereignissen entfalten gigantische wirkungen, von daher ist verehrung zwar gesellschaftlich sinnvoll aber immer nur "erdacht" (den sinn sehe ich darin, das menschen einfach sich mehr anstrengen, wenn sie eine soziale belohnung also anerkennung erhalten).

und wenn sich xenia, darüber aufregt das zuviele männer verehrt werden, dann ist das eigentlich auch nichts weiter als der wunsch die ereignisse der welt an sich bzw. an die frauen zu koppeln (kann man sicher machen, ändert aber auch nichts). was natürlich erhebend ist, aber sobald man sich klar macht das man nicht entscheidet wer oder was man ist, geschweige denn was man wird ist das auch völlig nutzlos.
ich für meinen teil habe mir weder das geschlecht, die geistige leistungsfähigkeit, den ort, die zeit, die hautfarbe, den körperbau, das mass an willen (den ich mitbringe) oder meine opferbereitschaft ausgesucht und wenn ich es getan hätte wäre ich heute stärker schöner schneller intelligenter als ihr alle zusammen (aber tja geht halt nicht) oder ich war betrunken (unwahrscheinlich ;).

naja nur mal zum drüber nachdenken

Feminismus, Pazifismus, Wehrpflicht

Lars, Monday, 08.09.2003, 16:24 (vor 8185 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von Garfield am 08. September 2003 12:25:10:

"Vermutlich deswegen, weil feministinnen meistens gegen Krieg sind und die Bundeswehr lieber ganz abgeschafft sehen würden, als Frauen da noch mit reinzunehmen."

Und was ist mit Angelika Beer, der verteidigungspolitischen Sprecherin der Grünen? Sie gehörte zu denen, die wesentlich dafür eintraten, daß die Grünen sowohl den Bundeswehreinsatz in Jugoslawien als auch den in Afganistan unterstützten. D. h. unabhängig davon, wie man nun zu diesen beiden Bundeswehreinsätzen jeweils stehen mag: Eine Pazifistin ist Angelika Beer nicht. Auch hab ich nicht gehört, daß sie für die Umwandlung der Bundeswehr in eine reine Berufsarmee wäre. Und jetzt kommt´s: Für die Einführung der Frauenwehrpflicht ist sie aber auch nicht. Unterm Strich heißt das doch: Krieg und Wehrpflicht sind ok, aber bitte nur für Männer!

Gruß
Lars

Das eben war @Xenia, nicht @Garfield (k. T.)

Lars, Monday, 08.09.2003, 16:26 (vor 8185 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Feminismus, Pazifismus, Wehrpflicht von Lars am 08. September 2003 13:24:51:

"Vermutlich deswegen, weil feministinnen meistens gegen Krieg sind und die Bundeswehr lieber ganz abgeschafft sehen würden, als Frauen da noch mit reinzunehmen."

Und was ist mit Angelika Beer, der verteidigungspolitischen Sprecherin der Grünen? Sie gehörte zu denen, die wesentlich dafür eintraten, daß die Grünen sowohl den Bundeswehreinsatz in Jugoslawien als auch den in Afganistan unterstützten. D. h. unabhängig davon, wie man nun zu diesen beiden Bundeswehreinsätzen jeweils stehen mag: Eine Pazifistin ist Angelika Beer nicht. Auch hab ich nicht gehört, daß sie für die Umwandlung der Bundeswehr in eine reine Berufsarmee wäre. Und jetzt kommt´s: Für die Einführung der Frauenwehrpflicht ist sie aber auch nicht. Unterm Strich heißt das doch: Krieg und Wehrpflicht sind ok, aber bitte nur für Männer!
Gruß
Lars

Re: Feminismus, Pazifismus, Wehrpflicht

reinecke54, Monday, 08.09.2003, 20:27 (vor 8185 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Feminismus, Pazifismus, Wehrpflicht von Lars am 08. September 2003 13:24:51:

Hallo Lars,

ich denke, dass Angelika Beer sich schon mehrfach vehement fuer die Abschaffung der Wehrpflicht ausgesprochen hat, z.B. in http://www.gruene-partei.de/rsvgn/rs_dok/0,,42880,00.htm.
Zitat:

GA: Die internationalen Bundeswehreins�tze werden immer fordernder. Steht die Wehrpflichtarmee vor dem Ende?

Beer: Peter Struck hat selbst j�ngst konstatiert, er brauche mehr Berufs- und Zeitsoldaten f�r die Auslandseins�tze. Es ist h�chste Zeit, die Reformblockade Wehrpflicht beiseite zu r�umen. Eine drastisch reduzierte Freiwilligen- und Berufsarmee w�re besser ausgestattet und zukunftsf�hig im europ�ischen Rahmen.

Soweit ich weiss, hat sich auch Alice Schwarzer gegen die Wehrpflicht ausgesprochen, aber eben nicht jede Frauenrechtlerin. Ein besonders krasses Beispiel erwaehne ich in meiner e-mail an Frau Hess index.php?id=20528.

Gruss

Re: Feminismus, Pazifismus, Wehrpflicht

Maesi, Saturday, 13.09.2003, 14:08 (vor 8180 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Feminismus, Pazifismus, Wehrpflicht von Lars am 08. September 2003 13:24:51:

Hallo Lars und Xenia

"Vermutlich deswegen, weil feministinnen meistens gegen Krieg sind und die Bundeswehr lieber ganz abgeschafft sehen würden, als Frauen da noch mit reinzunehmen."

@Xenia: Die meisten Feministinnen argumentieren realitaetsfern-philosophierend und moralisierend aber selten pragmatisch und realitaetsnah. Typisches Beispiel ist da wohl das Bundesprogramm der 'Feministischen Partei DIE FRAUEN':

Als Rezept gegen Krieg wird eine reformierte UNO mit Weltparlament gefordert, das 'gegen Kriege und Menschenrechtsverletzungen mit zivilen Mitteln vorzugehen' hat; die zivilen Mittel werden noch etwas genauer definiert durch 'internationale Aechtung und Boykotte'. Ausserdem noch folgendes: 'Die Feministische Partei DIE FRAUEN solidarisiert sich mit den Frauen, die ihre Soehne und Maenner davon abhalten, an Kriegen teilzunehmen, und die sie aus den Kasernen und Kriegsgebieten wieder herausholen'; was auch immer diese Solidarisierung in der Praxis bewirken mag. Zu guter Letzt noch: 'Frauen und Maenner, die den Kriegsdienst verweigern bzw. desertieren, muessen in allen Mitgliedsstaaten einer reformierten UNO Aufnahme und Unterstuetzung finden. Die Produktion von Waffen wird durch internationale Konventionen verboten, Programme zur Ruestungskonversion werden entwickelt und weltweit unterstuetzt'.

Das alles klingt sehr schoen und vernuenftig. In der politischen Praxis sind solche Phrasen jedoch weitgehend bedeutungslos. In der Kampffuehrung sind chemische Waffen seit vielen Jahrzehnten geaechtet (z.B. durch das Genfer Protokoll von 1925). Trotzdem setzte der Irak in den 80er Jahren nachgewiesenermassen Giftgas im Krieg gegen den Iran und sogar gegen die kurdische Zivilbevoelkerung ein; ich kann mich an keine grossen Demonstrationen seitens der Pazifisten erinnern. Immerhin: der Giftgaseinsatz gegen die Kurden in Halabja war damals voruebergehend das Medienereignis No. 1.

Der Atomwaffensperrvertrag soll die Ausbreitung von Nuklearwaffen verhindern. Der Staat Nordkorea hat letztes Jahr die Wiederaufnahme seines Nuklearwaffenprogramms verkuendet und verstoesst damit eindeutig gegen den von ihm ratifizierten Vertrag; auch hier hielten sich die Proteste der Friedensaktivisten in Grenzen. Die einzigen die energisch (bisher nur auf politischer Ebene) dagegen vorgehen sind ausgerechnet die USA, etwas halbherzig unterstuetzt von China. Im Iran wurden kuerzlich ebenfalls Hinweise auf Verletzungen gegen den Atomwaffensperrvertrag gefunden; auch hier: das sprichwoertliche Schweigen im Pazifistenwalde.

Die meisten Wirtschaftsboykotte seit der napoleonischen Kontinentalsperre waren Fehlschlaege (z.B. Jugoslawien, Irak, Afghanistan etc.); sie wurden naemlich notorisch unterlaufen; aehnliches ist zu Waffenboykotten zu sagen. Ausserdem zerstoert ein langanhaltender Wirtschaftsboykott die wirtschaftlichen Grundlagen sowie die Infrastruktur eines Landes ebenso wirkungsvoll wie ein Krieg; nach Aufhebung des Boykotts muessen diese erst wiederaufgebaut werden.

Dazu kommt, dass es eine ganze Reihe sogenannter 'Dual use'-Gueter gibt, die sowohl zivil als auch militaerisch genutzt werden koennen (z.B. Chemikalen, die sowohl zur Duengerherstellung als auch zur Sprengstoffproduktion dienen koennen), was die Durchfuehrung einens reinen Waffenboykotts in der Praxis ziemlich schwierig werden laesst.

Ein wirksamer Boykott kann in der Praxis hoechstens durch eine vollstaendige Blockade erreicht werden; eine Blockade ist hingegen gemaess Voelkerrecht ein kriegerischer Akt und darf vom blockierten Staat notfalls mit Gewalt gebrochen werden.

Ausserdem koennen natuerlich auch durch Boykotte Menschen sterben; ein vergleichsweise aktuelles Beispiel bietet hier wiederum der Irak nach dem Golfkrieg von 1991. Die fruehere irakische Regierung behauptete, dass als Folge des durch die UNO verhaengten Wirtschaftsboykotts mehrere hunderttausend Menschen gestorben seien. Ob diese Zahlen wirklich stimmen, ist natuerlich fraglich; aber einige zehntausend Todesopfer sind durchaus realistisch. Deshalb wurden die Sanktionen spaeter ja auch wieder gelockert (Programm 'Oel fuer Lebensmittel'). Selbst bei vorsichtiger Schaetzung kostete dieser Wirtschaftsboykott ein Vielfaches an Menschenleben im Vergleich zum Irakkrieg im vergangenen Fruehling.

Wer behauptet, ein Boykott sei humaner als ein Krieg, der ignoriert konsequent dessen Auswirkungen. Je wirksamer der Boykott, desto schwerer leiden die davon betroffenen Menschen. Auf der anderen Seite: je lockerer der Boykott, desto unwahrscheinlicher ist ein Erfolg. Ausserdem bestraft man damit ein ganzes Land fuer seine politische Fuehrung, es handelt sich also um eine Art Kollektivstrafe; und die ist ihrerseits voelkerrechtlich geaechtet.

Fazit: Ich kann mich nicht erinnern, dass irgendwo auf der Welt jemals pazifistische Wortfuehrer substantiell direkt an der Friedenssicherung oder -erzwingung beteiligt gewesen waeren; mit vielleicht zwei Ausnahmen: Mahatma Gandhi und Martin Luther King. Die Erfolgsbilanz pazifistischer Politik (insbesondere feministischer Praegung) ist jedenfalls aeusserst mager. Die gelegentlich stattfindenden Friedensdemonstrationen dienen IMHO eher der Psychohygiene der Teilnehmer, als dass sie tatsaechlich etwas bewegen.

Und was ist mit Angelika Beer, der verteidigungspolitischen Sprecherin der Grünen? Sie gehörte zu denen, die wesentlich dafür eintraten, daß die Grünen sowohl den Bundeswehreinsatz in Jugoslawien als auch den in Afganistan unterstützten. D. h. unabhängig davon, wie man nun zu diesen beiden Bundeswehreinsätzen jeweils stehen mag: Eine Pazifistin ist Angelika Beer nicht.

Die Gretchenfrage ist, wieviel Raum fuer Pazifismus in der Realpolitik noch uebrigbleibt. Viele Gruene wurden da wahrscheinlich recht unsanft mit der Realitaet in der Regierungsarbeit konfrontiert. Da Schroeder seinerzeit geschickterweise den Afghanistan-Einsatz mit der Vertrauensfrage verknuepfte, mussten die gruenen Parlamentarier Farbe bekennen, ob ihnen die Regierungsbeteiligung wichtiger ist oder das Festhalten an einem zwar gutgemeinten aber haeufig realitaetsfremden Pazifismus. Das fuehrte in der Folge dann zu einigen ideologisch-akrobatischen Klimmzuegen im gruenen Lager, die schlichtweg zirkusreif waren; denn dass die NATO-Gegner-Partei ausgerechnet einem eindeutig offensiven NATO-Einsatz zustimmen sollte und das obendrein noch ausserhalb des NATO-Gebietes war fuer die Gruenen natuerlich eine Zumutung.

Gruss

Maesi

Re: Igitt - Frauen!

Xenia, Tuesday, 09.09.2003, 18:01 (vor 8184 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von Garfield am 08. September 2003 12:25:10:

Hallo, Garfield!

"Überhaupt gibt es viele Menschen, die Großes geleistet haben, aber heute fast vergessen sind."
„Frauen z.B...."

Wer genau?

Ist doch wohl egal, wen auch immer ich nennen würde, du würdest ihre Leistung doch niemals als groß ansehen, nicht wahr?

"Vermutlich deswegen, weil Feministinnen meistens gegen Krieg sind und die Bundeswehr lieber ganz abgeschafft sehen würden, als rauen da noch mit reinzunehmen."

Ja ja, die friedliebenden Frauen...

Davon habe ich nichts gesagt. Ich beziehe mich nicht auf Frauen im allgemeinen, sondern auf Feministinnen

Also, Xenia, es gibt eine ganze Menge Feministinnen, die alles andere als friedliebend sind! Zu allen Zeiten hat es Feministinnen gegeben, die ihre Ziele auch mit Gewalt durchsetzen wollten. Z.B. mit Bombenanschlägen, Schüssen auf von ihnen gehaßte Männer usw. […]

Ich hätte vielleicht schreiben sollen, dass der Pazifismus ein wichtiger Aspekt des Feminismus ist, er ist Teil dieser Ideologie, was dann einzelne Vertreterinnen daraus machen ist etwas anderes. Es gibt ja schließlich auch militante Pazifisten – was ja auch ein Widerspruch in sich ist.

"Frauen waren unberechenbare Tiere bzw eine modifizierte Form von Sklaven"

Woher hast du das denn? Zu allen Zeiten waren es überwiegend Männer, die harte, gefährliche und/oder schmutzige Arbeiten erledigten. Das ist bis heute weitgehend so geblieben.

Frauen brachten Kinder auf die Welt, kochten, putzten und wuschen für die Familie, versorgten Kranke und Alte – ohne Bezahlung. Und das taten sie nicht nur, wenn sie Sklavinnen waren, sondern auch Ehefrauen von freien Bürgern.

Eine Umfrage in den USA nach den unbeliebtesten Jobs hat ergeben, daß 9 der 10 dabei am häufigsten genannten Jobs Männerdomänen sind. Es sind weit überwiegend Männer, die gefährliche Arbeiten z.B. im Bergbau, bei der Feuerwehr oder auch in der Armee erledigen. Es sind weit überwiegend Männer, die körperlich schwere Arbeiten auf dem Bau oder in der Industrie erledigen. […]Niemand wäre auf die Idee gekommen, Frauen dorthin zu schicken. Und kaum eine Frau hätte sich dafür freiwillig gemeldet.

Und für diese Arbeiten wurden diese Menschen auch bezahlt, Sklavenarbeit is
t umsonst

Alle diese Arbeiten werden auch im Interesse von Frauen weit überwiegend von Männern erledigt. Deshalb werden Männer weit häufiger Opfer von Arbeitsunfällen, und deshalb liegt ihre Lebenserwartung auch unter der der Frauen.

Und die Opfer werden dann von wem versorgt? Umsonst?

Wer war und ist da also wessen Sklave?

Wenn es um unbezahlte Arbeit geht, dann sind es die Frauen.

"Die früheste Form der Weitergabe von Macht war das Geburtsrecht, soweit ich weiß."

Das glaube ich nicht, und es gibt auch keine Beweise dafür. Außerdem gab es in früheren Zeiten immer auch Kulturen, wo die Erblinie nicht über die Männer, sondern über die Frauen lief.

Also, ich frage mich, welchen Beweis es für deine Theorie gibt? Zweitens war die Erblinie über Frauen extrem selten, würde ich mal sagen

"Zu dieser Zeit haben die meisten Frauen das gewählt, was ihr Ehemann oder ihre Eltern wählten."

Nein, Xenia, da unterschätzt du die Frauen aber gewaltig! Sie hatten schon immer durchaus ihre eigene Meinung.

Ich unterschätze die Frauen nicht, ich denke nur darüber nach, was Frauen wählen, die kaum lesen, noch schreiben können und die nicht genügend drüber informiert werden, welche Partei ihnen denn tatsächlich mehr bringen würde und die zudem wirtschaftlich und finanzielle von ihrem Ehemann abhängig sind, der wiederum vom nächsten Gutsbesitzer abhängig ist oder vom Fabriksbesitzer...

Frau Wagner beispielsweise hat Hitler allein aus eigenem Antrieb unterstützt. In der Anfangszeit der NSdAP war es sogar häufig so, daß Frauen von Hitler begeistert waren und dann ihre Männer davon überzeugten, ihn zu unterstützen.

Eine Frau in der gesellschaftlichen und ökonomischen Position von Winifred Wagner kann sich so was natürlich leisten, keine Frage. Zweitens: wo lebten diese Frauen, die Hitler unterstützten, in der Stadt oder auf dem land? Und in welchen haushalten sind sie aufgewachsen, welcher Schicht gehörten sie an.

"Dafür haben Männer jahrhundertlang gesetze entschieden, die fast nur Frauen betrafen (Abtreibungsrecht!), ohne das diese jedoch mit entscheiden durften, auch nicht schlecht, mal abgesehen davon, das Männer durch ihre Wahlen (an denen keine Frauen teilnehmen durften) auch jedesmal über den Kopf der Frau hinweg über ihr Schicksal entschieden."

Abtreibung ist ein komplexes Thema. Hast du eigentlich eine Vorstellung davon, wie in früheren Zeiten Abtreibungen durchgeführt wurden?

Oh ja.

Und kannst du dir in etwa vorstellen, unter welchen Bedingungen überhaupt in früheren Zeiten Operationen vorgenommen wurden?

Oh ja.

Gerade alles, was mit Geburten zusammen hing, lag bis vor wenigen Jahrhunderten noch weit überwiegend in den Händen der Frauen. Männer durften bei einer Geburt häufig noch nicht einmal anwesend sein. Erst im 18./19. Jahrhundert wurden Hebammen Ärzten unterstellt, die meist (aber nicht immer) männlich waren. Was übrigens prompt zu einer deutlichen Re

duzierung der Müttersterblichkeit führte. Außerdem betrifft eine Abtreibung keineswegs nur die Mutter, sondern immer auch den Vater des Kindes. Der muß heute gar nicht erst nach seiner Meinung gefragt werden.

Deswegen schrieb ich ja „fast“ nur Frauen betrafen.....

"Natürlich ging es den Frauen damals nicht um die Wehrpflicht, sondern darum, dass Frauen mitentscheiden durften, aus wem sich die Regierung, die auch Entscheidungen traf, die Frauen betraf, zusammensetzte - das erscheint mir nur fair."

Klar - aber in der Zeit vor dem 18./19. Jahrhundert hatten Männer aus dem einfachen Volk dazu genausowenig Möglichkeiten wie ihre Frauen. Weil sie eben in der Zeit auch nicht mehr wehrpflichtig waren. Die Wehrpflicht wurde dann erst zusammen mit dem Wahlrecht wieder eingeführt (allerdings nicht überall).

Ich sehe da ehrlich gesagt noch immer keinen Zusammenhang zwischen Wahlrecht und Wehrpflicht

"Na wenn es so wäre, wäre es ja schön, nur ist es ja (praktisch) leider nicht so - "

Na, dann erkläre mir doch mal, wo Frauen geringere Chancen haben als Männer!

Z
.B.: Beste Deutsche werden, Bundespräsidentin, Kanzlerin

"Wohingegen ja Harald Juhnke oder Thomas Gottschalk die Welt gerettet haben, oder wie? Es werden ja nicht auch nur Männer nominiert, die wahre Idole sind, sondern einfach nur Ausschuß bis unbedeutend!"

Klar. Aber Juhnke oder Gottschalk werden mit Sicherheit auch nicht gewählt werden.

Die Frauen wohl auch nicht...

"Na, was hat denn Thomas Gottschalk geleistet? Und schreibe bitte nicht, dass er unsre Herzen erfreut hat..."

Thomas Gottschalk läßt sich auch nicht als Prophet eines bestimmten Geschlechtes und als Retter der Welt feiern. Und ihm wurde auch nicht das Bundesverdienstkreuz für nichts umgehängt. Er ist einfach ein Fernseh-Unterhalter, und mehr nimmt er für sich auch nicht in Anspruch. Insofern ist mir nicht so ganz klar, wieso du ihn nun mit Alice Schwarzer vergleichst.

ch vergleiche ihn nicht mit Alice Schwarzer, ich versuche nur zu zeigen, dass es unbedeutende Männer gibt, die nominiert wurden, und das es eben dazu auch unbedeutende Frauen zu geben hat, die nominiert werden sollten.

"Na, das ist meiner Meinung nach mal ein Anfang, es den Männern gleichzutun - was sollen eigentlich diese ganzen Ehrungen, für die Nationalmannschaftspieler von 1954, die haben nur ein verdammtes Fussballspiel gewonnen, herrgotnochmal!"

Ja, sie haben nur ein ein paar Fußballspiele gewonnen und wurden folglich auch nur dafür geehrt. Genauso wie auch weibliche Sportler für ihre sportlichen Leistungen geehrt werden. Wo ist das Problem?

Entschuldigung, aber dieser Hype um die Typen, die damals mitgespielt haben, ist mit der Würdigung von Leistungen einer Grit Breuer z.B. nicht zu vergleichen

"Sag mal, wo liest du denn das alles?"

Ich kann dir gern mal eine Literatur-Liste machen, wenn es dich wirklich interessiert. :-)

Ja, das wäre nicht schlecht

Ein Beispiel habe ich sogar gerade im Kopf: […]
Es hat im Mittelalter immer auch Zünfte gegeben, die nur Frauen aufnahmen. […]
In den meisten Berufszweigen wurden beide Geschlechter aufgenommen. […]
Davon abgesehen, machte man kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Aus Pariser Steuerbüchern ist bespielsweise teilweise gar nicht ersichtlich, ob sich hinter den Namen von steuerpflichtigen Unternehmern Männer oder Frauen verbergen.
Frauen wurden auch in den meisten Berufen ganz selbstverständlich akzeptiert. […]

Wenn das alles nur für das Mittelalter gilt und nur für die Zünfte, ist das zwar sehr interessant, imho aber keine Aussage über eine gesamtgesellschaftliche Akzeptanz der Frau in Berufen. Meines Wissens nach warne die Zünfte sehr unabhängig

"Wer braucht eine Briefmarke von Goethe, den kennt doch eh jeder ..."

Da bin ich mir seit der Pisa-Studie gar nicht mehr so sicher...

Jedenfalls kennen den mehr als eine deutsche Schriftstellerin

"ich sehe ehrlich gesagt nicht, wo das Problem ist, von mir aus können die so viele Frauen auf ihre briefmarken knallen, wie sie wollen, was soll's? Die Erinnerung und die Presie kriegen eh die Männer."

Briefmarken sind ja auch eine Form der Ehrung, die aber heute offensichtlich grundsätzlich nur noch Frauen zuteil wird. Und zwar eben nicht aufgrund ihrer Leistungen, sondern vor allem aufgrund ihres Geschlechts.

Weil sie ja vorher aufgrund ihres Geschlechtes nicht geehrt wurden.

"Und warum werden noch immer Männer geehrt, die nichts geleistet haben? Was macht so ein Fußballspieler?"

Gibt es aktuell in Deutschland Briefmarken mit Fußballern drauf? Selbst wenn es sie gibt: Es gibt auch Briefmarken z.B. mit Eiskunstläuferinnen. Leisten die dafür mehr als männliche Fußballspieler?

Nein, aber wenn ich bedenke, dass im Radio jedes Futzelspiel von belanglosen Ortsvereinen bald übertragen wird, dass im Fernsehen manchmal nur noch Fussball gezeigt wird... Männerfussball versteht sich...

"Aha, also nur, weil es die radfems noch nicht geschafft haben, sind die Menschen noch im Unterricht zu finden, sehr plausibel."

Nein, sie sind im Unterricht zu finden, weil alle diese Männer die Welt entscheidend beeinflußt haben! Frauen mit entsprechenden Leistungen gibt es nun einmal weniger. Wenn das einer Frau nicht gefällt, dann kann ich ihr nur empfehlen, die Ärmel hochzukrempeln und eben selbst etwas Herausragendes zu leisten. Es gibt auch durchaus Frauen, die das tun. Die hat es schon immer gegeben. Und auch diese Frauen äußern sich häufig nicht gerade positiv über das endlose Gejammere diverser Feministinnen.

Die Fragen, die Feministinnen aufwerfen sind die: warum gibt es nicht so viele Frauen, die ähnliches geleistet haben. Warum kennen wir kaum eine dieser Frauen, die ähnliches geleistet hat?

"In meiner nicht, ausser ein oder zwei der Schriftstellerinnen, keine einzige."

Hm, interessanterweise ist das Lehrpersonal heute aber überwiegend weiblich. Der Lehrplan ist nicht so starr, daß man nicht ab und zu mal den Namen einer dieser Frauen mit einbringen könnte. Woran liegt das nun wohl, daß das offenbar nicht geschieht? Sind wirklich die bösen Männer daran schuld? Verpassen sie ihren Kolleginnen Redeverbote? Gibt es einen Index mit Namen von Frauen, die im Unterricht nicht erwähnt werden dürfen? Oder liegt es nicht doch eher daran, daß es eben schon immer doch weit mehr Männer als Frauen gab, die Herausragendes geleistet haben?

Nette Polemik, aber es liegt wohl eher daran, dass die Lehrerinnen auch keine Ahnung von diesen Frauen haben oder es schlichtweg nicht für wichtig halten

"Wenn also mehr Frauen den Nobelpreisgebkommen würden, dann hieße das für dich, dass also Frauen die Entwicklung vorantreiben?"

Wenn sie dafür auch entsprechende Leistungen bringen würden und wenn es kaum Männer gäbe, die vergleichbares leisten, ja.

Ich würde nicht auf den Nobelpreis vertrauen...

"Ich höre von vielen Naturwissenschaftlerinnen oder technikerinnen, dass sie einfach keine Lust mehr haben, mit Männern zusammenzuarbeiten."

Und welche Gründe geben sie dafür an?

Sie finden es unangenehm, in einer Gruppe aus lauter Männern zu arbeiten, sie finden es unangenehm, in einem Studiengang, in dem überproportional viele Männer zu finden sind, andauernd angemacht zu werden, viele finden es auch unangenehm, wie sie von den Profs behandelt werden (leider quälen sich auch viele mit der Frage: behandelt der mich nur so gut/schlecht, weil ich eine Frau bin?), und eine Kommilitonin sagte mir, sie wäre es leid, vor Klausuren um Hilfe beim lernen zu bitten und dafür dann demjenigen Blowjobs geben zu müssen.

Ich höre allgemein von Frauen, daß sie nicht gern mit anderen Frauen zusammen arbeiten. Umfragen ergeben auch immer wieder, daß viele Frauen lieber unter einem Chef als unter einer Chefin arbeiten.

Da habe ich kürzlich was ganz anderes gehört ;-)

"Was wäre eigentlich passiert, wenn es nicht diese Regelung gäbe, dass da eine Frau reingemusst hätte? Hätte man dann auch eine gewählt?"

Dann hätte man eben auch Männer gefragt, ob sie kandidieren möchten. Wenn sich dann sofort ein Mann gemeldet hätte, dann hätte er sich zur Wahl stellen können. Daß er dann allerdings auch in den Betriebsrat gekommen wäre, wäre nicht sicher gewesen, da es für Männer eben keine Quotenregelungen gibt.

Ich denke mal, das er ohne die Quotenregelung für Frauen reingekommen wäre..

"Ohne Zweifel gibt es viele Frauen, die an der Bequemlichkeitsmasche scheitern (und ohne Zweifel auch viele Männer), darum halte ich es für gut, viele zu ihrem Glück einfach auch zu zwingen"

Man wird aber in einem Job nicht glücklich, den man einfach nicht will! Das gilt für Männer und Frauen gleichermaßen.

wie sagte gaehn so schön? Viele leute machen ihre Arbeit nicht gerne - und mü+ssen sie trotzdem tun. Ich würde sagen, man kann sich heutzutage seine Arbeit eh nicht mehr aussuchen, sondern muss nehmen, was da kommt

"Tja, das kann ich eben nicht beurteilen, da ich nicht auf dem Neustesn Stand der Forschung in den Bereichen Wirtschaft, Physik oder Chemie bin. Insofern weiß ich auch nicht, ob die Wahl der Männer auch gerechtfertigt ist"

Trotzdem bist du dir aber sicher, daß Frauen ja auch dort so furchtbar diskriminiert werden würden. Wie kommt das?

Ich vertraue einfach nicht auf das, was andere mir sagen, und wenn ich weiß, dass Frauen genau soviel leisten können wie Männer, dann fragt man sich doch, weswegen laufend Männer den Nobelpreis erhalten.

Best wishes, Xenia

Re: Igitt - Frauen!

Ferdi, Tuesday, 09.09.2003, 18:46 (vor 8184 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von Xenia am 09. September 2003 15:01:58:

Hallo Xenia!

und wenn ich weiß, dass Frauen genau soviel leisten können wie Männer, dann fragt man sich doch, weswegen laufend Männer den Nobelpreis erhalten.

Können und tun ist eben ein gewaltiger Unterschied. Die Preisträger haben ihre Preise bekommen, weil sie wissenschaftliche Leistungen erbracht haben und nicht weil sie sie hätten erbringen können.

Wenn man weiss, das Frauen soviel leisten können wie Männer, dann frage ich mich, warum sie es denn nicht tun.

Gruss,
Ferdi

Re: Igitt - Frauen!

Garfield, Tuesday, 09.09.2003, 22:09 (vor 8184 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von Xenia am 09. September 2003 15:01:58:

Hallo Xenia!

"Ist doch wohl egal, wen auch immer ich nennen würde, du würdest ihre Leistung doch niemals als groß ansehen, nicht wahr?"

Wie kommst du darauf? Mir ist es völlig egal, ob eine bedeutende Leistung von einem Mann oder von einer Frau erbracht wird. Was hinten rauskommt, zählt. Wieso ist dir das nicht egal?

Ich warte übrigens immer noch auf deine Liste mit Namen von Frauen, deren Leistungen vergessen wurden! :-)

"Ich hätte vielleicht schreiben sollen, dass der Pazifismus ein wichtiger Aspekt des Feminismus ist, er ist Teil dieser Ideologie, was dann einzelne Vertreterinnen daraus machen ist etwas anderes. Es gibt ja schließlich auch militante Pazifisten – was ja auch ein Widerspruch in sich ist."

Das sind dann eben keine wirklichen Pazifisten, sondern nur Leute, die aus irgendwelchen Gründen vorgeben, Pazifisten zu sein. Unter Feministinnen scheint es auch eine Menge Leute von der Sorte zu geben.

"Frauen brachten Kinder auf die Welt, kochten, putzten und wuschen für die Familie, versorgten Kranke und Alte – ohne Bezahlung. Und das taten sie nicht nur, wenn sie Sklavinnen waren, sondern auch Ehefrauen von freien Bürgern."

Männer erledigten - wie schon erwähnt - zu allen Zeiten die gefährlichsten, härtesten und gesundheitsgefährdendsten Arbeiten. Daß Frauen ihre Arbeiten ohne Bezahlung erbracht hätten und noch erbringen würden, ist auch wieder so ein Märchen. Was glaubst du wohl, wovon alle diese Frauen gelebt haben und heute noch leben? Wer hat für ihren Lebensunterhalt gesorgt, während sie Kinder auf die Welt brachten? Wer erbringt noch heute den Löwenanteil an Erwerbsarbeit? Das waren und sind Männer, Xenia. Es ist nur so, daß Arbeit von Männern heute als selbstverständlich gilt und deshalb auch nicht mehr anerkannt wird, während Arbeit von Frauen gar nicht genug gewürdigt werden kann. So erscheint es dann auf den ersten Blick betrachtet natürlich so, als würde eine Hausfrau ohne Gegenleistung schuften, während ihr Mann sich derweil auf der Arbeit ein schönes Leben macht. Die Realität sieht aber ganz anders aus.

Zu allen Zeiten hat es gesellschaftliche Regeln und oft auch Gesetze gegeben, die sicherstellten, daß Männer Frauen zu ernähren haben. Natürlich haben auch die Frauen ihren Teil beigetragen, aber da in früheren Zeiten die meisten Arbeiten eben überwiegend körperlich waren und Frauen nun einmal körperlich weniger leistungsfähig sind als Männer, war dieser Teil immer deutlich kleiner.

In früheren Zeiten hatte es durchaus seine Berechtigung, daß Frauen im Vergleich zu Männern oft geschont wurden. Da es früher keine brauchbaren Verhütungsmittel gab und Verhütung obendrein oft aus religiösen Gründen verboten war, waren Frauen praktisch durchgehend entweder schwanger oder stillten gerade ein Kind. Das war auch nötig, denn die Kindersterblichkeit war durch die schlechtere medizinische Versorgung höher als heute. Somit konnten Frauen nie dieselbe Zeit für Arbeit aufbringen wie Männer, und es gab immer wieder Phasen, in denen sie keine schweren oder gar keine Arbeiten verrichten konnten.

Der weibliche Körper ist außerdem gegen bestimmte Infektionen (vor allem der Harnwege) anfälliger als der männliche.

Auch aus diesen Gründen starben Frauen in früheren Zeiten früher als Männer. Sie waren den Belastungen des damaligen Lebens einfach weniger gewachsen. Ein wesentlicher Faktor war natürlich auch noch das höhere Risiko, bei der Geburt eines Kindes zu sterben. Allerdings hatten Frauen im einfachen Volk auch eine niedrigere Lebenserwartung als Männer, wenn sie nicht mehr gebährfähig waren. Vor allem dann, wenn sie ihr Leben lang gearbeitet hatten. Deshalb sehen Frauen aus dem einfachen Volk auf Zeichnungen aus dem Mittelalter auch häufig sehr alt aus - und das, obwohl die Menschen damals gerade mal 30-40 Jahre alt wurden.

Heute ist die medizinische Versorgung weit besser, die Frauen müssen weitaus weniger Geburten bewältigen, und viele Berufe stellen heute keine hohen körperlichen Anforderungen mehr. Trotzdem gibt es immer noch Gesetze, die den Unterhalt von Frauen durch Männer sicherstellen. Gerade Hausfrauen profitieren davon ganz besonders. Ihnen steht ein guter Teil des Einkommens ihrer Ehemänner sogar gesetzlich zu - ohne daß sie dafür gesetzlich zu irgendeiner Gegenleistung verpflichtet sind. Das war schon immer so. Vor einiger Zeit hab ich einen Ausschnitt aus einer Reportage aus den 50er Jahren gesehen. Da wurden Hausfrauen auf der Straße gefragt, ob ihre Männer ihr Gehalt zu Hause abgeben. Alle antworteten mit "ja", eine sagte stolz "Ja, natürlich! Er muß alles abgeben."

Tatsächlich erledigen viele Männer neben ihrem Vollzeitjob sehr wohl noch diverse Arbeiten im Haus, im Garten, am Auto, oder sie beschäftigen sich mit ihren Kindern. Ich sehe in unserem 6-Familien-Haus immer wieder Männer im Keller an den Waschmaschinen, obwohl im Haus 3 Hausfrauen wohnen.

Und selbst wenn eine Frau allein lebt, bekommt sie diverse Leistungen vom Staat für sich selbst und für eventuelle Kinder. Diese finanziellen Leistungen wiederum werden überwiegend von Männern erarbeitet. Martin van Creveld hat in seinem Buch "Das bevorzugte Geschlecht" u.a. die Verhältnisse in Schweden beschrieben. Da sind innerhalb weniger Jahrzehnte die Sozial-Leistungen für Frauen deutlich gestiegen. Beispielsweise schaffen es die Frauen dort, mehr Krankengeld zu kassieren, obwohl sie auf geringere Arbeitszeiten kommen als Männer. "Rein zufällig" sind im selben Zeitraum die Realeinkommen der Männer aber deutlich gesunken...

Das ist auch ein wesentlicher Grund, wieso viele Frauen, die beruflich viel leisten und entsprechend erfolgreich sind, Feministinnen oft nicht gerade freundlich gegenüber stehen. Ihnen ist nämlich bewußt, daß sowohl sie selbst als auch ihre Männer Berufs-Feministinnen und ihre Klientinnen mit finanzieren. Ohne dafür irgendeine Gegenleistung zu erhalten.

Wie schon geschrieben, ist es heute sehr modern, die Arbeit von Frauen zu glorifizieren. Da werden wilde Rechnungen aufgemacht, um zu beweisen, wie hart eine Hausfrau doch arbeiten würde. Daß sie Näherin, Putzfrau, Wäscherin, Sanitäterin, Kindergärtnerin, Lehrerin und was-weiß-ich-noch-alles in einer Person wäre. Dann zählt man natürlich die üblichen Gehälter für jeden dieser Berufe zusammen, tut also so, als würde die Hausfrauen jeden dieser Jobs 8 Stunden am Tag (zusammen so ca. 400 Stunden täglich) ausführen, und kommt dann in der Regel auf mindestens fünfstellige Monatseinkommen, die Hausfrauen angeblich zustehen würden. Das ist jetzt keineswegs übertrieben, denn genau so eine Milchmädchen-Aufrechnung hab ich schon mal irgendwo gelesen. Die Wahrheit ist: Für einen durchschnittlichen Haushalt benötigt man 2 Stunden Arbeit täglich. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß dieser Wert noch eher zu hoch als zu niedrig angesetzt ist. In unserem Haus hatte ich in einem Sommer vor einigen Jahren (als ich arbeitslos war) auch mal Gelegenheit, den Alltag der im Haus lebenden Hausfrauen zu studieren. Die setzten sich so etwa um 10 Uhr hinten auf den Rasen, die Kinder kamen in ein aufblasbares Planschbecken, und dann tratschten sie da die ganze Zeit. Abends so gegen 17 Uhr kamen ihre Männer nach Hause, dann wurde der Grill aufgebaut, und einer der Männer grillte ein paar Würstchen. Das ging so jeden Tag, solange das Wetter gut war.

So ist es auch kein Wunder, daß weit über 50% der Frauen bei einer Umfrage des Allensbach-Institutes angaben, daß Hausfrau mit maximal einem Halbtagsjob für sie die attraktivste Lebensform ist.

Männer hätten so ein Leben natürlich auch gern. Nur wenn sie so leben, dann finden sie leider kaum eine Partnerin. Wie Frauen über Hausmänner denken, konnte ich mal in einer Reportage auf RTL II über einen Hausmann sehen: Da gingen die Reporter mit dem Hausmann und seinem Kind auf einen Spielplatz. Am Rand saßen zwei Mütter auf einer Bank, und die Reporter fragten sie, was sie davon halten, daß dieser Mann Hausmann ist. Die eine sagte dazu: "Also, ein Mann kann so etwas gar nicht." Als der Reporter fragte, was ein Mann nicht könne, antwortete sie: "Na, sich um die Kinder kümmern. Das kann nur eine Frau, weil sie dafür geboren ist. Ein Mann muß arbeiten. Richtig schwere Arbeit machen. Und nicht mit den Kindern spielen..." Die zweite Frau sagte dann noch: "Ja, und man muß ja auch mal sagen, daß die Männer, die zu Hause bei den Kindern bleiben, nicht gerade die Fleißigsten sind." Ihre Banknachbarin nickt darauf nur zustimmend.

Da haben wir also des Pudels Kern: Hausarbeit und Kinderbetreuung gelten zwar als harte Arbeit, die gar nicht hoch genug entlohnt werden kann - allerdings nur, sofern sie von Frauen erledigt wird. Macht ein Mann solche Arbeiten, dann gilt er als Faulenzer und Drückeberger. Erledigt er solche Arbeiten neben seinem Job, wird das einfach ignoriert. Hausarbeit gilt eben nur als solche, wenn sie von Frauen erledigt wird. Wenn ein Mann zu Hause etwas tut, dann ist das (bei Arbeiten im Garten, am Haus oder am Auto) entweder sein Freizeitvergnügen oder (bei allen sonstigen Arbeiten) der gerechte Ausgleich für das Übermaß an Arbeit, das seine Frau angeblich leistet.

Es gab ja auch mal einen Vorstoß für ein Gesetz, das beide Partner zur Hausarbeit verpflichten sollte. Das wurde schnell wieder fallen gelassen. Den Initiatorinnen wurde nämlich bald klar, was sie damit anrichten würden: Wenn auch in der Ehe beide Partner verpflichtet sind, sich die Hausarbeit 50:50 zu teilen, dann gäbe es zumindest bei kinderlosen Paaren keinerlei Rechtfertigung mehr für Unterhaltszahlungen nach einer Scheidung. Jetzt werden diese Zahlungen nämlich damit begründet, daß die Frau (denn meist ist es ja die Frau) ihren Beruf ja angeblich für die Hausarbeit aufgeben mußte. Durch dieses geplante Gesetz wäre das vollends zur Farce geworden, und man hätte diese Unterhaltsregelungen abschaffen müssen. Da das aber so manche Frau weit härter getroffen hätte als die Einsparung von 1 Stunde Hausarbeit pro Tag, hat man das wieder fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel.

De facto sieht es heute so aus, daß Männer auch unter Berücksichtigung von Hausarbeit längere Wochenarbeitszeiten haben als Frauen. Trotzdem also Männer das meiste Geld verdienen, geben Frauen das meiste Geld aus, und zwar nicht nur für die Familien, sondern auch für sich selbst, wie man an der Größe von Frauen-Abteilungen in Kaufhäusern deutlich sehen kann.

Sieht das danach aus, daß sie unbezahlte Sklavinnen wären?

Und so war das auch in früheren Zeiten schon. Der Unterschied bestand nur darin, daß die Bedingungen früher allgemein härter waren und so immer auch Frauen und Kinder im Rahmen ihrer Möglichkeiten zum Familieneinkommen beitragen mußten. Im Mittelalter arbeiteten auch Frauen auf Baustellen. Allerdings verrichteten sie dort meist die leichteren Arbeiten, meist als Handlangerinnen. Je reicher eine Familie aber war, um so weniger arbeitete die Frau. Das war auch in der DDR so. Dort gab es ein Recht auf Arbeit, und auch Frauen hatten alle Möglichkeiten. Es gab auch überall ausreichende Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Tatsächlich waren viele Frauen in der DDR berufstätig, aber darunter waren auch nicht wenige Halbtagsarbeiterinnen. Und auffällig war auch dort, daß Frauen von Männerm mit hohem Verdienst oft gar nicht mehr arbeiteten.

Ich kann dir versichern, daß alle diese Frauen gute Gründe dafür hatten.

"Und die Opfer werden dann von wem versorgt? Umsonst?"

Xenia - ein paar Sätze weiter oben hast du in deinem Beitrag betont, daß die Männer, die z.B. in Tschernobyl verstrahlt worden sind, dafür bezahlt worden wären. Mal ganz abgesehen davon, daß diese Bezahlung alles andere als üppig war und den dafür gezahlten Preis in keiner Weise rechtfertigte, wird weibliches Pflegepersonal in Krankenhäusern auch bezahlt. Auch in früheren Zeiten arbeiteten Frauen in solchen Berufen nicht umsonst. Fast umsonst arbeiten heute nur (männliche) Zivildienstleistende.

Und auch wenn eine Ehefrau ihren durch einen Arbeitsunfall verletzten Mann gesund gepflegt hat, dann hat sie das nicht nur uneigennützig getan. Denn sie war ja auch daran interessiert, daß er so bald wie möglich wieder arbeitsfähig war und dann wieder Geld nach Hause brachte, von dem dann auch sie gelebt hat. Das war dann nämlich ihre Bezahlung.

"Ich unterschätze die Frauen nicht, ich denke nur darüber nach, was Frauen wählen, die kaum lesen, noch schreiben können und die nicht genügend drüber informiert werden, welche Partei ihnen denn tatsächlich mehr bringen würde und die zudem wirtschaftlich und finanzielle von ihrem Ehemann abhängig sind, der wiederum vom nächsten Gutsbesitzer abhängig ist oder vom Fabriksbesitzer..."

Xenia, als die deutschen Frauen 1918 das Wahlrecht bekamen, gab es längst die Schulpflicht. Analphabeten waren schon damals eher selten. In früheren Zeiten war es sogar häufig so, daß Frauen der höheren Schichten mehr Bildung bekamen als ihre Männer.

"Eine Frau in der gesellschaftlichen und ökonomischen Position von Winifred Wagner kann sich so was natürlich leisten, keine Frage."

Oh, es gab damals nicht wenige solcher Frauen in Deutschland!

"Zweitens: wo lebten diese Frauen, die Hitler unterstützten, in der Stadt oder auf dem land? Und in welchen haushalten sind sie aufgewachsen, welcher Schicht gehörten sie an."

Das zog sich durch alle Schichten.

"Hast du eigentlich eine Vorstellung davon, wie in früheren Zeiten Abtreibungen durchgeführt wurden?"

"Oh ja."

Dann solltest du eigentlich verstehen, wieso so etwas früher nicht erlaubt war.

"Ich sehe da ehrlich gesagt noch immer keinen Zusammenhang zwischen Wahlrecht und Wehrpflicht"

Heute gibt es auch keinen mehr. Historisch hängt das aber eng miteinander zusammen. Das war so: In früheren Zeiten bestimmte - wie schon geschrieben - die Volksversammlung u.a. auch, ob es Krieg gibt oder nicht. Folglich durften nur waffentragende Männer teilnehmen. Grundbesitz gab es zunächst nicht. Das lag zum einen daran, daß Landwirtschaft anfangs noch nicht dieselbe hohe Bedeutung hatte wie später, zum anderen aber auch daran, daß die Landwirtschaft zunächst noch wenig effektiv war. Man konnte ein Feld nicht wie heute fast endlos immer wieder neu bestellen, sondern mußte sich immer wieder neues Land suchen, das oft durch Rodung gewonnen wurde. So hatte damals niemand größere Flächen eigenen Landes, sondern Acker- und Waldland galt als Gemeinschaftseigentum. Als dann die Landwirtschaft intensiver und wichtiger wurde, änderte sich das. Nun war es so, daß ein Bauer ein bestimmtes Stück Land fest in seinem Besitz hatte. Da ihm Land gehörte, war er auch zur Verteidigung dieses Landes verpflichtet. Jedenfalls galt das so für Männer. Bei weiblichen Grundbesitzern war diese Verpflichtung oft aufgehoben, oder aber sie konnten - wenn sie keinen Mann hatten, der für sie losziehen konnte - einen Stellvertreter engagieren, der für sie in den Krieg zog. Allgemein galt aber, daß jeder Grundbesitzer wehrpflichtig war und somit auch an Versammlungen teilnehmen konnte. Deshalb galt in der Antike das Wahlrecht auch nur für freie Bürger der Stadtstaaten und nicht für Sklaven.

Um sicherzustellen, daß niemand nur mit einem Knüppel bewaffnet zum Kriegsdienst erschien, war exakt vorgeschrieben, welche Waffen mitzubringen waren. Diese Waffen mußte der Wehrpflichtige selbst beschaffen. Mit zunehmender Entwicklung der Waffentechnik wurde es für viele Bauern immer schwerer, die somit steigenden Anforderungen noch zu erfüllen. Sie konnten sich die Wehrpflicht immer weniger leisten, und so blieb ihnen nichts weiter übrig, als ihr Land einem reicheren Grundbesitzer zu verkaufen, der dann auch die Wehrpflicht für dieses Land mit übernahm. In der Regel arbeiteten sie weiter auf dem Land, mußten fortan aber einen beträchtlichen Teil ihrer Erträge an den Grundherren abliefern. Daraus entwickelte sich dann das Feudalsystem inklusive Leibeigenschaft.

Menschen ohne eigenes Land waren also nicht mehr wehrpflichtig und durften somit auch nicht mehr an irgendwelchen Versammlungen teilnehmen. Da es im einfachen Volk bald keine Landbesitzer mehr gab, gab es in vielen Ländern bald auch keine Volksversammlungen mehr. Jetzt versammelten sich nur noch reiche Adelige, die dann z.B. den König wählten oder andere Entscheidungen trafen. Adelige Frauen haben da übrigens auch immer mitgemischt. Die Äbtissinnen von Quedlingburg beispielsweise waren Reichsregentinnen, was bdeutete, daß sie, wenn es gerade mal keinen König bzw. Kaiser gab, das Heilige Römische Reich deutscher Nation regierten.

So blieb das bis zum 18./19. Jahrhundert. Menschen aus dem einfachen Volk konnten in der Zeit nichts mitbestimmen, und das war vollkommen unabhängig von ihrem Geschlecht.

Erst im 18./19. Jahrhundert führten viele Staaten nach und nach das Wahlrecht ein, und oftmals wurde dann bald (wie in Preußen) auch die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt. Jetzt galt sie nicht mehr nur für Landbesitzer, sondern für alle männlichen Einwohner. Da man das Wahlrecht ohnehin meist nur widerwillig einführte, nahm man das zum Anlaß, um nur Männer wählen zu lassen. Und auch Männer aus dem einfachen Volk hatten nur ein sehr eingeschränktes Wahlrecht. In der Regel war es ein Klassenwahlrecht, das Männern mit niedrigen Einkommen - also dem Hauptteil der männlichen Bevölkerung - nur wenige Einflußmöglichkeiten gab. In Preußen fanden Wahlen grundsätzlich an Wochentagen statt. Da die Arbeiter in der Zeit oft 12 Stunden arbeiten mußten, war es für sie schwierig, überhaupt zur Wahl zu kommen. Wenn ein Fabrikbesitzer nicht wollte, daß seine Arbeiter wählen gehen, hatte er alle Möglichkeiten, um sie daran zu hindern.

Das volle Wahlrecht haben auch Männer in Deutschland erst 1918 bekommen.

"Z.B.: Beste Deutsche werden, Bundespräsidentin, Kanzlerin"

Hör mal Xenia - um beste(r) Deutsche(r) zu werden, muß man aber auch etwas leisten! Es ist doch schwachsinnig, Chancengleichheit darin zu sehen, daß jede(r) unabhängig von seiner Leistung geehrt werden soll! Dann können wir uns ja auch einfach alle gegenseitig Orden mit der Aufschrift "Beste(r) Deutsche(r)" anheften. Wozu soll das gut sein?

Und wenn du wissen möchtest, wieso es keine Bundespräsidentin oder Bundeskanzlerin gibt, dann sieh die mal den Frauenanteil in sämtlichen bedeutenden deutschen politischen Parteien an. Der liegt in der Regel sehr deutlich unter 50%. Nur auf den Führungsebenen ist er bei allen Parteien plötzlich höher als unter den Parteimitgliedern - was bedeutet, daß Frauen in deutschen Parteien bessere Aufstiegschancen haben als Männer.

Umfragen haben übrigens auch noch ergeben, daß sehr viele Frauen bei Wahlen männliche Kandidaten bevorzugen.

"Die Frauen wohl auch nicht..."

Das liegt dann aber nicht daran, daß sie Frauen waren oder sind.

"Ich vergleiche ihn nicht mit Alice Schwarzer, ich versuche nur zu zeigen, dass es unbedeutende Männer gibt, die nominiert wurden, und das es eben dazu auch unbedeutende Frauen zu geben hat, die nominiert werden sollten."

Es wurden ja auch unbedeutende Frauen nominiert! Brauchen wir nun auch noch eine Quote für unbedeutende Frauen? :-) Schreib doch auch eine SMS und nominiere damit deine Nachbarin. Wer hindert dich daran?

"Entschuldigung, aber dieser Hype um die Typen, die damals mitgespielt haben, ist mit der Würdigung von Leistungen einer Grit Breuer z.B. nicht zu vergleichen"

Es gibt in Deutschland mehr Frauen als Männer. Wer hindert alle diese Frauen daran, einen ähnlichen "Hype" z.B. um eine Frauenfußball-Mannschaft zu veranstalten? Übrigens gibt es auch viele weibliche Fußballfans!

Okay, ich werd heute abend mal in meinem Bücherschrank nachsehen, was ich da so an Büchern empfehlen kann.

"Wenn das alles nur für das Mittelalter gilt und nur für die Zünfte, ist das zwar sehr interessant, imho aber keine Aussage über eine gesamtgesellschaftliche Akzeptanz der Frau in Berufen. Meines Wissens nach warne die Zünfte sehr unabhängig"

Im Mittelalter waren aber fast alle Berufe in Zünften organisiert! Die wirkten zwar nur in großen Städten und ihrem Umfeld, aber dort wurde ja auch die größte Arbeitsleistung außerhalb der Landwirtschaft erbracht. Auf dem Land gab es weit weniger Möglichkeiten, um außerhalb der Landwirtschaft tätig zu sein. Das betraf Männer und Frauen gleichermaßen.

"Weil sie ja vorher aufgrund ihres Geschlechtes nicht geehrt wurden."

Doch, wurden sie. Frauen, die wirklich etwas geleistet haben, wurden auch früher dafür anerkannt. Natürlich hatte manche Frau, die z.B. wissenschaftlich tätig war, auch mit Widerständen anderer Wissenschaftlter zu kämpfen, aber das Problem hatten Männer genauso. Es hat immer wieder Menschen gegeben, deren Forschungsergebnisse den allgemein anerkannten Lehren widersprachen und die dafür manchmal sogar verfolgt wurden. Viele von ihnen waren Männer, und so mancher davon wurde hingerichtet oder konnte der Hinrichtung nur knapp entgehen. Z.B. wenn er behauptete, daß sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt.

"Die Fragen, die Feministinnen aufwerfen sind die: warum gibt es nicht so viele Frauen, die ähnliches geleistet haben. Warum kennen wir kaum eine dieser Frauen, die ähnliches geleistet hat?"

Diese Fragen sind durchaus berechtigt - sie werden von vielen Feministinnen nur falsch beantwortet.

"Nette Polemik, aber es liegt wohl eher daran, dass die Lehrerinnen auch keine Ahnung von diesen Frauen haben oder es schlichtweg nicht für wichtig halten"

Das ist keine Polemik. Wieso meinst du, daß die Männer oder die Gesellschaft an der angeblichen Ignoranz von Lehrerinnen schuld sein sollen?

"Sie finden es unangenehm, in einer Gruppe aus lauter Männern zu arbeiten"

Warum?

"sie finden es unangenehm, in einem Studiengang, in dem überproportional viele Männer zu finden sind, andauernd angemacht zu werden"

Wirklich? :-)

"viele finden es auch unangenehm, wie sie von den Profs behandelt werden"

Ja, das geht so manchem männlichen Studenten auch so.

"und eine Kommilitonin sagte mir, sie wäre es leid, vor Klausuren um Hilfe beim lernen zu bitten und dafür dann demjenigen Blowjobs geben zu müssen."

Weißt du, Xenia, tatsächlich würde es heute so mancher Professor begrüßen, wenn es keine weiblichen Studenten mehr gäbe. Dann müßte er nämlich nicht jedesmal, wenn er zufällig mal mit einer Studentin irgendwo allein ist, befürchten, später womöglich wegen sexueller Belästigung angeklagt zu werden. Wer heute noch eine Studentin zum Blowjob auffordert, muß entweder komplett verrückt sein oder aber total weltfremd.

Aber auch Professoren, die sich in der Hinsicht absolut korrekt verhalten, können heute nicht mehr sicher sein, unbehelligt zu bleiben. Es gibt schon genügend Fälle, in denen Hochschullehrer gefeuert wurden, nur weil sie irgendein feministisches Buch kritisiert haben. Vor allem in den USA, aber auch in Deutschland.

"Da habe ich kürzlich was ganz anderes gehört ;-)"

Viele Frauen, die ich kenne, haben Probleme mit irgendwelchen Arbeitskolleginnen. Meine Verlobte hat eine Zeit lang bei einer Zeitarbeitsfirma gearbeitet und war so in vielen verschiedenen Unternehmen. Oft hatte sie dann eine Frau da sitzen, die sie gemobbt oder sonst irgendwie schikaniert hat. Sie sagt immer, daß sie solche Probleme nur mit Frauen hatte. Mit männlichen Kollegen ist sie immer prima zurecht gekommen. Und das hab ich schon oft von Frauen gehört.

"Ich vertraue einfach nicht auf das, was andere mir sagen, und wenn ich weiß, dass Frauen genau soviel leisten können wie Männer, dann fragt man sich doch, weswegen laufend Männer den Nobelpreis erhalten."

Xenia, es ist eben ein Unterschied, ob man etwas theoretisch kann oder ob man es praktisch tut! Es gibt sicher viele Menschen in unserem Land, die den IQ eines Einstein haben. Trotzdem erbringen die allermeisten von ihnen keine herausragenden Leistungen. Intelligenz allein reicht dazu auch nicht. Man muß vor allem eine gewisse Neugierde haben und ganz besonders den Willen, eingefahrene Gleise zu verlassen und geistiges Neuland zu betreten. Aber gerade daran hat es Frauen offensichtlich immer gemangelt. Das ist ja auch nicht schlimm, denn auch die meisten Männer haben nie herausragende Leistungen erbracht. Dann kann man aber auch nicht herausragende Ehrungen erwarten - so ist das nun einmal. Männer haben damit offensichtlich kein Problem. Wieso ist das für Frauen ein Problem?

So, ich muß aufhören. Hab schon wieder viel zuviel geschrieben... Die Bücherliste setz ich wahrscheinlich morgen ins Forum.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Igitt - Frauen!

MalSehen, Thursday, 11.09.2003, 19:58 (vor 8182 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von Garfield am 09. September 2003 19:09:39:

Toller Beitrag Garfield.

Und meine Bewunderung, das du dir so viel Mühe gibst einer immer dünnere Bretter bohrenden Xenia zu antworten.

Die Sache mit dem Blowjob gehört meiner Meinung nach in die Welt der Legenden. Aus meiner Studienzeit in technischen Studiengängen mit wenigen Frauen ist mir nichts derartiges Bekannt.
Persönlich habe ich vielen Frauen im Studium beim Lernen geholfen. Einen Blowjob gabs dafür nie. Auch habe ich von Komilitonen niemals etwas derartiges gehört. Der Versuch das als vollkommen üblich und normal hinzustellen halte ich für den Notnagel einer Argumentslosen.

Was die Fußballer von 1954 angeht, so haben die in einer bestimmten Situation nicht nur eins, sondern alle entscheidenden Fußballspiele gewonnen. Das brachte Deutschland weltweit im positiven Sinne in die Schlagzeilen. Damit verbunden sind eine gute Stimmung im inneren und Anerkennung im Ausland. Dies hat dem Nachkriegsdeutschland sehr geholfen.

Das jetzt so nieder zu reden finde ich unsachlich. Wie würden denn Feministinnen reagieren, wenn man ihre Popikone Schwarzer auf eine Frau reduzieren würde, die eine vor sich hin dümplende Zeitung heraus bringt und ein paar Bücher geschreiben hat, die neimand wirklich liest. Ist Schreiben denn so eine Glanztat?

MalSehen

Re: Igitt - Frauen!

Garfield, Thursday, 11.09.2003, 20:39 (vor 8182 Tagen) @ MalSehen

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von MalSehen am 11. September 2003 16:58:28:

Hallo Malsehen!

Danke für das Lob! :-)

Vielleicht kann Xenia ja gar nichts für ihre Ansichten. Man hört doch heute überall, wie furchtbar die Frauen angeblich in früheren Zeiten diskriminiert und unterdrückt worden sind. So wundert es mich überhaupt nicht, daß viele Menschen das auch wirklich glauben.

Bei Xenia fiel mir das besonders krass auf, als sie schrieb, daß Frauen noch nicht mal lesen und schreiben konnten und deshalb kaum wußten, wen sie wählen sollten. Tatsächlich gab es schon im frühen Mittelalter Schulen, die sowohl Jungen als auch Mädchen aufnahmen. (Die Trennung nach Geschlecht setzte sich erst im späten Mittelalter durch.) Denn Kenntnisse im Lesen und Schreiben waren schon damals für beide Geschlechter wichtig. Es gab damals noch kein einheitliches staatliches Schulsystem, und viele arme Eltern konnten es sich nicht leisten, ihre Kinder zur Schule zu schicken, aber das betraf Jungen und Mädchen gleichermaßen.

Das wissen aber heute nur noch Menschen, die sich eben für Geschichte interessieren oder zufällig mal ein Buch darüber gelesen haben. Für alle übrigen ist völlig klar, daß Frauen früher von den Männern absichtlich dumm gehalten wurden und nicht mal lesen und schreiben konnten... Das paßt ja prima zu den radikalfeministischen Dogmen und hilft auch, die Existenz der Berufsfeministinnen zu rechtfertigen. Sie können so immer darauf verweisen, wie furchtbar es den Frauen in früheren Zeiten angeblich ging und daß die Frauen ja nur durch den heldenmütigen Kampf von Frauen wie Alice Schwarzer vor dem schrecklichen Patriarchat errettet werden könnten.

An das Blowjob-Märchen glaube ich auch nicht. Interessanterweise erzählen Frauen solche Geschichten besonders gern in Vorstellungsgesprächen und ähnlichem, wenn es darum geht, Studienabbrüche zu erklären. (Hab ich selbst schon zweimal erlebt, obwohl ich noch gar nicht viele Bewerbungen hinter mir habe.) Klar - bevor frau zugibt, daß sie einfach keine Lust mehr auf das Studium hatte und dann in schlechtem Licht dasteht, erfindet sie lieber eine Horrorgeschichte über angebliche sexuelle Belästigung, weshalb sie dann angeblich gezwungen war, das Studium abzubrechen. So als gäbe es keine Möglichkeit, ein Studium nach dem Vordiplom auch anderswo fortzusetzen, und so, als gäbe es nicht überall Frauenbeauftragte und Beratungsstellen, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben, als auf genau solche Fälle zu warten und die Mühlen der Justiz dann sofort anzuwerfen.

Wie Radikalfeministinnen im Dreieck springen, wenn man Alice Schwarzer als das bezeichnet, was sie nun einmal ist, nämlich als eine Frau, die geistig immer noch in den 60er Jahren lebt, nur lila Blasen von sich gibt und dafür bezahlt und geehrt wird, daß sie dazu beiträgt, die Öffentlichkeit von wirklichen Problemen abzulenken, hab ich schon zur Genüge in verschiedenen Foren erlebt. Es ist aber immer wieder amüsant. :-)

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Igitt - Frauen!

MalSehen, Saturday, 13.09.2003, 02:51 (vor 8181 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von Garfield am 11. September 2003 17:39:59:

Hallo Malsehen!
Danke für das Lob! :-)

Du hast es dir verdient.

Vielleicht kann Xenia ja gar nichts für ihre Ansichten. Man hört doch heute überall, wie furchtbar die Frauen angeblich in früheren Zeiten diskriminiert und unterdrückt worden sind. So wundert es mich überhaupt nicht, daß viele Menschen das auch wirklich glauben.

Dann kann Xenia zumindest etwas dafür, das sie sich nicht die Mühe macht den Dingen auf den Grund zu gehen.

Bei Xenia fiel mir das besonders krass auf, als sie schrieb, daß Frauen noch nicht mal lesen und schreiben konnten und deshalb kaum wußten, wen sie wählen sollten. Tatsächlich gab es schon im frühen Mittelalter Schulen, die sowohl Jungen als auch Mädchen aufnahmen. (Die Trennung nach Geschlecht setzte sich erst im späten Mittelalter durch.) Denn Kenntnisse im Lesen und Schreiben waren schon damals für beide Geschlechter wichtig. Es gab damals noch kein einheitliches staatliches Schulsystem, und viele arme Eltern konnten es sich nicht leisten, ihre Kinder zur Schule zu schicken, aber das betraf Jungen und Mädchen gleichermaßen.
Das wissen aber heute nur noch Menschen, die sich eben für Geschichte interessieren oder zufällig mal ein Buch darüber gelesen haben. Für alle übrigen ist völlig klar, daß Frauen früher von den Männern absichtlich dumm gehalten wurden und nicht mal lesen und schreiben konnten... Das paßt ja prima zu den radikalfeministischen Dogmen und hilft auch, die Existenz der Berufsfeministinnen zu rechtfertigen. Sie können so immer darauf verweisen, wie furchtbar es den Frauen in früheren Zeiten angeblich ging und daß die Frauen ja nur durch den heldenmütigen Kampf von Frauen wie Alice Schwarzer vor dem schrecklichen Patriarchat errettet werden könnten.

Zumindest bedeutet es für mich, das ich mir mal Lektüre zum Alltagsleben der vergangen Jahrhunderte ansehe. Grundsätzlich interessiere ich mich schon für Geschichte. Der Alltag ist jedoch meistens nicht das Thema.

An das Blowjob-Märchen glaube ich auch nicht. Interessanterweise erzählen Frauen solche Geschichten besonders gern in Vorstellungsgesprächen und ähnlichem, wenn es darum geht, Studienabbrüche zu erklären. (Hab ich selbst schon zweimal erlebt, obwohl ich noch gar nicht viele Bewerbungen hinter mir habe.) Klar - bevor frau zugibt, daß sie einfach keine Lust mehr auf das Studium hatte und dann in schlechtem Licht dasteht, erfindet sie lieber eine Horrorgeschichte über angebliche sexuelle Belästigung, weshalb sie dann angeblich gezwungen war, das Studium abzubrechen. So als gäbe es keine Möglichkeit, ein Studium nach dem Vordiplom auch anderswo fortzusetzen, und so, als gäbe es nicht überall Frauenbeauftragte und Beratungsstellen, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben, als auf genau solche Fälle zu warten und die Mühlen der Justiz dann sofort anzuwerfen.

Auch sowas kam mir im Alltag bisher nicht unter. Das einzige was ich kenne sind Probleme sobald mehr als eine Frau im Projekt mitarbeitet. Es ist nur zum kopfschütteln auf welch miese art sich Frauen bekämpfen.

Wie Radikalfeministinnen im Dreieck springen, wenn man Alice Schwarzer als das bezeichnet, was sie nun einmal ist, nämlich als eine Frau, die geistig immer noch in den 60er Jahren lebt, nur lila Blasen von sich gibt und dafür bezahlt und geehrt wird, daß sie dazu beiträgt, die Öffentlichkeit von wirklichen Problemen abzulenken, hab ich schon zur Genüge in verschiedenen Foren erlebt. Es ist aber immer wieder amüsant. :-)

Frau Schwarzer lehnte ein Bundesverdienstkreuz ja auch so lange lautstark ab, bis man ihr tatsächlich eins anbot.

Freundliche Grüße
von Garfield

Gruß zurück
MalSehen

Re: Igitt - Frauen!

Maesi, Saturday, 13.09.2003, 14:31 (vor 8180 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Re: Igitt - Frauen! von Xenia am 09. September 2003 15:01:58:

Hallo Xenia

Woher hast du das denn? Zu allen Zeiten waren es überwiegend Männer, die harte, gefährliche und/oder schmutzige Arbeiten erledigten. Das ist bis heute weitgehend so geblieben.

Frauen brachten Kinder auf die Welt,...

Das war frueher allerdings gefaehrlich, heute jedoch nicht mehr...

...kochten, putzten und wuschen für die Familie, versorgten Kranke und Alte – ohne Bezahlung.

Die Bezahlung erfolgte in Naturalien, z.B. Benutzung von Wohnraum, Essen, Kleidung usw; insofern ist Deine Behauptung nicht richtig.

Der Mensch als Lohnempfaenger setzte sich im grossen Stil erst waehrend des 19. Jhd. im Zuge der Industrialisierung durch. Vorher waren die weitaus meisten freien Menschen in der Landwirtschaft taetig, indem sie eigenes oder gepachtetes Land bewirtschafteten; in beiden Faellen arbeiteten sie ohne Bezahlung. Etwas modern ausgedrueckt, handelte es sich bei ihnen um Selbststaendigerwerbende, die die zum Leben benoetigten Produkte grossenteils selber produzierten und Ueberschuesse verkauften und aus dem Erloes nicht selber produzierte Gueter und Dienstleistungen einkauften. Die (Gross-) Familie war eine wirtschaftliche Einheit in der jedes Mitglied Leistungen erbrachte und auch konsumierte; Deine Abspaltung der Frau und die gesonderte Betrachtung ihrer Situation ist unsinnig. Eine Sonderstellung nehmen Knechte und Maegde ein, die tatsaechlich haeufig nur fuer Kost und Logis arbeiteten; das galt aber fuer Maenner und Frauen gleichermassen.

Durch die Industrialisierung aenderte sich das grundlegend; neu erhielt der Arbeiter Lohn fuer geleistete Arbeit. Die Familie als wirtschaftliche Einheit blieb jedoch weiterhin bestehen, d.h. jene in der Familie, die Lohn erhielten (das waren im 19. Jhd normalerweise beide Elternteile und oftmals sogar noch die Kinder sowie weitere Familienmitglieder), setzten diesen zur Ueberlebenssicherung der Familie ein - auch hier ist eine getrennte Betrachtung einzelner Familienmitglieder unsinnig. Dieser Grundsatz der Familie als wirtschaftliche Einheit gilt auch heute noch; erst bei einer Trennung/Scheidung wird diese Einheit aufgebrochen. Der vor der Trennung innerhalb der Familie bestehende Geld-, Gueter- und Dienstleistungsaustausch wird teilweise durch Unterhaltszahlungen (Kindes- und Ehegatten- bzw. Betreuungsunterhalt) ersetzt.

Und das taten sie nicht nur, wenn sie Sklavinnen waren, sondern auch Ehefrauen von freien Bürgern.

Und Maenner sorgten durch ihre Arbeit fuer Frauen mit; und das taten sie nicht nur, wenn sie Paechter oder Abhaengige waren sondern auch als freie Bauern oder Handwerker. Lediglich der Adel konnte sich der Musse hingeben. Dort arbeiteten allerdings auch die Frauen nicht.

Eine Umfrage in den USA nach den unbeliebtesten Jobs hat ergeben, daß 9 der 10 dabei am häufigsten genannten Jobs Männerdomänen sind. Es sind weit überwiegend Männer, die gefährliche Arbeiten z.B. im Bergbau, bei der Feuerwehr oder auch in der Armee erledigen. Es sind weit überwiegend Männer, die körperlich schwere Arbeiten auf dem Bau oder in der Industrie erledigen. […]Niemand wäre auf die Idee gekommen, Frauen dorthin zu schicken. Und kaum eine Frau hätte sich dafür freiwillig gemeldet.

Und für diese Arbeiten wurden diese Menschen auch bezahlt, Sklavenarbeit is
t umsonst

Soweit diese Menschen (vorwiegend Maenner) verheiratet sind, profitieren ihre gegebenenfalls nichterwerbstaetigen Frauen von ihren Gehaeltern mit. Niemand hat die Frauen gezwungen, solche Maenner zu heiraten und allenfalls ihren Job aufzugeben.

Alle diese Arbeiten werden auch im Interesse von Frauen weit überwiegend von Männern erledigt. Deshalb werden Männer weit häufiger Opfer von Arbeitsunfällen, und deshalb liegt ihre Lebenserwartung auch unter der der Frauen.

Und die Opfer werden dann von wem versorgt? Umsonst?

Soweit die vorwiegend maennlichen Opfer von Arbeitsunfaellen tot sind, werden sie von niemandem mehr versorgt; sie werden verbrannt oder eingesargt und begraben. Als Ausgleich fuer die frueher wesentlich staerkere finanzielle Abhaengigkeit der Frau zu ihrem erwerbstaetigen Mann existierte eine Witwenrente (eine Witwerrente gab es in den wenigsten Staaten).

Fuer die medizinische Versorgung der Ueberlebenden gibt es (zumindest in der Schweiz) eine obligatorische Betriebsunfallversicherung; bei Erwerbsunfaehigkeit springt eine Invalidenversicherung mit einer Rente fuer den Lohnausfall ein. Sofern die Erwerbsunfaehigkeit voruebergehend ist, werden die Opfer nach der Rekonvaleszenz normalerweise wieder in den Arbeitsprozess einsteigen.

Wer war und ist da also wessen Sklave?

Wenn es um unbezahlte Arbeit geht, dann sind es die Frauen.

Die Definition von Sklave (bzw. Sklaverei) ist falcsh. Selbst der Skalve erhaelt normalerweise fuer seine Arbeit etwas: naemlich Unterkunft, Verpflegung und Kleider; er arbeitet also nicht voellig umsonst. Hervorstechendstes Merkmal von Sklaverei ist, dass der Herr vollstaendig ueber das Leben seines Sklaven verfuegen kann: er kann ihn zu jeglicher Arbeit zwingen, er kann ihn verschenken, verkaufen, toeten; kurzum der Sklave gilt rechtlich normalerweise nicht als Mensch sondern als Sache und hat keine (oder fast keine) eigenstaendigen Rechte. Dieses Merkmal trifft aber weder auf die (Ehe-) Frau noch den (Ehe-) Mann noch auf irgendein anderes Familienmitglied zu. So gesehen, ist die Bezeichnung 'Sklave' hier unangebracht.

Es hat im Mittelalter immer auch Zünfte gegeben, die nur Frauen aufnahmen. […]
In den meisten Berufszweigen wurden beide Geschlechter aufgenommen. […]
Davon abgesehen, machte man kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Aus Pariser Steuerbüchern ist bespielsweise teilweise gar nicht ersichtlich, ob sich hinter den Namen von steuerpflichtigen Unternehmern Männer oder Frauen verbergen.
Frauen wurden auch in den meisten Berufen ganz selbstverständlich akzeptiert. […]

Wenn das alles nur für das Mittelalter gilt und nur für die Zünfte, ist das zwar sehr interessant, imho aber keine Aussage über eine gesamtgesellschaftliche Akzeptanz der Frau in Berufen. Meines Wissens nach warne die Zünfte sehr unabhängig

Nahezu alle Berufe waren im Mittelalter und in der nachfolgenden Neuzeit zuenftisch geregelt; insofern stellt Garfields Hinweis auf die vielen Frauen, die Berufe ausuebten, die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz der Frau in Berufen recht gut dar. Die heutigen Berufslehren knuepfen mehr oder weniger direkt an die mittelalterlichen Handwerkerberufe an.

Wie ich bereits oben schrieb, waren aber zahlenmaessig weitaus die meisten Menschen in der Urproduktion (v.a. Landwirtschaft) taetig und hatten gar keine eigentliche Berufsausbildung; dies galt in Europa bis zu Beginn des 19. Jhds. (teilweise sogar bis Mitte des 19. Jhds.). Mit der Industrialisierung gingen zwar immer mehr Menschen einer Lohnarbeit nach, aber noch immer uebten die wenigsten einen Beruf im engeren Sinne aus. Noch zu Beginn des 20. Jhs. war der Besuch einer Lehre eher die Ausnahme als die Regel, denn fuer die Arbeit in einer Fabrik brauchte man keine spezielle Berufsausbildung. Heute ist der Besuch einer Lehre oder einer hoeheren Schule (z.B. Uni) die Regel; ungelernte Arbeitskraefte findet man fast auschliesslich bei Einwanderern, die allenfalls aus Laendern kommen, in denen Berufsausbildungen nicht selbstverstaendlich oder gar unbekannt sind.

Gruss

Maesi

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