Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Was ich schon lange mal sagen wollte.....

Pedro, Wednesday, 02.07.2003, 22:43 (vor 8253 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Süddeutsche Zeitung zum gemeinsamen Sorgerecht von Odin am 02. Juli 2003 11:53:27:

Danke, Odin, für das Einstellen dieses kenntnisreichen Textes.

Er gibt zwar komprimiert, aber zugleich umfassend und auf den Punkt gebracht das Dilemma wieder, in das jeder gerät, welcher der offiziellen Doktrin des Kindeswohls folgt.

Kurz gesagt: wer wirklich das Wohl des Kindes als primär ansieht, der darf keinem der modisch wechselnden Modelle zum Umgangsrecht folgen - die setzen nämlich alle an Zumutungen für das Kind an, das sich in den unterschiedlichsten Situationen bewähren muß, von denen letztlich keine kindgerecht ist. In der Praxis werden zuallererst nämlich nicht die ach so reifen Erwachsenen den größten Belastungen ausgesetzt - denn die wissen ja immerhin, warum und mit welchen Waffen sie Krieg gegeneinander führen.

Mit anderen Worten: wer wirklich das Wohl des Kindes als primär ansieht, der muß bei den Erwachsenen ansetzen - bei beiden gleichzeitig.

Natürlich habe auch ich nicht den Stein der Weisen gefunden, aber mal so ins Unreine gesprochen: wie wäre es denn, wenn die Familiengerichte sofort bei Stellung eines Scheidungsantrags die Verpflichtung für beide Eltern aussprechen würden, sich einer gemeinsamen Schulung, Therapie oder wie immer man das bezeichnen und ausgestalten mag, zu unterziehen?

Das Verweigern eines solchen gemeinsamen Vorgehens sollte natürlich entsprechend geahndet werden werden können. Freilich nicht über die Drohung des Sorgerechtsentzugs oder ähnlichem Unsinn, was doch nur wieder auf dem Rücken der Kinder ausgetragen würde. Nein, Sanktionen könnten an der Stelle ansetzen, wo es den Meisten am meisten weh tut - am Geldbeutel und ersatzweise durch Ableistung sozialer Dienste.

Die Scheidung dürfte erst dann weiter betrieben werden, wenn durch die begleitende Stelle - die tunlichst nicht das Jugendamt oder eine sonstige Behörde zu sein hätte! - eine positive Prognose hinsichtlich einer auch in Zukunft geordneten Elternschaft gestellt werden könnte.

Jede Wette, daß sich dann ein Großteil der heute noch hoch strittigen Verfahren - die zwar vorgeblich dem Kindeswohl dienen sollen, diesen Anspruch aber kaum je erfüllen können - sehr rasch erledigen würde.

So ganz nebenbei wäre vielleicht auch noch die eine oder andere Partnerschaft zu retten - für die Kinder sicher die beste Lösung.

Pedro


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