Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Simple mind

Garfield, Wednesday, 25.06.2003, 15:47 (vor 8260 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Simple mind von Xenia am 24. Juni 2003 20:05:49:

Hallo Xenia!

Ich glaube auch nicht, daß viele Frauen wirklich so hohe Ansprüche an ihre Partner stellen. Jedenfalls nicht, solange es in der Beziehung oder Ehe gut läuft.

Irgendwann kommt aber jedes Paar unweigerlich an den Punkt, wo der Alltag alles bestimmt und vieles bei weitem nicht mehr so spannend und prickelnd ist wie am Anfang. Man kennt den Partner mittlerweile genau, es gibt nicht mehr so viel Neues zu entdecken, eine gewisse Trägheit hat sich eingeschlichen - alles ist eben plötzlich alltäglich und langweilig.

Dagegen kann man natürlich etwas tun, aber dazu muß man erst einmal die eigene Trägheit überwinden. Und das ist gar nicht so einfach. Oft ist es so, daß man nach Feierabend einfach zu müde ist, um noch groß etwas mit dem Partner zu unternehmen, und am Wochenende ist man dann auch froh, wenn man seine Ruhe hat... Man hat ja auch immer den Hintergedanken im Kopf, daß man den Partner ja nächste Woche immer noch hat und dann ja immer noch etwas unternehmen kann...

So stellt man dann eben irgendwann fest, daß man vom Alltag eingeholt wurde und daß es gar nicht so einfach ist, dagegen etwas zu tun.

Überall ist die Rede davon, was ein Mann für seine Partnerin unbedingt tun müsse. Allein schon sexuell. Während Frauen dazu ermuntert werden, nur dann mit ihren Partnern zu schlafen, wenn sie das auch wirklich möchten, haben Männer entsprechend den gängigen Klischees immer potent zu sein und es ihrer Partnerin möglichst perfekt zu besorgen, wann immer sie das braucht. Wer dem nicht entspricht, gilt als Versager. Überall taucht das auf, z.B. in einem aktuellen Werbespot für Enthaarungsmittel, wo eine Frau nach dem Sex frustriert neben ihrem Partner auf der Couch sitzt und dazu gesagt wird "wenn doch alles so lange anhalten würde".

Analog läuft das auch in anderen Bereichen. Solange die Beziehung oder Ehe gut läuft, interessiert viele Frauen das alles nicht sonderlich. Sobald es aber kriselt, greifen sie das alles dann plötzlich doch auf. So können sie die Tatsache, daß sie selbst ihre eigene Trägheit genauso wenig überwinden können wie ihre Partner, nämlich prima damit vertuschen, daß er ja alle diese hohen Ansprüche nicht erfüllt, daß also alles nur seine Schuld ist. ER kriegt ja oft keinen hoch oder kommt oft zu früh, ER ist ja so schrecklich unromantisch, ER hat ja schon wieder den Hochzeitstag vergessen, ER bringt ja nie Blumen mit...

Besonders wenn frau schon einen Nachfolger im Visier hat, bei dem dann plötzlich alles wieder neu, spannend und aufregend ist, und zwar ganz ohne daß frau etwas dafür tun muß, steigen die Ansprüche an den bisherigen Partner oft plötzlich enorm an. Da wird dann gern alles aufgegriffen, was in Frauenzeitschriften, Werbespots und sonstwo in den Medien heute von den Männern verlangt wird. Gerade WEIL diese Forderungen unerfüllbar sind.

Ich denke, das ist einer der wesentlichen Gründe dafür, daß die meisten Scheidungen von Frauen ausgehen.

Freundliche Grüße
von Garfield


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