Re: Leserbrief an die Stuttgarter Zeitung
Als Antwort auf: Leserbrief an die Stuttgarter Zeitung von Andreas am 10. Juni 2003 14:08:26:
Hallo Andreas
Interessant ist allerdings, daß in diesem Artikel mit keinem einzigen Satz die Frage angeschnitten wurde, aus welchen Gründen es eigentlich keine vergleichbare Veranstaltung für Jungen und junge Männer gibt?
Es ist offengestanden besorgniserregend geworden, mit welcher Selbstverständlichkeit Jungen mittlerweile von solchen Aktionen ausgeschlossen werden. [...]
Zustimmung. Bei diesen Ausgrenzungen von Jungs und Maennern handelt es sich laengst nicht mehr um einige wenige Einzelfaelle, sondern man kann inzwischen von einer eigentlichen Flut von Aktionen, Foerder- und Hilfsprogrammen auschliesslich zugunsten von Maedchen und Frauen sprechen; parallel dazu werden Jungs und Maenner systematisch daemonisiert, pathologisiert und benachteiligt. Diese Tendenzen stehen in direktem Widerspruch zu einer offenen, gleichberechtigten Gesellschaft, in der alle Individuen vor dem Gesetze gleich sind; sie foerdern vielmehr Ungleichheit und Sexismus und bereiten damit den Naehrboden vor, auf dem Geschlechterapartheid gedeihen kann.
Es fließen jährlich Millionenbeträge in die Förderung von Mädchen und in Mädchenhilfsprojekte, die Jungen hingegen scheinen in unserer Gesellschaft nicht mehr existent zu sein.
Grundsaetzlich frage ich mich bei jeder Foerderung: Ist sie notwendig? Ist sie effektiv und effizient? Bei den meisten staatlich finanzierten Maedchen- und Frauenbevorzugungsaktionen, koennen diese Fragen getrost verneint oder zumindest als nicht beantwortbar angesehen werden. Von daher sollte man den meisten Foerderkampagnen von staatlicher Seite her die Unterstuetzung einstellen.
Es ist wirklich sehr schade, daß es unsere Gesellschaft mittlerweile verlernt hat, auch den Jungen etwas Aufmerksamkeit und Gehör für ihre Probleme und Sorgen zu schenken. Aber was soll man auch von einem Staat verlangen, in dem Personen wie die ehemalige Frauenministerin Christine Bergmann und die frühere Wissenschaftssenatorin Krista Sager in einer NDR-Talkshow pseudowissenschaftliche Parolen skandieren, die uns weismachen wollen, Jungen seien schlechter in der Schule als Mädchen, da ihr Corpus Callosum weniger ausgeprägt sei?
Du hast Recht. Es ist was faul im vorherrschenden Staatsfeminismus, und das schon seit Jahren. Die systematische Benachteiligung und Herabsetzung von Jungen mit einer Bevorzugung und Idealisierung von Maedchen in Gesellschaft und Schulen fuehrt letzten Endes zu genau den festgestellten Ergebnissen in den schulischen Leistungen. Wer vor dieser Kausalitaet die Augen verschliesst, den kann man nur noch als borniert bezeichnen.
Warum dann noch Aufmerksamkeit für die Probleme von Jungen? Die kleine Jacqueline aus Nürnberg hat den Grund dafür in Ihrem Beitrag auf den Punkt gebracht: Jungs stören von Natur aus. Da hat Gott einen schweren Fehler gemacht. Eine Gesellschaft, in der schon unter Kindern solche Ansichten herrschen, ist längerfristig zum Scheitern verurteilt.
Ob Jacqueline als Erwachsene auch noch so von Jungs spricht, bleibt abzuwarten. Sie ist jedoch mit solchen platten Pauschalaussagen ein guter Indikator dafuer, wie die Gesellschaft ueber die maennlichen Kinder denkt; denn diese Aussage hat Jacqueline kaum selber erfunden, sie plappert vielmehr nach, was 'feminisierte' Erwachsene immer wieder sagen. Dass sie es in aller Oeffentlichkeit machen darf, ohne dass die Aeusserung kritisiert oder wenigstens kommentiert wird, ist ein weiterer Hinweis auf die latent vorhandene Jungenfeindlichkeit.
Sehr weit werden wir damit ohne Zweifel nicht kommen.
Wahrscheinlich nicht. Allerdings weit genug, um aeusserst schwere Schaeden in unserer Gesellschaft anzurichten.
Gruss
Maesi
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Andreas,
10.06.2003, 17:08
- Sehr gut! - Garp, 10.06.2003, 21:12
- Re: Leserbrief an die Stuttgarter Zeitung - Martin, 11.06.2003, 01:55
- Ich hab's getan! - Martin, 11.06.2003, 02:59
- Re: Leserbrief an die Stuttgarter Zeitung - Maesi, 23.06.2003, 22:23