Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: frauen verdienen wenig oder doch nicht? :O)

Garfield, Wednesday, 18.06.2003, 21:35 (vor 8267 Tagen) @ gaehn

Als Antwort auf: Re: frauen verdienen wenig oder doch nicht? :O) von gaehn am 18. Juni 2003 16:10:24:

Hallo gaehn!

"ich frage mich allerdings, warum männer als zielgruppe so verachtet werden?"

Das hat im Wesentlichen zwei Gründe. Erstens geben Frauen laut Statistik mehr Geld aus als Männer. Zwar wird der größte Teil des Geldes von Männern verdient, aber gerade wenn eine Frau z.B. Hausfrau ist, dann geht sie natürlich einkaufen. Auch für Kleidung geben Frauen mehr Geld aus als Männer, und dazu kommt noch, daß viele Frauen auch die Kleidung ihrer Männer kaufen.

Der zweite Grund ist, daß man mit Werbung natürlich vorzugsweise da ansetzt, wo der geringste Widerstand zu erwarten ist. Z.B. bei den Kindern, weil man ihnen jeden Unsinn einreden kann. Und eben auch bei Frauen. Weil Frauen sowieso gern einkaufen, und weil gerade die Frauen, die das Geld dafür nicht oder nur zum geringen Teil selbst verdienen, dann oft auch beim Ausgeben weniger Hemmungen haben. Wenn man für etwas nicht selbst hart gearbeitet hat, schätzt man es meist nicht sonderlich hoch ein.

Folglich konzentriert sich die Werbung vor allem auf Frauen und Kinder. Und da die Medien ihr Geld vor allem mit Werbung verdienen, sind sie bestrebt, zu diesem Konzept passende Umgebungen bereit zu stellen. Die Werbung soll ja die Hauptzielgruppen erreichen. Wer nicht nachweisen kann, daß unter den Lesern, Hörern oder Zuschauern genügend Frauen und Kinder sind, kriegt eben manche Werbeverträge nicht mehr.

"man müsste mit zeitungen anfangen, ihnen endlich reindrücken das die meisten leser keine lust mehr auf ihre feministische propaganda haben."

Ja, das ist ein möglicher Ansatzpunkt. Jedem männerfeindlichen Beitrag in den Medien sollte eine Flut von Protestbriefen folgen.

"aber ich kenne einige männer die sogar noch schlechter als ich selbst schreiben (was grammatik und rechtschreibung angeht) aber auf ihrem gebiet unheimlich viel können"

Ich hab mal von einem Physiker gehört, der seine Doktorarbeit von jemand anderem nochmal abschreiben lassen mußte, weil sie zwar fachlich korrekt war, er aber eine angeborene Rechtschreibschwäche hatte und deshalb kaum einen Satz fehlerfrei aufs Papier bringen konnte.

Mündliche Redegewandtheit und schriftliche Ausdruckskraft sind im Übrigen zwei unterschiedliche Dinge. Es gibt Leute, die zwar reden wie ein Wasserfall, aber schreibfaul sind, oder auch umgekehrt.

"man sollte den männlichen speichelleckern mal kräftig eins reinwürgen, damit sie aufhören den frauen zufüssen zu liegen (weibl. füsse können im übrigen auch stinken)"

Ich glaube, die echten Speichellecker kriegen im realen Leben schon genug reingewürgt, und zwar von den Frauen. Umso unverständlicher ist es, daß einige daraus einfach nicht schlau werden...

Viel schlimmer ist, daß der deutsche Durchschnittsbürger (egal ob männlich oder weiblich) heute fest an diverse radikalfeministische Dogmen glaubt, und daß dieser Glauben durch unseriöse Berichterstattung der Medien immer wieder bestärkt wird. Es gibt wirklich noch genügend Männer, die durchaus keine Speichellecker sind, sondern wirklich daran glauben, daß Frauen ganz furchtbar benachteiligt wären. Ich denke, viele von ihnen wollen es auch so sehen, weil sie sich sonst eingestehen müßten, daß Frauen diverse Privilegien ganz ohne Grund haben und daß sie selbst also umgekehrt auch ganz ohne Grund weniger privilegiert und damit gewissermaßen Opfer sind. Und Männer werden nach wie vor dazu erzogen, auf gar keinen Fall Opfer sein zu dürfen. Also redet mann sich die Verhältnisse eben schön und sagt sich, daß mann doch nach wie vor viel besser dran wäre als die Frauen.

Aber so langsam scheint sich das zu bessern. Bücher wie Arnes "Sind Frauen bessere Menschen?" oder van Crevelds "Das bevorzugte Geschlecht" tragen gut dazu bei, aber auch die Tatsache, daß immer mehr Frauen die Freiheiten, die ihnen in den letzten Jahrzehnten gegeben wurden, negativ ausnutzen. Es gibt dadurch immer mehr Männer, die z.B. Scheidungsopfer geworden sind, oder auch Opfer von irgendwelchen falschen Anklagen. Immer mehr Frauen verhalten sich völlig entgegengesetzt zu den radikalfeministischen Klischees von der sanftmütigen, friedfertigen Frau und beweisen damit, daß sie eben nicht die moralisch-ethisch überlegenen Übermenschen sind, als die sie jahrzehntelang dargestellt wurden, sondern ganz normale Menschen mit individuellen Stärken und Schwächen wie wir Männer eben auch. Das läßt sich alles nicht mehr wegleugnen.

Man sieht die positive Entwicklung z.B. an Fernsehserien. Bis vor kurzem gab es noch viele Serien im Stile von "Hör mal, wer da hämmert". Die hatten immer zwei Rollen gemeinsam: Erstens der mehr oder weniger vertrottelte männliche Hauptpart, der ständig von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt. Und zweitens die weise, vorausschauende Frau an seiner Seite, die ihn trotz seiner Trotteligkeit liebt und alle seine Fehler nachsichtig korrigiert. Mittlerweile scheint diese Sorte von Serien auszusterben. Neuere Serien wie z.B. "King of Queens" oder "Friends" sind so aufgebaut, daß die Rollen nicht mehr nach Geschlecht festgelegt sind. Da kann sich auch mal eine Frau trottelig verhalten. Korrigiere mich, falls ich mich da täusche, aber mir kommt es so vor, als hätte sich das erst in den letzten Jahren so entwickelt.

Oder auch die Sendungen über Mordfälle, die es in letzter Zeit häufig gibt. Dort wird immer wieder auch über weibliche Gewalttäter berichtet. Vor ein paar Tagen beispielsweise kam ein Bericht über einen Mordfall, bei dem eine Frau und ihr Baby die Opfer waren. Ein Sachverständiger hat zunächst in einem Gutachten behauptet, daß die Tat aufgrund der besonderen Brutalität (auf die Frau wurde einmal geschossen, und da sie danach noch nicht tot war, wurde noch 19mal brutal auf sie eingeschlagen) nur von einem Mann verübt worden sein könne. Bald häuften sich aber Indizien dafür, daß die Ex-Freundin des Ehemannes der Toten die Morde begangen haben könnte. Sie gab zwar für die Tatzeit ein Alibi an, das sich nach Überprüfung durch die Polizei aber als falsch herausstellte. Die beiden Leichen waren nahe ihrem Wohnort gefunden worden. Laut Aussagen diverser Bekannter und eines Ex-Freundes war sie sehr gewalttätig, und ihr Ex-Freund sagte darüber hinaus noch aus, daß sie eine Pistole besaß, deren Abzug defekt war, so daß man oft nur einen Schuß abfeuern konnte. Das erklärte, wieso auf die tote Frau nur einmal geschossen wurde. Diese Indizien hätten bei einem männlichen Verdächtigen längst zur Verhaftung geführt. Da aber eine Frau verdächtig war, die obendrein auch noch gerade schwanger war, wurde tatsächlich ernsthaft darüber diskutiert, ob eine Frau, die selbst ein Kind erwartet, es fertig bringen könnte, eine andere Frau und deren kleines Baby so brutal umzubringen. Man hatte fremde Haare im Auto des Opfers gefunden und bequemte sich zunächst noch nicht einmal dazu, diese Haare korrekt mit denen der Verdächtigen zu vergleichen. Es wurde lediglich festgestellt, daß die Haare aus dem Auto blond aussahen, die Haare der Verdächtigen aber brünett. Erst als sich herausstellte, daß die Verdächtige zur Tatzeit ihre Haare blond gefärbt hatte, wurden die gefundenen Haare im Labor mit ihren verglichen. Erst als man dabei feststellte, daß die Haare identisch waren, wurde die Tatverdächtige endlich verhaftet. Als eine Polizeibeamtin sie beim Packen ihrer Sachen überwachte, hörte sie sie zu ihrem mittlerweile geborenen Kind sagen: "Wenn ich gewußt hätte, daß sie mich erwischen, hätte ich dich nicht zur Welt gebracht." Wenn sie dieses Geständnis nicht in Gegenwart der Polizistin gemacht hätte, wäre sie vielleicht nur zu einer vergleichsweise geringen Strafe verurteilt worden. So aber hat sie lebenslang bekommen. Und da das in den USA passiert ist, bedeutet das wirklich lebenslang.

Früher wäre darüber nicht so ausführlich berichtet worden. Wenn man es überhaupt irgendwo erwähnt hätte, dann hätte man dabei ständig betont, daß das ja nur ein Ausnahmefall gewesen wäre und daß die allermeisten Mörder ja Männer wären, und man hätte auch nichts darüber gesagt, daß die Ermittlungen nur aufgrund der Tatsache, daß eine Frau unter Mordverdacht stand, zunächst eher zögerlich durchgeführt wurden.

Aber das hat sich mittlerweile geändert, und das läßt darauf hoffen, daß bald auch andere Tabus öffentlich gebrochen werden.

Freundliche Grüße
von Garfield


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