Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Sabrina Setlur und der TÜV

Ferdi, Friday, 06.06.2003, 00:41 (vor 8280 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Sabrina Setlur und der TÜV von Manfred am 05. Juni 2003 19:46:55:

Hi Manfred!

Das von den Produzenten, Plattenfirmen und zuweilen auch vom "Star" selbst mehr geklotzt wird als gekleckert, mag sicher den Versuch bedeuten, die "niederen Instinkte" des Konsumenten anzusprechen.

Du sagst es. Und wer hat es nötig, die "niederen Instinkte" anzusprechen? Doch wohl die, die sonst nix auf der Pfanne haben.

Aber dies ist doch umgekehrt (z.B. Boygroups) genauso und damit kein besonderes treffendes Beispiel für männerfeindlichen Sexismus.

Nur mit den Unterschied, dass die Musik machen und keine Striptease-Show veranstalten. Boygroups müssen musikalisch wesentlich mehr draufhaben wenn sie sich in den Charts behaupten wollen, denn sie haben den Tittenbonus ja nicht.

Wenn dann müßten wir schon insgesamt die gesamte moderne westliche Mentalität anprangern, die schnellen Spaß um jeden Preis will, die Verblödung des Volkes durch die Medien (und die Politik)

Das ist ja auch anzuprangern. Das hat doch letztlich alles mehr oder weniger zu den Zuständen geführt, die wir heute sehen. Ich bin ein sehr geselliger Mensch voller Lebensfreude und positiver Einstellung, ich habe gerne Spass und habe mit meinen Freunden schon viel Spass gehabt. Aber vielleicht stösst mich gerade deshalb diese billige, primitive, gestellte und aufgesetzte Variante von "Spass" so sehr ab, die nur auf Abzocke aus ist und auf Kosten anderer lebt. Wenn wir auf den Tischen tanzen vor lauter Lebensfreude dann wird niemand abgezockt und dann wird niemand durch die Scheisse gezogen wie bei "tv klokal".

Was Shakira betrifft darf ich Dir versichern, daß meine Faszination die ich für sie empfinde im wesentlichen auf ihren künstlerischen Fähigkeiten beruht (die mag man beurteilen wie man will, ich finde sie famos!)

Ich schaue ja extrem selten Fernsehen. Aber ich höre sehr gerne Radio. Gerade auch Charts. Als ich "Whenever whereever" von Shakira im Radio hörte war ich begeistert. Der Song ging mir ins Blut und in die Beine. Das gefiel mir. Aber als ich dann mal ein Video sah, dachte ich "Oh jemineh, kommt die von der Reeperbahn?" Später klärte mich ein Freund darüber auf, dass sie aus Columbien kommt. Aber seitdem hat mir das Lied nicht mehr gefallen. Hat eine Frau, die so gute musikalische Leistungen bringt, das wirklich nötig, sich so ins Reeperbahn-Schaufenster zu setzen? Diese Frauen sind mitschuld daran, dass Frauen heute so sehr als Sexobjekt angesehen werden und auf ihre körperlichen Reize reduziert werden. Wie bei den Quotenfrauen, von denen man ja auch glaubt, sie seien nur via Quote auf ihre Posten gekommen.

Aus diesem Grunde würde ich mir mir nur selber schaden wenn ich ihr "abschwören" würde. Ich würde aber meinen eigenen Musikgeschmack verraten und das kanns ja nun nicht sein.

Ich gönne sie dir ja, um Gottes Willen. Ich bin eben nur der Meinung, dass eine Sängerin, wenn sie wirklich gut ist, es nicht nötig hat, auf der Softpornowelle zu reiten. Die sollte durch ihre musikalische Leistung überzeugen. Das ist übrigens in der Folk-Musikszene gottseidank anders.

Ich bin sogar ein wenig froh, wenn ich guten Gewissens (und nicht aus falsch verstandenem Kavaliersgehabe) sagen kann, daß mir an einer Frau deren Leistung imponiert. Das hilft mein Frauenbild vom völligen Absacken in die unterste Schublade zu bewahren.

Aber leider sind die meisten Pop-Stars kräftigst dabei, das Frauenbild endgültig auf die Sexobjekt-Ebene herunterzudrücken. Jedenfalls bei mir haben sie es geschafft.

Schöne Grüsse,
Ferdi


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