Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Gender Mainstreaming

Rotstift, Friday, 18.04.2003, 02:31 (vor 8328 Tagen) @ Beatrix

Als Antwort auf: Re: Gender Mainstreaming von Beatrix am 17. April 2003 14:00:08:

Hi

Theoretisch hast Du natürlich nicht unrecht, und was da steht, klingt ja alles wunderschön. Nur kann man nicht einerseits jahrelang "Geschlechterpolitik" als reine Frauenpolitik mit klar verteilten Rollen betreiben und Männer nicht einmal danach fragen, ob sie vielleicht auch mal was zu sagen haben (denn wenn sie was gesagt haben, ohne gefragt zu werden, war's natürlich frauenfeindlich), und dann das "geschlechtsneutrale" Gender Mainstreaming installieren und sich auf die so genannte Sachkenntnis von Frauenreferaten berufen. Diese Sachkenntnis kann man sich dann regelmäßig anschauen, wenn es z.B. um häusliche Gewalt oder andere beliebte feministische Themen geht, und da ist auch das angesprochene Referat Frau-Familie-Gesellschaft keine Ausnahme - was schon am Namen erkennbar ist. Und diese einseitige "Sachkenntnis" soll nun umgehend allen staatlichen Stellen und der Politik injiziert werden, ohne dass man vorher vielleicht einmal daran geht, die Situation von Männern auch nur annähernd ähnlich intensiv zu studieren wie jene der Frauen, um daraus Schlüsse für eine tatsächlich beiden Geschlechtern gerecht werdende Politik zu ziehen. Ich denke, dass sich Politik und Verwaltung aufgrund dieser Art von "Gender Mainstreaming" schon längst im dogmatisch-feministischen Fahrwasser bewegen, bevor überhaupt einmal damit begonnen wird, auch die Sichtweise von Männern einzubringen. Und dass im Text etwas von "Männern und Frauen", sich bewegenden Polen und "beiden" steht, halte ich aufgrund meiner bisherigen Erfahrung mit derartigen Texten und ihren Auswirkungen in der Realität für schlichte Schaumschlägerei.
Zum Abschluss nur zwei kleine Bonmots zur Gedankenwelt der Referatsleiterin Steibl und ihrer Organisation: In einer der letzten Veröffentlichungen des ÖAAB zeigte sie sich sehr stolz darauf, dass in einem ausschließlich Frauen zur Verfügung stehenden Grazer "Business Incubator" Bevorzugungen aufgrund des Geschlechts endgültig der Vergangenheit angehörten, und in der Zeitung der ÖVP-Frauenbewegung, der sie angehört, war vor einiger Zeit wieder einmal zu einer Krankheit (kann mich aber nicht mehr an den Namen erinnern) zu lesen, dass endlich etwas getan werden müsse, denn immerhin seien schon 30 % der Betroffenen Frauen.

mfg

Rotstift


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