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Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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In Deutschland kritisiert – in Italien geehrt Teil 2 (Allgemein)

Pack, Tuesday, 12.05.2026, 16:21 (vor 1 Stunden, 22 Minuten)

Im Jahr 2024 schlug Gotthardt zu: Er kaufte das Klinikgelände zu weiten Teilen. Verkäufer war die Cassa Depositi e Prestiti, ein Kreditinstitut überwiegend in staatlicher Hand, das hauptsächlich Vorhaben von öffentlichem Interesse finanziert. Käufer war die GT3 Lido Immobilare SRL, das Stammkapital von einer Million Euro bei der Gründung 2022 kam komplett von der Koblenzer GT3 Software und Beteiligung GmbH. Das ist ein Unternehmen, dessen einziger Gesellschafter Gotthardt ist. Die Schwestergesellschaft GT4 Software und Beteiligung GmbH finanziert die Gesellschaft Vius hinter "Nius".

In italienischen Medienberichten findet sich ein Kaufpreis von gut 24 Millionen Euro für das verlassene Klinikgelände mit seinen 29 Gebäuden. Dazu passen Zahlen im Jahresabschluss der GT3 Lido Immobilare SRL. Das Vermögen an Sachanlagen steigt von 3,1 auf 29,5 Millionen Euro. Es gibt keine Auskunft, ob auch Restaurant oder Villa in Venedig von der Gesellschaft gekauft wurden.

Ex-Minister leitet für Gotthardt das Projekt
Wenn es um das Projekt des KI-Zentrums für die Gesundheitsbranche in der früheren Vorzeigeklinik geht, tritt der Name der Lido-Immobilienfirma in den Hintergrund: Das Projekt tritt unter dem Namen Mare auf, im Impressum von mare.health steht die Lido-Immobilienfirma. "Managing Director" des "Mare Technologieparks" ist der Österreicher Gernot Blümel. Er war Finanzminister unter dem früheren österreichischen Kanzler und Reichelt Duz-Freund Sebastian Kurz – es ist nicht die einzige Verbindung zwischen dem Gotthardt-Imperium und dem Clan des Ex-Kanzlers.

Blümel ist Geschäftsführer einer weiteren Tochter der Koblenzer GT3, der GT3 Wien Management GmbH. Im Dezember 2025 hat ihn Gotthardt zum Vorsitzenden des Verwaltungsrats der GT3 Lido Immobilare SRL gemacht.

Wenige Tage vorher hatte das Projekt Mare eine entscheidende Hürde genommen: Mit der Zustimmung des örtlichen Gremiums zum städtebaulichen Durchführungsplan kann die Fläche nun statt "rein gesundheitlich" auch gemischt für Forschungs-, Wohn- und Dienstleistungszwecke genutzt werden. Konkrete Bauanträge können gestellt werden, der Baubeginn steht bevor. Eigentlich war der auch schon fürs erste Quartal angekündigt. Wann es nun losgehen soll: Die Pressestelle der Compugroup will nach Rücksprache mit Gotthardt und Blümel nicht antworten.

Damit bleibt auch unkommentiert, wie viel Gotthardt jetzt in den Umbau steckt: 110 Millionen Euro, heißt es in italienischen Medien. Dazu sollen ebenfalls mehr als 100 Millionen von den Nutzern kommen.

Compugroup bringt als Partner Gesundheitsdaten mit
Und da kommt der Konzern ins Spiel: Die Compugroup wird der Ankermieter in dem Areal. Von 900 Menschen, die hier am Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen forschen und entwickeln sollen, sollen 100 von der Compugroup kommen. Sie soll aber auch Magnet für Wissenschaft und Start-ups sein, weil sie einen großen Schatz hat: Gesundheitsdaten aus ihrem Geschäft, Trainingsdaten, auf die KI so angewiesen ist. Die Compugroup bringt sie in die Partnerschaft ein, heißt es bei Mare.

Bei der Compugroup läuft der Aufbau eines Data Lakes, eines Gesundheitsdatenraums. Daten müssen dabei so aufbereitet werden, dass sie aus verschiedensten Praxis- und Kliniksystemen verknüpft werden können – Laborwerte oder Diagnoseschlüssel genauso wie MRT-Scans oder Arztbriefe. Zugleich müssen sie so aufbereitet werden, dass Forscher damit arbeiten können und zugleich die Identität der Patienten geschützt bleibt. Forschen damit werden wohl auch Wissenschaftler von Venedigs Universität Ca’ Foscari, die neben der Stadt Venedig Partner des Projekts ist.

Mare-Projektleiter Blümel warnt davor, KI-Einsatz im Gesundheitsbereich vor allem als Risiko zu sehen: Aufwendige Schutzmechanismen würden zwar zu Recht aufgebaut. Die Kosten einer Nichtnutzung von KI würden aber gesellschaftlich zu wenig diskutiert. Kein Patient könne klagen, wenn Diagnosen durch Nichtnutzung von KI nicht erstellt würden. Man baue auch keinen Technikpark, um Ärzte durch KI zu ersetzen. Man baue einen, "der erforscht, wie KI Ärzte besser macht. Nicht KI statt Mensch. KI mit Mensch."


Compugroup wirbt bereits mit Mare
Die Compugroup hat nach Unternehmensangaben eine "Mare AI Engine" entwickelt, die als Trainings- und Validierungszentrum für KI-Modelle dient. Die Technik soll ermöglichen, Muster zwischen Symptomen, Behandlungen und Heilungsverläufen zu erkennen und Algorithmen zu entwickeln, die Krankheiten vorhersagen können, bevor sie ausbrechen.

Es ist auch das Credo, das Gotthardt verkündet: Wo früher in Venedig in der Klinik Tausenden Menschen geholfen wurde, soll künftig Hilfe für Millionen herkommen. Die Compugroup selbst ist Ende April bei der DMEA, Europas führender Veranstaltung für Digital Health, erstmals mit der Marke CGM Mare aufgetreten. Grundlagen dazu schafft bislang offenbar unter anderem die Compugroup-Tochter Docmetric in Berlin.

Die Compugroup-Pressestelle macht keine Angaben, ob für den Aufbau des Standorts in Venedig Mitarbeiter von anderen Standorten nach Venedig wechseln sollen. Gotthardts Mare hat in allen Plänen angekündigt, dass auf dem Gelände 900 Menschen arbeiten sollen und Wohnmöglichkeit für 600 Beschäftigte bestehen soll. Auch eine Kantine und eine Kita sind angedacht.

Und auch die Venezianer sollen von ihrem alten "Ospedale al Mare" noch etwas haben: Eine Kirche und ein Theater auf dem Gelände sollen erhalten bleiben und an einigen Tagen im Jahr auf dem ansonsten abgeriegelten Gelände öffentlich zugänglich sein.
https:/ /www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_101246008/nius-geldgeber-frank-gotthardt-investiert-millionen-in-venedig.html


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