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Diesmal wird der menschengemachte Klimawandel wirklich das Ende der Welt ... (Allgemein)

Pack, Saturday, 14.03.2026, 13:20 (vor 20 Stunden, 33 Minuten)

Urlaubs-Katastrophen, hohe Preise, Migration
El Niño kehrt zurück – was kommt auf Deutschland zu?

Extreme Regenfälle, verheerende Dürre, Hunger und Flucht: 2026 soll El Niño wiederkommen. Auch Deutschland wird das zu spüren bekommen.

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) rechnet mit einer Rückkehr eines gefürchteten Klimaphänomens: Nach dem Abklingen des diesmal vergleichsweise schwachen Gegenstücks La Niña erwartet die Uno-Sonderorganisation noch vor Jahresende ein Aufheizen des Pazifiks durch El Niño. Zuvor hatte die Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA) der USA die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr von El Niño zwischen Juli und September auf 50 bis 60 Prozent geschätzt.

In Peru hat die nationale Wetterbehörde für die kommenden Monate bereits den Alarmzustand ausgerufen. Die Behörde warnt vor "starken Regenfällen und überdurchschnittlichen Lufttemperaturen". Der peruanische Wetterdienst empfahl der Regierung, sich auf mögliche Gefahren vorzubereiten.

El Niño in Europa: Überschwemmungen in Urlaubsländern möglich
El Niño ist in erster Linie ein Pazifik-Phänomen. Aber auch für Europa kann das unregelmäßig auftretende Ereignis Folgen haben. Den stärksten Einfluss habe El Niño hier auf den westlichen Mittelmeerraum, erklärt Josef Ludescher vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) auf Anfrage von t-online.

Während eines El Niños bewegen sich ihm zufolge die Tiefdruckgebiete im Nordatlantik und dann im Mittelmeerraum oft weiter südlich als sonst. El Niño könne so ab August zu stärkeren Niederschlägen und im Herbst zu höheren Temperaturen führen. Das heißt: Im Sommer steigt das Risiko von Starkregen und Überschwemmungen insbesondere in beliebten Urlaubsländern wie Spanien, Frankreich oder Italien.

Katastrophenwetter im Mittelmeerraum ist allerdings keineswegs zwangsläufig. In Europa sei der direkte Einfluss des Atlantiks viel stärker als der indirekte aus dem Pazifik, erklärt Klimaforscher Ludescher. Andere Wetterphänomene könnten El Niño also überlagern: "Generell ist Europa der am wenigsten von El Niño betroffene Kontinent."

El Niño kann in Deutschland den Winter kälter machen
In Deutschland ist dem Klimaforscher zufolge das El-Niño-Signal so schwach, dass es kaum aus dem normalen "Wetterrauschen" heraussteche. Die vielleicht noch typischste Auswirkung auf Deutschland sei, dass es zu kälteren Wintern kommen könne. Dies trete aber nur bei El Niños auf, die ihre maximale Ozeanerwärmung im Zentralpazifik haben. Falls dieses Jahr ein El Niño komme, so werde er aber wahrscheinlich die maximale Erwärmung im Ostpazifik haben, prognostiziert Ludescher. "Damit ist in Deutschland 2026/2027 nicht mit einem kälteren Winter als sonst zu rechnen."

Zucker, Kakao, Kaffee – El Niño lässt die Preise steigen
Kristina Fröhlich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) hebt einen anderen Aspekt hervor: "Eine stärkere Betroffenheit Europas ergibt sich aus den wirtschaftlichen Auswirkungen in den unmittelbar betroffenen Regionen auf die hiesige Versorgung", schreibt sie t-online auf Anfrage.

Es geht unter anderem um Zucker, Kakao und Kaffee. Am Horn von Afrika, im Süden der USA, in Peru und Ecuador werden aufgrund der höheren Meeresoberflächentemperaturen stärkere Niederschläge registriert. Auf der anderen Seite des Pazifiks, in Südostasien und Australien, werde es hingegen tendenziell kälter, erklärt die DWD-Wissenschaftlerin: "Damit ist weniger Energie für die tropische Konvektion vorhanden, es regnet weniger." Das könne zu Ernteausfällen in diesen Staaten führen.

Kommt El Niño tatsächlich, werden die Auswirkungen enorm sein: Zerstörerische Wetterextreme sind zu befürchten, in einigen Weltregionen Starkregen und Überschwemmungen, in anderen Dürren. Der bisher letzte El Niño in den Jahren 2023 und 2024 verstärkte die Effekte des vom Menschen verursachten Klimawandels so sehr, dass 2024 global zum heißesten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen wurde.

Laut Experten wie Andreas Becker, dem Leiter der Abteilung Klimaüberwachung des DWD, kann El Niño in Deutschland sogar zu Versorgungsengpässen bei importierten Lebensmitteln führen.

Einer der am stärksten von El Niño betroffenen Rohstoffe ist Experten zufolge Zucker. 2023 kletterte der Preis auf ein 13-Jahres-Hoch. Durch Ernteausfälle in Thailand und Indien sowie durch Überschwemmungen in Brasilien stieg er innerhalb eines Monats um 9,8 Prozent. Bei Kaffee verteuerte sich vor allem die Sorte Robusta, weil sowohl der weltgrößte Anbieter Vietnam als auch die dritt- und viertgrößten Exporteure Indien und Indonesien durch El Niño trockengelegt wurden. Beim Kakao treiben die Auswirkungen auf die westafrikanischen Produzenten Elfenbeinküste und Ghana die Preise in die Höhe.

Hunger führt zu neuen Fluchtbewegungen
Der Welthungerhilfe zufolge gefährden starke El-Niño-Ereignisse die Lebensgrundlage von Millionen Menschen, die ohnehin schon unter Armut leiden. Ausgerechnet in häufig von Dürren betroffenen Regionen wie Ostafrika droht eine noch größere Nahrungsmittelknappheit als sonst. In Kenia zerstörten beim letzten El-Niño-Ereignis 2024 plötzliche Fluten die verdorrten Felder, in Äthiopien konnten die Menschen ihre Tiere nicht mehr ernähren.

"Einfach alles" gehe in den Fluten unter, sagte Martin Schömburg, Länderkoordinator für Kenia bei der Hilfsorganisation Malteser International. "Straßen werden zu reißenden Flüssen, Brücken werden weggespült, Häuser komplett geflutet und die Menschen stehen teils knietief im Wasser." Es kam zu Choleraausbrüchen.

DWD-Experte Becker betonte, mit dem Hunger steige der Migrationsdruck. Hunderttausende wurden auch in Burundi, Somalia und Tansania durch El Niño vertrieben und mussten in Notunterkünften Schutz suchen.

Die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) nennt Migration "die letzte Anpassungsstrategie": Wenn vor Ort kein Leben mehr möglich ist, bleibt nur noch die Flucht. Die Weltbank rechnet bis zur Mitte des Jahrhunderts mit bis zu 170 Millionen klimabedingten Binnenvertriebenen in sechs Weltregionen. Daher rät die DGAP, dass sich auch Deutschland stärker mit dem Thema befasst. Durch Abkommen könnte Klimamigration, die ohnehin geschieht, kontrolliert, sicher und geregelt stattfinden.


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