Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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- Wir haben Probleme für jede Lösung -

kulturfolger, Monday, 29.06.2009, 04:21 (vor 6120 Tagen) @ Kurti

Das Chaos dieses Artikels gründet darin, dass Frauen eben garnicht, wie
allgemein behauptet, ihr "Rollenbild" (von sich selbst im Verhältnis zu
Männern) geändert haben.
Durch Feminismusideologie und umverteiltes Geld (Gender Mainstreaming) sind
sie vorallem life-style-Konsumentinnen geworden.

In einen Schutzraum wurde ihnen ein großer "Kleiderschrank", gefüllt mit durch
Männer genuin hervorgebrachter Identitäten, zusätzlich hineingestellt.
Dabei haben sie insbesondere vor dem Spiegel gestanden, um sich zu gefallen.
Niemand hat dabei "die Frau" oder "das Weibliche" in realer Konsequenz in
Frage gestellt. Die klassischen "Frauenrollen" laufen parallel, oder wahlweise
im Wechsel ,völlig unbenommen weiter wie ehedem.

Frauen in einem solchen Schlaraffenland der Optionen, haben den Mund weit
aufgemacht, und das Gehirn bzgl. "Rollenanalyse" nicht einschalten müssen.

Ganz anders ist der gesellschaftliche Umgang mit Männern oder mit "dem
Männlichen": man hat den Eindruck, der Mann ist ein Baukastensystem für
gesellschaftliche Problemlösungen.

Folgende 2 erschreckende Zitate aus dem Artikel weisen das aus:


  "Männlichkeit ist immer relational zu Weiblichkeit und wird bestimmt 
 davon, was für Weiblichkeit gehalten wird."


(krass - war da nicht vor 40 Jahren mal was von Emanzipation die Rede?)


  "Er ist jedoch sicher, dass es in Zukunft viele verschiedene Bilder
        von Männlichkeit geben wird. In bestimmten Schichten bleibt es
        vielleicht sogar bei den traditionellen Männernormen"


(da scheint wohl schon ein modernes Kasten-System auf: Du darfst Mann und
männlich sein, aber dann gehörst Du zu einer bestimmten Schicht oder übst
einen bestimmten Beruf aus).

An das bloße "Gauklerstück der Geschlechter", und die dazugehörigen
"Geschlechter-Rollen", glaube ich ja nach wie vor nicht. Insofern
interpretiere ich den Begriff "Geschlechterrolle" in seiner einseitigen
Anwendung gegen Männer in der Tagespresse, als eine Fortführung dessen, was
ebenso in Schulen gegen Jungs praktiziert wird. Ein direkter Angriff auf
männliche Identität. Der Versuch einer permanenten Verunsicherung.

Das Aufmüpfigste, was Männer derzeit tun können ist es, einfach Mann zu sein,
ohne sich irgendwelchen Definitions-Käse unterjubeln zu lassen. Ich wüsste
nicht, dass meine Männlichkeit an Konditionen geknüpft ist. Ich kaufe sie
niemandem ab - sie gehört mir bereits.

Und weil es immer wieder vergessen wird: versucht nicht die Probleme von
Frauen zu ergründen oder ganzheitliche Geschlechter-Konzept-Lösungen zu
entwerfen. Man gerät da unweigerlich in etwas hinein, dass mich an den
Wahlspruch meines bevorzugten Haushaltswarengeschäftes denken läßt:

"Wir haben Probleme für jede Lösung".


kulturfolger


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