Das eigentliche Flüchtlingsdrama in der "Presse"
Ein online-Coup zur misandrischen Redaktionslinie
(und die noch dilettantische Vertuschung der Selbstzensur in der als seriös geltenden österreichischen Tageszeitung "Die Presse")
Zitat aus der österreichischen Tageszeitung "Die Presse", online-Ausgabe:
Lampedusa: 200 Flüchtlinge sterben im Mittelmeer
06.04.2011 | 18:31 | Kordula Doerfler (Die Presse)
Zahlreiche Frauen und Kinder aus Somalia und Eritrea ertranken auf dem Weg nach Italien. Rom erhöht den Druck auf Tunesien und EU. Die Überlebenden wurden nach Lampedusa gebracht und dort medizinisch behandelt.
Rom. Die Überfahrt in ein besseres Leben endete tödlich. Vermutlich bis zu 200 Bootsflüchtlinge sind in der Nacht auf Mittwoch in stürmischer See auf dem Weg zur Insel Lampedusa ertrunken. 48 Menschen konnten gerettet werden. Nach Angaben der italienischen Behörden war das Boot zwei Tage zuvor in der libyschen Stadt Zuwara ausgelaufen, an Bord sollen sich vor allem Eritreer und Somalier befunden haben. Die Überlebenden wurden nach Lampedusa gebracht und dort medizinisch behandelt. Sie berichteten, dass auch viele Frauen und Kinder an Bord waren.
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Kommentar:
Die "Presse" ist die einzige der österreichischen Zeitungen, die sich des bekannten männerentwertenden Stils zu diesem Thema bedient. Nicht einmal der dafür notorische "Standard" ließ sich zu Vergleichbarem hinreißen. Interessant ist der scheinbare misandrische Coup in der Redaktion zwischen gestern 17:57 und 18:31. Der erste (unten zitierte) Bericht - ohne die ungeniert offensive Misandrie - war nur von der Redaktion gezeichnet, der zweite dann von Kordula Doerfler. Unterhalb des zweiten Berichts ist kein Hinweis mehr auf den ersten Bericht, allerdings kann man sich unter der Suche:Lampedusa noch von seinem Datum, Zeitpunkt und Inhalt überzeugen. (Eigenartig ist der Umstand, daß die Chronologie in der Reihenfolge der Artikel in der Suche nicht eingehalten wird, offenbar wird die Uhrzeit nicht berücksichtigt, sondern nach dem Datum nur das Alphabet. Für die Analyse ergibt sich beim ersten Blick daraus das falsche Bild, daß die misandrische Version vor statt nach der eher sexistisch neutralen veröffentlicht wurde.)
Zitat:
Lampedusa: 370 Migranten auf gekentertem Boot?
06.04.2011 | 17:57 | (DiePresse.com)
Küstenwache und Fischer konnten 50 Überlebende retten, 20 Tote wurden geborgen. An Bord könnten bis zu 370 Flüchtlinge gewesen sein.
Im Mittelmeer ist es am Mittwoch zu einer neuen Flüchtlingstragödie gekommen: Ein Boot mit Migranten ist in der Nacht auf Mittwoch 39 Seemeilen von der italienischen Insel Lampedusa entfernt in Seenot geraten und gekentert. Nach Angaben italienischer Medien waren 200 Menschen an Bord, andere Angaben belaufen sich auf bis zu 370.
Mindestens 150 Personen gelten nun als vermisst. 20 Leichen wurden bereits geborgen. Wegen der rauen See kippte das Boot um. Motorboote der italienischen Küstenwache, die zur Hilfe eilten, konnten 47 Überlebende in Sicherheit bringen. Drei Schiffbrüchige konnten sich auf ein Fischerboot retten.
Das 13 Meter lange Boot war von Zuwarah in Libyen abgefahren. An Bord befanden sich mehrheitlich Flüchtlinge aus Eritrea und Somalia. Die Überlebenden wurden unterkühlt und schwer geschockt nach Lampedusa gebracht und dort behandelt.
Überfahrt kostete 400 Dollar
Zu den Überlebenden zählt auch eine hochschwangere Frau. Ein Sprecher der Küstenwache berichtet, dass unter den Toten auch mehrere Kinder waren. "Es war schrecklich, überall sah man Leichen herumschwimmen, darunter auch jene vieler Kinder", sagte er.
Motorschiffe und Flugzeuge der italienischen Küstenwache setzten die Suche nach Überlebenden fort. "Wir haben noch Hoffnungen, einige Schiffbrüchige lebend zu finden", sagte ein Sprecher der Küstenwache.
400 Dollar musste jeder Flüchtling für die Horror-Fahrt in die Festung Europa zahlen. "Das Boot ist umgekippt und die meisten sind ins Wasser gestürzt. Auch meine Freundin. Viele Kinder und Frauen sind verunglückt. Ich hoffte auf ein Leben in Italien, jetzt habe ich alles verloren", berichtete der 49-jährige Kameruner Peter Hugo.
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Links:
Lampedusa-Artikel vom 7. April
Der chronologisch zweite Bericht vom Unglück am 6. April
Suche:Lampedusa
Der chronologisch erste Bericht vom Unglück am 6. April, der unter der Rubrik: "Mehr zum Thema" neben dem jeweiligen Artikel sowie unter der allgemeinen Kategorie "Panorama" dem Leser verschwiegen, d.h. wegzensiert wurde. Wer kommt denn schon auf die Idee, die Suche nach "Lampedusa" zu betätigen, wenn er sowieso von Link zu Link geführt wird!
Herzliche Gratulation an "Die Presse" zu ihrer Vorreiterrolle in der Informationspolitik zur Gleicherstellung!
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