Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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"Goldhosen" in Norwegen?

Jaeger, Wednesday, 06.04.2011, 22:23 (vor 5400 Tagen)

In der Sendung, mit dem Titel "Hindern Männer die Frauen wirklich am Aufstieg?" (Hart aber Fair), gab es einen Einwand, der unwidersprochen von einer der Teilnehmerinnen geäussert wurde. Genauer gesagt, es herrschte betretenes Schweigen. Wer die Sendung verfolgte, konnte aber leicht erkennen, dass nicht etwa deswegen nicht widersprochen wurde, weil Herr Plasberg oder Michael Rogowski wußten, dass der Einwand stimmt, sondern deshalb schwiegen, weil sie keine Ahnung hatten, das Gegenteil nicht beweisen konnten.

Es ging, unter anderem, thematisch auch um die Frauenquote, die von den anwesenden Damen natürlich befürwortet und gefordert wurde. Der Einwand, formuliert von Manuela Schwesig, folgte als Reaktion auf einen eigespielten Clip, der veranschaulichen sollte, - kurz zuvor wurde Norwegen von besagten Damen als positives Beispiel genannt- welche Wirkung die Quote auf Norwegens Unternehmen tatsächlich hatte. Eines der angesprochenen Punkte, die in dem kurzen Clip angeprochen wurden, war das der "Goldröcke". Damit ist eine kleine Elite von Frauen gemeint, die eine grosse Zahl von Aufsichtsrat-Mandaten auf sich vereint. Im schnitt sitzt jede Frau auf etwa 4-5 Posten, im Extremfall sind es sogar 8 Posten. Ein Klüngel von etwa 70 Frauen insgesamt, sitzt in Norwegen auf etwa 300 Posten.Nach dem kurzen Filmchen, richtet Herr Plasberg das Wort an Frau Schwesig. Auf die Frage, ob es irgendjemanden hilft, wenn "männliche Vetternwirtschaft" nun durch weibliche Cousinenwirtschaft ersetzt wird, antwortet sie folgendermaßen:

"Ich bin deshalb so begeistert von der Quote, weil im Einspieler ja nicht alle Erfolge der Quote gezeigt worden sind. Es liegt eine Studie vor, dass es inzwischen 42% von Frauen gibt, auch in den Aufsichsräten, in Norwegen, und wenn man sich die Qualifikationen der Aufsichträte anschaut, es die Frauen sind, die besser qualifiziert sind. Und diese Mehrfachaufsichtsräte, dass gibt es bei den Männer ja auch, da hat sich auch noch niemand beklagt."

Weiter behauptet sie, dass Männer ja schliesslich auch nur durch Seilschaften an diese Posten kommen, kann ja nicht sein, dass die alle so top ausgebildet sind. Warum sonst, sollten wir eine Finanzkriese gehabt haben?!

HIER, vorspulen bis etwa 15min

Das ist doch schon seltsam. Der Begriff "Goldröcke" stammt doch nicht von uns, sondern den Norwegern selbst. Wieso aber sollten die Norweger diesen Begriff erst einführen, wenn es das normalste von der Welt ist, dass sich 70 Personen über 300 Posten unter sich aufteilen? Sie müssten es doch am besten wissen?!

Seltsam erscheint mir auch, dass Frau Schwesig eine einfache Frage, die Herr Plasberg stelle, mit dem ganzen Unfug garnierte, den wir hier schon zu genüge gehört haben. Auch scheint sie zu glauben, dass es ein Recht für Frauen gäbe, mittels Seilschaft und Quote weil besser augebildet ect, genau das zu machen, was den Männern, zwar unbewiesen, zum Vorwurf gemacht wird.

Reale Frauenseilschaften sollen also durch fantasierte Männerbünde legetimiert werden. Damit lenkte sie m.E auch erfolgreich von der eigentlichen Frage, die ihr gestellt wurde, ab. Ich recherchierte im WWW, konnte aber nichts finden, was den Einwand von Frau Schwesig stützen würde. Ich weiss nicht, ob sie die Wahrheit gesagt hat, habe aber die Vermutung, dass sie ganz dreist gelogen hat. Hat irgendjemand vielleicht Informationen, die Frau Schwesig widerlegen oder stützen? Wenn irgendjemand Informationen hat, die Frau Schwesig der Lüge überführen würde, wäre es doch arg bedenklich, denn diese Frau bekleidet ein öffentliches, politisches Amt. Sie würde sich einreihen in eine lange Liste von Politikerinnen, die, durch ihre voreingenommene Haltung, eigentlich als amtsuntauglich einzustufen sind.

Grüsse, Jaeger

"Goldhosen" in Norwegen?

Bombe 20, Thursday, 07.04.2011, 00:51 (vor 5400 Tagen) @ Jaeger

Ich recherchierte im WWW,
konnte aber nichts finden, was den Einwand von Frau Schwesig stützen
würde. Ich weiss nicht, ob sie die Wahrheit gesagt hat, habe aber die
Vermutung, dass sie ganz dreist gelogen hat. Hat irgendjemand vielleicht
Informationen, die Frau Schwesig widerlegen oder stützen?

Bei mir ist ungefähr der zehnte Google-Treffer für "mehrere Aufsichtsratsposten" dieser hier: Kritik an Multi-Aufsichtsräten wächst
(Zusammenfassung: Auch in Deutschland haben einige Manager zusätzlich noch bis zu 8 Aufsichtsratsposten, viele zumindest 2-3. Das wird allerdings kritisiert, weil so ein Pensum nicht mehr effektiv zu schaffen ist.)

Ich wette, hätte die Sendung ein anderes Thema gehabt, hätte Schwesig sich dieser Kritik vollmundig angeschlossen. Aber das ist ja ein altes feministisches Paradox: Wenn es um Frauen geht, ist plötzlich genau das gut, was bei Männern kritisiert wird. (Zudem gibt sie damit zu, was so oft -nur nie im Fernsehen- gesagt wird: Es geht bei dem Thema nicht um die Frauen, sondern um ein paar wenige, sowieso schon privilegierte.)

Bombe 20

--
Artikel 1 des Grundgesetzes der Bundesgynokratie Deutschland:
(1) Die Würde der Frau ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(1a) Männer? Ach...

"Goldhosen" in Norwegen?

imion, Thursday, 07.04.2011, 13:03 (vor 5399 Tagen) @ Jaeger

Per se ist nichts dagegen einzuwenden, das ein Manager mehrer Jobs hat. Das ist auch bei Männern üblich. Nur bei der Quote ist eben das Problem, das zwar Statistisch 40% Frauen in Führungspositionen sind, diese aber nur erreicht wurden, weil die anwesenden Frauen mehr Jobs bekommen haben. Von einer Realen erhöhung der Frauen in Führungpositionen kann also keine Rede sein. Also ist die Frauenquote gescheitert. Will nur keiner zugeben. Ist es doch eine bequeme möglichkeit, ohne Leistung, an besagt Jobs zu kommen. Hierzulande vor allem für Politikerinnen, die nichts auf dem Kasten haben (Harts IV umbennen) sich aber einen sicheren Job für die Rente sichern wollen, ohne etwas dafür zu tun, weil sie bisher auch noch keine Leistung gezeigt haben

imion, bombe

Jaeger, Thursday, 07.04.2011, 21:08 (vor 5399 Tagen) @ Jaeger

Danke, für eure Antworten!

Es scheint den Norwegern dann eher darum zu gehen, dass für die Erfüllung der 40% Quote einfach nicht genug weibliches "Marterial" zur verfügung steht. Das Ergebnis läuft also zwangsläufig darauf hinaus, dass alle mindestens 4 oder mehr Posten besetzten müssen. Bei den Männern gibt es das zwar auch, das sind dann aber eher Einzelfälle, die zudem kritisch betrachtet werden. Hier liegt also der Hase im Pfeffer.

Grüsse, Jaeger *jetzt schlauer*

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