Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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"Feminismus ist in der Justiz ein Schimpfwort"

Krankenschwester, Tuesday, 05.04.2011, 22:22 (vor 5401 Tagen)

Viele Frauen können sich in schwierigen Lebenssituationen häufig keine adäquate Rechtsvertretung leisten, außerdem ist gerichtliche Verfahrenshilfe nicht in allen Verfahrensarten rechtlich vorgesehen...

dieStandard.at:
Sie sind seit 1976 Richterin, nun in Alterspension und seit November ehrenamtliche Vorsitzende des Verein Frauen-Rechtsschutz. Wie kam es dazu?

Lilian Hofmeister: Ich war fast 40 Jahre in der Justiz, überwiegend am Handelsgericht Wien, tätig. In den 80er Jahren habe ich begonnen, mich für Frauenrechte zu interessieren, weil ich gemerkt habe, dass am Arbeitsplatz einiges nicht so gelaufen ist, wie ich mir das vorgestellt hatte. Mir ist auch aufgefallen, dass rechtssuchende Frauen vor Gericht eigentlich schlechter behandelt wurden als Männer. Das wurde von den KollegInnen zwar immer wieder bestritten, aber es war offensichtlich, dass da Vorurteile im Spiel waren.

dieStandard.at: Können Sie ein Beispiel nennen?

Hofmeister:
Ich meine damit beispielsweise, wie die Glaubwürdigkeit einer Zeugin im Verhältnis zu einem Zeugen bewertet wird oder wie ernst man eine Klägerin nimmt. Meiner Erfahrung nach hat man da eher dem Beklagten zugehört als der Klägerin, die einen Anspruch verfolgen wollte. Das ist auch der Bezug zum Verein. Ich bin durch meine Berufserfahrung darauf gekommen, dass sich Frauen innerhalb der Rechtsordnung nicht annähernd gleich gut durchsetzen können wie Männer.

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Unmenschlichkeit - eine bemerkenswerte charakteristische Eigenschaft des Menschen.
(Ambrose Gwinnet Bierce)

"Feminismus ist in der Justiz ein Schimpfwort"

Narrowitsch, Berlin, Wednesday, 06.04.2011, 13:47 (vor 5400 Tagen) @ Krankenschwester

Mann nehme ein paar Kernsätze dieser Richterin, schneide sie aus dem faulen Fleisches feministischer Rethorik und schon zeigt der Totenkopfs auf dem Gerippe "westliche Justiz" sein hämisches Grinsen. Zitate:

"Wir sind parteilich in Bezug auf Frauen. Das heißt, wir sind bereit, rechtssuchenden Frauen ihre Geschichte erst einmal zu glauben.

Der Geist einer egalitären, Gender orientierten Rechtsordnung kann nur dann weiter getragen werden, wenn die Menschen, die diese Rechtsnormen anwenden sollen, ein entsprechendes Bewusstsein haben...Den weiblichen Lebenszusammenhang verstehen die wenigsten..

Gender-Gerechtigkeit heißt natürlich auch Gerechtigkeit für Männer - nicht aber Vorrechte für Männer. Es ist auch kein Ausdruck des Feminismus, wenn ein Mann Antragssteller ist, gerechtfertigte Anliegen hat und dann schlecht behandelt wird. Das ist genauso falsch. .....Unsere Ansprechpersonen sitzen österreichweit in Gewaltschutzzentren, in den Frauenberatungsstellen und Frauenhäusern. Wir sind auch in den Bundesländern in ständigem Kontakt mit RechtsanwältInnen und SozialarbeiterInnen und sind diesbezüglich sehr stark vernetzt."

Ich fasse mal für Antifemisten, Männerrechtler, Maskus und anderen männlichen gesellschaftlichen Auswurf zusammen:

Wir brauchen eine parteiliche Justiz, die Frauen erst einmal glaubt.Frauenberatungsstellen, Frauenhäuser und Gewaltschutzzentren, die erwiesener Maßen allesamt erst einmal Frauen glauben, funktionieren als Ansprechpartner, die den Rechtsapparat mit Klientinnen versorgen.

Wir lernen:Der Lebenszusammenhang von Frauen ist besonders zu würdigen. Er sollte Frauen andere Behandlung vor dem Richtertisch garantieren als Männern.

Unter der Voraussetzung, dass Justiz Aussagen von Frauen mehr Glauben schenkt als denen von Männern und weibliche Lebenszusammenhänge besonders würdigt, zeigen feministische JuristInnen selbstverständlich den Willen, auch männlichen Antragstellern, die schlecht behandeln werden, gerechtes Recht zu sprechen. Wenn deren Anträge denn berechtigt sind. Von eingereichten Klagen ist nicht die Rede. Wer über die Berechtigung von Anträgen entscheidet, läßt der Verein feministische Vorreiterinnen des wahren Rechts ebenso im Dunkeln, wie den Umstand, dass es Männern, die vor Gericht ziehen, zumeist nicht um schlechte Behandlung geht, sondern um Rechte, die ihnen - rein theoretisch - selbst in gendergerechter Rechtsprechung zustehen. Aber nur wenn ihnen nicht das Primat weiblicher Lebenszusammenhänge im Wege liegen-versteht sich. Insofern ist feministisches Recht fair.

Und trotzdem - Zitat:
"Feminismus ist in der Justiz und im öffentlichen Dienst leider ein Schimpfwort. Wenn man als Feministin bezeichnet wird, ist es noch schlechter, als als Emanze bezeichnet zu werden..."

Zweifellos ein Skandal, der zwar so nur in den Köpfen feministischer Juristinnen stattfindet, aber den es per Gesetz und Kampagnen auszurotten gilt. Und nicht nur in der Justiz, finde ich.

Bis dahin machte sich der Totenkopf gut an den Roben feministischer RechtsverdreherInnen - als sichtbares Symbol.Nicht in Bezug auf deutsche oder österreichische Vergangenheit, sondern wegen seines Grinsens.

© [image]

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Extemplo simul pares esse coeperint, superiores erunt-

Den Augenblick, sowie sie anfangen, euch gleich zu sein, werden sie eure Herren sein.

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