OT: TEPCO - grosskriminelle Lügner und Fälscher
Bero, Wednesday, 23.03.2011, 18:58 (vor 5414 Tagen)
Als Nachtrag zu diesem Beitrag
http://wgvdl.com/forum/index.php?id=175771
im leider schon geschlossenen Strang hier noch etwas ausführlichere Informationen.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,752419,00.html
Das grösste Risiko im Zusammenhang mit der Kernkraft ist nicht technischer Art und auch nicht technisch lösbar...
OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft
Borat Sagdijev, Wednesday, 23.03.2011, 19:17 (vor 5414 Tagen) @ Bero
Das grösste Risiko im Zusammenhang mit der Kernkraft ist nicht
technischer Art und auch nicht technisch lösbar...
Erklärt das auch wenn Menschen sehr undifferenziert gegen Atomkraft sind?
Selbst sind sie kleinkriminelle Betrüger und neiden dem großkriminellen Betrüger seine "Beute"?
Wollen wir dochmal auf dem Teppich bleiben.
Das Jahrhundertbeben hat den Reaktor nicht zerbröselt.
Der Tsunami hat Stromleitungen weggespült.
Die Tanks für die Dieselgeneratoren auch.
Und der Dieselgenerator war wohl auch nicht Tsunamitauglich.
Und nach dem runterfahren gibt es keine Eigensicherheit, Fremdkühlung ist angesagt.
Da sehe ich Innovationspotential: Energie ist ja da (Wärme), warum nicht direkt für die Notkühlfunktionnen nutzen?
Sowas ist mal eine eklatante Fehlplanung für ein Atomkraftwerk direkt am Meer in einem Erdbebenland.
Das konnte Tepco bestimmt nicht einfach "Vertuschen", da haben die Leute einfach geschlafen
--
Afrika hat Korruption?
Deutschland ist besser, es hat Genderforschung und bald eine gesetzlich garantierte Frauenquote.
OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft
Bero, Wednesday, 23.03.2011, 19:59 (vor 5414 Tagen) @ Borat Sagdijev
Selbst sind sie kleinkriminelle Betrüger und neiden dem großkriminellen
Betrüger seine "Beute"?
Vielleicht erklärt es das ein wenig, ja. Die Leute gehen einfach davon aus, dass sie nicht die ganze Wahrheit erfahren, dass da gemauschelt wird ohne Ende. Und das wohl zu recht.
Und der Dieselgenerator war wohl auch nicht Tsunamitauglich.
Und nach dem runterfahren gibt es keine Eigensicherheit, Fremdkühlung ist
angesagt.
Das ist eine der ganz grossen Gefahren.
Ja, die Leistungen der amerikanischen und japanischen Ingenieure ist zweifellos anzuerkennen. Das Kraftwerk hat Erdbeben und Tsunami überraschend gut überstanden. Aber nicht gut genug.
Da sehe ich Innovationspotential: Energie ist ja da (Wärme), warum nicht
direkt für die Notkühlfunktionnen nutzen?
Wurde doch gemacht. Die Japaner haben dampfbetriebene Pumpen, im Gegensatz zu deutschen KKWs. Nur funktionieren auch die nicht ohne Strom.
Übrigens waren auch die Russen schon einmal so genial: Energie ist doch da, in Form der Trägheit des auslaufenden Turbosatzes. Die müsste doch eigentlich reichen, um den Block bei einem elektrischen Totalausfall gesteuert herunterzufahren? Muss man halt mal ausprobieren. Haben sie auch. Das war das Experiment von Tschernobyl.
Das konnte Tepco bestimmt nicht einfach "Vertuschen", da haben die Leute
einfach geschlafen
Siehe oben - diese Fehlplanung gab es nicht.
Natürlich sollte Fukushima Anlass sein, über Sicherheitslücken und Verbesserungen nachzudenken. Dabei kann es nicht falsch sein, von Katastrophen auszugehen, die das Vorstellbare überschreiten, genau das ist ja hier passiert. Zum Beispiel ist es unglaublich, dass die Notstromaggregate und Pumpen einfach so überflutet und weggespült werden konnten. Die gehören verbunkert.
Nur trifft das nicht den Punkt, Borat. Die allerbesten x-fach redundanten Sicherheitssysteme bringen im Falle eines Falles nichts, wenn sie nicht ordnungsgemäss gewartet, geprüft und nach Ablauf der Lebensdauer ersetzt werden. Sie bringen nichts, wenn die strengen Vorschriften unterlaufen werden können, wenn ein Konzern das einfach so machen kann, wenn die Leute corporate identity und Profit über Sicherheit stellen, und wenn die ihn eigentlich kontrollierenden Behörden Politikern unterstehen, die wiederum käuflich und solchen Machtakkumulationen hörig sind. Das meinte ich mit nicht technisch lösbar
OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft
DvB, Friday, 25.03.2011, 07:39 (vor 5412 Tagen) @ Bero
Energie ist doch da, in Form der Trägheit des auslaufenden Turbosatzes. Die
müsste doch eigentlich reichen, um den Block bei einem elektrischen
Totalausfall gesteuert herunterzufahren? Muss man halt mal ausprobieren.
Haben sie auch. Das war das Experiment von Tschernobyl.
In Deutschland war dieses sogar umgesetzt. War. Wie gefällt Dir das:
das "Primitiv-Notsystem" als "allerletze Sicherung" gab es früher (vor 20-30 Jahren) mal.
Eine ganz einfache Dampfturbine (im Notfall gespeist mit Reaktordampf), die eine Umwälzpumpe für Kühlwasser antrieb. Absolut idiotensicher, 100 % verfügbar, keine Elektrik oder Elektronik (!!), rein mechanisch und kaum "zerstörbar"...
Ich war mal Hersteller dieser Turbinen, deshalb weiß ich, wovon ich rede.
Mit der Zeit brach der Ersatzteil- und Serviceumsatz dieser kleinen Turbinen ein. Ich kümmerte mich vor ca. 10 Jahren mal um die Ursache... mit erschreckendem Ergebnis!!
In fast allen deutschen AKW sind diese einfachen, finalen Sicherungen gegen den GAU verschrottet worden!! Die superklugen High-Tech-Jungs brauchten diesen "Primitiv-Schrott" nicht mehr... die AKWs waren inzwischen ja sooo sischer... Ich war entsetzt, denn ich wohne nicht weit weg von Biblis.
Die Japan-Katastrophe hätte es mit diesen Kühlwasserpumpen mit Dampfturbinenantrieb nicht gegeben. Allerdings sind sie vieeelll zu einfach und trivial für die oberschlauen, arroganten AKW-Chefs. Das ärgert mich seit 10 Jahren... aber was willste machen...
Nun müssen eben die Liquidatoren ran. Ich gehe aber nicht mit... bin schon jahrelang erfolglos mit meinen kleinen "Rettungs-Turbinchen" hausieren gegangen..
http://www.dasgelbeforum.de.org/index.php?id=209099
Fällt einem da noch irgendwas ein?
--
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Evacuating JAPAN - Women and children first
Oliver, Friday, 25.03.2011, 08:26 (vor 5412 Tagen) @ DvB
Fällt einem da noch irgendwas ein?
Zumindest die US-Militärs wissen, dass Männer irgendwie strahlungsresistenter sind:
The US military is going to start evacuating JAPAN - Women and children first
http://www.youtube.com/watch?v=j07mcMuig7g
--
Liebe Grüße
Oliver
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OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft
Bero, Friday, 25.03.2011, 12:45 (vor 5412 Tagen) @ DvB
Fällt einem da noch irgendwas ein?
Wie oft denn nun noch? Die JAPANER HABEN DAMPFBETRIEBENE PUMPEN!! Im Gegensatz zu den deutschen KKWs. Nur braucht man trotzdem wenigstens minimal Strom zur Ansteuerung der Ventile und zur Steuerung der Pumpe selbst. Den stellten in Fukushima für ein paar Stunden die Batterien zur Verfügung - niemals würden die ausreichen, um Pumpen selbst anzutreiben.
Für mich wirft das die Frage auf, warum noch keiner auf die Idee gekommen ist, so eine dampfbetriebene Pumpe noch mit einem kleinen Generator für den Eigenbedarf auszurüsten und damit so ein System wirklich autark zu machen. Vielleicht, weil niemand einen kompletten Stromausfall annimmt, der sich in 5,6 Stunden Akkulaufzeit nicht beheben lässt?
OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft
Garfield, Wednesday, 23.03.2011, 20:11 (vor 5414 Tagen) @ Borat Sagdijev
Hallo Borat!
Selbst sind sie kleinkriminelle Betrüger und neiden dem großkriminellen Betrüger seine "Beute"?
Ich denke, es gibt wirklich Atomkraftgegner, die tatsächlich Angst vor so einem Super-GAU haben. Stell dir doch mal vor, so etwas würde in der Nähe deines Wohnortes geschehen. Oder es würde zwar weiter weg passieren, aber aufgrund unglücklicher Umstände würden starke radiokative Niederschläge über deinem Haus runterkommen.
Der Tsunami hat Stromleitungen weggespült.
Sie hätten ja besser gesichert sein können. Aber das wäre aufwändiger gewesen und hätte so den Reibach vermindert.
Die Tanks für die Dieselgeneratoren auch.
Die hätten auch besser gesichert sein können. Aber das wäre aufwändiger gewesen und hätte so den Reibach vermindert.
Und der Dieselgenerator war wohl auch nicht Tsunamitauglich.
Und warum nicht? Das wäre aufwändiger gewesen und hätte so den Reibach vermindert.
Energie ist ja da (Wärme), warum nicht direkt für die Notkühlfunktionnen nutzen?
Soweit ich das mitbekommen habe, war es ja so, daß die Turbinen, weil das nun einmal empfindliche Maschinen sind, durch das Erdbeben beschädigt wurden und somit aus der Wärme kein Strom mehr erzeugt werden konnte. Allerdings frage ich mich da dann auch, wieso es keine speziellen Notversorgungs-Turbinen gibt, die auch nach Abschaltung der Reaktoren noch mit der zunächst weiterhin erzeugten Wärme betrieben werden könnten. Ich meine - Turbinen werden ja auch z.B. als Schiffsantriebe verwendet, und ein Schiff gleitet ja nun auch nicht immer sanft übers Meer. Kriegsschiffe müssen sogar ziemlich heftige Erschütterungen aushalten können (da werden z.B. auch Tests mit nah detonierenden Wasserbomben gemacht), und die haben teilweise trotzdem Turbinenantrieb, und das schon seit über hundert Jahren.
Sowas ist mal eine eklatante Fehlplanung für ein Atomkraftwerk direkt am Meer in einem Erdbebenland.
Das Schlimme daran ist: Auch in Deutschland kann es starke Erdbeben geben. Zwar sind hier in der letzten Zeit nur schwache bis mittlere Beben aufgetreten, aber in den Jahrhunderten zuvor hat es ab und zu auch hier starke Beben gegeben. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar geringer als in Japan, aber sie ist definitiv größer als 0.
Und wenn hier tatsächlich mal ein starkes Beben auftreten sollte, dann wird sich wohl herausstellen, daß die deutschen Atomkraftwerke ebenfalls ihre Schwachstellen haben.
Die Vorstände und Großaktionäre der vier großen Stromkonzerne, die in Deutschland die Kernkraftwerke betreiben, halten dieses Risiko offensichtlich für vertretbar, denn so können sie weiter gut verdienen und sparen sich teure Investitionen. Aber wenn das hier mal knallt, dann bringen die sich schnell in Sicherheit, davon kannst du sicher ausgehen. Die melden sich dann nicht freiwillig zur Arbeit am überhitzten und strahlenden Reaktor. Jetzt erzählen sie uns, wie viel Verantwortung sie doch hätten und daß sie dafür gar nicht genug Geld bekommen könnten - wenn es aber darauf ankommt, dann dürfen Leute, die nicht annähernd so gut bezahlt werden, diese Verantwortung tragen und ihr Leben riskieren.
Aber selbst, wenn alles 100%ig durchdacht und abgesichert wäre: Dann bliebe immer noch der Unsicherheitsfaktor Mensch. In einer Fernsehsendung über das Thema sagte mal jemand, der selbst zeitweise an einem Forschungsreaktor tätig war, daß er die Technik schon für sicher hält, daß er aber nicht so sicher ist, daß die Menschen immer alles richtig machen. Zwar wären die Beschäftigten in deutschen AKWs zweifellos gut ausgebildet und kompetent, aber in der täglichen Routine können sich Fehler und Unaufmerksamkeiten ergeben. Er erwähnte dafür auch ein Beispiel: An dem Reaktor, wo er arbeitete, war es Vorschrift, daß das Personal, das da in der Zentrale saß, die Anzeigen immer im Blick hatte. Nun war aber Fußball-WM, jemand brachte einen Fernseher mit, und dann sahen die sich da ein Fußballspiel an. Es ist nichts passiert, aber wenn etwas passiert wäre, dann wäre das möglicherweise zu spät bemerkt worden.
Ich finde es auch falsch, Atomenergie pauschal zu verteufeln. Aber man muß sich immer auch bewußt machen, daß das nun einmal eine sehr gefährliche Sache ist, und ich halte es allein schon deshalb auch für einen Fehler, Atomkraftwerke von privaten Konzernen betreiben zu lassen. Da besteht immer das Risiko, daß da mal zugunsten des höheren Reibachs auf die eine oder andere teure Notwendigkeit verzichtet wird.
Freundliche Grüße
von Garfield
OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft
Bero, Wednesday, 23.03.2011, 20:56 (vor 5414 Tagen) @ Garfield
Du hältst den Staat für unfehlbar und für geeigneter? Also jetzt unseren Staat?? Wahnsinn
OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft
Angela aus Berlin, Wednesday, 23.03.2011, 21:37 (vor 5414 Tagen) @ Bero
Du hältst den Staat für unfehlbar und für geeigneter? Also jetzt
unseren Staat?? Wahnsinn
Der Staat an sich sich nicht das Problem. Er hat auch viele wichtige Aufgaben zu erfüllen wie den Schutz vor sozialer Armut und Arbeitslosigkeit, Kinderbetreuung usw. Aber ein AKW vom Staat betreiben zu lassen halte ich eher für gefährlich, wenn man sich man anschaut, welche Lachsheit in öffentlichen Verwaltungen so herrscht. Die tun ja zum Teil gar nichts...Da sind Konzerne noch besser, denn die müssen auf Effizienz achten. Dass es bei Tokyo Electric Power nicht so geklappt hat, ist wieder eine andere Sache
Der, unser, Staat ist das Problem!
Lausemädchen, Wednesday, 23.03.2011, 21:56 (vor 5414 Tagen) @ Angela aus Berlin
Ich bitte dich........gerade die von dir genannten vielen "wichtigen" Aufgaben sollten eben nicht Sache eines Staates sein. Jedenfalls nicht aus meiner Sicht
Der, unser, Staat ist das Problem!
Bero, Wednesday, 23.03.2011, 22:58 (vor 5414 Tagen) @ Lausemädchen
Ich bitte dich........gerade die von dir genannten vielen "wichtigen"
Aufgaben sollten eben nicht Sache eines Staates sein. Jedenfalls nicht aus
meiner Sicht
Ach echt? :o)))
OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft
Bero, Wednesday, 23.03.2011, 22:57 (vor 5414 Tagen) @ Angela aus Berlin
Der Staat an sich sich nicht das Problem.
An sich sich der Staat schon ein ganz schön grosses Problem. Vor allem dann, wenn er sich anschickt, zum Hauptproblem werden zu wollen.
Ich finde es ja immer witzig, wie gerade jene davor warnen, die genau das anstreben. Die Antifaschisten halt. Für die muss nur die Farbe stimmen.
Er hat auch viele wichtige
Aufgaben zu erfüllen wie den Schutz vor sozialer Armut und
Arbeitslosigkeit, Kinderbetreuung usw.
Ja nun, das sehe ich gerade nicht, wieso das Staatsaufgabe sein soll? Das ist eigentlich nur im Sozialismus so. War nur Spass. Helfen kann auch Macht und Kontrolle bedeuten, darum reisst der Staat alles an sich.
Für Barmherzigkeit sind die Kirchen zuständig. Dafür kriegen sie so einiges an Kohle und geniessen manche Privilegien. Dann sollte man die ihnen zugewiesene Aufgabe auch durch sie erledigen lassen.
Das geschieht so nicht. Warum? Weil der Staat ein Interesse hat, gerade Sozialarbeit an sich zu ziehen. Das liegt daran, dass er erkannt hat, dass das notwendige Mass an menschlicher Güte von den Kirchen nicht bereitgestellt werden kann. Das kann nur der Staat. Der ist wirklich in Perfektion menschlich und gut, und darum müssen ihm auch möglichst alle Entscheidungen übertragen werden.
Lachsheit in öffentlichen Verwaltungen so herrscht. Die tun ja zum Teil
gar nichts...Da sind Konzerne noch besser, denn die müssen auf Effizienz
achten. Dass es bei Tokyo Electric Power nicht so geklappt hat, ist wieder
eine andere Sache
Natürlich! Eine ganz andere Sache! Völlig ungeeignet, irgendetwas zu beweisen, oder der Prototyp des Beweises schlechthin - je nach Interessenlage.
Bisher hat es ja übrigens geklappt bei TEPCO, auch bei schweren Verfehlungen. Jetzt droht der Konzern vom Ausmaß des Schadens vernichtet zu werden.
Das ist richtig so. Vielleicht wäre es sogar eine gute marktwirtschaftliche Stellschraube, dies jedem Konzern ab einer bestimmten Schadensstufe anzudrohen (INES-6 z.B.)?
OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft
DvB, Friday, 25.03.2011, 22:56 (vor 5412 Tagen) @ Bero
Vielleicht wäre es sogar eine gute
marktwirtschaftliche Stellschraube, dies jedem Konzern ab einer bestimmten
Schadensstufe anzudrohen (INES-6 z.B.)?
Zunächstmal ist es von vornherein untragbar, einer Gesellschaft mit begrenzer Haftung irgend etwas mit viel Schadenspotential zu genehmigen. Über die Zerschlagungsdrohung könnten die doch bloß lachen. Peanuts
--
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OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft
2, Thursday, 24.03.2011, 00:15 (vor 5414 Tagen) @ Angela aus Berlin
Aber ein AKW vom Staat betreiben zu
lassen halte ich eher für gefährlich, wenn man sich man anschaut, welche
Lachsheit in öffentlichen Verwaltungen so herrscht.
Eben. Bei staatlichem Betreiber UND staatlicher Aufsicht gilt dann das Kraehen-Prinzip. Und "wir sind ja die guten" (im Gegensatz zu boesen, gewinnorientierten Konzernen). Nein, das ist ein echter Fehlschluss, siehe auch Endlager Asse
OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft
Garfield, Thursday, 24.03.2011, 16:19 (vor 5413 Tagen) @ Bero
Hallo Bero!
Du hältst den Staat für unfehlbar und für geeigneter? Also jetzt unseren Staat??
Der war gut! :)
Früher, als man der Bevölkerung z.B. die Privatisierung der Post schmackhaft machen mußte, hieß es immer, private Firmen wären ja viel effizienter, der Service würde sich verbessern und alles würde billiger werden.
In letzter Zeit hört man davon nicht mehr viel. Eigentlich gar nichts mehr. Gar nicht so sehr, weil dieser Drops jetzt gelutscht ist. Der Staat hat ja schon noch Anteile z.B. bei der Deutschen Bahn. Nein, es wäre einfach zu peinlich, solche Behauptungen weiterhin zu verbreiten.
Nehmen wir mal die Deutsche Post: Ist da irgendetwas billiger geworden? Wenn ja, dann wurde dafür etwas Anderes umso mehr verteuert. Insgesamt sind die Preise fröhlich gestiegen. Und wie sieht es mit dem Service aus? Die Schlangen in den Postfilialen sind eher länger als kürzer geworden. Ich erlebe es immer wieder, daß die Schlange aus dem Schalterraum heraus reicht. Was auch damit zusammen hängt, daß es immer weniger echte Postfilialen gibt. Zwar gibt es immer mehr kleine Filialen in verschiedenen Läden, aber da stehen dann oft nur Aushilfen am Schalter. Meist Hausfrauen, die gar nicht wissen, was sie da tun. Mein Schwager wollte neulich mal einen internationalen Antwortschein an so einem Schalter kaufen und kam mit einem Formular für Auslandsüberweisungen nach Hause... Wenn man da als Kunde der Frau hinter dem Schalter nicht exakt erklären kann, was man braucht, dann hat man schon verloren, wenn es um etwas geht, was nicht so ganz gewöhnlich ist.
Früher sah man in größeren Orten auch überall Briefkästen. Jetzt kannst du immer länger suchen, um noch einen Briefkasten zu finden. Es werden immer weniger.
So ist das eben, wenn man alles privatisiert und dann das Profitinteresse im Vordergrund steht. Da wird am Personal gespart und damit zwangsläufig auch am Service, und an der Wartung auch.
So kam es ja auch zu dem Unglück mit der BP-Bohrinsel. Auch da hat man sich gedacht, daß viele Sicherungsmaßnahmen auch viel Geld kosten. Mit dem bekannten Ergebnis. Und bei TEPCO in Japan ist es ja prinzipiell auch wieder so. Die können sich ja nun auch nicht damit herausreden, daß ein Erdbeben dort so ein unwahrscheinliches Szenario war.
Deshalb wäre es eben besser, wenn so gefährliche Anlagen nicht in Privatbesitz wären. Nicht weil der Staat unfehlbar ist, sondern weil bei staatlichen Firmen das Profitinteresse nicht zwangsläufig über allem steht. Irgendein Politiker soll ja kein Kernkraftwerk leiten. Es würde völlig reichen, wenn man dafür sorgt, daß die Anlagen von kompetentem Personal bedient werden und daß man dieses Personal nicht ohne Rücksicht auf Verluste zu Kostensenkungen drängt.
Kontrollen durch staatliche Behörden lösen das Problem leider nicht wirklich, wie das Beispiel der BP-Bohrinsel ja auch wieder deutlich gezeigt hat. Da werden die zuständigen Beamten einfach geschmiert, und dann läuft da alles ohne Kontrollen weiter.
Freundliche Grüße
von Garfield
OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft
Lausemädchen, Thursday, 24.03.2011, 17:04 (vor 5413 Tagen) @ Garfield
Hallo Garfield,
egal ob nun in Privatbesitz oder in staatlicher Hand, dass macht bei einem Unglück oder Störfall, wie immer du es nennen magst, letztendlich keinen Unterschied. Machen wir uns doch nichts vor. Der Punkt ist doch der: Die Natur macht ohnehin was sie will und der Mensch komplettiert das Risiko.
Zudem "verhurt" sich die Politik auch immer an die Wirtschaft. Was ich damit sagen will ist, dass du das Risiko, egal wie die Eigentumsverhältnisse liegen, nicht minimieren kannst.
LG
OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft
Garfield, Thursday, 24.03.2011, 18:17 (vor 5413 Tagen) @ Lausemädchen
Hallo Lausemädchen!
...egal ob nun in Privatbesitz oder in staatlicher Hand, dass macht bei einem Unglück oder Störfall, wie immer du es nennen magst, letztendlich keinen Unterschied.
Wenn der Ernstfall eingetreten ist, nicht. Aber die Wahrscheinlichkeit, daß etwas Schlimmes passiert, ist nun einmal geringer, wenn alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen getroffen wurden. Und wenn es bisher verheerende Unglücke gab, dann war es meist so, daß fehlende Vorsichtsmaßnahmen wesentlich dazu beigetragen haben. Wie ja auch jetzt in Japan.
Und üblicherweise wurden Vorsichtsmaßnahmen nicht etwa aus Schlamperei, also unbewußt weggelassen. Nein, das geschah meist ganz bewußt, weil man einfach zugunsten höheren Gewinns sparen wollte. Und hoffte, daß schon alles gut gehen wird. Meist ging es auch eine Weile gut, dann wurde noch mehr gespart, ja, und dann war irgendwann die Katastrophe eben da.
Zudem "verhurt" sich die Politik auch immer an die Wirtschaft.
Natürlich. Aber wenn die Wirtschaft etwas nicht als Reibachquelle nutzen kann, dann ist das ja uninteressant. Da wäre es nur möglich, daß korrupte Politiker diesen Bereich dann doch wieder privatisieren.
Freundliche Grüße
von Garfield
OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft
Lausemädchen, Thursday, 24.03.2011, 19:06 (vor 5413 Tagen) @ Garfield
Man kann aber leider nicht alle Eventualitäten berechnen. Leider, oder gut so bleibt dahingestellt. Ich denke, dass sich die Menschheit immer nur einbildet, etwas im "Griff" zu haben, oder alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen treffen zu können. Wir können einen "Scheißdreck", Garfield, wenn es ums "Große und Ganze" geht. Dessen sollte man sich bewußt sein. Ich schließe dabei nicht aus, dass wir, die Menschen, in der Lage sind, Katastrophen dieses Ausmaßes irgendwie, auch zu Lasten der Gesundheit der unmittelbar und mittelbar Betroffenen, beherrschen zu können. Darum geht es aber letztlich nicht.
Um den Bogen zum Gesagtem wieder zu kriegen, möchte ich erneut erwähnen, dass es irgendwie doch immer ums Geld geht. Egal in wessen Besitz sich die AKW`s befinden. Letztlich regiert Geld die Welt. Es ist zwar ein Scheißspiel, aber ein Jahrtausend altes
OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft
Garfield, Thursday, 24.03.2011, 19:14 (vor 5413 Tagen) @ Lausemädchen
Hallo Lausemädchen!
Natürlich bleibt immer ein Restrisiko. Das Risiko kann nie auf 0 absinken, aber man kann es minimieren.
Jetzt in Bezug auf Fukushima z.B. kannst du überall lesen, daß das so nicht gekommen wäre, wenn die Stromleitungen und Pumpen besser geschützt gewesen wären. Oder wenn es mehr und besser geeignete Diesel-Generatoren gegeben hätte und die Tanks dafür auch besser gesichert gewesen wären. Oder wenn ...
Wer weiß - vielleicht hätte das alles auch nichts genützt. Vielleicht aber doch? Das Risiko wäre jedenfalls geringer gewesen.
Ja, Geld regiert die Welt. Darum geht es ja gerade. Wenn man der Geldgier freie Bahn läßt, dann wird eben rücksichtslos alles nieder gewalzt.
Freundliche Grüße
von Garfield
OT: Der Spiegel will auch was vom Atomgeschäft
Lausemädchen, Thursday, 24.03.2011, 19:28 (vor 5413 Tagen) @ Garfield
Hallo Garfield,
aber wie willst du eine Gefahr minimieren, die einer Profitsucht unterworfen ist? Das geht nicht, jedenfalls nicht meines Erachtens. Natürlich hätte der betroffene Konzern, den topographischen Besonderheiten Rechnung tragen müssen. Aber auch Schuldzuweisungen helfen nichts, wenn die "Kuh noch auf dem Eis" steht.
Und die Geldgier hat zudem schon seit Jahren frei Bahn, dass ändern weder du, noch ich 
Staatsgläubigkeit
Bero, Thursday, 24.03.2011, 17:16 (vor 5413 Tagen) @ Garfield
Da muss ich dir entschieden widersprechen, Garfield. Meine Wahrnehmung ist eine ganz andere.
Nehmen wir mal die Deutsche Post: Ist da irgendetwas billiger geworden?
Wenn ja, dann wurde dafür etwas Anderes umso mehr verteuert. Insgesamt
sind die Preise fröhlich gestiegen. Und wie sieht es mit dem Service aus?
Die Schlangen in den Postfilialen sind eher länger als kürzer geworden.
Primäre Aufgabe der Post ist der schnelle und zuverlässige Transport von Gütern. Seit der Privatisierung haben wir hier den Standard E+1. Das ist es, was mich als Postkunde vor allem interessiert.
Die Preise sind gestiegen, richtig. Übrigens unter staatlicher Kontrolle, womit dein Wettern gegen die Privatisierung der Post ziemlich absurd dasteht. Höhere Preise bedeuten vermutlich, dass die vorherigen, von Beamten willkürlich festgelegten, nicht kostendeckend waren. Bezahlt haben wir die Differenz trotzdem mit.
Läden, aber da stehen dann oft nur Aushilfen am Schalter. Meist
Hausfrauen, die gar nicht wissen, was sie da tun. Mein Schwager wollte
neulich mal einen internationalen Antwortschein an so einem Schalter kaufen
und kam mit einem Formular für Auslandsüberweisungen nach Hause...
Kann ich nicht bestätigen. Meine Erfahrung in den ausgelagerten Postfilialen ist, dass die Kompetenz der Mitarbeiter erstaunlich gut ist, gerade bei etwas exotischeren, nicht alltäglichen Leistungen. Ich bin etwas erstaunt, dass die Erfahrungen so unterschiedlich sind.
Beispiel Telekom: ist dieses immer noch nicht voll privatisierte Unternehmen im Vergleich mit seinen Mitbewerbern (etwa vodafone, O2, Kabelbetreiber) eher für bessere oder schlechtere Effizienz und Service bekannt?
So ist das eben, wenn man alles privatisiert und dann das Profitinteresse
im Vordergrund steht. Da wird am Personal gespart und damit zwangsläufig
auch am Service, und an der Wartung auch.
Ich weiss nicht, ob du das Kostenmanagement bei Behörden kennst? Es ist ein Graus. Für jeden noch so kleinen Scheiss Kostenplanung, Anträge ausfüllen und wenn nichts vorgesehen ist, gibt es eben nichts. "Das benötigen wir aber unbedingt!" ist da kein Argument. Das ist in der Privatwirtschaft deutlich flexibler.
Im übrigen werden auch Staatsbetriebe heute in der Regel wie Privatfirmen geführt, nur dass der Staat eben die Anteile hält.
steht. Irgendein Politiker soll ja kein Kernkraftwerk leiten. Es würde
völlig reichen, wenn man dafür sorgt, daß die Anlagen von kompetentem
Personal bedient werden und daß man dieses Personal nicht ohne Rücksicht
auf Verluste zu Kostensenkungen drängt.
Wie gesagt, du scheinst dir da einige Illusionen über die Abläufe in staatlichen Betrieben zu machen. Von dem Schlendrian und der Schlamperei dort ganz zu schweigen.
Weisst du übrigens, welche Gründe zur Entwicklung des schon im Konzept irrsinnig gefährlichen RBMK-Reaktortyps geführt haben? Es waren (neben ein parr anderen) vor allem Rentabilitätsgründe, dieser Typ ist eben preisgünstig im Bau und im Betrieb. Und das geschah merkwürdigerweise in einem System, in dem alles staatlich war und es nach deiner Theorie keine Nachklässigkeiten aus Kostengründen geben dürfte. Im bösen Kapitalismus mit privaten Kraftwerken sind solche gefährlichen Murkskonzepte offensichtlich nicht durchgesetzt worden. Kannst du dir das erklären?
Gegenargument: ein Privatunternehmen hat naturgemäss jedes erdenkliche Interesse an zuverlässiger Sicherheit. Denn eine Havarie schadet dem Unternehmen ganz direkt, durch Kosten und Imageverlust, bis zum Ruin bei der Grössenordnung wie jetzt in Fukushima. Das staatliche Töpfchen für die Beseitigung von Katastrophenfolgen dagegen wird nie leer, ganz egal, wie viel verbraucht wird. Es wäre etwas ganz Neues, dass ausgerechnet das die Motivation zu zuverlässigem, vorausschauenden Handeln erhöhen würde.
Die Erfahrungen mit staatlichem Wirtschaften, ob im ehemals "Realexistierenden" oder in kapitalistischen Staaten, sind insgesamt grottenschlecht. Deine (typisch deutsche, seit Kaisers Zeiten) Staatsgläubigkeit hat recht wenig reale Grundlage
Staatsgläubigkeit
Garfield, Thursday, 24.03.2011, 19:07 (vor 5413 Tagen) @ Bero
Hallo Bero!
Primäre Aufgabe der Post ist der schnelle und zuverlässige Transport von Gütern.
Ja, da hapert es ja auch schon lange. Zufällig war es so, daß ich in der Zeit, als bzw. nachdem die Post privatisiert wurde, viele Briefkontakte hatte. Anfang der 1990er Jahre war es noch so, daß mir nie ein Brief verloren gegangen ist. Dann wurden Mitte der 1990er Jahre nach und nach in ganz Deutschland automatische Sortier-Zentren eingeführt. Von da an verschwanden immer wieder mal Briefe. Ich nehme an, die sind dann wohl in den Maschinen irgendwo hängen geblieben, und weil zu wenig Personal da war, wurde das nicht bemerkt, und die Briefe wurden dann wahrscheinlich so zerfetzt, daß sie nicht mehr zustellbar waren.
Seit der Privatisierung haben wir hier den Standard E+1. Das ist es, was mich als Postkunde vor allem interessiert.
Mich interessieren als Postkunde keine Standards. Ich möchte sicher sein, daß ein Brief, den ich aufgebe, ankommt. Und daß ein Brief, der mir geschickt wird, ebenfalls ankommt. Das ist aber heute weniger sichergestellt als früher. Ich habs auch schon mehrmals erlebt, daß Briefe mit wirklich wichtigen Unterlagen oder Dingen verschwunden sind. Z.B. ein Brief mit einer neuen EC-Karte, den meine Bank mir zugeschickt hatte.
Da kannst du mir jetzt soviele Standards und Normen aufzählen, wie du willst - das ist für mich vollkommen irrelevant.
Die Preise sind gestiegen, richtig.
Das habe ich erwähnt, weil früher immer wieder behauptet wurde, daß Privatisierung zu Preissenkungen führen würde. Das ist jedoch definitiv nicht der Fall, obwohl die Deutsche Post massiv Personal abgebaut hat.
Meine Erfahrung in den ausgelagerten Postfilialen ist, dass die Kompetenz der Mitarbeiter erstaunlich gut ist...
Dann hast du Glück. Das ist nämlich Glückssache. Es gibt kleine Kioske, wo der Chef in den Hauptgeschäftszeiten, wenn auch der Postschalter offen ist, immer selbst im Laden steht. Der kennt sich dann üblicherweise gut aus, weil er das ja ständig macht. In Läden, wo tagsüber immer Aushilfskräfte arbeiten, sieht das aber ganz anders aus. Die kriegen mal kurz erklärt, wie man das System startet und runterfährt und wie man ein Paket annimmt. Und wenn du da mit einem Wunsch kommst, der etwas ausgefallen ist, und gerade niemand da ist, der sich damit auskennt, dann stehen die vollkommen im Wald.
Beispiel Telekom: ist dieses immer noch nicht voll privatisierte Unternehmen im Vergleich mit seinen Mitbewerbern (etwa vodafone, O2, Kabelbetreiber) eher für bessere oder schlechtere Effizienz und Service bekannt?
Na ja, die Konkurrenten der Telekom sind ja auch private Firmen, die auch fleißig im Personal sparen. Im übrigen haben die auch lange auf Kosten der Telekom fleißig gespart. Anfangs war es ja noch so, daß die Telekom Anschlüsse kostenlos einrichten mußte. Wenn dann jemand zur Konkurrenz kam und da einen ganz neuen Anschluß haben wollte, dann sagte man ihm, daß das leider etwas kostet, daß er es aber auch deutlich günstiger haben kann, wenn er erstmal zum T-Punkt geht, sich von der Telekom gratis den Anschluß einrichten läßt und danach zur Konkurrenz wechselt.
Die Telekom steht im Vergleich zur konkurrenz recht gut da, aber nicht, weil sie so überragend tollen Service hat, sondern weil der Service bei den - schon immer privaten - Konkurrenten teilweise wirklich grottenschlecht ist.
Ich weiss nicht, ob du das Kostenmanagement bei Behörden kennst?
Ich glaub dir ja gern, daß das bei Behörden problematisch ist. Das wiegt aber die Nachteile durch Privatisierung nicht auf.
Im übrigen werden auch Staatsbetriebe heute in der Regel wie Privatfirmen geführt, nur dass der Staat eben die Anteile hält.
Ja, aber der Staat hat dann eben auch die Möglichkeit, da stärker Einfluß zu nehmen. Letztendlich legen ja die großen Anteilseigner fest, was oberste Priorität hat. Wenn die sagen, daß der Gewinn am wichtigsten ist, dann ist das so und wird entsprechend nach unten kommuniziert. Wenn dagegen - bei gefährlichen Anlagen - die Sicherheit oberste Priorität hat, dann ist das eben auch so, und dann kann auch mal Sicherheit vor Gewinnstreben kommen.
Wie gesagt, du scheinst dir da einige Illusionen über die Abläufe in staatlichen Betrieben zu machen. Von dem Schlendrian und der Schlamperei dort ganz zu schweigen.
Schlamperei gibt es auch in der Privatwirtschaft. Du hast ja selbst gerade geschrieben, daß staatliche Firmen genauso von Managern geleitet werden. Und große Konzerne entwickeln sich sowieso hin zu ähnlichen Zuständen, wie es sie in staatlichen Behörden gibt.
Und das geschah merkwürdigerweise in einem System, in dem alles staatlich war und es nach deiner Theorie keine Nachklässigkeiten aus Kostengründen geben dürfte.
Das war in der Sowjetunion. Die Sowjetunion war eine offene Diktatur, die sich nicht sehr um die Sorgen und Nöte der Bevölkerung scherte und wo sich die obersten Parteibonzen für die Avantgarde des Proletariats hielten. Wenn da jemand das Vertrauen der hohen Funktionäre gewonnen hatte, dann hatte der absolute Narrenfreiheit. Da gabs doch auch mal jemanden, der ernsthaft behauptete, man könne z.B. aus einem Gerstenkorn eine Weizenpflanze ziehen. Natürlich konnten da auch Atomphysiker machen, was sie wollten, wenn sie das vor den Parteifunktionären nur plausibel erklärten.
Wir leben zwar prinzipiell auch in einer Diktatur, aber nicht in einer offenen. Hier ist die Politik gezwungen, dem Volk vorzugaukeln, daß sie in seinem Interesse handelt. Das kann durchaus Korrektur-Effekte haben, die in der Sowjetunion so überhaupt nicht möglich waren.
Hätten wir tatsächlich eine Demokratie, dann wäre das noch einfacher.
...ein Privatunternehmen hat naturgemäss jedes erdenkliche Interesse an zuverlässiger Sicherheit. Denn eine Havarie schadet dem Unternehmen ganz direkt, durch Kosten und Imageverlust, bis zum Ruin bei der Grössenordnung wie jetzt in Fukushima.
Ja, aber du siehst doch, daß es immer wieder solche Unglücke gibt und daß die immer wieder durch unterlassene Vorsichtsmaßnahmen zumindest mit verursacht werden. Manchmal werden sie sogar einzig und allein dadurch verursacht.
Oft war es vorher so, daß Sicherheitsmaßnahmen nach und nach eingespart wurden. Das ging zunächst gut, also hoffte man, es würde weiter gut gehen. Die Anweisungen dafür kamen mit Sicherheit auch gar nicht von ganz oben. Von ganz oben kam dann immer nur die Anweisung, daß man effizienter werden müsse, daß also mehr Reibach fließen muß. Ja, und dann überlegt man in den mittleren bis unteren Führungsetagen, wie man das hinbekommen kann. Jeder will vor seinen Vorgesetzten gut dastehen, also fängt man an zu tricksen. Manchmal ist es auch einfach nur so, daß man soviel Personal abgebaut hat, daß die Arbeiter ganz unten einfach keine Zeit mehr haben, um alle Sicherheitsvorschriften zu beachten. Sowas wird noch dadurch begünstigt, daß man Betriebswirtschaftler anstelle von Ingenieuren auf Führungsposten setzt. Die sehen dann nur noch ihre Excel-Listen und wissen überhaupt nicht mehr, was sie anrichten, wenn sie die Leute an der Basis zu sehr unter Druck setzen. So geschehen vor der Katastrophe mit der BP-Bohrinsel.
Das staatliche Töpfchen für die Beseitigung von Katastrophenfolgen dagegen wird nie leer, ganz egal, wie viel verbraucht wird.
Davon profitiert ja die Privatwirtschaft genauso. In Japan setzt man jetzt auch Feuerwehr und Armee ein.
In Behörden und in der Politik sitzen auch Leute, die um ihre guten Posten fürchten müssen, wenn in ihrem Verantwortungsbereich etwas Schlimmes passiert. Bei so einer Katastrophe wie der jetzt in Japan kann das auch nicht unter den Teppich gekehrt werden.
Deine (typisch deutsche, seit Kaisers Zeiten) Staatsgläubigkeit
Ich bin nun wirklich nicht staatsgläubig. Ich denke nur, daß der Staat manchmal das kleinere Übel ist, verglichen mit der privaten Wirtschaft, wo immer nur der Reibach zählt.
Freundliche Grüße
von Garfield
Staatsgläubigkeit
Bero, Thursday, 24.03.2011, 20:26 (vor 5413 Tagen) @ Garfield
hatte. Anfang der 1990er Jahre war es noch so, daß mir nie ein Brief
verloren gegangen ist. Dann wurden Mitte der 1990er Jahre nach und nach in
ganz Deutschland automatische Sortier-Zentren eingeführt. Von da an
verschwanden immer wieder mal Briefe.
Ich habe exakt gegensätzliche Erfahrungen. Verlorengegangene Post ist ein Phänomen, das ich zuletzt vor ca. 20 Jahren erlebt habe. Und ich verschicke und bekomme viel Post. Erstaunlich eigentlich. Darf ich fragen, auf welchem Planeten du lebst? Denn es muss ein anderer sein als meiner.
Mich interessieren als Postkunde keine Standards. Ich möchte sicher sein,
daß ein Brief, den ich aufgebe, ankommt.
Irgendwann? Mir reicht das nicht. E+1 bedeutet Einlieferungstag plus 1, und das klappt auch bei mehr als 90% der Sendungen.
Ich habs auch schon mehrmals erlebt, daß
Briefe mit wirklich wichtigen Unterlagen oder Dingen verschwunden sind.
Z.B. ein Brief mit einer neuen EC-Karte, den meine Bank mir zugeschickt
hatte.
Ich in den letzten zehn Jahren nicht.
Das habe ich erwähnt, weil früher immer wieder behauptet wurde, daß
Privatisierung zu Preissenkungen führen würde. Das ist jedoch definitiv
nicht der Fall, obwohl die Deutsche Post massiv Personal abgebaut hat.
Das ist normal, wenn die Preise vorher nicht realistisch und (quer-)subventioniert waren. Wie gesagt - auch die Subventionen zahlst du mit.
Paket annimmt. Und wenn du da mit einem Wunsch kommst, der etwas
ausgefallen ist, und gerade niemand da ist, der sich damit auskennt, dann
stehen die vollkommen im Wald.
Auf meinem Planeten habe ich es ausschliesslich anders erlebt. Und zwar so auffallend, dass ich mich gefragt habe, wie oft wohl die Post ihre Vertragspartner zu Schulungen verdonnern mag.
kam und da einen ganz neuen Anschluß haben wollte, dann sagte man ihm,
daß das leider etwas kostet, daß er es aber auch deutlich günstiger
haben kann, wenn er erstmal zum T-Punkt geht, sich von der Telekom gratis
den Anschluß einrichten läßt und danach zur Konkurrenz wechselt.
Das sind aber keine Folgen einer Privatwirtschaft, sondern im Gegenteil die von inkompetentem staatlichen Handeln. Ähnlich war es auch im Strommarkt: wie kann man verordnen, dass ein Stromanbieter mit seinem direkten Wettbewerber Durchleitungsgebühren frei aushandeln muss? Das sagt einem ein Drittklässler, das das nicht funktionieren kann.
Die Preise in der Telekommunikation sind übrigens rapide gefallen. Im Gegensatz zur Post ist dieser Markt frei und es gibt echte Konkurrenz.
Die Telekom steht im Vergleich zur konkurrenz recht gut da, aber nicht,
weil sie so überragend tollen Service hat, sondern weil der Service bei
den - schon immer privaten - Konkurrenten teilweise wirklich
grottenschlecht ist.
Auch hier habe ich vollkommen andere Erfahrungen, sowohl selbst gemachte als auch von Bekannten.
Ich glaub dir ja gern, daß das bei Behörden problematisch ist. Das wiegt
aber die Nachteile durch Privatisierung nicht auf.
Welche? Was du anführst, existiert so entweder nicht auf meinem Planeten oder es sind Nachteile von immer noch stark staatlich regulierten Märkten. Ein sehr schlechter Beleg für Nachteile der Privatwirtschaft also.
ist, dann ist das so und wird entsprechend nach unten kommuniziert. Wenn
dagegen - bei gefährlichen Anlagen - die Sicherheit oberste Priorität
hat, dann ist das eben auch so, und dann kann auch mal Sicherheit vor
Gewinnstreben kommen.
Sicher nicht. Auch bei einem Betrieb in Staatsbesitz zählt das Betriebsergebnis. Und da der Staat chronisch klamm und ein Aasgeier erster Güte ist, wird es so etwas, was du schreibst, da garantiert nicht geben.
Schlamperei gibt es auch in der Privatwirtschaft.
Aber nicht in dem Ausmass. Denn sie mendelt sich weg. Beim Staat wuchert und gedeiht sie dagegen prächtigst. Es gibt dort kein funktionierendes Korrektiv.
Das war in der Sowjetunion. Die Sowjetunion war eine offene Diktatur, die
sich nicht sehr um die Sorgen und Nöte der Bevölkerung scherte und wo
sich die obersten Parteibonzen für die Avantgarde des Proletariats
hielten.
Also wie bei uns? Ein ausgezeichnetes Argument für den Staatsbesitz, muss ich sagen. :o)
jemanden, der ernsthaft behauptete, man könne z.B. aus einem Gerstenkorn
eine Weizenpflanze ziehen. Natürlich konnten da auch Atomphysiker machen,
was sie wollten, wenn sie das vor den Parteifunktionären nur plausibel
erklärten.
So war das nicht. Der RBMK war ebenso wie der (sicherheitstechnisch bessere) WWER natürlich ein Staatsauftrag. Entschieden haben das nicht irgendwelche durchgeknallten Forscher mit Narrenfreiheit, sondern natürlich Parteifunktionäre. Die Risiken waren übrigens von Anfang an genauestens bekannt, darum wurde auch kein einziger RBMK-Reaktor ins Ausland verkauft, anders als der Exportschlager WWER. Eine Katastrophe im Inland nahm man in Kauf, im Glauben, sie vertuschen zu können. In kleinerem Ausmass als Tschernobyl hat das ja auch immer geklappt (z.B. Majak).
Es waren Kostengründe, die den Ausschlag gaben. Ebenso beim WWER, der erst als Exportversion ein Containment bekam. Also genau das Denken, was du der Privatwirtschaft vorwirfst.
Ja, aber du siehst doch, daß es immer wieder solche Unglücke gibt und
daß die immer wieder durch unterlassene Vorsichtsmaßnahmen zumindest mit
verursacht werden. Manchmal werden sie sogar einzig und allein dadurch
verursacht.
Ich sehe nicht, dass Fukushima durch unterlassene Vorsichtsmassnahmen verursacht wurde. Welche sollten das sein? Das Kraftwerk hat offenbar den gültigen Sicherheitsstandards entsprochen. Wenn die zu niedrig sein sollten, ist das wiederum etwas, das der Staat in seiner Verantwortung hat, nicht das Unternehmen.
werden müsse, daß also mehr Reibach fließen muß. Ja, und dann überlegt
man in den mittleren bis unteren Führungsetagen, wie man das hinbekommen
kann. Jeder will vor seinen Vorgesetzten gut dastehen, also fängt man an
zu tricksen.
Stimmt schon. Und das gibt es deiner Meinung nach nicht in staatlichen Strukturen? Wie kommst du auf so einen haarsträubenden Unsinn?
begünstigt, daß man Betriebswirtschaftler anstelle von Ingenieuren auf
Führungsposten setzt. Die sehen dann nur noch ihre Excel-Listen und wissen
überhaupt nicht mehr, was sie anrichten, wenn sie die Leute an der Basis
zu sehr unter Druck setzen.
Das ist der einzige Punkt, bei dem ich dir recht gebe. Die Auswahlmethoden von Führungspersonal heutzutage sind katastrophal. Ohne Bindung ans Unternehmen, ohne irgendein Verhältnis zu dem Produkt, das die Firma herstellt, und nach fünf Jahren beim Absprung auf die nächste Stufe der Karriereleiter. Die nassforschen Typen von der Uni, Generation McKinsey.
Das ist allerdings in staatlichen Strukturen exakt das Gleiche. In der Privatwirtschaft wird es sich aus ökonomischen Gründen korrigieren, wenn es erst einmal als ineffizienter Irrweg erkannt ist.
Davon profitiert ja die Privatwirtschaft genauso. In Japan setzt man jetzt
auch Feuerwehr und Armee ein.
Es handelt sich auch um eine nationale Katastrophe, an der TEPCO nicht schuld ist. Wäre es ein von TEPCO verursachter Unfall, bin ich sicher, dass dem Unternehmen diese Leistungen in Rechnung gestellt würden.
Ich bin nun wirklich nicht staatsgläubig. Ich denke nur, daß der Staat
manchmal das kleinere Übel ist, verglichen mit der privaten Wirtschaft, wo
immer nur der Reibach zählt.
Da denkst du falsch. Der Staat ist das bei weitem grössere Übel. Du weisst sehr gut um die Auswahlmethoden des Personals, seien es Politiker oder Beamte/Angestellte. Beim Staat gilt sogar die Frauenquote. Denen traust du kompetentere, sorgfältigere Entscheidungen zu als irgendwelchen zumindest kostenbewussten Managern? Ich habe keinen blassen Schimmer, wie man auf so eine Idee kommen kann.
Du liest dich so, als hättest du ein grundsätzliches Problem mit Gewinnerzielungsabsichten ("Reibach"). Es klingt schon regelrecht hasserfüllt und neidzerfressen. Darum siehst du, was du gern sehen willst. Bist du eigentlich Kommunist?
Kleine Nachbemerkung
Bero, Thursday, 24.03.2011, 20:30 (vor 5413 Tagen) @ Bero
Lausemädchen hat übrigens ein ganz gewichtiges Argument gegen Staatsbetriebe eingebracht, nämlich dass Kontrollierter und Kontrolleur die gleiche Instanz ist oder ihr zumindest angehört. Das ist so ziemlich die dümmste denkbare Konstellation
Staatsgläubigkeit
DvB, Friday, 25.03.2011, 10:06 (vor 5412 Tagen) @ Bero
Das ist normal, wenn die Preise vorher nicht realistisch und
(quer-)subventioniert waren. Wie gesagt - auch die Subventionen zahlst du
mit.
Befaß Dich mal mit dem Thema Abwasserabzocke oder sonstiger "Privatisierung" kommunaler Einrichtungen, Stichwort Cross-Border-Leasing und ähnliche Scheiße. Ob privat oder staatlich, geht hier m.E. weitgehend am Thema vorbei. Es ist nämlich ein einziger korrupter, mafiöser Sumpf. "Privatisierung" ist im Wesentlichen nichts anderes, als daß der Herr Privat dem Onkel Politnik ne Million zusteckt, damit der ihm dafür ne Milliarde zusteckt. Profitieren tun dadurch beide - nur Du bist der Arsch, weil Du die Milliarde (mit-)blechst.
Welche? Was du anführst, existiert so entweder nicht auf meinem Planeten
oder es sind Nachteile von immer noch stark staatlich regulierten Märkten.
Ein sehr schlechter Beleg für Nachteile der Privatwirtschaft also.
Ja, das ist natürlich ein netter Argumentationsstiefel - im Zweifel ist der Staat halt immer schuld, notfalls halt, weil er zuschaut. :D
Aber nicht in dem Ausmass. Denn sie mendelt sich weg.
Das glaubst Du doch nicht im Ernst? Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit "mendeln" (LOL) sich weg. Denn damit sind keine gescheiten Profite erzielbar. Mit Monopolismus/Erpressung u.ä. schon.
So war das nicht. Der RBMK war ebenso wie der (sicherheitstechnisch
bessere) WWER natürlich ein Staatsauftrag. Entschieden haben das nicht
irgendwelche durchgeknallten Forscher mit Narrenfreiheit, sondern
natürlich Parteifunktionäre.
So war es schon. Mitschurin und später sein Jünger Lyessenko hatten sehr wohl totale Narrenfreiheit. Und das schwachsinnige Nullschwein mit seiner Relativitätsidiotie wird im Westen genauso verehrt, wie in der Sowjetunion. Zwar wandern seine Kritiker nicht in den Gulag, aber sie werden totgeschwiegen, teilweise mundtot gemacht und ihre Karriere können sie an den Nagel hängen.
Ich sehe nicht, dass Fukushima durch unterlassene Vorsichtsmassnahmen
verursacht wurde. Welche sollten das sein? Das Kraftwerk hat offenbar den
gültigen Sicherheitsstandards entsprochen.
Wenn das so ist wie hierzulande, dann wurden die Sicherheitsstandards nicht kontrolliert. Und schon gar nicht auf dem neuesten Stand gehalten.
Wenn die zu niedrig sein
sollten, ist das wiederum etwas, das der Staat in seiner Verantwortung hat,
nicht das Unternehmen.
Tchja, was aber, wenn der Staat den Unternehmen gehört? Und das ist in "Demokratien" nunmal so.
Die Tsunami-Welle war 14m hoch. Und "anzunehmend" war wohl nur so was um 4m. Das Erdbeben war Stärke 9. Und "anzunehmend" war nur Stärke 6. Tatsächlich "nimmt" "man" aber "an", daß es Erdbeben bis zur Stärke 9,5 geben kann. Naja, was soll man dazu schon sagen? "Anzunehmend" hat sehr viel weniger mit den tatsächlichen, realen Annahmen zu tun, als mit dem, worauf man sich bei der Feilscherei so einigt, oder was der Interessent so springen läßt.
Was auch interessant ist: die Haufen an abgebrannten Brennstäben, die da massig rumliegen und Probleme bereiten, bräuchten überhaupt keine Kühlung, wenn sie nicht kompakt gelagert würden. Bloß: würde man sie nicht kompakt lagern, bräuchte man sehr viel mehr Platz. Da kannst Du Dir nun aussuchen, ob es um Kostenersparnis oder um Problemkosmetik geht, was an sich unnötige Probleme erst verursacht.
Es handelt sich auch um eine nationale Katastrophe, an der TEPCO nicht
schuld ist. Wäre es ein von TEPCO verursachter Unfall, bin ich sicher,
dass dem Unternehmen diese Leistungen in Rechnung gestellt würden.
Greif mal nem nackigen Mann in die Tasche. ;)
Natürlich ist der Staat schuld, er hat halt TEPCO einfach so agieren lassen, obwohl er hätte wissen müssen, daß TEPCO unverantwortlich handelt. Machen wir ja auch so. Ich meine, wir haben ein Weib als Bunzelkanzelnde. Wer kanns noch bescheuerter?
oder Beamte/Angestellte. Beim Staat gilt sogar die Frauenquote. Denen
traust du kompetentere, sorgfältigere Entscheidungen zu als irgendwelchen
zumindest kostenbewussten Managern? Ich habe keinen blassen Schimmer, wie
man auf so eine Idee kommen kann.
Im Grunde genommen ist der Staat nichts anderes als unsere Organisationsform. Kein Staat -> Höhle. Darauf läuft es hinaus. Daß diese Organisationsform so mißraten ist, mal eine Beute der Bolschewikenmafia, mal eine Beute der Liberalistenmafia ist und allgemein meistens ziemlich mieserabel organisiert ist, steht wieder auf nem anderen Blatt. Es gab auch schon bessere Staaten. Z.B. Preußen (der Inbegriff von einem vorbildlichen Staatswesen) oder das Deutsche Kaiserreich. Also schütt mal nicht gleich das Kind mit dem Bade aus. Ein guter Staat ist wenig Staat. Was aber nicht heißen soll, daß Verbrecher Narrenfreiheit haben. Das Deutsche Kaiserreich hatte auf 60 Mill Einwohner 600.000 Beamte. Heute haben wir das 10fache + zusätzlich noch öffentlichen Dienst. Ein gigantischer Wasserkopf. Und Ordnung herrscht aber nicht. Sondern das gerade Gegenteil. Es sei denn, daß Du es als Ordnung empfindest, wenn Du mit Radarfallen oder idiotischen Vorschriften etc. und Irrsinnssteuern abgezockt wirst. Verbrecher, je größer desto besser, können aber machen, was sie wollen. Solange sie ihr Schmiergeld bezahlen, versteht sich. Ein Monarch ist nicht bestechlich, der verschleudert sein Staateigentum doch nicht - es ist ja sein Privateigentum!
--
![[image]](Info/Img/hans-blueher-1916.gif)
Staatsgläubigkeit
Bero, Saturday, 26.03.2011, 00:52 (vor 5412 Tagen) @ DvB
Befaß Dich mal mit dem Thema Abwasserabzocke oder sonstiger
"Privatisierung" kommunaler Einrichtungen, Stichwort
Cross-Border-Leasing
und ähnliche Scheiße. Ob privat oder staatlich, geht hier m.E. weitgehend
am Thema vorbei. Es ist nämlich ein einziger korrupter, mafiöser Sumpf.
Eben. CBL hat nun wirklich nichts damit zu tun, dass man ernsthaft privatisieren will. Sondern lediglich neue Einnahmequellen erschliessen. Bei den Staatsunternehmen Post, Bahn, Telekom ist das anders.
Ja, das ist natürlich ein netter Argumentationsstiefel - im Zweifel ist
der Staat halt immer schuld, notfalls halt, weil er zuschaut. :D
Wenn der Staat sagt, ich allein mache die Regeln und er macht sie nicht oder falsch oder unzureichend, ja freilich ist er dann schuld. Ganz ohne Zweifel.
Das glaubst Du doch nicht im Ernst? Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit
"mendeln" (LOL) sich weg. Denn damit sind keine gescheiten Profite
erzielbar. Mit Monopolismus/Erpressung u.ä. schon.
Es ging nicht um Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Monopolismus und Erpressung, sondern um Schlamperei. Und die ist richtig teuer und mendelt sich darum in der Privatwirtschaft über kurz oder lang todsicher weg.
So war es schon. Mitschurin und später sein Jünger Lyessenko
hatten sehr wohl totale Narrenfreiheit.
Das ist bekannt. Aber hier ging es um die Ingenieurbüros, die die sowjetischen Reaktoren entworfen haben. Die hatten keine Narrenfreiheit, sondern sie haben nach ihren Vorgaben gearbeitet.
Und das schwachsinnige
Nullschwein mit seiner Relativitätsidiotie wird im Westen genauso verehrt,
wie in der Sowjetunion. Zwar wandern seine Kritiker nicht in den Gulag,
aber sie werden totgeschwiegen, teilweise mundtot gemacht und ihre Karriere
können sie an den Nagel hängen.
Was bedeutet "Nullschwein"?
Wenn das so ist wie hierzulande, dann wurden die Sicherheitsstandards
nicht kontrolliert. Und schon gar nicht auf dem neuesten Stand gehalten.
Sie wurden kontrolliert. Sonst wären seitens TEPCO keine Fälschungen von Prüfberichten nötig gewesen. Zu lax, das mag sein, und veraltet womöglich auch. Japan ist ein kapitalistisches Land, dennoch gibt es da traditionell sehr enge Verflechtungen zwischen Staat und Wirtschaft, was u.a. mit dem Filz der jahrzehntelangen Regierung der Liberaldemokraten ohne echte Opposition zusammenhängt - und mit der Mentalität, dem starken Zusammengehörigkeitsgefühl, besonders gegen aussen.
Tchja, was aber, wenn der Staat den Unternehmen gehört? Und das
ist in "Demokratien" nunmal so.
Oha. Welchen Unternehmen genau gehört die BRD?
Die Tsunami-Welle war 14m hoch. Und "anzunehmend" war wohl nur so was um
4m. Das Erdbeben war Stärke 9. Und "anzunehmend" war nur Stärke 6.
Nein. Der Tsunami war hier 7 Meter hoch, die Schutzvorkehrungen auf bis zu 5,70 Meter ausgelegt. Die Erdbebenfestigkeit war bis 8,2 dimensioniert, die tatsächliche Stärke war 9,0. Dem Beben hat das Kraftwerk offenbar hervorragend standgehalten (man muss bedenken, dass es sich um eine logarithmische Skala handelt, 9 ist also mehrfach stärker als 8,2 und nicht nur 10 Prozent). In der Hinsicht war die Auslegung mustergültig.
Anders sieht es mit dem Schwapp Wasser aus, der es über den Schutzwall schaffte, mit dem hat man überhaupt nicht gerechnet. Entsprechend zerstörerisch konnte er wirken. Das ist für die sicherheitstechnische Auslegung eines Kernkraftwerks wirklich vollkommen untypisch und ein schweres ingenieurmässiges Versäumnis. Daraus kann und wird man lernen.
Tatsächlich "nimmt" "man" aber "an", daß es Erdbeben bis zur Stärke 9,5
geben kann. Naja, was soll man dazu schon sagen? "Anzunehmend" hat sehr
viel weniger mit den tatsächlichen, realen Annahmen zu tun, als mit dem,
worauf man sich bei der Feilscherei so einigt, oder was der Interessent so
springen läßt.
Wenn das wirklich (nur) so wäre, gäbe es keinen Kampf in Fukushima mehr. Dann würden die Kernschmelzen längst freiliegen, kein Mensch würde dort mehr arbeiten, und die Regierung würde inzwischen mit allen verbliebenen Kräften im 300 oder 500km-Umkreis evakuieren.
So ist es aber nicht. Du musst zwischen Teil- und Vollversagen unterscheiden.
Was auch interessant ist: die Haufen an abgebrannten Brennstäben, die da
massig rumliegen und Probleme bereiten, bräuchten überhaupt keine
Kühlung, wenn sie nicht kompakt gelagert würden. Bloß: würde man sie
nicht kompakt lagern, bräuchte man sehr viel mehr Platz. Da kannst Du Dir
nun aussuchen, ob es um Kostenersparnis oder um Problemkosmetik geht, was
an sich unnötige Probleme erst verursacht.
Das ist etwas infantil gedacht. Die Abklingbecken sind nicht ohne Grund so nah am Reaktor, wie es nur irgend geht. Grössere Becken würden längere Transportwege und schwierigere Überwachung bedeuten.
Deine Vermutung, nur durch das Zusammenpacken würden die abgebrannten Elemente Wärme und Strahlung erzeugen, ist nach meinem Wissensstand falsch.
Greif mal nem nackigen Mann in die Tasche. ;)
TEPCO ist der grösste Kraftwerksbetreiber in Japan. Die haben auch noch Wasserkraft-, Geothermie- und Kohlekraftwerke. Das ist gewiss kein nackiger Mann. Ausserdem habe ich "in Rechnung stellen" geschrieben. Das hat erst einmal genau gar nichts mit Zahlungsfähigkeit zu tun. Wenn du auf dem Abenteuertrip in Muselland entführt wirst und die BRD kniet sich rein, deinen Hals vorm Abschneiden zu retten, wird dir das auch "in Rechnung gestellt". Ob du es zahlen kannst, ist eine andere Frage.
Natürlich ist der Staat schuld, er hat halt TEPCO einfach so agieren
lassen, obwohl er hätte wissen müssen, daß TEPCO unverantwortlich
handelt.
Sage ich doch. Wer sich ein Gewaltmonopol genehmigt, muss es auch ausfüllen. Das bedeutet viel Verantwortung.
Machen wir ja auch so. Ich meine, wir haben ein Weib als
Bunzelkanzelnde. Wer kanns noch bescheuerter?
Bin gerade mal so in Gedanken internationale weibliche Regierungscheffinnen und Ministerinnen durchgegangen. Mir ist nichts eingefallen. Auch bei männlichen nicht. Sicher, der Sarközy ist durchgeknallt, der Berlusconi ein krimineller Hallodri, der oberste US-Neger eine mit unrealistischen rassistischen Hoffnungen überladene Witzfigur. Putin und Medwedjew oder Nasarbajew sind keine lupenreinen Demokraten. Auch Evo Morales oder Erdogan oder Chavez nicht. Aber irgendwie haben die alle mehr oder weniger die Interessen ihres Landes im Auge, und irgendwie haben sie alle irgendeine Überzeugung und ein Ziel.
Eine solche Regierung wie die unsere gibt es weltweit nicht noch einmal, was die Verachtung und den Vernichtungswillen dem eigenen Souverän gegenüber angeht. Schwuchteln, Lesben und Quotentussis, Anspruch nach "Chancengleichheit", nicht nach Fähigkeit, das kommt dabei raus. Wir haben die schlechteste Regierung der Welt, wir sind - wie Deutsche das immer sein wollen - wieder einmal Spitze.
Es gab auch schon bessere Staaten. Z.B. Preußen (der Inbegriff von
einem vorbildlichen Staatswesen) oder das Deutsche Kaiserreich. Also
schütt mal nicht gleich das Kind mit dem Bade aus. Ein guter Staat ist
wenig Staat. Was aber nicht heißen soll, daß Verbrecher Narrenfreiheit
haben.
Eben! So kann ich das nur unterschreiben.
Ein
Monarch ist nicht bestechlich, der verschleudert sein Staateigentum doch
nicht - es ist ja sein Privateigentum!
Ein Adliger denkt aber auch in der Zeit, seine eigene Lebensspanne übergreifend. Sein Geschlecht war vor ihm da, es hat ihm alles gegeben, aber eben auch die Verpflichtung, dass er das weitergibt. Man kann trefflich und berechtigt über die Amoral des Adels lästern, aber schlecht, wenn man selbst nichts über das eigene Leben hinausgehendes anzubieten hat. Natürlich rede ich dabei nicht von Leuten wie Guttenberg, der in jeder Hinsicht nichts als ein wertefreier, schmieriger Verräter an allem und ein Gauner ist. Und ein Bilderberger-Knecht.
Es gab mal eine Zeit, da hiess es, deutsch sein bedeute, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun. Nein, das waren nicht (nur) jene vermaledeiten zwölf Jahre. Um das beneidete uns die ganze Welt, darum holten sie Deutsche überall hin, die Zarin Katharina wie die Kaiserin Maria Theresia, die Amis und die Australier desgleichen. Die Welt hat diesen Respekt immer noch, und in den Deutschen steckt es auch immer noch drin. Das nichtsnutzige asoziale Gesindel, das dieses Land führt, kann im Ausland nur noch Kopfschütteln hervorrufen. Die Wahrnehmung von aussen ist: längst vergeben und vergessen, soweit überhaupt etwas zu vergeben war, aber die suhlen sich gern in Schuld. Sie wollen untergehen, sich selbst vernichten, unbedingt und um jeden Preis.
Tja, und das stimmt ja auch. Muberkel ist ja keine Diktatorin, die bekommt ihre Stimmen. Populus lo vult
Das größte Risiko im Zusammenhang mit der Kernkraft und so...
DvB, Friday, 25.03.2011, 07:26 (vor 5412 Tagen) @ Bero
Das grösste Risiko im Zusammenhang mit der Kernkraft ist nicht
technischer Art und auch nicht technisch lösbar...
Dem widerspreche ich. Denn wenn ein Land AKWs hat, ist im Kriegsfall jeder Feind, der wenigstens Flugzeuge, Raketen o.ä. praktisch Kernwaffenbesitzer. Und die erzeugen zwar nicht so schöne Pilze, sind aber nicht so umweltfreundlich, denn sie beinhalten die vielhundertfache Verseuchungsladung.
Angesichts bunkerbrechender Waffen, die heutzutage problemlos 30m Stahlbeton durchschlagen können, ist es natürlich vollkommen aussichtslos, ernstliche Vorkehrungen gegen solche Angriffe zu treffen.
"Technischer Art" ist dieses Problem ja vielleicht nicht direkt - aber kostentechnischer. Ich hab mich jetzt ne Weile belesen mit der Scheiße: kostentechnisch sind AKWs so oder so völlig sinnlos. Die Sache mit dem "billigen Atomstrom" ist ganz einfach eine dreiste Lüge. Das ist nur möglich, weil die Risiken nicht versichert und natürlich auch nicht bilanziert werden brauchen. Was nichts anderes bedeutet, daß der Steuerzahler gratis die Haftung übernimmt. Die Betreiber ja eh Kapitalgesellschaften, also mit auf die Einlagen begrenzter Haftung. Eigenkapital haben die so gut wie nicht - sondern alles hübsch über Kredite laufen. Und selbst wenn... 'to big to fail' und so... Die Kosten werden also auf jeden Fall sozialisiert. Zum "Glück" fallen die Zahlen, um die es da gehen wird, bei dem Finanzdesaster, das eh ansteht, sowieso nimmer auf. Bleiben nur die Menschen, die draufgehen - aber die kosten ja nüschd.
Ich bin jetzt der Auffassung, daß es nur eine Frage der Zeit ist, bis so ein AKW angegriffen wird. Vielleicht macht es ja jetzt schon Ghadaffi in Frankreich, falls er wirklich so ein phöser Diktator ist.
Und deswegen sollten wir sehr wohl sofort aussteigen. Aber natürlich wird das Märgel machen, was es will. Ich kann deswegen nur hoffen, daß die Schafe sich jetzt wegen der belanglosen Strahlungserhöhung durch Japan dermaßen aufregen, daß sies nicht wagt
Das größte Risiko im Zusammenhang mit der Kernkraft und so...
Bero, Friday, 25.03.2011, 12:59 (vor 5412 Tagen) @ DvB
Stahlbeton durchschlagen können, ist es natürlich vollkommen
aussichtslos, ernstliche Vorkehrungen gegen solche Angriffe zu treffen.
"Technischer Art" ist dieses Problem ja vielleicht nicht direkt - aber
kostentechnischer.
Nichts anderes habe ich geschrieben. Warum also "dem widerspreche ich"?
Ich bin jetzt der Auffassung, daß es nur eine Frage der Zeit ist, bis so
ein AKW angegriffen wird. Vielleicht macht es ja jetzt schon Ghadaffi in
Frankreich, falls er wirklich so ein phöser Diktator ist.
Ich denke auch, dass die Fukushima-Geschichte einen gewissen Ideenboom auslösen wird. Zumal jetzt auch noch überall zu lesen ist, welche Meiler einem Flugzeugangriff nicht standhalten und warum bzw. wo genau man ansetzen muss (Kühlsystem und Stromversorgung), um eine maximale Katastrophe zu erreichen.
Und deswegen sollten wir sehr wohl sofort aussteigen.
Dummfug. Ein KKW ist kein Wasserkocher, den man ausschaltet und in den Schrank stellt. Es muss noch jahrelang in Betrieb bleiben, bis es rückgebaut werden kann. Das KKW Nord in Greifswald z.B., 1990 abgeschaltet, ist bis heute noch nicht komplett abgetragen. Alle KKWs gleichzeitig abzuschalten ist absolut nicht machbar, das muss gestaffelt erfolgen.
Die spannende Frage ist natürlich, was das überhaupt bringen soll. Du bist genauso verstrahlt, wenn Cattenom oder Temelin in die Luft geht.
Aber natürlich wird das Märgel machen, was es will. Ich kann deswegen nur
hoffen, daß die Schafe sich jetzt wegen der belanglosen Strahlungserhöhung
durch Japan dermaßen aufregen, daß sies nicht wagt
Die Schafe haben nur ein Kurzzeitgedächtnis. Solche Aufregung gleicht regelmässig einem Strohfeuer - kurz und heftig, aber schnell vorbei. Dann kommt der nächste Aufreger (Waldsterben, BSE, Vogelgrippe?). Das weiss das Muberkel natürlich, und darum versucht es lediglich Zeit zu gewinnen
Das größte Risiko im Zusammenhang mit der Kernkraft und so...
DvB, Friday, 25.03.2011, 14:47 (vor 5412 Tagen) @ Bero
Dummfug. Ein KKW ist kein Wasserkocher, den man ausschaltet und in den
Schrank stellt.
Ausschaltet sehr wohl. Das tut man ja sowieso alle paar Monate zur Wartung und Einbau frischer Brennstäbe. Um die paar Monate will ich mich dann auch nicht streiten.
Es muss noch jahrelang in Betrieb bleiben, bis es
rückgebaut werden kann.
Wie meinst Du denn das?
Das KKW Nord in Greifswald z.B., 1990
abgeschaltet, ist bis heute noch nicht komplett abgetragen.
Ja und? Wenn da ne leere Hülle rumsteht, wen interessiert denn das? Das ist ja harmlos - wenn auch als Wohnung nicht gerade empfehlenswet. :o
Alle KKWs
gleichzeitig abzuschalten ist absolut nicht machbar, das muss gestaffelt
erfolgen.
"Nicht machbar" ist Quatsch. Machbar isses natürlich. (Ein Tsunami macht Dir sowas in 5 Sekunden.) Dann gibts nur halt keinen Strom mehr in Wessihausen. Wir hier in der Zone wurschteln ja nur noch mit Kohlekraftwerken rum. :P
Nee, so schlimm isses zum Glück nicht. Deutschland hat relativ wenig Atomstrom.
Wenn Dir der TÜV Deine Karre lahmlegt, hilft Dir auch kein Gejammer von wegen geht nicht, Du müßtest ja damit zur Arbeit o.ä. - Und für die Japsen isses z.Zt. eher ein höchst untergeordnetes Problem, daß sie keinen Strom haben.
Die spannende Frage ist natürlich, was das überhaupt bringen soll. Du
bist genauso verstrahlt, wenn Cattenom oder Temelin in die Luft geht.
Nicht "genauso". Sind ja nun schon ein paarhundert km weg. Außerdem muß natürlich nunmal einer den Anfang machen. (Und dann natürlich auch keinen Strom einkaufen!)
Die Schafe haben nur ein Kurzzeitgedächtnis. Solche Aufregung gleicht
regelmässig einem Strohfeuer - kurz und heftig, aber schnell vorbei. Dann
kommt der nächste Aufreger (Waldsterben, BSE, Vogelgrippe?). Das weiss das
Muberkel natürlich, und darum versucht es lediglich Zeit zu gewinnen
Tchja, davon ist wohl auszugehen. Ich bin auch kein Träumer. Ich sagt nur, was ich denk, das richtig wäre
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Das größte Risiko im Zusammenhang mit der Kernkraft und so...
Bero, Friday, 25.03.2011, 15:37 (vor 5412 Tagen) @ DvB
Es muss noch jahrelang in Betrieb bleiben, bis es
rückgebaut werden kann.
Wie meinst Du denn das?
Der ganze Krempel im Reaktor und im Abklingbecken muss erst jahrelang abkühlen und abklingen. Unmittelbar nach Abschaltung ist er nicht transportfähig (darum gibt es überhaupt Abklingbecken).
Ja und? Wenn da ne leere Hülle rumsteht, wen interessiert denn das? Das
ist ja harmlos - wenn auch als Wohnung nicht gerade empfehlenswet. :o
Es steht nicht nur eine leere Hülle herum. Das abgeschaltete Werk ist nach wie vor gefährlich und auf störungsfreie Energieversorgung angewiesen.
Nee, so schlimm isses zum Glück nicht. Deutschland hat relativ wenig
Atomstrom.
Rund ein Viertel. Grundlastfähig. Relativ ist relativ.
Wenn Dir der TÜV Deine Karre lahmlegt, hilft Dir auch kein Gejammer von
wegen geht nicht, Du müßtest ja damit zur Arbeit o.ä. - Und für die
Japsen isses z.Zt. eher ein höchst untergeordnetes Problem, daß sie
keinen Strom haben.
Ich hatte den Eindruck, dass das in Fukushima ein höchst drängendes Problem war.
Die spannende Frage ist natürlich, was das überhaupt bringen soll.
Du
bist genauso verstrahlt, wenn Cattenom oder Temelin in die Luft geht.
Nicht "genauso". Sind ja nun schon ein paarhundert km weg.
Kommt drauf an, wo man wohnt. Für manche Deutsche ist Kattenhofen nur einen Steinwurf enfernt. Abgesehen ist die Entfernung ziemlich unwichtig. Du kannst in 10km Entfernung ganz prima davonkommen, wenn der Wind kontinuierlich in die andere Richtung weht. Dafür sieht es dann auf der anderen Seite schlecht aus. So wie in Bayern und Österreich seinerzeit und bis heute, die ja nun nicht so nah an Schwarzenbühl liegen.
Außerdem muß
natürlich nunmal einer den Anfang machen. (Und dann natürlich auch keinen
Strom einkaufen!)
Ausgezeichnete Idee! Dann legen wir eben nicht nur die bösen KKW still, sondern auch noch gleich die halbe Industrie mit. Die ist ja auch ziemlich böse. Zumal fossile Brennstoffe ja auch nicht gehen, wegen dem bösen Klimawandel. Und wegen den bösen Russen und Arabern, die frecherweise auf unserem Öl und Gas hocken.
Deindustrialisierung nennt man das in einschlägigen Kreisen. Bist du zufällig Grüner?
Tchja, davon ist wohl auszugehen. Ich bin auch kein Träumer. Ich sagt
nur, was ich denk, das richtig wäre
Es wäre aber nicht richtig. Wir brauchen Strom, und wir haben keine vernünftige Alternative zur Kernenergie
Kohlekraftwerke
DvB, Friday, 25.03.2011, 22:38 (vor 5412 Tagen) @ Bero
Der ganze Krempel im Reaktor und im Abklingbecken muss erst jahrelang
abkühlen und abklingen. Unmittelbar nach Abschaltung ist er nicht
transportfähig (darum gibt es überhaupt Abklingbecken).
Ein einzelner abgebrannter Brennstab wird nimmer heiß. Er strahlt aber noch zuviel, um nach Vorschrift Blubb transportiert werden zu dürfen. (Ganz davon abgesehen, daß die Vorschrift hoffnungslos bescheuert ist, da frische Brennstäbe wirklich strahlen - und die müssen ja auch transportiert werden.) Die Endlagerung ist natürlich sowieso nicht gelöst; und Wiederaufbereitung ist sinnlos, wenn man aus der Kernkraft auszusteigen gedenkt. Folglich müßten die Dinger auch nimmer unbedingt transportiert werden, sondern können auch an Ort und Stelle gelagert werden (nicht auf einem Haufen und nicht in einem Moderator, um noch absichtlich den Zerfall, sprich "Ablingen", zu beschleunigen) - Kühlung ist dann auch nicht mehr nötig.
Es steht nicht nur eine leere Hülle herum. Das abgeschaltete Werk ist
nach wie vor gefährlich und auf störungsfreie Energieversorgung
angewiesen.
Nein. Wenn die Brennstäbe ausgebaut sind, ist die Hülle leer. Da ist dann sicherlich bissel radioaktiver Dreck noch drinnen - aber das ist letztlich Pippikram. Wozu da noch eine Energieversorgung notwendig sein sollte, ist unklar.
Und jetzt nochmal im Chor:
- Ich streit mich nicht um ein paar Monate. Die eingebauten Brennstäbe sollen halt ruhig noch zuendeverbrannt werden, bis sie sowieso ausgebaut werden.
- Der leere Reaktor braucht keine Kühlung.
- Die abgebrannten Brennstäbe brauchen keine Kühlung.
Jetzt komm mir bitte nicht damit, die AKWs müssen weiterbetrieben werden, weil ständig wer neue Brennstäbe baut und wir die ja irgendwie loswerden müssen!
Rund ein Viertel. Grundlastfähig. Relativ ist relativ.
Eben. Frankreich hat dagegen ca. 70% - daß die wirkliche Probleme bekämen, ist klar.
Ich hatte den Eindruck, dass das in Fukushima ein höchst drängendes
Problem war.
Ja. Ich meinte aber die Bevölkerung und die Industrie. Der Logik 'wir müssen AKWs betreiben, um Strom fürs Runterfahren der AKWs zu haben' mag ich aber nicht folgen. Das geht natürlich auch mit Strom aus Kohle. ;)
Kommt drauf an, wo man wohnt. Für manche Deutsche ist Kattenhofen nur
einen Steinwurf enfernt.
Der durchschittliche Deutsche wohnt dann aber deutlich weiter weg vom nächsten AKW. Dadurch ergeben sich geringere Gefahren. Weiß gar nicht, was es da rumzudiskutieren gibt.
Abgesehen ist die Entfernung ziemlich unwichtig.
Das stimmt nicht. Deswegen war Tschernobyl für uns verstrahlungstechnisch gefährlicher belastender, als es Fukudingsbums aller Wahrscheinlichkeit nach für uns sein wird.
Du kannst in 10km Entfernung ganz prima davonkommen, wenn der Wind
kontinuierlich in die andere Richtung weht. Dafür sieht es dann auf der
anderen Seite schlecht aus. So wie in Bayern und Österreich seinerzeit und
bis heute, die ja nun nicht so nah an Schwarzenbühl liegen.
Dann ist ja echt die Frage, wieso die Gefahrenzonen um AKWs in Radien um selbige angegeben werden und nicht dauernd gemäß der aktuellen Windrichtung geändert. :P
Tchja, natürlich könnte uns auch die Wolke von Fukudingsbums treffen, die zu uns fliegt, um hier abzuregnen. Sein kann viel. Es geht halt um Wahrscheinlichkeiten und Statistik. Es wäre ja Unsinn, zu behaupten, man könnte über Gefährdungspotential nichts sagen, weil man nicht weiß, wie das Wetter ggf. wohl sein wird. Dein Auto hat ja auch ne Bremse. Die hat man da eben rein spekulativ eingebaut, weil man Dir einfach mal dreist unterstellt, daß Du irgendwann mal wirst bremsen müssen. Obwohl man noch nichtmal weiß, wann, wo, warum und wie sehr.
Ausgezeichnete Idee! Dann legen wir eben nicht nur die bösen KKW still,
sondern auch noch gleich die halbe Industrie mit. Die ist ja auch ziemlich
böse.
Wieso denn die halbe, wenn wir nur zu einem Viertel Atomstrom haben? Nein. Und auch nicht 1/4. Sondern halt die besonders Stromverbrauchsintensive. Die arme, arme Aluminiumindustrie. Aber dafür brauchen wir ja eine Kohlekraftwerk-Bauindustrie, nicht wahr. Also fang bloß nicht an zu weinen.
Zumal fossile Brennstoffe ja auch nicht gehen, wegen dem bösen
Klimawandel.
Hat das Märgel gesagt. Ich aber nicht.
Und wegen den bösen Russen und Arabern, die frecherweise auf
unserem Öl und Gas hocken.
Kohle ham wir genug. Und wenn wir den phösen Iran nimmer "boykottieren", schüttet der uns auch mit billigem Öl zu.
Deindustrialisierung nennt man das in einschlägigen Kreisen.
In Propagandistenkreisen wohl? AKWs sind nicht = Industrialisierung. Im Gegenteil. Es könnte gut sein, daß sie in Japan nun direkt in die Steinzeit führen.
Bist du zufällig Grüner?
Nee. Grüne sind bekanntlich für AKWs. Bist Du ein Grüner?
Es wäre aber nicht richtig. Wir brauchen Strom, und wir haben keine
vernünftige Alternative zur Kernenergie
Doch, es wäre richtig. Und Kohlekraftwerke sind sehr wohl vernünftige Alternativen
Alle Fakten zu Fukushima
Bero, Friday, 25.03.2011, 13:02 (vor 5412 Tagen) @ Bero