Sie warfen dem Streitschlichter vor, er würde die Mädchen bedrohen.
Prügelei in Berlin
Gewaltexzess nach Cybermobbing
Von Julia Jüttner
Sie bepöbelten seine Freundin im Internet als "Schlampe", mobbten sie - doch als ein 17-Jähriger die angeblichen Verfasser der Botschaften zur Rede stellte, schlugen sie und ihre Freunde zu. Ein Mob aus 20 Jugendlichen prügelte den Schüler krankenhausreif, er erlitt schwerste Kopfverletzungen.
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Ihr 17-jähriger Freund wollte am vergangenen Samstagabend auf einem Parkplatz in der Nähe des U-Bahnhofs Osloer Straße im Berliner Stadtteil Wedding den Konflikt zwischen den Mädchen schlichten. Er organisierte ein Treffen.
Als der Jugendliche gemeinsam mit seiner Freundin erschien, kam es nur kurz zu einem Gespräch, wie ein Polizeisprecher erklärte. "In Windeseile bekamen die Mädchen Unterstützung von 20 Jugendlichen, die dem Jungen deutlich zu verstehen gaben, er solle sich verziehen." Sie warfen dem Streitschlichter vor, er würde die Mädchen bedrohen.
Das junge Paar machte sich davon.
Auf dem Heimweg gegen 21 Uhr passierte der 17-Jährige erneut den U-Bahnhof Osloer Straße. Die Gruppe erwartete ihn offenbar schon: Die Mädchen und Jungen zerrten ihn mit Gewalt auf einen nahe gelegenen Parkplatz. Der Polizei zufolge sei der Junge "nicht mal zu Wort" gekommen.
Dort schlugen und traten sie auf den Jungen ein - auch als er längst blutend am Boden lag. "Von Augenzeugen wissen wir, dass sie ihn so lange malträtierten, bis er bewusstlos war. Erst dann ließen sie von ihm ab", so ein Polizeisprecher.
"Es geht ihm sehr schlecht"
Der 17-Jährige erlitt schwerste Kopfverletzungen, unter anderem ein Schädelhirntrauma und mehrere Hämatome. Er schwebe nicht in Lebensgefahr, sagte der Sprecher, "aber es gehe ihm sehr schlecht". Er werde "längerfristig im Krankenhaus bleiben müssen". ...