Das Leben fürs Gemeinwohl riskieren
Es ist ein Kampf in der Todeszone. 70 Menschen nehmen den Strahlentod in Kauf, um Japan vor dem Super-GAU zu retten. Der Japan-Korrespondent in Südkorea, Carsten Germis, berichtet in der «faznet.de> von einem Brief, den ihm eine junge japanische Bekannte geschrieben habe.
Darin erwähnte die 21-jährige ein Telefonat mit ihrem Vater vom 13. März. Dieser hätte sich von ihr verabschiedet, mit den Worten: «Dies wird mein letztes Telefon sein mit Dir, meine Tochter.> Die Männer, die sich der Mission unter Lebensgefahr verschrieben haben, wissen also ganz genau, was sie erwartet: Ein Totentanz. Die westliche Welt fragt sich. Warum tun die das? Ist es Obrigkeitsgläubigkeit (das wird verneint), der Gehorsam zum Heimatland ( schon eher) oder einfach ein für westliche Verhältnisse ungeheures Pflichtbewusstsein?
Shoganai - Kann man nichts machen!
«Die Luft in Japan ist schlecht, viele leiden an Bronchialasthma, auch ich inzwischen - aber keiner tut etwas dagegen. Immer heisst es nur: Shoganai - 'Kann man nichts machen!'>, fasst die deutsche Journalistin für den japanischen Fernsehkanal NHK, Ines Karschöldgen vom «Spiegel> zusammen. Vielleicht ist dieses Lösungswort der Grund, warum Japaner das Land nicht einfach so verlassen, und warum 70 Todesengel ihr Leben fürs Gemeinwohl aufs Spiel setzen. Der Zusammenhalt sei gross, sagt Ines Karschöldgen. «Die Menschen stehen stramm zusammen nach dem Motto: Wir gehen nicht weg. Wir sind alle kleine Räder in einem grossen System. Ein Japaner bleibt in Japan.Unter den Freiwilligen sei auch ein kurz vor der Rente stehender 56-Jähriger mit jahrzehntelanger Erfahrung im Bereich der Kernenergieproduktion. Tepco wollte die Meldung zunächst nicht bestätigen. Auf Twitter zeigte sich eine Japanerin – möglicherweise eine Tochter des 56-Jährigen – einerseits stolz, andererseits verängstigt, dass ihr Vater bei den Arbeiten helfen wolle und dafür sein Leben riskiere.
«Mission> zur Rettung der Atomenergie
«Ich habe gegen die Tränen gekämpft, als ich gehört habe, dass mein Vater, der in einem halben Jahr pensioniert werden soll, sich zur Mithilfe bereit erklärt hat>, schrieb sie. Er habe gesagt, die Zukunft der Atomenergie hänge davon ab, wie Japan mit der Katastrophe umgehe. «Ich begebe mich auf eine Art Mission>, zitierte die Frau ihren Vater. Aussergewöhnlich gross ist das Pflichtbewusstsein, die Loyalität und die Kameradschaft unter den Reaktor-Arbeitern, versuchen westliche Berichte diese Missionsbereitschaft zu analysieren. Ähnlich gross wie bei Feuerwehrmännern oder militärischen Kommandoeinheiten sei dieses Pflichtbewusstsein.
Insgesamt also 70 Techniker - andere Quellen wiederum sprechen von 180 Männern - bewegen sich noch auf dem Gelände des Kernkraftwerkes in Fukushima – Feuer, Erschütterung und Strahlen ausgesetzt. Wahrscheinlich sind sie Japans letzte Chance, eine gigantische Nuklearkatastrophe zu verhindern. Ihnen drohen schwere Verletzungen durch Explosionen und Feuer, doch noch gefährlicher ist ein unsichtbarer Feind: die radioaktive Strahlung. Sie kann die Arbeiter sofort töten oder erst Jahrzehnte später. «Ich weiss nicht, wie ich es anders sagen soll: Das ist wie ein Himmelfahrtskommando im Krieg>, sagt Professor Keiichi Nakagawa aus der Radiologieabteilung der Tokioter Universitätsklinik.
In kleinen Gruppen betreten die Arbeiter die Gefahrenzone, um Meerwasser in die überhitzten Reaktoren zu pumpen, Trümmer zu beseitigen und Messungen durchzuführen. Damit niemand der Strahlung zu lange ausgesetzt ist, werden sie nach 10 bis 15 Minuten abgelöst. Um sich einigermassen gegen die Strahlung zu schützen, tragen die Mitarbeiter des Atomkraftwerks Ganzkörperanzüge, Atemschutzgeräte, Helme und Handschuhe. Damit sie keine radioaktiven Partikel einatmen, kommen teilweise auch Sauerstoffgeräte zum Einsatz.
Mit Sicherheit riskieren, ja opfern sie ihr Leben, um das Leben von Millionen Menschen zu retten. Denn laut einem japanischen Regierungssprecher erreichte die Strahlung an dem Atomkraftwerk in der vergangene Nacht den Höchstwert von 1000 Millisievert pro Stunde (1 Sievert). 1000 Millisievert sind in der Schweiz das Tausendfache dessen, was ein Mensch über ein ganzes Jahr hinweg an zusätzlicher Strahlung aufnehmen darf.
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http://www.aargauerzeitung.ch/international/die-letzte-hoffnung-japans-70-namenlose-106010922
Alle reden von den Helden, aber wo sind die Betreiber?
Wo sind die Betreiber, die Aktionäre und profitgierigen Bonzen, die sich an der Kernenergieproduktion dumm und dusselig verdient haben. Jetzt schicken sie ihr Kanonenfutter unter dem Deckmantel "Pflichtgefühl für´s Vaterland" vor und bleiben selbst im Hintergrund. Den Familienangehörigen bleibt ein Bild und vielleicht eine Medaille, die Aktionäre berechnen dagegen zeitgleich schon ihren finanziellen Verlust und kalkulieren, wann wieder Gewinne fliesen könnten!
Ich persönlich würde meinen Hintern für Konzerne nicht hinhalten!
Im Prinzip wie bei uns ....
....denn hier schrie auf Frau Nahles/SPD im Staatsfernsehen, dass die Frauenbeauftragte von Kabul und Mädchenschulen in Afghanistan von deutschen Soldaten geschützt werden müssten, aber selber geht sie mit der Waffe in der Hand da selbstverständlich nicht runter. Sie ist ja auch eine Generalsekretärin und nur Parteilsoldat! Ich kann da wiederholt nur sagen: Frau Nahles, gehen Sie mit gutem Beispiel voran! Es ist schon 70 Jahre her, dass SPD-Genossen wirklich ihr Leben der Partei und den Interessen des werktätigen Volkes geopfert haben!