"Junge Welt" hinterfragt Sinn der Frauenquote
....ganz ordentlich für meinen Geschmack.
Quote statt Equal Pay
Einsatz für 0,001 Prozent der Frauen
Von Jana Frielinghaus
Die Quotierung in Konzernvorständen und -aufsichtsräten bestimmt die offizielle politische Debatte dieser Tage in der BRD, wenn es um Frauenrechte geht. Eine merkwürdige Prioritätensetzung angesichts dessen, daß die übergroße Mehrheit der Frauen hierzulande eher das Problem hat, von der eigenen Erwerbstätigkeit nicht leben zu können oder gar nicht erst eine solche abzubekommen, weil es im Westen der Republik nach wie vor kaum Betreuungsangebote für Klein- und Grundschulkinder gibt. Oder daß sogenannte Frauenberufe überwiegend schlechter bezahlt werden als typische >Männerberufe«. Doch wenn es um gesetzlichen Mindestlohn oder um die Durchsetzung des sogenannten Equal-Pay-Prinzips, also des Grundsatzes >gleicher Lohn für gleiche Arbeit«, geht, belassen es Bundesregierungen, unabhängig vom Parteibuch, bei Appellen und freiwilligen Vereinbarungen.
Für Linke dürfte die Quote in den DAX-Vorständen angesichts der kapitalismustechnisch dort herrschenden Zwänge nicht ernsthaft ein Thema sein. Das neoliberale Mantra in den Konzernspitzen lautet Profitmaximierung. Die geht gewöhnlich auf Kosten Tausender Beschäftigter, >Sparprogramme« vernichten zahllose Existenzen. Zu glauben, Quotenfrauen in diesen Gremien würden das ändern, wäre so blauäugig wie die Annahme, Frauen – und Männer– mit anderen Präferenzen würden in diese Sphären überhaupt vordringen. Dennoch springen auch Linkspartei-Politikerinnen immer wieder über dieses Quoten-Stöckchen.