CH: Gemässigter "Männerrechtler" steht dem Antifeminismus kritisch gegenüber
Manifold
, Friday, 04.03.2011, 22:43 (vor 5432 Tagen)
bearbeitet von Manifold, Friday, 04.03.2011, 22:53
Während die unweigerliche Machtübernahme durch den organisierten Antifeminismus in der Schweiz pausenlos vorangetrieben wird, gibt es natürlich auch so einige kritische Äuglein auf der Männerseite.
Es sind sogenannte gemässigte "Männerrechtler" (selbstverständlich für Gleichstellung), welche seit Jahrzehnten mit dem Feminismus im Dialog standen und dabei um etwas mehr Mitsprache hier und etwas mehr Rücksicht da bettelten, jedoch am Ende des Tages NICHTS erreicht hatten. Sie streben eine staatliche Männerförderung an und wollen Teil vom Staatsfeminismus werden.
Solche Leute haben natürlich ein gewaltiges Problem mit uns Antifeministen - schliesslich zeigen wir ihnen, wie man mit dem Haupthindernis zu wahrer Gleichberechtigung und somit zu Männerrechten verfahren muss.
Das irritiert diese Leute natürlich - denn viele ihrer Mitglieder hegen Sympathien für uns:
http://www.maennerzeitung.ch/artikel.php?id=37
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"Zur Durchführung seines Zieles erachtet der Maskulismus [...] als aufrichtig und sinnvoll: [...] das ursprüngliche Anliegen einer wirklichen Gleichberechtigung beider Geschlechter." - Michail A. Savvakis
Vollständiger Artikel
Manifold
, Friday, 04.03.2011, 22:52 (vor 5432 Tagen) @ Manifold
Hier der vollständige Artikel:
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Was wäre dem Antifeminismus entgegen zu halten?
Gleichstellungspolitik muss mehr sein als die Durchsetzung von Frauenrechten.
von Oliver Hunziker, Präsident GeCoBi
Im vergangenen Jahr hat sich in der Schweiz eine neue Organisation von Männern zu Worte gemeldet. Vehement, laut und vernehmlich traten die Antifeministen rund um René Kuhn im Frühjahr auf den Plan. Mit einer medialen Grossoffensive bewarben sie ihr erstes Treffen im Herbst, welches von diversen Störgeräuschen begleitet wurde.
Mit viel Provokation und gezielten Medienaktionen gelang es der Bewegung innert kürzester Zeit das Thema «Männer> zu besetzen, zumindest konnte dieser Eindruck entstehen.
Aufgrund der hohen Medienpräsenz und sicherlich auch aufgrund der markigen Worte hat die Bewegung laut eigenen Angaben innert kürzester Zeit sehr viele Sympathisanten gefunden.
Während die bereits bestehenden Männer- und Väterorganisationen die neue Vereinigung kritisch beobachteten, liefen viele Frauenorganisationen praktisch sofort Sturm gegen diese neue Bewegung.
Wie punktet der Antifeminismus?
Wie kann es sein, dass diese Bewegung quasi aus dem Nichts so erfolgreich ist? Um dieses Phänomen etwas genauer zu verstehen, muss man zunächst einmal in die Tiefen der täglichen Arbeit der verschiedenen Männer- und Väterorganisationen abtauchen. Dort, wo täglich verzweifelte Väter anrufen, weil ihnen bei der Trennung Geld, Haus, Auto, aber vor allem die Kinder rücksichtslos weggenommen werden, weil ihnen von Behörden und Richtern kein Wort geglaubt wird, weil ihnen niemand zuhört, weil ihre Frau quasi automatisch Recht bekommt, weil sie völlig zu Unrecht der wüstesten Verbrechen beschuldigt und angeklagt werden. Wenn man diese Männer hört und erlebt, mit ihnen zusammen ein Stück des Weges geht und dabei erlebt, wie sie von der Gesellschaft fallen gelassen werden, dann versteht man, woher die Wut und die Aggression kommt. Viele dieser Männer schwanken permanent zwischen Wut und Verzweiflung, zwischen Hass und Trauer, zwischen Angst und Hoffnung, und sie wissen kaum mehr, wie sie diese Achterbahn der Gefühle bewältigen sollen.
Viele unserer Mitgliedsorganisationen sind seit Jahrzehnten etabliert und helfen tagtäglich unzähligen Männern dabei, genau damit fertig zu werden. Mal mehr, mal weniger erfolgreich versuchen die freiwilligen Helfer, den betroffenen Männern Mut zu machen, ihnen zuzuhören, ihnen aber auch ganz konkrete Ratschläge zu geben, wie sie vorwärts kommen können. Dahinter steckt sowohl viel Erfahrung als auch sehr viel persönliches Engagement der Berater.
Nun taucht eine neue Organisation auf, die sich zunächst mal provokativ und aggressiv in Szene setzt, sie verspricht mit kantigen Sprüchen aufzuräumen, den «Sauladen> auszumisten etc. Klar, dass sich die betroffenen Väter angezogen fühlen, und so sind nicht wenige der Mitglieder unserer Organisationen auch Sympathisanten dieser neuen Bewegung.
Das gemeinsame Sorgerecht muss kommen – ohne Bedingungen.
Jahr für Jahr werden in der Schweiz rund 8000 Ehen geschieden. Nochmals eine ähnliche Zahl von Paaren trennen sich, ohne je geheiratet zu haben. Zigtausend Kinder sind jährlich von der Trennung ihrer Eltern betroffen, und in viel zu vielen Fällen endet dies in einer Katastrophe für alle Beteiligten.
Das neue Scheidungsrecht wurde im Jahr 2000 eingeführt. Schon damals plädierten unter anderen der VeV, aber auch andere Männerorganisationen vehement für die Einführung des gemeinsamen Sorgerechtes als Regelfall. Schon damals wurde darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, dieses zentrale Recht nicht zum Spielball von Machtspielen werden zu lassen. Das neue Scheidungsrecht wurde zwar eingeführt, jedoch mit einem zur Unkenntlichkeit verkrüppelten gemeinsamen Sorgerecht. Aktuell kann das gemeinsame Sorgerecht nur auf gemeinsamen Antrag bewilligt werden, und damit hat sich die Wirkung ins genaue Gegenteil verkehrt. Statt den Streit um die Kinder aus der Schusslinie zu nehmen, hat man ihn noch verstärkt, kann doch nun die Zustimmung zum gemeinsamen Antrag problemlos als Druckmittel verwendet werden. Da statistisch gesehen noch immer eher Frauen die Obhut und das Sorgerecht erhalten, funktioniert dieses Druckmittel nur gegen Väter.
Bereits nach sehr kurzer Zeit, nämlich kaum drei Jahre nach der Einführung, erkannte der Schwyzer Scheidungsanwalt und Nationalrat Reto Wehrli, dass diese Lösung untragbar war, und er reichte eine Motion ein, in welcher er den Bundesrat bat, die gemeinsame elterliche Sorge als Regelfall zu prüfen.
Die verschleppte Revision
Seit diesem Zeitpunkt dümpelt das Projekt in der Bundesverwaltung und im Bundesrat vor sich hin. Während in der Welt draussen die Akzeptanz des gemeinsamen Sorgerechts weiter wächst, während ein Nachbarland ums andere dieses Gesetz einführt, spielen wir in der Schweiz Vogel Strauss und stecken den Kopf in den Sand. Und während die Bevölkerung nach und nach erkennt, dass nur ein Recht, welches man bedingungslos hat, ein wirkliches Recht ist, versuchen die Gegner und Gegnerinnen des gemeinsamen Sorgerechts mit Winkelzügen zu retten, was eigentlich nicht mehr zu retten ist. Da je länger je mehr klar wird, dass sich die Gesetzesänderung kaum mehr wird vermeiden lassen, verfällt man nun auf die gloriose Idee, das Recht auf die gemeinsame Sorge in jeder Zivilstandsform mit einer vorgängigen Verpflichtung auf möglichen Unterhalt zu verknüpfen. Männer sollen sich also schon bei der Hochzeit verpflichten, der Ehefrau dereinst Unterhalt zu bezahlen, sollte diese zu einem späteren Zeitpunkt der Anwesenheit ihres Gatten überdrüssig werden. Darüber hinaus soll auch das Existenzminimum des alimentenzahlenden Exmannes nicht mehr geschützt sein, sondern im Bedarfsfall auch unterschritten werden können. Dies bedeutet konkret, dass ein voll arbeitender Mann womöglich zum Sozialfall wird und neben seiner Berufstätigkeit auch noch Sozialhilfe beziehen muss, um überhaupt auf sein Existenzminimum zu kommen. Dass in einer solchen Konstellation jede Menge Zündstoff steckt, ist selbstredend.
Die gleichstellungsfreundlichen Organisationen brauchen Support
GeCoBi und seine Mitgliedsorganisationen arbeiten seit vielen Jahren an konstruktiven Lösungen zur Verbesserung der Situation von Vätern und Müttern, aber vorallem von Scheidungskindern. Wir haben in unzähligen Fachgremien unsere konstruktiven Vorschläge eingebracht, haben uns bemüht, einen fairen, aktiven, produktiven Dialog zu führen und uns als valabler Sozialpartner für diese Fragen zu etablieren. Zusammen mit männer.ch haben wir immer wieder auf die Notwendigkeit hingewiesen, die anstehenden Fragen positiv und gemeinsam mit den Frauen zu lösen. Gemeinsamkeit steht nicht nur im Namen der Vereinigung GeCoBi, Gemeinsamkeit ist auch das Zentrum unserer Vorschläge und unserer Haltung. Wir sind nicht Anti-irgendwas, wir sind Pro-Kind. Wir möchten uns FÜR etwas einsetzen und nicht gegen etwas sein. Wir möchten uns alle weiterbringen und unseren Kindern eine bessere Zukunft gestalten.
Und doch werden wir noch immer belächelt, aussen vor gehalten, nicht ernst genommen, ausgegrenzt. Noch immer veranstalten namhafte Organisationen Fachtagungen zum Thema gemeinsame elterliche Sorge, ohne dabei die Väterorganisationen entsprechend zu berücksichtigen. Noch immer verstehen weite Teile von Behörden und Politikern unter Gleichberechtigung lediglich Frauenförderung und noch immer fliessen 95 oder mehr Prozent aller Gleichstellungs-Fördergelder an Frauenorganisationen.
Wenn wir also irgendwann echte, konstruktive Lösungen für unsere Kinder finden wollen, Lösungen, die für Mann und Frau tragbar sind, die weder den Mann noch die Frau ausbeuten und benachteiligen, wenn es uns dereinst wirklich darum gehen sollte, dann werden wir das nur über den Dialog schaffen.
Solange aber ein Dialog lediglich einseitig stattfindet, solange lediglich die Väterseite sich bewegt, solange wird es wohl schwierig sein, die immer lauteren Stimmen zu besänftigen.
Wir von GeCoBi bekennen uns zu unserem Ziel – «FÜR> gemeinsame Elternschaft. Wenn ich überhaupt irgendwo ANTI bin, dann Anti-Extremismus, egal auf welcher Seite!
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"Zur Durchführung seines Zieles erachtet der Maskulismus [...] als aufrichtig und sinnvoll: [...] das ursprüngliche Anliegen einer wirklichen Gleichberechtigung beider Geschlechter." - Michail A. Savvakis
CH: Dummer "Pudel" steht dem Antifeminismus kritisch gegenüber
Derkan, Saturday, 05.03.2011, 00:00 (vor 5432 Tagen) @ Manifold
Ein Männerrechtler ist er jedenfalls nicht
CH: Dummer "Pudel" steht dem Antifeminismus kritisch gegenüber
Manifold
, Saturday, 05.03.2011, 01:17 (vor 5432 Tagen) @ Derkan
Ein Männerrechtler ist er jedenfalls nicht.
Jo, darum auch "Männerrechtler".
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"Zur Durchführung seines Zieles erachtet der Maskulismus [...] als aufrichtig und sinnvoll: [...] das ursprüngliche Anliegen einer wirklichen Gleichberechtigung beider Geschlechter." - Michail A. Savvakis
CH: Gemässigter "Männerrechtler" steht dem Antifeminismus kritisch gegenüber
Kurti, Wien, Saturday, 05.03.2011, 03:11 (vor 5432 Tagen) @ Manifold
"... verfällt man nun auf die gloriose Idee, das Recht auf die gemeinsame Sorge in jeder Zivilstandsform mit einer vorgängigen Verpflichtung auf möglichen Unterhalt zu verknüpfen. Männer sollen sich also schon bei der Hochzeit verpflichten, der Ehefrau dereinst Unterhalt zu bezahlen, sollte diese zu einem späteren Zeitpunkt der Anwesenheit ihres Gatten überdrüssig werden."
Das ist doch wohl ein Scherz, oder?
Gruß, Kurti
CH: Gemässigter "Männerrechtler" steht dem Antifeminismus kritisch gegenüber
Manifold
, Saturday, 05.03.2011, 04:15 (vor 5432 Tagen) @ Kurti
Nein.
Das ist der schweizerische Staatsfeminismus ...
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"Zur Durchführung seines Zieles erachtet der Maskulismus [...] als aufrichtig und sinnvoll: [...] das ursprüngliche Anliegen einer wirklichen Gleichberechtigung beider Geschlechter." - Michail A. Savvakis
CH: Gemässigter "Männerrechtler" steht dem Antifeminismus kritisch gegenüber
Kurti, Wien, Saturday, 05.03.2011, 15:44 (vor 5431 Tagen) @ Manifold
Wahnsinn. Einfach nicht zu glauben. Bin nur noch sprachlos ...
Dabei hat man von der Schweiz bisher ja eher positive Vorurteile gehabt: Schweizer Geschäftstüchtigkeit, Schweizer Präzisionsinstrumente, Schweizer Käse, Schweizer Schokolade (von der lila Sorte mal abgesehen) ...
Aber wenn ich das so lese, dann scheint es in Sachen Genderismus in der Schweiz ja fast noch übler zuzugehen als in D und A ...
Gruß, Kurti
Die deutschsprachige Justiz will keine Väterprobleme lösen
Christine
, Saturday, 05.03.2011, 13:16 (vor 5432 Tagen) @ Manifold
Und während die Bevölkerung nach und nach erkennt, dass nur ein Recht, welches man bedingungslos hat, ein wirkliches Recht ist,
Das stimmt leider nicht: das erfahren zumindest in Deutschland getrennt lebende Väter. Jene Urteile, auf denen steht, das man gemeinsames Sorgerecht hat, ist leider das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben steht. Solange Mütter das Sorgerecht ohne Sanktionen boykottieren können, wird ein auf dem Papier stehendes gemeinsames Sorgerecht nichts bringen. Trotzdem denke ich, das ein entsprechendes Gesetz schon etwas bringt. Allerdings werden Hardcoremütter, die das nicht wollen, immer einen Weg finden, Kinder und Väter zu schädigen.
versuchen die Gegner und Gegnerinnen des gemeinsamen Sorgerechts mit Winkelzügen zu retten, was eigentlich nicht mehr zu retten ist.
oh doch, es gibt unzähliges, wie man das gemeinsame Sorgerecht boykottieren kann, sogar per Gesetz.
Justiz wollte nie Väterprobleme lösen
http://femokratieblog.wgvdl.com/justiz-vaeterprobleme/02-2011/
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Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein